Tugend 9: Freude

Freude ist der Gegenpol von Ärger. Freude ist auf Liebe und Frieden aufgebaut. Ärger hingegen ist auf Hass und Unfrieden aufgebaut.

Wenn man eine positive Lebenseinstellung hat und sein Leben liebt, empfindet man Freude am Leben. Wenn man hingegen eine negative Lebenseinstellung hat und sich oft über sein Leben ärgert, hasst man das Leben.

Freude kann an Dinge gebunden sein, die Freude erzeugen, z.B. ein schönes Geschenk, das man zum Geburtstag bekommt oder ein Abendessen im Kreis von lieben Freunden. Wird der Geburtstag jedoch vergessen oder das Abendessen entwickelt sich zu einem Streit, ärgert man sich. Eine so an Dinge, Situationen oder Menschen gebundene Freude ist eine polare Freude. Sie ist mit Erwartungen, Vorstellungen und Bedingungen verbunden, die, werden sie erfüllt, Freude auslösen, die jedoch, wenn sie nicht erfüllt werden, Ärger auslösen.

Die meisten Menschen leben in einem ständigen Wechselbad zwischen Freude und Ärger, wobei beim einen mehr Freude vorkommt und weniger Ärger, und beim anderen weniger Freude und dafür mehr Ärger. Polare Freude ist keine beständige Freude, sondern eine sehr wankelmütige, die schnell und leicht ins Gegenteil umschlagen kann.

Ganz anders dagegen ist eine Freude, die stabil im Menschen/SGW vorherrscht. Sie ist sozusagen seine Grundeinstellung oder Grundhaltung im Leben und in den Inkarnationen. Sie ist nicht von äußeren Dingen, Situationen oder Menschen abhängig, sondern frei davon; sie ist nicht polar, sondern neutral. Sie ist der Urzustand des Menschen und seines SGWs, der/das sich freut, dass er/es im Universum von Gott AMA inkarniert ist und dort sein darf bzw. dass es für Gott AMA und Sein Universum arbeiten und IHM dienen darf.

Das Wesen empfindet ein Glücksgefühl darüber, dass es in dieses Universum kommen durfte. Es ist sich bewusst darüber, dass seine Geburt in diesem Universum ein Akt der Liebe von Gottvater/Gottmutter AMA war. Aus der Liebe Gottes ist es entstanden und wurde Teil der großen AMA-Familie in diesem Universum.

Das Wesen ist sich bewusst, dass es in dieser großen Familie eingebunden ist und dass alle anderen Geschöpfe seine „Brüder“ und „Schwestern“ sind, denn auch sie wurden von Gott AMA erschaffen. Das Wesen ist sich seiner himmlischen Eltern bewusst, denen es seine Existenz verdankt und die ihm damit ein großes Geschenk gemacht haben: dieses Leben sowie alle seine Leben, die es hatte und die es noch erhalten wird.

Die Ur-Freude erstreckt sich vom SGW bis hinunter in den physischen Menschen, der sich bewusst ist, dass er ein Geschöpf von Mutter Erde ist, die ihm über eine Erdenfrau und einen Erdenmann das irdische Leben geschenkt hat. So ist sich der Mensch auch darüber bewusst, dass alle anderen Menschen seine irdischen „Brüder“ und „Schwestern“ sind. Aus dem Schoß von Mutter Erde wurden sie geboren und in ihren Schoß werden sie eines Tages, nach ihrem physischen Tod, zurückkehren. Sie sind die Wurzeln im Erdboden bzw. im Leib der Erde, die immer wieder neu austreiben.

Die Ur-Freude ist die immerwährende Freude des SGWs sowie des Menschen am Sein – am Sein in diesem Universum, am Sein auf dem Planeten Erde. Jeder Tag ist ein Geschenk des Lebens, das uns Fülle und Freude bringen möchte, wenn wir es zulassen. Das Zulassen geschieht durch unsere individuelle Einstellung.

Wenn wir beispielsweise im Ego sind, das voller Gier, Misstrauen, Neid oder Berechnung ist, sind wir mit dem Geschenk des Lebens nicht zufrieden, sind womöglich enttäuscht und frustriert, fühlen uns benachteiligt, können uns über die kleinen Geschenke des Lebens nicht freuen, wollen ein besseres Leben als das, was wir haben usw. Mit einer solchen Lebenseinstellung können wir keine wirkliche Freude empfinden, allenfalls eine gelegentliche und kurz anhaltende Ego-Freude, die sich schnell wieder in Unzufriedenheit wandelt.

Das Merkmal der Ego-Freude ist, dass sie nicht im Herzen ankommt und sich dort entfaltet, sondern dass sie nur ein kurzes emotionales Ego-Feuer ist, das schnell wieder verglüht und abkühlt. Die Ur-Freude hingegen ist mit der Flamme der Gottesliebe verbunden, die im Herzen des Menschen/SGWs brennt. Wenn also im Menschen/SGW die göttliche Liebe vorhanden ist, ist auch die Ur-Freude vorhanden.

Die Ur-Freude ist keine polare Freude, die mit Emotionen verbunden ist, sondern sie ist ein Seins-Zustand. Das Wesen ist im Zustand des „in-Freude-seins“, der seine Quelle im Wissen und Bewusstsein hat, dass man durch Gott AMA die Gnade bekommen hat, in diesem Universum zu sein und zu leben. Es ist die Ur-Lebensfreude, die sich auf dem Akt der höchsten, göttlichen Liebe begründet, der einem das Leben geschenkt hat.

Das eigene Bestehen, die eigene Existenz (des SGW und auch des Menschen) basiert nur auf der vereinigten Liebe von Gottmutter und Gottvater AMA. Dass wir in diesem Universum leben, ist nur ihnen zu verdanken.

Wer sich dessen nicht bewusst ist, weil er nicht an Gott AMA glaubt oder gar Seine Existenz leugnet, kann auch niemals wirkliche Freude, die Ur-Freude, empfinden. Wer in den Wurzeln des Bösen bzw. in den Todsünden lebt und damit in der Domäne des Anti-Gottes kann nur anti-göttliche oder egoistische Freude empfinden, die jedoch nur Seifenblasen sind in einer Welt des Ärgers und des Hasses. Zerplatzen die „Freuden-Seifenblasen“ findet sich das Wesen in der Welt des Ärgers und Hasses wieder, in die es sich selbst verdammt hat durch seine Trennung von Gott AMA und sein Gott fernes bzw. gottloses Leben.

Es ist so einfach: ein Wesen, das an Gott glaubt, IHM nahe ist, IHN liebt, führt ein Leben in beständiger Freude und Frieden.

Ein Wesen hingegen, das nicht an Gott glaubt, getrennt von IHM ist, IHN hasst, führt ein Leben in beständigem Ärger und Unfrieden.

In der L’Egoland-Welt, in der Domäne des Anti-Gottes, herrscht die Gottferne vor. Deshalb ist es für göttliche Menschen, also jene, in denen der Gotteslichtfunken brennt und die die Verbindung mit Gott AMA suchen, schwer, sich mit Gott zu verbinden und die Verbindung mit IHM zu halten. Sie empfinden ihr Leben nicht nur als schwierig und belastend, sondern verlieren oft auch ihre Hoffnung, jemals zu Gott und in ein göttliches Leben zu gelangen. Als Folge davon entstehen Mutlosigkeit, Traurigkeit bis hin zu regelrechten Depressionen.

Um wieder den Weg in die Freude zu finden, genügt es nicht, sich etwas Gutes zu tun, das einem kurzfristig Freude bereitet. Man muss sich wieder an die Ur-Freude erinnern und den Zugang zu ihr finden. Man muss sich bewusst an den Moment erinnern, da man in dieses Universum kam, an die eigene Geburt in dieses Universum, an das Geschenk des Lebens, das man von Gottvater und Gottmutter erhalten hat. Das war ein freudiges Ereignis! Mit dieser Ur-Freude begann man sein Leben, seinen Inkarnationszyklus in diesem Universum, trat man seinen Dienst für Gott AMA und für Sein gesamtes Universum an.

Parallel dazu muss man auch die Verbindung zu Gott AMA wiederherstellen, denn ohne IHN geht diese Rückverbindung nicht. ER ist die Quelle von allem, die Schaltstelle von allem, der Mittelpunkt von allem. Wie wir es drehen und wenden: ohne Gott AMA können wir nicht in Liebe, Freude, Fülle und Glückseligkeit leben. Je mehr wir IHN aus unserem Leben und Sein ausschließen, um so schlechter geht es uns. Dies ist nicht Seine Strafe, sondern wir trennen uns einfach nur von seinen wunderbaren Kräften, indem wir in eine andere Schwingung und Frequenz sowie in ein anderes Bewusstsein wechseln, die nicht mehr mit SEINEN Kräften und deren Schwingung, Frequenz und Bewusstsein kompatibel sind.

Viele Menschen führen ein laues Leben. Dabei handelt es sich um ein Leben, in dem es Ärger, aber auch Freude gibt, polare Freude, Scheinfreude, Ego-Freude. Man schaut sich lustige bzw. alberne Filme an, über die man lachen kann und glaubt dann, das sei Freude. Oder man lacht sich über einen Menschen schief, der über die eigenen Füße stolpert, was scheinbar furchtbar komisch wirkt und ist sich nicht bewusst, dass man Schadenfreude empfindet. Diese Menschen mögen von sich behaupten, dass sie viel Freude in ihrem Leben haben, aber es handelt sich um eine Scheinfreude des Egos, die mit wahrhafter Freude nichts zu tun hat. Es ist eine laue Freude, die nicht kalt und nicht warm ist, sondern abgeschmackt und verdorben. Diese Menschen konsumieren ganz gezielt Filme oder Situationen, über die ihr Ego sich lustig machen kann und erkennen nicht, dass sie in der Nichtliebe, in der Gemeinheit und Verdorbenheit sind.

Die Ur-Freude hingegen ist eine Freude, die im Inneren ruht, im Herzen bzw. im Herz-Chakra, die dort glüht wie ein Feuerball. Begibt man sich in die Ur-Freude so beginnt das Herz zu hüpfen, es dehnt sich aus, wird größer und immer größer. Die Ur-Freude zaubert ein Lächeln auf das Gesicht, bringt die Augen zum Leuchten, bringt das Blut zum Pulsieren, facht die Lebensfreude und die Lebenskraft an. Die Ur-Freude möchte die ganze Welt umarmen, möchte die göttliche Liebe verströmen, fühlt sich eins mit Gott und der Schöpfung. Die Ur-Freude möchte nur immer rufen: DANKE, Gott! DANKE für dieses Leben! DANKE für Dein göttliches Geschenk, dass ich in Deinem Universum sein darf! DANKE, dass ich Dich erleben darf, bei Dir sein darf, DEINE Liebe spüren darf, erleben darf, fließen lassen darf.

Die Ur-Freude ist einfach da – im Inneren des Menschen. Sie muss nicht von außen erst angefacht werden, es braucht dazu keine äußeren Anlässe oder Motivationen. Sie brennt kontinuierlich im Inneren des Menschen/SGW. Selbst wenn es im außen einmal zu einer Situation kommt, in der der Mensch einen Anflug von Ärger empfindet, so bleibt sie dennoch bestehen und glättet von innen heraus den Ärger, löst ihn auf und führt den Menschen wieder in die Ur-Freude und den Frieden zurück.

Wenn im Menschen/SGW die Ur-Freude vorhanden ist und herrscht, wird sich diese in seinem gesamten Leben, Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Handeln ausdrücken. Er wird alles mit dieser Freude sehen, selbst das, worüber sich andere ärgern, z.B. die Überstunden, die jemand machen muss, den abgestandenen Kaffee, den jemand serviert bekommt oder den Stau, indem jemand stehen muss. Wer in der Ur-Freude lebt, sieht in allem primär das Leben, das ihm geschenkt wurde und das ihm täglich neu geschenkt wird. Alle Ereignisse – die „guten“ wie die „schlechten“ sind wie Szenen des Lebens bzw. der Inkarnationen, die für ihn inszeniert werden, damit er daraus etwas erkennen und lernen kann, damit er wissend, bewusst und weise wird.

Der Mensch sagt nicht nur „danke“ für die guten Ereignisse, sondern auch für die weniger guten oder sogar „schlechten“. Denn woher will der Mensch wissen und beurteilen, was für ihn gut oder schlecht ist? Das scheinbar Schlechte kann sich als Gutes erweisen und umgekehrt. Der Mensch, der im Vertrauen in Gott und Seine göttliche Führung lebt, ist sich bewusst, dass alles, was auf ihn zukommt, dazu dient, seine Weiterentwicklung, seine Veredelung von der niederen in die höhere Natur zu fördern. Deshalb bindet er alles in seine Freude mit ein und begegnet selbst Belastendem mit Freude. Er sieht seinen gesamten Inkarnationszyklus mit den Augen der Ur-Freude und ebenso sieht der göttliche Mitarbeiter all die Aufgaben, die ihm aufgetragen werden und die er zu durchzuführen hat, mit den Augen der Ur-Freude.

Freude bzw. Ur-Freude heißt auf Sanskrit „Ananda“ und ist die vollkommene und höchste Glückseligkeit, wahre und anhaltende Freude und Ausgeglichenheit. Ananda ist ein Strahl Gottes, der direkt aus Seinem Herzzentrum in das Universum strömt. Er ist frei von jeder polaren Färbung der weißen, euphorischen Freude oder des schwarzen Ärgers. Ananda kann entstehen, indem man Gott AMA in einer Meditation verehrt.

Wahre göttliche Freude sucht überall nach Gleichgesinnten, die ebenfalls in diesem Fluss der Freude und Glückseligkeit schwingen. Sie schafft somit eine Anziehungskraft, die nach dem göttlichen Resonanzprinzip arbeitet und die Schwingung dauerhaft anhebt, wo sie präsent ist. Die göttliche Freude ist frei von der Freude des Egos an vergänglichen Sinnesobjekten der Maya und der 3D-Welt. Sie ist vielmehr eine unendliche Quelle der Glückseligkeit, frei von jeder Gegensätzlichkeit.

In den Veden steht geschrieben, dass ein Bewusstseinszustand, der frei von Ego-Aktivitäten, geistiger, seelischer, mentaler und physische Krankheit, d.h. frei von den Wurzeln des Leides, Angst, Sorgen, Hass, Leid und Kummer, ist, reine göttliche Freude und Glückseligkeit ist. Diese göttliche Freude zieht das Seele-Geist-Wesen zurück zu Gott AMA in Sein Herzzentrum, transformiert sein gesamtes Wesen und erhebt es in den Zustand der absoluten Erleuchtung und göttlichen Glückseligkeit.

In den Yoga-Sutren des Patanjali 1,17 heißt es: Göttliche Erleuchtung mit Bewusstsein ist verbunden mit Intuition, tiefe Wissenserfahrung, Freude und der Verschmelzung mit der göttlichen Einheit. Freude ist also notwendig, um göttliche Erleuchtung zu erlangen. Diese Freude kann nur dann entstehen, wenn sich das Wesen nicht mehr als gesondertes, von der Ganzheit des göttlichen Seins getrenntes Individuum wahrnimmt, sondern mit der göttlichen Wirklichkeit verschmilzt.

Göttliche Freude basiert auf der Niyama Santosha, der Zufriedenheit, denn diese ist Voraussetzung, um wahre, reine, göttliche Freude empfinden und in sich verankern zu können. Zufriedenheit stellt das Ego ruhig, so dass Raum für Freude, Gelassenheit und Dankbarkeit entstehen können. Zufriedenheit stärkt die Wurzeln des Göttlichen und die göttlichen Tugenden, so dass man sich auf das Wesentliche konzentriert und sich nicht mehr in der Maya verliert. Santosha meistert das Ego, den Ärger und seinen Hass, seine Gier und seinen Neid, so dass wahre göttliche Freude und Glückseligkeit entstehen können.

Der Zustand der glückseligen Freude, wenn man eins mit Gott AMA ist, wird auch Ananda Samadhi genannt. Dies ist ein Zustand der absoluten göttlichen Freude, des Friedens und des Glücks. Die Freude ist nicht mehr mit sinnlicher Ego-Erfahrung oder irgendeiner polaren Form der Maya verbunden. Man erfährt sie auf einer tieferen Ebene des SGW-Bewusstseins, wo eine völlige Versunkenheit im Gefühl der göttlichen Freude und Glückseligkeit im Herzzentrum von Gott AMA vorherrscht.

Göttliche Glückseligkeit ist nicht nur ein Gefühl von Glück oder Freude, sondern ist auch Erfüllung und göttliche Verwirklichung, die sich bei einem erleuchteten SGW oder spirituellen Meister zeigt. Der enge Pfad des Egos, das in Ärger und Unzufriedenheit gefangen war, dehnt sich nun aus und wird weit. Die göttliche Freude und der Frieden können einfließen. In dieser Glückseligkeit und Freude findet die Transformation des niederen Ego-Geistes statt, so dass das Wesen zu reinem göttlichen Geistbewusstsein wird. Dies ist das ICH-BIN-Bewusstsein.

Die Erfahrung von göttlicher Freude und Glückseligkeit ist immer eine ganzheitliche Erfahrung. Sie ist der Wendepunkt, an dem die niedere Ego-Individualität des Menschen aufgegeben wird und es mit seinem ganzen Wesen wieder eins mit seinem höheren, göttlichen Geist in Gott AMA wird. Das Ich kehrt zum EINS-SEIN zurück. Der Kanal, durch den sich bis dahin der Geist des Wesens ausgedrückt hat, dehnt sich aus und es gibt nur noch ein kontinuierliches Fließen von göttlicher Glückseligkeit im Strom der Liebe und Freude des EINEN. Das ist wahres, ewiges, göttliches Bewusstsein, das zu wahrhaftem Frieden in Gott führt.

Gefällt Dir dieser Text? Teile ihn & folge uns!
Facebook
Facebook
YouTube
YouTube