Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums.
In dieser Botschaft möchte ich Euch ein Gebet zur Ehre Gottes offenbaren:

O Gott AMA, ewiges Feuer,

ich bitte Dich, gewähre mir die göttlichen Tugenden,

die mir die bessere Welt Deiner Göttlichkeit zeigen mögen,

Die leuchtende Welt der reinen Ur-Sonne in Deinem Herzzentrum.

Ich bitte Dich um das Erlangen des Bewusstseinszustandes des reinen Glücks

Für meine Seele und meinen Geist in Dir.

Ich ehre Dich, o Gott AMA, der Du wahrhaftig und weise bist,

Mit tausend Ohren und zehntausend Augen ausgestattet,

Der Du niemals schläfst und immer wachst.

Ich ehre Dich, o Gott AMA, und bitte Dich um Deine göttliche Kraft,

Deinen Segen für meinen Körper, meine Seele und meinen Geist,

Und um Deine Hilfe, um alle Feinde der Finsternis zu erkennen

Und mit ihrem Ego niederzuschlagen.

 

O Gott AMA, ich ehre Dich,

der Du mit dem Glanz des reinen Goldes in Deinem Herzzentrum geschmückt bist,

Der Du als Erster auf dem großen Gipfel des Weltenberges sitzt,

Der Du den Geschöpfen Deine Gunst bezeugst

Und Deine göttlichen Strahlen in das ganze Universum schickst.

Ich bitte Dich um Deine göttliche Ernährung und Versorgung,

O Herr dieser Erde, der Du hohe Gebirge,

Reich an Wiesen und Wassern, hervorgebracht hast,

Und tiefe Täler, reich an Schatten und Fruchtbarkeit.

O Gott AMA, ich ehre Dich, der Du die Säulen des Universums erhältst,

Und sie fest und unerschütterlich machst.

Ich bitte Dich um Deinen göttlichen Segen der Liebe.

Ich danke Dir. Amen

Barmherzigkeit ist das Gegenteil von Hartherzigkeit. Das eine ist eine Sache des Herzens, das andere eine Sache des Egoismus.

Auch der Egoistische bzw. Egomane hat ein Herz, aber es handelt sich dabei um ein Ego-Herz, in dem das Feuer der Selbstsucht, des Hochmuts, des Hasses, des Ehrgeiz und der Wut brennen und in dem nichts anderes vorhanden ist als Eiseskälte. Im Herzen des Barmherzigen hingegen brennt das Feuer der Selbstlosigkeit, der Nächstenliebe, der Demut, der Hingabe, des Friedens und der Herzenswärme für alles-was-ist.

Der Barmherzige lebt im Bewusstsein, dass wir alle Geschöpfe des EINEN, Gottes, sind. Es liegt ihm daher am Herzen, dass es uns allen gut geht, dass ein jeder zu essen und zu trinken hat, dass ein jeder ein Dach über dem Kopf hat, dass ein jeder ein menschenwürdiges Leben hat, dass ein jeder die Chance hat, sich im göttlichen Sinne und Plane zu entwickeln.

Das Mitgefühl des Barmherzigen richtet sich auf alle Wesen, auch auf Tiere, Pflanzen, ja sogar auf die Natur und Mutter Erde. Er sieht in allem die Schöpfung Gottes, die es zu hegen und zu pflegen und zu beschützen gilt.

Der hartherzige Egoist dagegen vermag nicht in allem die Schöpfung Gottes zu sehen. Für ihn existiert nur die Trennung und in dieser sieht  er in allen anderen den Rivalen oder gar den Feind. Rivalen und Feinde gilt es zu bekämpfen, auszuschalten, zu besiegen oder gar aus dem Weg zu räumen. Der Hartherzige muss daher lernen, wieder Mitgefühl mit anderen zu empfinden, indem er sich als nicht getrennt von anderen empfindet, sondern als Teil der großen Universums-, Menschen- bzw. Erden-Familie, der er zugehörig ist.

Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: So kann beispielsweise ein Mensch, der in einem Kriegsland lebt, in ein Land fliehen, in dem Frieden herrscht. Dort erhält er Asyl. Als Asylant kann er nun erleben, dass ihm Bürger des Landes selbstlos helfen, damit er eine neue Existenz bekommt und in die Gesellschaft aufgenommen wird. Er kann aber auch erleben, dass genau das Gegenteil geschieht: nämlich, dass ihn rechtsradikal eingestellte Menschen ablehnen und mit Hass begegnen. Auf diese Weise kann der Asylant lernen, was Barmherzigkeit und Hartherzigkeit sind. Da ihm die barmherzige Einstellung seelisch wohl tut, ihm Zufriedenheit und Hoffnung gibt, wird er diese Lebensart als die richtige erkennen. Zugleich wird er aber auch erkennen, dass die hartherzige Einstellung ihn seelisch verletzt, ihn traurig, hoffnungslos und unzufrieden macht. So ist sein schweres Lebensschicksal keine „Strafe Gottes“, sondern eine entscheidende Lernlektion für ihn.

Aber nicht nur der Asylant darf lernen, sondern auch die, die ihm helfen, und ebenso die, die ihn ablehnen. Die einen dürfen sich in Barmherzigkeit üben, die anderen in Hartherzigkeit. Die einen dürfen erleben, wie sie mit ihrer Barmherzigkeit einen asylsuchenden Menschen etwas Gutes tun, wie er sich darüber freut, wie er wieder Hoffnung bekommt, wie er wieder aufblüht. Seine Freude über das, was sie ihm schenken, überträgt sich auf sie und erzeugt in ihrem Inneren ein wunderbares Gefühl von Wärme, Zufriedenheit und Freude. Die anderen hingegen, die den anderen verletzen, ihn demütigen und ihn abweisen, erkennen nicht, dass sie sich mit dieser Haltung selbst verletzen, demütigen und abweisen. Denn alles, was man einem anderen antut, kommt zu einem zurück. So lautet das kosmische Gesetz.

Mitgefühl mit einem Mitmenschen in Not zu haben, ihm mit Barmherzigkeit zu begegnen und etwas für ihn tun, ist ein Akt der Nächstenliebe – ganz gleich, ob es sich um einen „guten“ oder „schlechten“ Menschen handelt. Bei einem „guten“ Menschen ist es leicht, Mitgefühl zu haben und Barmherzigkeit zu üben. Bei einem „schlechten“ hingegen ist es schwer, Mitgefühl zu haben und Barmherzigkeit zu üben. Wer hier in seinem Inneren Widerstände empfindet einem „schlechten“ Menschen zu helfen, ist noch nicht in der wahren Barmherzigkeit. Alles ist eine Schöpfung Gottes, alle Wesen sind Geschöpfe Gottes – auch wenn sie „schlecht“ sind. Ein Akt der Barmherzigkeit geschieht unter dem Bewusstsein, dass man nicht dem anderen etwas Gutes tut, sondern, dass man Gott etwas Gutes tut, weil man erkannt hat, dass hinter jedem Wesen Gott steht. Das ist der eigentliche Lernprozess der damit verbunden ist: das Eintreten in die göttliche Barmherzigkeit, die frei ist von polarer Barmherzigkeit für die „Guten“ bzw. die „Schlechten“. Es ist nicht das Wesen, dem man Barmherzigkeit entgegenbringt, sondern Gott AMA als das Wesen, das Millionen, ja Milliarden von „Kostümen“ hat, die es trägt. Wenn wir meinen, einen „Guten“ oder „Schlechten“ zu sehen, einen „Klugen“ oder einen „Dummen“, einen „Armen“ oder „Reichen“, dann ist dies nur ein Kostüm von Gott AMA, der uns testen möchte, ob wir fähig sind, IHM bzw. SEINEM Kostüm Barmherzigkeit entgegenzubringen.

Der Weg der Barmherzigkeit führt zuerst in das Bewusstsein der Barmherzigkeit. Danach folgen viele praktische Erlebnisse in den polaren Bereichen der Barmherzigkeit, also „Licht“ und „Dunkel“. Wenn das Wesen sich immer mehr aus der polaren Barmherzigkeit löst und sich diese nach und nach auflöst, tritt es in den Strahl göttliche Barmherzigkeit und damit in den Seins-Zustand der Barmherzigkeit ein. Dann  richtet sich sein Fokus nicht mehr auf das Wesen, dem es Barmherzigkeit entgegenbringt, sondern es übt Barmherzigkeit, weil es ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es befindet sich dann im Bewusstsein, dass ihm überall Gott AMA in millionenfacher bzw. milliardenfacher  Verkleidung begegnet und es nichts anderes gibt als GOTT AMA in diesem Universum, der SEINE Geschöpfe durch sich selbst lehrt und prüft, damit sie reifen und erwachsen werden.

So wandelt sich polare Barmherzigkeit in göttliche Barmherzigkeit und alle Wesen in diesem Universum sind an diesem Prozess mitbeteiligt.

Barmherzigkeit heißt auf Sanskrit „Anugraha“, was Hilfe, Barmherzigkeit und Gnade bedeutet. „Anugraha“ ist eine der Eigenschaften Gottes und wird als göttlicher Segen betrachtet. Der Mensch kann nur durch „Anugraha“ Erlösung und wahre Glückseligkeit finden, weswegen er alles dafür tun sollte, um die Barmherzigkeit und Gnade Gottes zu erlangen. Dies geschieht dadurch, dass er die göttlichen Gesetze befolgt, sein Ego aufgibt und vor Gott in Demut in die Knie geht.

Barmherzigkeit heißt auch „Karuna“, was Mitgefühl, Erbarmen und Sanftheit bedeutet. Karuna ist in den Veden eine der vier Grundtugenden, die notwendig ist, damit der Mensch spirituelle Erleuchtung erlangt. Die anderen drei Tugenden sind: Liebe (Maitri), Frohsinn (Mudita) und Gleichmut (Upeksha). Ohne ihnen kann kein Herz in die Liebe Gottes eintreten und eins mit seinem Ursprung werden.

„Karunarasa“ ist die Essenz der Barmherzigkeit bzw. ihr innerstes Herz. Darin enthalten sind die Empfindungen der Großherzigkeit (Daya), der reinen göttlichen Liebe (Preman) und der göttlichen Gnade (Anugraha). Diese drei göttlichen Strahlen fließen in „Karunarasa“ zusammen und verdichten sich dort zur Flamme der Gottesliebe, die ein wahrhaft göttliches Wesen und einen göttlichen Mitarbeiter kennzeichnet.

Im Sufismus lautet der 98. Name Gottes „Ar-Rahiem“, „Der Barmherzige“. Keiner außer Gott erweist Seinen Dienern Barmherzigkeit und vergibt ihnen ihre Ego-Missetaten. So ist es nicht verwunderlich, dass 24 der 99 Namen Gottes einen direkten Bezug zu Seiner Barmherzigkeit haben und den Strahl der Barmherzigkeit in sich beinhalten.

Die Tugend der Barmherzigkeit ist die Grundlage für die Nächstenliebe. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, lautet das christliche Gebot. Diese Liebe darf nicht mit dem Ego eingefordert werden, weder von sich selbst noch von anderen Menschen, sondern muss aus einem reinen und freien Herzen kommen. Wie viele Erwartungen, Verpflichtungen und Forderungen aus diesem falsch verstandenen menschlichen Liebes- und Freundschafts-Gebot in der Vergangenheit entsprungen sind, zeigt das heutige dunkle Zeitalter, wo das Ego von allen anderen Egos um seines Ego willen geliebt werden willen und dies mit Nächstenliebe verwechselt. „Du musst mich lieben, denn das steht in der Bibel!“ sagt das Ego. Das göttliche SGW und der wahre göttliche Wert eines Menschen spielen hier keine Rolle mehr. Nächstenliebe wird zum Druckmittel für unechte Liebe.

Mit wahrer Nächstenliebe ist nicht diese leidenschaftliche, personifizierte Liebe eines Menschen gemeint, die sich auf Freunde, Verwandte oder Dinge bezieht, durch die man sich selbst bestätigt gefühlt oder angenommen werden möchte. Gemeint ist vielmehr ein grundlegendes Wohlwollen und Entgegenkommen anderen Menschen und Lebewesen gegenüber, in dem sie alle als Geschöpfe Gottes und Bewohner der Erde anerkannt werden, gleich, wie sehr oder wie wenig sie einem gegenüber wohlwollend sein mögen. In diesem Sinne sollten wir alle als unsere „Nächsten“ behandeln, wie fern sie uns auch stehen mögen. Dieses Bewusstsein der Nächstenliebe und Barmherzigkeit ist die Ordnung der göttlichen Liebe. Man erkennt, dass wir alle von Gott erschaffen worden sind und eines Tages zu IHM zurückkehren werden. Wir sind alle Brüder und Schwestern in IHM und miteinander verbunden. Wenn wir diesen Teil von uns schlecht behandeln, dann behandeln wir letztendlich auch uns selbst schlecht. Erst wenn wir alle Frieden gefunden haben, können wir zurück zu Gott kehren.

Die wahre göttliche Nächstenliebe zielt nicht auf eine persönliche, exklusive Beziehung zu einem anderen Menschen, um selbst in seiner Person respektiert oder aufgewertet zu werden, sondern um das Sprengen von persönlichen Ego-Grenzen. Nächstenliebe und Barmherzigkeit erfordern ein Mitgefühl für den Mitmenschen und ein Eingehen auf seine ganz besondere Art und Situation. Es geht darum, alle Menschen in ihrer körperlichen und seelischen Struktur zu achten und zu beachten – und ihnen beizustehen, wo immer ihre göttliche Würde bzw. ihre göttlichen Rechte als Geschöpf Gottes gefährdet sind.

Dieses Wir-Bewusstsein im Herzen eines Menschen ist an keine Religion oder Gruppierung gebunden. Seine enorme Kraft beruht auf der neutralen Sichtweise gegenüber unterschiedlichen Religionen, Nationen, Ethnien und Moralvorstellungen. Es geht um die Kern-Erkenntnis, dass jeder Mensch unabhängig davon ein gesundes, glückliches und zufriedenes Leben führen, sowie genügend zum Essen, ein Dach über dem Kopf und eine Familie haben möchte. Jeder Mensch hat dieselben Grundbedürfnisse wie Du, denn jeder Körper auf der Erde ist aus der selben Substanz gebaut worden und verfügt über dieselben Stärken, Schwächen und notwendigen Bedürfnisse. Genauso hat auch jede Seele dieselben Grundbedürfnisse, nämlich nach Liebe, Frieden und Licht. Selbst die anti-göttlichen Wesen streben am Ende nach nichts anderem, denn ohne den göttlichen Energiestrahlen der Liebe, des Friedens und des Lichts, die sie von den göttlichen Wesen abziehen und in negative Qualitäten umwandeln, könnten sie nicht überleben.

So ist jedes einzelne Geschöpf aufgerufen, Sorge für das Wohlergehen seiner Mitgeschöpfe zu tragen – seien es Menschen, Tiere, Pflanzen oder Steine -, ohne sich dabei jedoch emotional mit ihnen zu verstricken und Karma entstehen zu lassen. Dies ist für manche weißen Wesen nicht einfach und erfordert ein neutrales Herangehen an die Notsituation, um karmafrei zu bleiben.

Das göttliche Gebot der universellen Achtung jedes Lebewesens beinhaltet im Kern die Forderung, sich gemeinschaftlich für eine gesellschaftliche Ordnung sowie eine Ordnung unter den Menschen einzusetzen, in denen allen Geschöpfen das Recht auf ein Leben gemäß ihrer göttlichen Seelen-Struktur eingeräumt wird. Dies schließt gleichzeitig die Aufforderung mit ein, die eigenen Vorstellungen von einem „guten“ Leben so zu modifizieren und die eigenen Ego-Bestrebungen und Wünsche so einzuschränken, dass auch anderen Lebewesen der Raum für ein gutes Leben bleibt. Man sollte niemals auf Kosten anderer Geschöpfe leben, denn dies würde am Ende in Form von negativem Karma auf einen zurückfallen und einem mehr schaden als nützen.

Nächstenliebe darf nicht mit bevormundender Liebe verwechselt werden, wie sie häufig von Hilfsorganisationen ausgeübt wird, die anderen Nationen ihren westlichen 3D-Lebensstil aufzwingen wollen. Nächstenliebe wird immer dann zu einer Ego-Liebe, wenn sie festhält, dominiert oder bevormundet, wodurch sie auf Dauer leicht in Gleichgültigkeit, Ablehnung und Hass umschlagen kann.

Wahre Liebe bedeutet, den anderen so zu lassen, wie er ist und ihm einen Raum zur persönlichen Gestaltung seines eigenen Lebens zu geben. Damit verbunden ist das gleichmütige Gefallen der Entscheidungen des anderen – mögen sie gut oder schlecht sein – und die Freiheit, ihm seine eigenen Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge zuzugestehen, ohne mit seinem Ego helfend eingreifen zu wollen. Jeder hat seinen ganz eigenen Lebensplan, den man nur bedingt verändern darf, ohne sich karmisch zu verstricken. In diesem Abstand von Eingreifen, der ein Abstand in der Leidenschaft des Egos ist, wird sichtbar, dass der geliebte Mensch zugleich ein anderer ist als der, den man liebt und dem man helfen möchte: er ist jemand, der sein eigenes Leben führt, das man mit vollem Bewusstsein annehmen kann.

Dieses neutrale, nicht von Liebe oder Hass verzehrte Wohlwollen bereitet den Boden der göttlichen Tugend der Barmherzigkeit. Dann verebbt die leidenschaftliche Ego-Liebe, die die Wesen in Zustände der Blindheit und des Wahns, der Schwäche und der Schutzlosigkeit getrieben hat und das Wesen erkennt die göttliche Wirklichkeit. Wo polare Ego-Liebe und Hass sich wandeln, wächst ein wirkliches Interesse an dem Mitgeschöpfen, weil sie einfach Geschöpfe Gottes sind, mit denen man „verwandt“ ist und die wir selbst als Teil von uns annehmen können, wie sie sind. Aus diesem Innehalten in der göttlichen Barmherzigkeit und Liebe ergibt sich die Fähigkeit der Achtung der göttlichen Geschöpfe und damit der Schöpfung und des Schöpfers selbst.

Barmherzigkeit hat alle viele Gesichter, darunter auch das Mitgefühl. Mitgefühl ist in seiner polaren Form Mitleid, Mitfreude, inklusive Mitwarten, Mitbangen, Mithoffen, Mittrauern, Mitzittern, Mitlachen, Mitweinen – und vieles andere mehr. Hierbei muss zwischen echtem und unechtem Mitgefühl unterschieden werden. Nicht selten kann Mitgefühl mit dem Ego in Form von falscher Freude und falschem Leid geheuchelt werden, um den anderen dazu zu zwingen, ebenfalls Mitgefühl zu zeigen und Energie an den Gegenüber zu schicken.

Die bedrohlichste Form von Ego-Mitgefühl zeigt sich in einer Besitznahme des Mitleides durch das Ego, d.h. wenn der von Mitgefühl erfüllte Mensch sich gleichsam an die Stelle desjenigen setzt, für den sie gilt. So wird aus Mitgefühl verdrehtes Mitleid. Das Ego glaubt dann, das Leiden des anderen oder dessen Liebe zu erleben und fühlt sich in seiner Verblendung berechtigt, das Leben des anderen in seine Hand zu nehmen. Dann macht sich eine Manipulation und Gleichgültigkeit innerhalb der fürsorglichen Zuwendung und Liebe breit. Die Macht der Anteilnahme trübt gleichzeitig das Gespür für das eigene Befinden. Auf diese Weise kann sowohl das göttliche SGW des Gegenüber als auch das eigene SGW durch das falsche Ego-Mitleid sogar erdrückt oder energetisch stark geschwächt werden.

Die Basis von Barmherzigkeit ist die Yama „Ahimsa“, die Gewaltlosigkeit, das Nichtverletzen und die Friedlichkeit. Die alten Weisen sagen dazu: „Ahimsa paramo dharmah“, d.h. Gewaltlosigkeit ist die höchste Tugend, denn durch sie erlischt jede Feindseligkeit im Menschen. Ohne Ahimsa ist keine göttliche Liebe im Herzen möglich.

Die Gegenspieler von Barmherzigkeit, Mitgefühl und Ahimsa sind die Wurzeln der Gier/Raga, der Verblendung/Avidya, des Hasses/Dvesha, sowie die Todsünden der Habgier, des Zorns und des Hochmuts.

Wenn Du auf Dein Leben zurückschaust, wirst Du wahrscheinlich eine große Zahl von Menschen verletzt  haben – sei es aus Unwissenheit, Müdigkeit, Unachtsamkeit oder manchmal auch aus reinem Ego-Willen. In dieser Erkenntnis kannst Du nun versuchen, die Gewaltbereitschaft des Egos in Dir durch bewusstes Verhalten einzudämmen und in göttliche Liebe zu wandeln.

Besonders die Transformation der Todsünde des Zorns, der auf Sanskrit „Krodha“ heißt, ist hier wichtig. „Krodha“ bedeutet auch Ärger, Missbilligung und Rache. Es ist das unreine Verlangen des Egos in Dir anderen Menschen und Lebewesen zu schaden und sie zu Fall zu bringen. Damit verbunden ist auch Ablehnung gegenüber den Menschen, die Dein Ego in seinen Augen verletzt, enttäuscht oder hintergangen haben oder die ein erfolgreicheres und besseres Leben führen.

Diese negative Kraft von „Krodha“ in Dir kann nur durch die Tugend der Barmherzigkeit, der Friedfertigkeit und der göttlichen Liebe überwunden werden. Die Yamas Ahimsa weist Dir den Weg dorthin. Es geht um das Schaffen einer friedvollen Basis für Dein eigenes Leben, von wo aus Du verständnisvoll anderen Geschöpfen begegnen kannst. Die Entwicklung einer friedvollen Beziehung zu anderen Menschen schafft gleichzeitig auch eine friedvolle Beziehung zu Dir selbst, so dass Du Dich selbst leichter lieben und annehmen kannst. Ahimsa lehrt Dich in letzter Konsequenz, dass alle Geschöpfe in ihrem Ur-Wesen und Ur-Streben gleich sind, auch wenn sie nicht voneinander wissen oder unterschiedliche Seelenfarben angenommen haben.

Auf diese Weise erkennst Du, dass Du nicht mit anderen Menschen kämpfen und sie zwanghaft verändern musst, sondern sie sein lassen kannst, wie sie sind, da sie so richtig sind, wie sie jetzt sind. Alles liegt in der Hand und Macht Gottes und SEINER Barmherzigkeit. Du kannst nichts anderes tun, als den Strahl Seiner Barmherzigkeit in Dich aufzunehmen und durch Dich fließen zu lassen und Dich in Demut Seiner Allmacht  hinzugeben, denn Sein Wille steht über allem-was-ist. ER entscheidet, wer göttlich wird und wer anti-göttlich wird, und nicht der einzelne Mensch. Er entscheidet, wer zu IHM zurückkehrt und wer nicht. Er entscheidet, wer IHN wann und wo findet.

Wie Gott AMA von sich selbst in den heiligen Schriften sagt: „Meine Barmherzigkeit ist größer als Mein Zorn. So sollte die Hoffnung Meiner Geschöpfe auf Meine Barmherzigkeit größer sein als auf meine Strafe.“ Stelle die Barmherzigkeit an die Position von Zorn und Angst in Deinem Leben und Du wirst göttlichen Frieden, wahre Liebe und Erlösung finden.