Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Gottesliebe und die 70 Strahlen der Gottesliebe berichten, die die Flamme der Liebe zu Gott AMA im Menschen nähren. Je stärker Eure Liebe zu Gott in Euch brennt, desto näher kommt Ihr Gott AMA und könnt zu IHM aufsteigen.

Die Entwicklung und Entfaltung der Wurzeln des Göttlichen und der göttlichen Liebe bringt Dich bzw. Dein Seele-Geist-Wesen (SGW) auf Deinem Inkarnationszyklus in diesem Universum wieder zurück zu Gott AMA. Dabei wird Dein Ego mit seinen Wurzeln des Übels/Bösen transformiert und aufgelöst. Die „Auferstehung“ des tugendhaften und sich immer höher schwingenden SGW führt zum sukzessiven „Tod“ des den Lastern und der Dunkelheit zugeneigten Egos in der Seele des SGW.

 Dieser göttliche Veredelungs-Vorgang des SGW ermöglicht dem SGW die Wiederverbindung und -Vereinigung mit Gott AMA, seinem Schöpfer. Dieser Prozess beinhaltet ein kontinuierliches Erwachen, Erstarken und letztlich Eingehen in die höchste Liebe, die es in diesem Universum gibt: die Liebe zu Gott AMA.

Die spirituellen Meister benennen 7 Stationen auf dem Weg zur Gottesliebe. Sie heißen:

  1. Reue (Buße, Bekehrung)
  2. Geduld (Beharrlichkeit)
  3. Dankbarkeit (Zufriedenheit)
  4. Vertrauen auf Gott (Hoffnung)
  5. Heilige Furcht (Gottesehrfurcht)
  6. Freiwillige Armut (Eintritt in den inneren Reichtum Gottes)
  7. Askese (Verzicht auf alles außer Gott)

=> Gottesliebe

Der spirituell Eingeweihte wirft auf seinem Weg zu Gott AMA alles beiseite, was zur irdischen Welt der Maya und seinen Ego-Wünschen gehört und gibt sich damit zufrieden, Gott AMA in ALLEM zu verherrlichen und sich Seiner für immer zu erfreuen. Auf der höchsten-Stufe der Gottesliebe erreicht der Mystiker die selige Schau, durch die er eins wird mit Gott und in IHM seine feste Stätte erhält.

Alle 7 Stufen auf dem Weg zur Gottesliebe tragen bereits die Gottesliebe in abgeschwächter Form in sich. So ist der Bereuende ein Gott-Liebender, und als Gott-Liebender bleibt er kontinuierlich in der Kontemplation Gottes, wo die Sünden des Egos nicht mehr existent sind, denn es existiert nur noch das Band zwischen dem Bereuenden und Gott.

Dankbarkeit und Geduld ergänzen sich, da das Wesen diese Haltung sowohl den Wohltaten Gottes gegenüber einnimmt, als auch dem Annehmen Seiner Prüfungen. Damit verbunden ist der Glaube und das Vertrauen daran, dass alle Wohltaten von Gott AMA stammen und Seine freigiebigen Geschenke sind, die Er auch hätte zurückhalten können. Die Ursache dafür, dass Er sie Seinen Geschöpfen nicht vorenthalten halt, liegt in Seiner unermesslichen Güte und Barmherzigkeit. Dieser Glaube ruft ein Gefühl der Freude über die Gaben Gottes hervor, aber auch Demut gegenüber dem Geber (Gott). Durch das Erleben der Güte Gottes empfindet das Wesen Freude und eine heilige Furcht vor Gott. Indem das Wesen der Maya entsagt, gelangt es in die Fülle Gottes und Seinen Reichtum. Schlussendlich kommt es so in die allumfassende, höchste Liebe zu seinem Schöpfer.

Wisse: Die gesamte Schöpfung singt beständig das Loblied Gottes. Wer sich über die Natur, über seinen spirituellen Meister oder direkt mit Gott AMA verbindet, geht in Seinen Strahl der göttlichen Liebe ein und kehrt zurück zu seinem Ursprung. Die alten Weisen bezeichnen die Gottesliebe als die absolute, höchste Liebe, die nichts mehr von Gott wünscht als IHN selbst, und die den durch die göttlichen Gesetze geforderten Gehorsam gegenüber Gott AMA bei weitem übersteigt.

Alle irdischen Gaben Gottes, die Ausdruck Seiner Schönheit sind, sind in den Augen des Eingeweihten nichts im Vergleich mit der Schönheit des Gebers (Gott) selbst. Die Dankbarkeit gegenüber Gott AMA steht weit über der Dankbarkeit gegenüber Seinen Gaben.

Zu allen Zeiten und in allen Religionen gab es Eingeweihte bzw. Asketen, die ein Leben in Armut vorzogen, um damit der Gottesliebe näher zu kommen. Dazu zählen die spirituellen Meister Buddha, Jesus Christus und Mohammed, sowie der Heilige Franziskus, Diogenes, die Sufiheilige Rabi’a von Basra und zahlreiche andere christliche, buddhistische, hinduistische und muslimische Heilige, Einsiedler und Mönche. Sie richteten ihre ganze Konzentration auf Gott AMA und ließen alle Dinge beiseite, die sie vom Dienst der Liebe, der Gott AMA alleine gebührt, ablenkte bzw. trennte. In dieser Gesinnung „umarmte“ auch der heilige Franziskus um der Gottesliebe willen die Armut als seine „Braut“.

Bruder Giles berichtet: „…denn dies [die Armut] ist jene himmlische Tugend, durch die alle irdischen und vergänglichen Dinge unter die Füße getreten werden, und durch die alle Hindernisse von der Seele entfernt werden, so dass sie sich ungehemmt mit Gott, dem Ewigen, vereinigen kann. Und dies ist die Tugend, durch die die noch an die Erde gebundene Seele Zwiesprache halten kann mit den Engeln im Himmel… und das gewährt der Seele auch in diesem Leben jene Liebe, durch die sie leichter gen Himmel fliegen und in der sie die Stütze wahrer Demut und Liebe bewahrt.(aus „Little Flowers of St. Francis“)“

Von der Sufi-Heiligen Rabi’a von Basra ist folgende Erzählung überliefert:

 „Einst kam ein berühmter Mann aus Basra zu Rabi’a und setzte sich neben sie auf das Lager (sie war krank). Dann begann er die Dinge dieser Welt zu schmälern – zweifellos in dem Wunsche, es der Heiligen recht zu machen. Aber Rabi’a, mit ihrer gewohnten Fähigkeit, Unaufrichtigkeit wahrzunehmen, sagte: „Du liebst die Welt offensichtlich sehr. Wenn du sie nicht liebtest, würdest du nicht so viel über sie sprechen, weder gut noch böse – bedenke, dass wer ein Ding liebt, der spricht viel davon.“

So ist die Liebe zu Gott AMA die einzige Liebe, die der spirituell Strebende leben sollte, da sie ihn zu Gott AMA führt. Jegliche andere Liebe oder Nicht-Liebe zu Menschen, materiellen Besitztümern oder irdischen Genüssen würde ihn nur in der materiellen Welt verstricken und dort festhalten.

Die Gottesliebe führt den Menschen und sein SGW in einen Zustand der dauerhaften inneren Zufriedenheit und Glückseligkeit. Er ist dann in der Lage, Gott AMA unverschleiert in Seiner Schönheit zu schauen und eins mit IHM zu werden, selbst wenn er noch in diesem physischen Körper inkarniert ist.

Wenn Gott AMA sieht, dass sich IHM ein Diener in Liebe zuwendet, dann entzündet Er ein Licht in dessen Herzen. Dieses Licht trennt den Menschen von der Minus-Dimension der Eitelkeit (Egoismus) und führt ihn zur Plus-Dimension der Ewigkeit (seinem göttlichen SGW in Gott). Es bereitet ihn auf den Tod seines menschlichen Ichs/Egos vor, um in seinem göttlichen Selbst/SGW neu geboren zu werden. Der Tod des „menschlichen Ichs“ ist im übrigen nicht gleichbedeutend mit dem physischen Tod am Ende eines Menschenlebens, sondern ist der Tod der menschlichen und niederen Natur im Menschen bzw. des Egos.

Der spirituelle Meister Mohammed formulierte es folgendermaßen: „Stirb vor dem Sterben!“ d.h. Stirb mit Deinem Ego, um in Deinem Seele-Geist-Wesen in Gott AMA aufzuerstehen.

In der tiefen und beständigen Liebe zu Gott AMA gibt es kein Ego und keinen Egoismus mehr. Das Seele-Geist-Wesen hat kein Bewusstsein mehr von seinem niederen, menschlichen Ich/Ego. Es existiert nur noch Gott AMA und Sein Gottesbewusstsein.

Für die Eingeweihten wird der Diener Gottes als „der Liebende“ bezeichnet und Gott AMA  als „der Geliebte“. Da der Ursprung aller Schöpfungen Gott AMA zuzuschreiben ist, ist Er auch der Geber der ersten Liebe. Gottes Liebe zu Seinen Geschöpfen geht ihrer Liebe zu IHM voran. Er kann auch ohne die Liebe Seiner Geschöpfe existieren, doch sie können nicht ohne Seine Liebe leben. Wer ohne die Liebe Gottes lebt, wird krank an Seele und Körper. So ist es ein wunderbares Geschenk, wenn sich der König des Universums (Gott) Seinen Geschöpfen und Dienern in Liebe nähert.

Al-Hujwiri sagte dazu: „Gottes Liebe zum Menschen liegt in Seinem Wohlwollen für ihn, und darin, dass Er ihm gnädig ist. Die Liebe des Menschen zu Gott aber ist eine Eigenschaft, die sich im Herzen des Gläubigen manifestiert…, so dass er danach trachtet, seinen Geliebten zufrieden zu stellen, und in seiner Sehnsucht nach der Vision Gottes wird er ungeduldig und ruhelos und findet nirgends Ruhe als in Ihm; er wird vertraut mit dem Gottgedenken, während er dem Gedenken an alles andere abschwört. … Gläubige, die Gott lieben, sind von zweierlei Art: Erstens jene, die die ihnen erwiesene Gnade und Wohltätigkeit Gottes betrachten und durch diese Betrachtung zur Liebe zum Wohltäter geführt werden; zweitens jene, die so hingerissen sind von der Liebe, dass sie alle Gnaden für einen Schleier (zwischen sich selbst und Gott) halten, und sie werden durch Betrachten des Wohltäters zu Seinen Wohltaten geführt.“

Die spirituellen Meister definieren die Liebe zu Gott AMA wie folgt:

Gottesliebe ist:

  • die ständige Hinneigung des offenen Herzens zu Gott AMA,
  • der Vorrang des Geliebten (Gott AMA) vor allen anderen Menschen und Dingen,
  • die Eintracht mit dem Geliebten (Gott AMA), gleichviel ob ER anwesend/sichtbar oder abwesend/unsichtbar ist,
  • das Auslöschen der irdischen 3D-Eigenschaften des Liebenden (Trauer, Anhaften, Eifersucht, Gier, etc.),
  • die Aufnahme der Eigenschaften bzw. Strahlen der Liebe, des Lichts und des Friedens des Geliebten (Gott AMA),
  • der Einklang des Herzens mit dem Willen seines Herrn (Gott AMA).

Durch den Strahl der Gottesliebe wird das Seele-Geist-Wesen mit der Zeit zum Ebenbild der Energiequalitäten Gottes verwandelt, bis es schließlich gänzlich eins mit diesen wird. Der Mensch gibt sich und alles, was er besitzt, Gott AMA hin, so dass nichts von seinem Eigenen, Ich-Persönlichen übrig bleibt.

Der Weise Shibli sagt von der Gottesliebe, dass „diese Gottesliebe genannt wird, weil sie im Herzen alles auslöscht, außer den Geliebten“ und weiter „Liebe ist ein Feuer im Herzen, das alles verzehrt, außer den Willen des Geliebten.“

Gott AMA facht das Feuer der Liebe in den Herzen Seiner Geschöpfe/Diener, die sich IHM zuwenden, bewusst an, damit dadurch all das verbrannt werden kann, was in ihnen an nichtigen, niederen Neigungen und Wünschen, Absichten und Verlangen vorhanden ist. Dadurch erleichtert Gott AMA ihnen den Eintritt in die höhere Natur ihres Seele-Geist-Wesens.

Der spanische Mystiker und Heilige, Johannes vom Kreuz, schreibt: „Liebe hat die Seele entzündet und sie in Liebe verwandelt, hat sie ausgelöscht und alles zerstört, was nicht Liebe ist.“

Die Gottesliebe transformiert und verbrennt alles, was nicht Liebe ist, auch das Anti-Göttliche. Sie ist somit die stärkste Kraft und Macht im Universum gegen die Versuchungen und Attacken des Anti-Gottes und seiner anti-göttlichen Schar.

So wurde die Sufi-Mystikerin Rabi’a eines Tages gefragt: „Liebst du den Herrn der Herrlichkeit?“ Vielleicht meinten die Frager, es sei ihr unmöglich oder zu vermessen, jemanden zu lieben, der so hoch über einem steht. Aber sie sagte: „Ja, ich liebe Ihn.“ Dann wurde sie gefragt: „Hältst du den Satan für einen Feind?“ Sie erwiderte: „Nein.“ Die anderen fragten erstaunt: „Wie das?“ Rabi’a sagte: „Meine Liebe zu Gott lässt keinen Raum, Satan zu hassen.“

Danach fragte jemand Rabi’a: „Was ist Liebe?“ Sie erwiderte: „Liebe kommt aus der Ewigkeit und führt in die Ewigkeit, und in den siebzigtausend Welten ist niemand zu finden, der einen Tropfen davon trinkt, bis dass er schließlich versunken ist in Gott, und daher stammt der Ausspruch: ‚Er liebt sie (Seine Diener) und sie lieben Ihn’.“

Die Liebe zu Gott AMA führt demnach alle Wesen zurück zu IHM. Es ist der Ruf der Liebe Gottes, der mit den Herzen der Seele-Geist-Wesen in Resonanz tritt, und in ihnen eine Sehnsucht nach ihrer Ursprungsquelle (ihrer Heimat in Gott AMA) aktiviert, die sie den spirituellen Pfad des Aufstiegs beschreiten lässt.

Die Liebe Gottes besteht aus 70 verschiedenen, göttlichen Strahlen, die allesamt die Essenz Seiner Liebe in sich tragen, und aus Seinem Herzzentrum beständig in das Universum fließen, um seine Geschöpfe zurück zu IHM zu führen. Sie lauten:

 

  1. Die absolute Liebe
  2. Die alleinige Liebe (d.h. es gibt nichts mehr außer der Liebe Gottes)
  3. Die alles sehende Liebe
  4. Die alles überwältigende (bezwingende) Liebe (sei es gut oder böse)
  5. Die alles umfassende Liebe
  6. Die allmächtige Liebe
  7. Die allpräsente Liebe
  8. Die allweise Liebe
  9. Die allwissende Liebe
  10. Die ausgleichende Liebe
  11. Die barmherzige Liebe
  12. Die bescheidene Liebe
  13. Die beschützende Liebe
  14. Die bewusste Liebe
  15. Die dankerfüllte Liebe
  16. Die demütige Liebe
  17. Die edle Liebe
  18. Die ehrenvolle Liebe
  19. Die einzigartige Liebe
  20. Die emporhebende Liebe
  21. Die erbarmende Liebe
  22. Die erhöhende Liebe
  23. Die erlösende Liebe
  24. Die ewige Liebe
  25. Die freie (unabhängige) Liebe
  26. Die friedvolle Liebe
  27. Die führende Liebe
  28. Die Fülle gebende Liebe
  29. Die geduldige Liebe
  30. Die gerecht richtende Liebe
  31. Die gnädige Liebe
  32. Die grenzenlose Liebe
  33. Die größte Liebe
  34. Die gütige Liebe
  35. Die harmonisierende Liebe
  36. Die heilende Liebe
  37. Die heilige Liebe, die über den Sünden der Welt ist
  38. Die höchste Liebe
  39. Die immerdar währende Liebe, die überall ist und alles sieht
  40. Die in sich selbst seiende Gottesliebe
  41. Die kraftvolle Liebe
  42. Die Leben nehmende Liebe
  43. Die Leben schenkende Liebe
  44. Die lichtvolle Liebe
  45. Die liebevolle Liebe
  46. Die majestätische Liebe
  47. Die mitfühlende Liebe
  48. Die neutrale Liebe
  49. Die offenbarte Liebe
  50. Die öffnende Liebe
  51. Die rechtschaffene Liebe
  52. Die reiche (Fülle erfüllte) Liebe
  53. Die reine Liebe
  54. Die Reue annehmende Liebe
  55. Die sanfte Liebe
  56. Die schöpfende Liebe
  57. Die standhafte Liebe
  58. Die transformierende Liebe
  59. Die tugendhafte Liebe
  60. Die unterstützende Liebe
  61. Die unvergänglichen Liebe
  62. Die verborgene Liebe
  63. Die vereinende Liebe
  64. Die versorgende Liebe
  65. Die vertrauenswürdige Liebe
  66. Die verzeihende Liebe
  67. Die wachsende Liebe
  68. Die wahrhaftige Liebe
  69. Die wohltätige Liebe
  70. Die zufriedene Liebe

 

In jedem Wesen sind die 70 verschiedenen Eigenschaften der Gottesliebe in Form der „Flamme der Gottesliebe“ angelegt. Je nach Kraft des göttlichen Feuers sind sie mehr oder weniger präsent bzw. stark im Wesen. Der Mensch und sein Seele-Geist-Wesen sollte auf seinem Weg zu Gott AMA die 70 Aspekte der Liebe, die alle zusammen die reine Gottesliebe ergeben, in sich stärken und aktivieren.

Die Liebe zu Gott AMA sollte dabei weder auf Hoffnung oder auf Belohnung noch auf Furcht vor Strafe aufgebaut sein, sondern sie sollte zu nichts anderem streben, als IHM zu dienen und IHN zu lobpreisen. Nur dem Diener, der so liebt, kann sich Gott AMA in Seiner Vollkommenheit offenbaren, und nur indem er den Pfad der Ego entsagenden Liebe beschreitet, kann er schließlich wieder mit Gott AMA vereint werden. Durch die Liebe erreicht das Wesen die mystische Gnosis und sein Herz wird erfüllt mit der höchsten Tugendhaftigkeit Gottes.

Gott AMA ist die Quelle und vereinigte Ur-Essenz der 70 Strahlen der Gottesliebe in Seinem Herzzentrum und Er liebt all Seine Geschöpfe gleichermaßen mit dieser Liebe. So liebt er die reuig Umkehrenden, die aus ganzem Herzen bereuen, nachdem sie gesündigt haben. Er liebt die sich Reinigenden, die rein im Herzen und in der Seele sind und sich immer wieder von niederen Ego-Energien säubern, sei es durch Meditation, Gebet oder Yoga. Gott AMA liebt die Gottesfürchtigen, die sich IHM in Demut zuwenden, Seine Allmacht anerkennen und sich dieser unterordnen. Er liebt die gerecht Handelnden, die in ihren irdischen Inkarnationen in allen Situationen und allen Menschen gegenüber gerecht agiert und reagiert haben, usw.

Es heißt, dass die Menschen, die an Gott AMA glauben und gottesfürchtig sind, Gott AMA am nächsten stehen. Nachdem sie in IHN eingegangen sind, werden sie zu SEINEM Hören, mit dem ER hört, und SEIN Sehen, mit dem ER sieht, SEINE Hand, mit der ER zupackt und SEIN Fuß, mit dem ER geht. Die Wesen werden zum Ausdruck Gottes und befinden sich gleichzeitig unter SEINEM allmächtigen Schutz. ER steht ihnen bei, ER gibt ihnen Zuflucht und ER erhält sie.

In einem Hadith wird überliefert, dass Gott sagte: „Die Leute, die mir gehorsam sind, sind die Leute Meiner Liebe (..), und die Leute, die mir ungehorsam sind, lasse ich die Hoffnung auf Meine Gnade nicht aufgeben. Wenn sie sich mir in Reue zuwenden, dann liebe ich sie. (…) Wer von ihnen mir mit Reue entgegenkommt, den erwarte ich schon von weitem, und wer sich von mir abwendet, den rufe ich von ganz nah und sage ihm: ‚Wo gehst du hin? Hast du einen anderen Herrn außer mir?’ Das gute Werk zählt bei mir wie das Zehnfache seinesgleichen, und ich mehre es noch. Und die schlechte Tat zählt nur ihresgleichen, und ich erlasse sie. Bei meiner Macht und Würde: wenn sie mich für sie um Vergebung bitten würden, so würde ich ihnen vergeben. …“

Zu den größten Energiequalitäten Gottes zählen die Barmherzigkeit und die Güte. Er ist edelmütig und verzeihend. Wenn sich IHM ein Wesen in aufrichtiger Reue zuwendet, ist Er gnädig und wird ihm vergeben. Zudem unterstützt Er seine Geschöpfe durch die Strahlen Seiner Liebe und Seiner göttlichen Tugenden, um sie vor den Sünden und Versuchungen des Anti-Gottes zu bewahren.

Neben den 70 Strahlen der Liebe Gottes gibt es die 70 Strahlen des Zorns des Anti-Gottes. Sie fließen aus seinem Ego-Herz-Zentrum kontinuierlich in das Universum, um die Wesen an der Verbindung zu Gott AMA zu hindern, sie im Ego zu bestärken und in die anti-göttlichen Dimensionen hinab zu ziehen. Alle 70 Strahlen des Zorns zusammen ergeben den niedersten Zorn des Anti-Gottes. Dazu zählen u.a.: der Besitz ergreifende Zorn, der dunkle Zorn, der eifersüchtige Zorn, der falsche Zorn, der fordernde Zorn, der geizige Zorn, der gewalttätige Zorn, der hassende Zorn, der hochmütige Zorn, der einsame Zorn, der verblendete Zorn, der in die Irre geführte Zorn, der Mangel gebende Zorn, der nachtragende Zorn, der niederträchtige Zorn, der rachsüchtige Zorn, der rücksichtslose Zorn, der starre Zorn, der trennende Zorn, der undankbare Zorn, der unersättliche Zorn, der unfriedliche Zorn, der ungeduldige Zorn, der unreine Zorn, der unwissende Zorn, der unzufriedene Zorn, der wankelmütige Zorn, der zerstörende Zorn, usw.

In jedem Menschen und seinem SGW sind neben den 70 Strahlen der Flamme der Gottesliebe auch die die 70 Strahlen der anti-göttlichen Flamme des Zorns des Anti-Gottes in Form des Egos angelegt. Je nach spirituellem Entwicklungs- und Schwingungs-Zustand des SGW überwiegen die einen oder anderen Strahlen. Jeder Mensch sollte sich bewusst sein, dass ihn die 70 Strahlen des Zorns unwiederbringlich in die Ebenen des Anti-Gottes hinabführen und einen Verlust des göttlichen Lichts zur Folge haben. So sind die Stärkung des Feuers der Liebe und die Abschwächung des Feuers des Zorns im Herzen jedes Wesens sehr wichtig.

So solltest Du Dich genau beobachten und analysieren, welches Feuer gerade in Dir lodert, um es dann entweder gezielt anzufachen (Feuer der Liebe) oder ihm den Brennstoff zu entziehen (Feuer des Zorns). Die Erkenntnis (Reue) ist bekanntlich der erste Schritt auf dem Weg zur Gottesliebe (s.o.). Dabei ist es wichtig, dass Du die Wurzeln des Übels nicht primär im Äußeren bei Deinen Mitmenschen suchst, sondern Deinen Blick zuerst auf den Zustand Deines eigenen Herzens richtest. Dort liegen bekanntlich die größten Lernaufgaben. Wer sie erkennt und in Dankbarkeit und Demut annimmt, ist weise und tugendhaft. Wer sie übersieht, um stattdessen die sündhaften Fehler seines Nächsten anzuprangern, ist töricht und in der Todsünde „Hochmut“ gefangen.

In der Bibel sagte der spirituelle Meister Jesus: „Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!“ (Lukas 6/41-42)

 

Im Dunklen Zeitalter in der L’Egoland-Welt war es üblich, dass die Wesen nach dem Lustprinzip lebten und ständig danach strebten, ihre Gelüste zu befriedigen. Die sexuelle Befriedigung der Wollust sowie die orale Befriedigung der Essenslust standen dabei im Mittelpunkt, aber auch andere Gelüste gehörten dazu wie beispielsweise die Lust zu faulenzen, Sport zu treiben, mit dem Auto zu rasen oder dem anderen eins auszuwischen. Alle Lüste bzw. Gelüste wurden voll ausgelebt und jederzeit befriedigt. Das Leben war komplett und maßlos Lust gesteuert. Begriffe wie Genügsamkeit, Enthaltsamkeit, Entsagung und Selbstdisziplin entlockten den meisten nur ein abfälliges Lächeln.

Lust bzw. Gelüste auf etwas oder auf einen Menschen ist eine Folge des Verlangens bzw. der Begierde, die jemand nach etwas oder nach einem Menschen hat. Der Gierige hat beispielsweise Lust auf einen Ferrari, also setzt er seine Lust dafür ein, das nötige Geld für den Kauf zu beschaffen – auf welche Weise auch immer. Wenn er dann das Luxusauto sein eigen nennen und er auf der Autobahn mit Tempo 250 dahin brausen kann, fühlt er sich als der große Hecht und seine Ego-Gier erlebt Befriedigung.

Jedoch hält dieser Zustand der Befriedigung nicht lange an, sondern verfliegt rasch wie ein Rausch. Sein Hunger nach weiteren Lusterlebnissen treibt ihn zum nächsten Objekt, das er bekommen möchte, um den kurzen Rausch der Befriedigung erneut zu erleben. So ist der gierige und Lust gesteuerte Mensch immer hungrig – nach ständig neuer Befriedigung. Er erkennt nicht, dass der Zustand der Befriedigung ihm niemals wahren und dauerhaften Frieden bringen kann. Denn Befriedigung ist immer an eine irdische Sache, ein Objekt oder an einen Menschen gebunden, während der Friede eine Sache des Herzens und der Seele ist, ein friedlicher Zustand, der im Inneren des Menschen herrscht – ein Seins-Zustand, der frei ist von äußeren Faktoren.

Der viele Jahrtausende vorherrschende Trend des Dunklen Zeitalters und der L’Egoland-Welt hat den Wesen zwar eine ungeahnte Lustentfaltung und ein nie gekanntes Lusterleben ermöglicht, sie jedoch nicht wirklich glücklich und zufrieden gemacht. Die Lust ist wie ein Rausch, der so schnell entsteht wie er wieder vergeht. Was bleibt ist Ernüchterung und Leere. Beim ersten Mal hat man noch Lust auf Kaviar oder Champagner; jedoch ständig gegessen erzeugt er keine Lust mehr, sondern Überdruss. Dann hat man eher Lust auf Bratkartoffeln, Spinat oder Salat.

Wer so viele Jahrtausende das Wechselbad von Lust, Befriedigung, Ernüchterung, Leere und wieder Lust, Befriedigung, Ernüchterung und Lehre und wieder Lust usw. erlebt bzw. erlebt hat, kommt an den Punkt, da er genug davon hat. Er erkennt, dass sich alles nur immer wiederholt wie in einer Endlosschleife. Er möchte nur noch eines: Freiheit, Ruhe, inneren Frieden und Zufriedenheit. Ist ein Wesen an diesem Punkt angelangt, kann es aus dem alten lustbetonten Zeitalter aussteigen und in neues, lustfreies und statt dessen gemäßigtes, auf göttlichen Werten begründetes Zeitalter, wechseln.

In dem dafür notwendigen Transformationsprozess muss es lernen und dahin gelangen, seine Triebe, Gelüste und Begierden zu disziplinieren und zu beherrschen. Es muss dazu übergehen, sich in allen Bereichen des Lebens gemäßigt verhalten. Dazu muss es den „Pfad der Enthaltsamkeit“ beschreiten, in dem es lernen muss, freiwillig enthaltsam zu leben. Dies bedeutet, bereitwillig und aus eigenem Willen auf bisherige Bequemlichkeiten und Sinnesgenüsse zu verzichten, insbesondere im Bereich, Essen, Genussmittel und Sexualität.

Das Ziel eines enthaltsamen Lebens besteht darin, seine niedere, triebgesteuerte Ego-Natur in die höhere, göttliche Natur zu transformieren, in der das Wesen frei ist von Triebhaftigkeit. Dazu müssen die Wurzeln des Göttlichen sowie die göttlichen Tugenden beharrlich eingeübt sowie alles vermieden werden, was dem Transformationsprozess im Wege steht.

Enthaltsamkeit ist wie eine Abmagerungskur, die ein Wesen durchführt, weil es zu viele Pfunde drauf hat. Sie ist auch wie eine Entschlackungskur, die ein Wesen durchführt, weil es zu viele Ablagerungen und Schlacken in seinem Körper hat. Durch die Enthaltsamkeit wird der Körper bzw. das Körpersystem gereinigt und umgewöhnt. Altes wird abgestoßen und aufgelöst, das System wird wieder leichter und freier, zudem kann es sich regenerieren, um dann in eine neue Lebensphase einzutreten.

Im „Abmagerungs- und Entschlackungs-Prozess“ werden, durch strikte Enthaltsamkeit und Entsagung, alle überzüchteten und aufgeblähten Begierden und Triebe des Egos bis auf die Wurzeln zurückgeschnitten. Danach werden die giftigen Wurzeln entfernt, damit die Ego-Pflanze nicht mehr austreiben kann. In dem Maß, in dem die Triebe und Begierden abgeschwächt und entfernt werden, verlieren sie ihren destruktiven Einfluss und ihre anti-göttliche Macht über das Wesen. Statt dessen erwachen die göttlichen Tugenden zu neuem Leben, um nach und nach die göttliche Vorherrschaft über das Wesen anzutreten.

Wenn das Wesen von einem egobeherrschten, in den Wurzeln des Übels und in den Todsünden verhafteten Leben, wieder in ein tugendhaftes, selbstloses und reines Leben zurückkehrt, ist es nicht nur geläutert, sondern befindet es sich auch wieder auf dem „geraden, göttlichen Kurs“. Dann kann es wieder seinem übergeordneten Inkarnationsplan bzw. seinem göttlichen Auftrag folgen, wie es von seiner göttlichen Führung vorgesehen ist.

Enthaltsamkeit, gerade wenn sie strikt und konsequent eingehalten wird, mag dem Wesen am Anfang seines Transformationsprozesses so erscheinen als würde ihm alle Freude am Leben genommen. Dies ist jedoch ein Irrtum. Die wirkliche und wahrhaftige Freude kommt erst durch den Prozess der Enthaltsamkeit, wenn das Wesen in den Zustand gelangt, den man als „Freiheit“ bezeichnet. Wer beispielsweise sexuell enthaltsam lebt und sich dadurch aus der Todsünde der Wollust befreit, erlebt ein nie gekanntes Gefühl von Freiheit, denn er hat seine wollüstigen Triebe besiegt.

So führt der Pfad der Enthaltsamkeit das Wesen aus der Abhängigkeit seiner Ego-Triebe in den Sieg über seine eigene Triebhaftigkeit. Enthaltsamkeit ist somit ein göttliches Werkzeug, um die göttliche Natur im Wesen von der Vorherrschaft der anti-göttlichen Natur zu befreien. Das Wesen, das durch seine maßlose und unbeherrschte Triebhaftigkeit seine göttliche Selbstachtung und Selbstwürde verloren hat, tritt durch den Sieg über seine Triebhaftigkeit wieder in die göttliche Selbstachtung und Selbstwürde ein. So ist der Pfad der Enthaltsamkeit weder eine Entbehrung noch ein Verlust, sondern ein großer Gewinn. Maßlose und unbeherrschte Triebhaftigkeit ist immer ein Zeichen von Schwäche; wer hingegen enthaltsam lebt und seine Triebe beherrschen kann, zeigt und beweist damit, welche Stärke in ihm herrscht. Sich seinen Trieben zu ergeben ist einfach; seine Triebe mittels Enthaltsamkeit zu beherrschen oder sie gar zu überwinden, erfordert einen starken und zielstrebigen Willen.

Die Tugend der Enthaltsamkeit basiert auf der Yamas „Brahmacarya“, was Enthaltsamkeit, Keuschheit, reine Lebensweise und ein tugendhaftes Leben bedeutet, geht jedoch in dieser besonderen Form als Tugend der Wurzel der Selbstlosigkeit noch darüber hinaus. Wörtlich heißt Brahmacarya „der Wandel im Brahman“, was andeutet, dass sich der Schüler im Bewusstsein Gottes vom Menschen zum göttlichen SGW wandelt. Brahmacarya ist also nicht nur eine Lebensweise, sondern auch eine Lebensstufe, die zur Erkenntnis des Brahman, d.h. Gottes, führt. Brahmacarya bezieht sich auf die Aktivitäten aller Sinne, nicht nur auf die Sexualität, sondern auch auf die 10 Sinne, nämlich den Sehsinn, den Hörsinn, den Geruchssinn, Geschmackssinn, den Tastsinn, den Temperatursinn, die Schmerzempfindung, den Gleichgewichtssinn, den Körpersinn und den sensorischen Bewusstseins-Sinn. Alle diese 10 Sinne werden gemeistert und die darin verborgene Versuchung zum Egoismus abgelegt.

Wer die Tugend der Enthaltsamkeit in sich verankert hat, wird zu einem „Brahmajnanin“, d.h. zu jemanden, der im Bewusstsein von Gott AMA, d.h. Brahman, wandelt und IHN kennt. Der Mensch ist zu einem bewussten, spirituellen Wesen geworden, das sich regelmäßig spirituellen Übungen und Ritualen unterzieht, um sein Ego weiter zu meistern und seine Wurzeln des Übels zu kontrollieren, so dass gleichzeitig seine Wurzeln des Göttlichen und sein SGW gestärkt werden können. Früher wurden mit „Brahmajnanin“ auch Menschen bezeichnet, die die Gelübde der Keuschheit, der Weltentsagung und der Armut abgelegt hatten.

Ein „Brahmajnanin“ hat erkannt, dass alles Maya ist. Er hat seinen Geist von den Täuschungen der irdischen 3D-Welt abgewandt und sein Bewusstsein und seine Gedanken fortwährend auf Gott gerichtet. Er hält sich von der seichten Unterhaltung und der oberflächlichen Verführung des Anti-Gottes und seiner Mitarbeiter fern, welche ihm nichts mehr bieten können, da er sich ihrer Täuschung bewusst ist.

Gleichzeitig hat ein „Brahmajnanin“ eine sehr edle, feine Seele entwickelt, die von hoher Kultur ist. Er lässt sich weder von den polaren Kräften der Freude und des Glücks überwältigen, noch von den polaren Kräften der Trauer und des Leides. Sein gesamtes Bewusstsein ist in einem Null-Zustand der göttlichen Neutralität, wodurch er über einen besonders wachen und intelligenten Geist verfügt, der es ihm möglich macht, sich weiter spirituell zu entwickeln und in die höheren göttlichen Dimensionen einzutreten.

Das Ziel jedes Menschen ist die Erkenntnis Gottes, das „Brahmajnana“. Denn nur durch die Erkenntnis von Gott AMA kann die göttliche Wirklichkeit erkannt werden. Es geht hierbei nicht um eine intellektuelle KW- oder Ego-Erkenntnis, sondern um ein existentielles Erkennen, Umsetzen und Verwirklichung, die auf der Aufhebung der Spaltung des individuellen Geschöpfes von Gott AMA beruht. Subjekt und Objekt werden somit wieder eins, was das Ziel von allen Geschöpfen ist und „Brahmaikyata“, d.h. Vereinigung mit dem Göttlichen, genannt wird.

Ein enthaltsames Wesen wird allein von dem Wunsch getrieben, Gott AMA bzw. das Brahman zu erkennen. Dieser Wunsch wird auch „Brahmajijnasa“ genannt. Ein solches Wesen ist erfüllt von der Suche nach Gott AMA und der Untersuchung Seines Bewusstseinsmeeres. Er übt sich permanent in der spirituellen Praxis der Unterscheidung, um die Realität des Einen und die relative Unwirklichkeit der Vielfalt der Maya erkennen zu können. Dies geschieht über die Meisterschaft der 10 Sinne, des Egos und des irdischen Körpers.

Ein „Brahmajnanin“ enthält sich aller niederen Bewusstseinsebenen und Dimensionen, um in „Brahmaloka“, die Dimension von Gott AMA; d.h. in die Plus 7. Dimension, eintreten zu können. Dies ist nur möglich, wenn er ein hohes Bewusstsein entwickelt hat, das bereits im irdischen Leben einen Ewigkeitscharakter aufweist, der frei von der vergänglichen irdischen Welt ist. Das Wesen ist nur noch auf die Erfahrung der Einheit mit Gott AMA ausgerichtet. Es identifiziert sich nicht mehr mit seinem Körper, seinen irdischen Sinnen und seinem KW-Denken. In diesem göttlichen Bewusstseinszustand, der auch Brahman-Zustand genannt wird, wird die göttliche Realität in ihrer ganzen Form erfahren. Die polaren Kräfte der Trennung haben keine Macht mehr.

Auf diese Weise erlangt das Wesen wahre göttliche Glückseligkeit, die „Brahmananda“ genannt wird, nämlich das Glücksgefühl, das Gott AMA vermittelt, wenn man mit IHM eins wird. Das Wesen ist dann nicht mehr an den Inkarnationszyklus der Wiedergeburt gebunden, sondern kann aus diesem aussteigen und in Gott AMA aufsteigen, da es wahre Befreiung von der Maya und seinem individuellen Ich erlangt hat. Durch „Nirvikalpa“, d.h. die Beherrschung der Sinne, wurde auch die letzte Spur von Polarität im Menschen ausgelöscht.

„Nirvikalpa“ ist ein Teil der Tugend der Enthaltsamkeit. Es ist eine Stufe der Erleuchtung, die frei von allen irdischen Aktivitäten des Egos ist und das Bewusstsein des Menschen beständig und unwankelbar in den höheren Dimensionen und der Wirklichkeit von Gott AMA verankert hat. Die irdischen Sinne, der Körper, das KW und das Ego wurden gemeistert und abgelegt, so dass das Wesen ohne alle Sinnestätigkeit ist. Es ist in einem neutralen Nullzustand der Stille und des Schweigens der irdischen Sinne, welcher auch „Nirvikalpamauna“ genannt wird.

Daraus ergibt sich er Zustand von „Nirvikalpasamadha“, der höchste Bewusstseinszustand der Erleuchtung in der Plus 7. Dimension, in welchem nicht nur die irdischen Sinne, das KW und das Ego ausgeschaltet sind, sondern auch die Verwirklichung des göttlichen Satzes „Ich bin ein Teil Gottes“ geschehen ist. Der Mensch gibt sich selbst und sein menschliches und seelisches, individuelles Selbst auf, um wieder im Ur-Meer der Einheit Gottes aufzugehen, wo es weder Dualität noch Subjekt oder Objekt gibt.

Nur ein Wesen, das vollständig frei von der Vorstellung seines begrenzten Ichs ist und seine göttliche Natur erkannt hat, kann in diesen Bewusstseinszustand eintreten. Aus diesem heraus wirkt es nicht mehr für sein eigenes Wohl, sondern für das Wohl von allem-was-ist, denn das ist das einzige, was das Wesen noch interessiert. Die eigenen Ego-Bedürfnisse sind längst uninteressant geworden. Dies ist die Basis eines göttlichen Mitarbeiters, der sich im Universum inkarniert, um anderen Geschöpfen bei ihrer spirituellen Entwicklung und ihrer Rückkehr zu unterstützen und zu führen. Alles andere ist für ihn nicht mehr relevant. Der eigene spirituelle Aufstieg wurde so lange zurückgestellt, bis der göttliche Auftrag ausgeführt und alle Geschöpfe wieder in Gott AMA eingegangen sind.

Wer in er Tugend der Enthaltsamkeit lebt, hat die göttliche Wirklichkeit, das Wesen von Gott AMA und Seine göttlichen Prinzipien erkannt. Dieser Bewusstseinszustand wird auch „Brahmatattva“, das Wesen von Brahman, genannt. „Brahmatattva“ weist einerseits auf das Bewusstseins-Meer der absoluten Wirklichkeit von Gott AMA hin, andererseits auf Gott AMA selbst, der der Herr dieses Meeres ist. Indem das Wesen die göttliche Unterscheidungskraft entwickelt hat, erkennt es, dass es in der tiefen Wurzel seines Seins eins mit Gott AMA ist und deshalb zu IHM zurückkehren wird und muss.

Die über diesen Zustand hinausgehende Entwicklung ist nur durch Hingabe an Gott AMA möglich. So wird aus dem Zustand der Enthaltsamkeit von den irdischen Sinnen, dem Ego und dem KW, ein Zustand des Sich-Öffnens und des Sich-Hingebens an Gott AMA und Sein Bewusstseinsmeer der Liebe, des Lichts und des Friedens. Das, was man aufgegeben hat, erhält man nun tausendfach in anderer, höherer Form zurück. Ein Wesen, das sich L’Egoland enthält, verliert somit nichts, sondern gewinnt am Ende viel mehr, indem es Teil der Fülle Gottes wird. Denn wie schon die Upanisahden sagen: „Brahmavid brahmaiva bhavati“, d.h. „Wer Brahman/Gott AMA erkennt, wird selbst zu einem Teil von IHM.“