Tugend 11: Erlösung

Erlösung steht der Schuld gegenüber: der Mensch (und sein SGW) fühlt sich schuldig, für das, was er getan und wie er sich verhalten hat. Andererseits können auch andere Menschen einem Mitmenschen Schuld zuweisen, wenn dieser in ihren Augen etwas Falsches oder Schlimmes getan bzw. sich entsprechend verhalten hat. Solange der Mensch (und sein SGW) diese Schuld trägt, fühlt er sich schlecht oder sogar gepeinigt. Er kann weder Ruhe noch Frieden finden.

Ruhe und Frieden können erst wieder einkehren, wenn der Mensch (und sein SGW) von seiner (vermeintlichen) Schuld erlöst wird. Dies kann einerseits durch ihn selbst geschehen, indem er in seinen eigenen Augen von der Schuld frei wird. Es kann aber auch durch die Mitmenschen geschehen, indem sie erkennen, dass der vermeintlich Schuldige gar keine Schuld trägt. Es kann aber auch durch Gott und die Spirituellen Meister geschehen, in dem der Mensch (und sein SGW) in der Bitte um Hilfe von der Schuld erlöst wird.

Erlösung ist stets ein Akt der Befreiung. Man kann von einer Schuld – oder gemäß dem christlichen Sprachgebrauch: einer Sünde bzw. Todsünde – erlöst werden; man kann von Gefühlen, von Gedanken, von schwierigen Lebenssituationen, von körperlichen oder seelischen Schmerzen, von karmischen Verstrickungen, von Ego-Blockaden, Ego-Programmen, Ego-Introjekten, von belastenden Beziehungen, von Krankheiten, geistigen Verirrungen und Verwirrungen erlöst werden. Ein Mensch (und sein SGW) kann sogar vom Leben selbst bzw. von seinem Inkarnationszyklus erlöst werden, indem er seinem Wunsch gemäß sein irdisches Leben verlassen bzw. seinen Inkarnationszyklus beenden und in Gott aufsteigen darf.

Erlösung setzt voraus, dass der Mensch (und sein SGW) in einer Situation ist, die ihn dauerhaft belastet und peinigt. Wenn die Schmerzen für den Menschen (und sein SGW) zu groß sind, wenn er an die sogenannte „Schmerzgrenze“ oder „Genuggrenze“ gelangt, dann will und muss er etwas an der Schmerz auslösenden Situation ändern. In diesem Moment wenden sich die meisten Menschen Gott oder einem spirituellen Meister, z.B. Jesus Christus, Maria, Buddha usw. zu und bitten um Hilfe bzw. Erlösung aus der belastenden Situation. Dann erleben sie oft das Wunder, dass ihnen – wie aus heiterem Himmel – geholfen wird. Sie werden erlöst. Ruhe und Frieden kehren wieder in ihr Leben ein. Sie fühlen sich wie befreit.

Gottvater und Gottmutter AMA, unsere himmlischen Eltern, haben uns das Leben in diesem Universum gegeben. Sie sind die höchste Macht und Kraft in diesem Universum. Sie wachen über all ihre Kinder und führen sie auf ihrem Weg bzw. Inkarnationszyklus durch dieses Universum. Wie alle Kinder bei ihrem Prozess der Entwicklung und Reifung, durchlaufen auch die Kinder Gottes die Phase, in der sie sich von ihren himmlischen Eltern abnabeln und ihren eigenen Weg gehen wollen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sie sich in den Niederungen ihres Egos und der damit verbundenen Todsünden sowie Wurzeln des Übels verirren. Dabei laden sie sich Schuld und Karma auf, das dann auf ihnen lastet und wieder aufgelöst bzw. erlöst werden muss.

Oftmals kommt es vor, dass der Mensch (und sein SGW) in einer schwierigen und belastenden Situation ist, in der er sich selbst nicht mehr helfen kann. In einer solchen Situation besinnt er sich dann seiner himmlischen Eltern, weil er intuitiv weiß, dass Hilfe nur noch aus dieser Region kommen kann. Über Gebete tritt er in Verbindung mit seinen himmlischen Eltern und bittet sie um ihre Hilfe: „Oh Gott, ich weiß nicht mehr weiter! Bitte hilf mir und erlöse mich von dieser Pein und diesem Leid!“

Mit diesem Akt wendet sich das abtrünnige Kind, das glaubte, ohne die Hilfe seiner himmlischen Eltern leben zu können, wieder seiner Quelle zu. Es erkennt und begreift, dass es gut daran tut, mit diesen höchsten Mächten und Kräften zu leben, anstatt von ihnen separiert zu sein. Durch seine Erkenntnis und seine Einsicht begibt es ich wieder in die Arme seiner himmlischen Eltern. „Danke Gott, dass es Dich gibt! Danke, dass Du mich auf dem rechten Pfad führst! Danke, dass ich in Dir geborgen und beschützt bin! Verzeihe, dass ich einst geglaubt habe, ich könne ohne Dich leben, dass ich Dich weggeschoben habe und Du für mich nicht mehr wichtig warst!“

Die himmlische Macht und Kraft, unsere himmlischen Gott-Eltern, aus denen wir entstanden sind, wollen mit uns in einer Universums-Familie leben. Sie wollen mit uns leben, sie wollen an unserem Leben und an unserem Schicksal teilhaben. Sie wollen sich mit uns am Leben erfreuen. Sie wollen uns zur Seite stehen, wenn wir überfordert sind, wenn es uns nicht gut geht. Aber primär wollen sie, dass wir lernen, dass wir uns entwickeln und reifen. Deshalb lassen sie uns auch ganz gezielt, stückweise immer wieder alleine gehen, damit wir erkennen, wie das Leben ohne ihre höchste Macht und Kraft läuft. In solchen Phasen dürfen wir unsere eigene, kleine, menschliche Schwäche und Ohnmacht erleben, aus der dann unser Bewusstsein und unsere Ehrfurcht vor der höchsten Macht und Kraft unserer himmlischen Eltern erwächst.

Wir erkennen: unsere menschlichen und SGW-Kräfte sind begrenzt. Die Macht und Kraft Gottes hingegen ist unbegrenzt. Es ist absolut töricht, die höchsten Mächte und Kräfte unserer himmlischen Eltern abzulehnen bzw. zu glauben, man könne ein Leben ohne sie führen. Dieses Erkennen führt dazu, dass wir uns den höchsten Mächten und Kräften unserer himmlischen Eltern unterwerfen – gerne unterwerfen, indem wir in die Weisheit gelangen, dass nur ein Leben mit unseren himmlischen Eltern ein hochwertiges, sinnerfülltes, freudiges und kraftvolles Leben ist.

Durch diesen Akt der freudigen und weisen Unterwerfung lassen unsere himmlischen Eltern Gnade walten und erlösen uns aus unserer Lernlektion, die uns belastet und peinigt. Wir werden frei vom Zwang unseres Egos, alleine, ohne die Hilfe und den Beistand unserer himmlischen Eltern, durchs Leben gehen zu müssen. Wir werden frei davon, es mit unserem Ego unseren himmlischen Eltern und auch unseren Mitgeschwistern ständig beweisen zu müssen, wie toll und stark wir sind. Wir dürfen die Hand, die uns Gott entgegenstreckt nehmen, wir dürfen an Seiner Hand durchs Leben gehen, und wir tun gut daran, diese Hand nicht abzuweisen.

Ein göttlicher Mitarbeiter geht bei seinem Dienst für Gott und für dieses Universum stets an der Hand Gottes und Seiner spirituellen Meister. Er lebt in der beständigen Kommunikation und Verbindung mit ihnen, die ihm über intuitive Impulse signalisieren, was seine nächste Aufgabe ist oder was bei seinem weiteren Auftrag wichtig ist. Würde ein göttlicher Mitarbeiter die Hand Gottes abweisen und einen Ego-Trip ohne Gott gehen, so würde er seinen göttlichen Dienst nicht dem göttlichen Plan gemäß ausführen können. Vielmehr würden ihn allerlei Ego-Wesen oder anti-göttliche Wesen in die Irre schicken, ihn verlocken und in den Hochmut führen. Der Hochmut aber hat schon viele göttliche Mitarbeiter zu Fall gebracht, d.h. sie in die Tiefen des Anti-Gottes hinuntergestürzt – so wie einst Luzifer aus dem Himmel in die Hölle gestürzt ist und dort von ewigem Hass zerfressen wird.

Jedes Wesen, auch wenn es in die 3-D-Welt gefallen ist, kann, durch einen Akt der Gnade Gottes, aus seiner Schuld befreit werden, in dem es sich Gott unterwirft und damit seine Demut Gott gegenüber ausdrückt. Dann werden die Wesen von ihrer Pein und ihrem Leid erlöst. Sie kommen wieder in die Ruhe und Zufriedenheit. Was für die Wesen gilt, gilt auch für Luzifer. Jedoch erscheint der Akt der Unterwerfung unter Gott vordergründig wie eine Schwäche, eine Selbstaufgabe, ein Eingeständnis von Schuld. So jedenfalls sieht es das Ego und Super-Ego.

In Wirklichkeit jedoch ist der Akt der Unterwerfung ein Akt, der von Liebe, Hingabe und Weisheit geprägt ist. Er basiert auf der Erkenntnis und dem Bewusstsein von Gott als der höchsten Macht und Kraft in diesem Universum. Die Macht und Kraft des Egos ist dagegen ein Zwerg – selbst wenn es sich um einen aufgeblasenen Zwerg handelt, der wie ein Riese wirkt.

Was für ein Augenblick, wenn dies dem Menschen (und seinem SGW) bewusst wird! Die Scheuklappen der Verblendung fallen in diesem Moment ab und man erkennt wieder die höchste Macht und Kraft Gottes. Und es ist in diesem Moment, als kehre man wieder zurück in diese höchste Macht und Kraft Gottes, in die man als SEIN Geschöpf eingebunden war und immer eingebunden ist, solange man sich nicht von ihr abtrennt, um seinen eigenen Egoweg zu gehen.

In dem Moment, in dem alle Verirrung und Verblendung über die Scheinmacht und Scheinkraft des Egos und Super-Egos wie Schuppen von den Augen fällt und man die ganze Wahrheit, die einzigartige, höchste Macht und Kraft Gottes wiedererkennen darf, geschieht die Erlösung. Es ist eine übergeordnete Erlösung, die alles betrifft, den Menschen (und sein SGW) wie auch die gesamte Inkarnations- bzw. Lebens-Situation. Es ist, als käme eine große, weise, liebende und lichtvolle Kraft in alles, die die schwere Krankheit und Blindheit des Menschen (und seines SGWs) heilt und ihn wieder gesund und sehend macht.

Diese Erlösung ist die einzig wahre Erlösung, während alle anderen, scheinbaren Erlösungen, nur Teil-Erlösungen oder Schein-Erlösungen sind, die den Menschen (und sein SGW) nicht wirklich aus seiner Verblendung, Krankheit, Verirrung und seinem Leid führen. So kann man sich beispielsweise aus einer belastenden Ehe befreien, indem man die Verbindung auflöst und sich damit von Kummer erlöst, aber man wird weiterhin Probleme und Sorgen haben. Wer ein Leben mit dem Ego, anstatt mit Gott führt, kann letztendlich nur immer wieder Kummer und Leid haben, weil es an der Wurzel nicht stimmt: die Verbindung mit den himmlischen Eltern, die unterbrochen oder gar zerbrochen ist.

Wer sich über die Welt beklagt, die so egoistisch, gemein und gewalttätig ist, der vergisst, dass eine Welt, in der die Menschen (und ihre SGWs) überwiegend ohne Gott leben, nicht anders sein kann. Jeder einzelne Mensch (und sein SGW) ist Ausdruck dieser Welt und bildet, zusammen mit allen anderen Menschen (und ihren SGWs) ein Puzzlebild dieser Welt.

Mit dem Akt der Anerkennung der höchsten Macht und Kraft Gottes und der Unterwerfung unter IHN erlösen wir uns nicht nur selbst von unserer Verirrung, Verblendung und Krankheit, sondern auch diese Welt. Indem wir uns erlösen, werden wir Ausdruck der göttlichen Erlösungskraft, die sich dann wie eine Quelle aus uns in diese Welt ergießt. Sie fließt in diejenigen Menschen (und ihre SGWs), die offen für diese Erlösungskraft sind, da sie selbst nach Erlösung streben.

Die göttliche Erlösungskraft ist eine Macht und Kraft Gottes und der an Seiner Seite stehenden aufgestiegenen, spirituellen Meister sowie der an Seiner/Ihrer Seite stehenden Engel. Sie folgen dem göttlichen Plan und Auftrag. Gemäß diesem lenken und schenken sie denjenigen Wesen die göttliche Erlösungskraft, die darum bitten und sich Gott unterwerfen.

Die göttliche Erlösungskraft ist ein Akt der Liebe Gottes zu Seinen Geschöpfen/Kindern. Deshalb trägt sie auch die Bezeichnung „erlösende Liebe“. Wenn sich ein Wesen an Gott wendet, IHM seine Liebe bekundet, IHN um Seine Hilfe bittet, sich IHM unterwirft, so wird es von IHM in einem Gnadenakt oder besser in einem Liebesakt Barmherzigkeit, Vergebung und Zuwendung erfahren. Dies geschieht durch die immerwährende Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen – gleich einer liebenden Mutter, die ihre Kinder immer liebt und ihnen stets ihre Liebe schenkt.

Erlösung kann nur dadurch geschehen, dass der Mensch (und sein SGW) etwas loslassen will, denn die darin verborgene Sache, um die es geht, ist das Loslassen, das los werden von etwas, in dem der Mensch verstrickt oder gefangen ist, aus dem er sich selbst nicht mehr befreien kann. Indem der Mensch (und sein SGW) Gott um Erlösung bittet, bittet er darum, dass Gott ihn von den Ketten loslöst, an die er durch sein Ego in einer Sache oder in seinem Leben gebunden ist. Gott kann die Ketten lösen – der Mensch mit seinen begrenzten Kräften kann es nicht.

Durch die Loslösung wird der Mensch frei – frei von den Ketten, an die er gefesselt war und die ihn gefangen gehalten haben. Es sind die Ketten des Egos, die Ketten des Anti-Gottes, die Ketten der Todsünden und Wurzeln des Übels: die Ketten der Gier, des Hasses, der Angst, der Verblendung und des Hochmuts.

Das sich wieder Verbinden mit Gott ist ein Akt der Freiheit. Denn in Gott ist der Mensch (und sein SGW) nicht gefangen, sondern frei. Da das Wesen aber die Freiheit Gottes nie bewusst erlebt hat, weil es immer in ihr war, erlebt es durch die Abtrennung von Gott zuerst eine scheinbare Egofreiheit, in der es alles tun und lassen kann, was es möchte, die sich aber Stück für Stück in ein gefangen Sein entwickelt bis der Mensch (und sein SGW) in Ketten liegt.

Zuerst begreift der Mensch (und sein SGW) zumeist nicht, was mit ihm passiert. Zu attraktiv sind die Verlockungen und Verführungen des Anti-Gottes. Wenn er jedoch gefangen ist, gibt es zumeist kein Entkommen mehr. Zu sehr ist er in die Todsünden und in das Ego und Super-Ego verstrickt. In der trügerischen Welt der scheinbaren Freiheit kämpft der Mensch (und sein Ego) um seine Freiheit und den Weg aus dem Hamsterrad bzw. den Ketten in die Freiheit. Dabei jedoch muss er erkennen, dass er aus eigener Kraft nicht herauskommt. Denn die Macht und Kraft des Anti-Gottes ist stärker als die Kraft des Menschen (und seines SGWs).

Der Weg in die Freiheit wird nur dann möglich, wenn sich das Wesen an einen Helfer wendet, der über den Mächten und Kräften des Anti-Gottes steht: Gott AMA. Nur mit Seiner Hilfe gelingt es, die Ketten zu sprengen und den Weg in die Freiheit anzutreten. Der erste Schritt hierbei ist die Abwendung bzw. Trennung vom Anti-Gott mit seinem Super-Ego und die demütige Unterwerfung unter Gott AMA. Niemand kann in Gott eingehen oder zu Gott zurückkehren, der noch einen Funken von Hochmut in sich trägt, denn Gott sieht den kleinsten Funken von Hochmut im Herzen des Wesens und erkennt, ob ein Wesen sich wahrhaftig unterwirft oder nur aus momentaner Laune oder Berechnung.

Die Absolution bzw. die Erlösung kann und wird nur dann erfolgen, wenn das Wesen wahrhaftig ist und sich mit Freude und Hingabe Gott AMA wieder zuwendet, weil es erkennt, dass nur ein Leben mit Gott AMA ein Leben in immerwährender Freude und Glückseligkeit ist.

Dies ist allerdings nur dadurch möglich geworden, dass das Wesen erfahren und erlebt hat, welche Folgen ein Leben in den anti-göttlichen Dimension mit sich bringt: Anstatt immerwährende Liebe erlebt es ständig Nichtliebe und Hass; anstatt immerwährendem Frieden erlebt es ständig Unfrieden und Unzufriedenheit; anstatt immerwährender Fülle erlebt es ständig Mangel und Armut; anstatt immerwährender Gesundheit erlebt es ständig Krankheit und Schmerzen; anstatt immerwährender Freude erlebt es ständig Sorgen und Leid.

Hat das Wesen über viele Inkarnationen diese Erfahrungen gemacht, wird es eine Änderung suchen, denn tief in ihm liegt ein Wissen zugrunde, dass es einen Zustand der immerwährenden Glückseligkeit, des immerwährenden Friedens und der immerwährenden Liebe gibt. Und es erkennt, dass es diesen Zustand durch das Leben/die Inkarnatioen, das/die es bisher geführt hat, nicht erreicht hat. In diesem Moment erinnert sich das Wesen daran, dass es jedoch einst von diesem Zustand gekostet hat: ganz am Anfang seines Lebens/seiner Inkarnationen in diesem Universum.

Das ist der Augenblick, da es den alten Weg verlässt und mit Vorfreude im Herzen den (Rück-)Weg antritt zur (Wieder-)Verbindung mit Gott. Das ist der Weg der Erlösung und Befreiung.

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