Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über Euren Schöpfer und Herrn, Gott AMA, und Euer letztes Endziel in Gott AMA berichten.

Vorübung:

Stelle Dir Gott AMA auf dem Thron in Seinem Herzezntrum vor, umgeben von Millionen von Engeln. Mit denselben falle nieder, um Gott AMA anzubeten und Ihm für die Gnade der Schöpfung zu danken. Sprich folgendes Gebet:

„O Gott AMA, allgütiger, allmächtiger, ewiger Herr von allem-was-ist, ich bete Dich in Demut an und danke Dir zusammen mit allen Seraphim, Cherubim und allen heiligen Engeln für die Gnade der Erschaffung der Schöpfung. Ich bitte Dich, segne mich, dass ich das letzte Endziel meines Daseins klar erkenne und durch Deine Gnade auch erreiche. Ich danke Dir. Amen.“

1. Gott ist Dein Schöpfer

Erkenne, was es heißt, ein Geschöpf zu sein und einen Schöpfer zu haben. Als Geschöpf bist Du Deiner Natur gemäß ein erschaffenes Wesen. Denn Du besitzt das Dasein nicht aus Dir selbst. Du warst vor der Schöpfung ein reines Nichts im Ur-Geist-Meer und konntest deshalb weder Dir noch anderen etwas geben.

Gott AMA hat Dich erschaffen. Nur Er allein konnte ein so großes Werk an Dir und allen Geschöpfen vollbringen. Alle Menschen zusammen wären nicht im Stande gewesen, ein solches Wunder auszuführen. Gott AMA hat die Schöpfung nach Seinem Plane erschaffen. Weshalb bist Du erschaffen worden? Hat Gott etwa Deiner bedurft? Was kannst Du nach Deiner Erschaffung Deinem Schöpfer geben, was nicht schon Sein Eigentum wäre

Gott AMA hatte keinen anderen Grund für Deine Erschaffung als Seine unendliche göttliche Liebe. Er hat Dich aus Seiner Liebe heraus erschaffen. Wie bereits in der Bibel in Jer, 31,3, steht: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; deshalb zog Ich dich erbarmend zu Mir.“

Gott AMA hat Dich also liebend erschaffen und aus göttlicher Liebe hat er Dich mit den herrlichsten Vorzügen Deiner Seele ausgestattet. Er hat Dich nicht arm erschaffen wie die Materie, sondern Er hat Dich nach Seinem göttlichen Abbild geformt. Zu den herrlichen Vorzügen Deiner Seelennatur hat er Dir noch herrliche Vorzüge der göttlichen Gnade der Transformationskraft und Erleuchtung hinzugegeben. Siehe, wie sehr Gott AMA Dich liebt!

Gott AMA hat all dies getan, obwohl er wusste, dass einige seiner Geschöpfe IHM undankbar werden und von IHM abweichen würden. Er sah voraus, welche geringe Liebe zu IHM in ihren Herzen sein würde, wie viele Ego-Missetaten sie gegen IHN begehen würden und welch schrecklichen Missbrauch sie von ihren göttlichen Gaben machen würden. Aber so sehr Er auch über ihren Undank bekümmert war, so konnte er doch nicht Seine Liebe zurückhalten, so dass er ihnen das Leben geschenkt hat.

Die Liebe Gottes war nicht nur bei Deiner Erschaffung wirksam, sondern zieht sich wie ein goldener Faden durch Deine ganzen Inkarnationen. In jedem Augenblick Deines Lebens ist sie aktiv, indem sie Dich am Leben erhält. Wie oft bist Du Dir dessen gar nicht bewusst! Welchen Dank zeigst Du Gott für Seine Liebe? Welche Gnade ist es, dass Er durch Seine Liebe Dir das Sehen, das Hören, das Sprechen, das Denken und das Leben durch diesen Körper mit Deiner Seele ermöglicht!

Erkenne: Wie gut ist Gott AMA, dass Er Dir und all Seinen Geschöpfen so viel Gutes zukommen lässt, Tag für Tag ohne Ende!

Sprich folgendes Gebet: „O Gott AMA, mein Gott und Schöpfer, unendlich groß ist der Schatz Deiner Güte. Nichts anderes als Deine unendliche Güte und Liebe hat Dich bewogen, mir das Dasein zu geben und mich zu erhalten und mich trotz meiner Ego-Missetaten und Sünden mit so vielen und großen Wohltaten zu überhäufen. O mein Gott, wie soll ich Dir all diese Liebe vergelten? Alles, was mein ist, ist Dein. Voll Dankbarkeit gebe ich es Dir wieder und bitte Dich um nichts anderes, als dass alles, was ich bin und habe, zu Deiner Ehre und Verherrlichung diene. Ich danke Dir.“

2. Gott ist Dein Herr

Erkenne, dass Gott AMA, Dein Schöpfer, auch Dein König und Herr ist. Der Maler ist Herr seines Gemäldes, der Bildhauer ist Herr seiner Statue, und wer immer eine Sache gemacht hat, ist ihr Eigentümer. Er kann ganz über seine Werke nach seinem Willen bestimmen. Genauso hat Gott AMA, Dein Schöpfer, ein Eigentumsrecht an Dir. Denn Er hat Dir nicht nur, wie der Künstler seinem Bild, eine äußere Gestalt gegeben, sondern Er hat Dein ganzes Sein und Wesen, Deinen Körper und Dein Seele-Geist-Wesen, gemacht und erhält es fortwährend. Würde Gott AMA Seine mächtige Hand auch nur einen Augenblick von Dir zurückziehen, so würdest Du im selben Augenblick in das Nichts zurücksinken und nicht mehr leben, ja gar nicht mehr existieren.

Darum bist Du ganz das Eigentum Gottes und Gott AMA spricht zu Dir wie zu all Seinen Geschöpfen: „Ich bin der Herr, Dein Gott.“ Erkenne die Herrschaft Gottes über Dich und halte sie stets treu in Deinem Herzen!

Sei Dir bewusst: Die Herrschaft Gottes ist die höchste, die es im Universum gibt. Niemand anderes kann Dir eine Verpflichtung auferlegen. Die Herrschaft Gottes ist unumschränkt. Sein Wille steht über allem und ist die Grundlage für alles. Diesem Willen muss jedes Geschöpf folgen ohne Rücksicht auf seine eigenen Ego-Wünsche und Verlangen, selbst wenn es dafür sein Leben geben muss.

Die Herrschaft Gottes ist so mächtig, dass sich ihr niemand entziehen kann, auch nicht die anti-göttlichen Wesen oder der Anti-Gott. Selbst wenn diese versuchen, die göttliche Herrschaft zu vernichten, so wird es ihnen doch nie gelingen. Genauso wie der Vogel ohne Luft oder der Fisch ohne Wasser nicht leben kann, so kann der Mensch nicht leben, wenn er sich von Demjenigen losreißen will, der das Leben und die Quelle aller Energiestrahlen des Lichts, der Liebe und des Friedens ist: Gott AMA.

Wisse: Die Herrschaft Gottes ist unauslöschlich und unanfechtbar, weil sie IST. Ohne sie gäbe es kein Universum. Jede Herrschaft der Menschen nimmt ein Ende, Gott AMA aber bleibt der Herr von allem, was ist, in alle Ewigkeit. So bleibt Er auch auf ewig Dein Herr. Der Anti-Gott kann niemals Herr des Universums werden, denn Gott AMA steht als Schöpfer über ihm und kann ihn jederzeit wieder in Nichts auflösen.

Die Herrschaft Gottes ist allumfassend. Jedes Geschöpf muss IHM dienen mit allem, was es besitzt, mit Freuden und Leiden, mit Gesundheit und Krankheit, mit Ehre und Scham, mit Körper und Seele-Geist-Wesen, mit Leben und Sterben. Jedes Geschöpf muss IHM dienen mit allen Sinnen seines physischen Körpers und allen Fähigkeiten seines Seele-Geist-Wesens. Das ist göttliches Gesetz. So erinnere Dich Dein ganzes Leben lang an die Gegenwart, die Wohltaten und die vollkommenen Eigenschaften Gottes. Erkenne Seine Wahrheit immer mehr und unterwerfe Dich mit Deinem Willen IHM, um IHN ganz mit Deinem Herzen zu lieben. Frage Dich: Hast Du Gott so gedient an allen Orten, zu allen Zeiten, mit allen Kräften?

Die Herrschaft Gottes ist höchst liebend. Er will nicht über Sklaven in strenger Gerechtigkeit herrschen, sondern über Seine Kinder in Liebe und Barmherzigkeit. Seine Herrschaft ist dadurch auch höchst heilsam. Denn glückselig sind die Wesen, die Gott AMA, ihren Herrn, fürchten und von Herzen gerne dessen göttliche Gebote ausführen. So bist Du zwar glücklich, wenn Du mit Gottesfurcht die göttlichen Gebote einhältst. Du wirst aber hunderttausendmal glückseliger sein, wenn Du Gott AMA aus Liebe dienst.

Erforsche Dein Innerstes nun, wie es um Deinen Dienst für Gott AMA steht. Hast Du die absolute Herrschaft Gottes anerkannt und Dich bereitwillig in allem Seinem Willen unterworfen? Hast Du nicht etwa den Dienst Deines Schöpfers verlassen und Dich der elenden Sklaverei des Egos und des Anti-Gottes hingegeben? Welchen Lohn hast Du vom Anti-Gott für Deinen harten Ego-Dienst erhalten?

Sprich folgendes Gebet: „O Gott AMA, mein Schöpfer, Du bist mein Herr, mein erster und letzter, mein höchster und einziger, mein notwendiger und ewiger, mein lieblichster und freigebigster Herr und Gebieter. Ich bereue, dass ich Dich, meinen Herrn, so oft verlassen und mich zu einem Sklaven meines Egos und der anti-göttlichen Seite erniedrigt habe. Bitte verzeihe mir mein Vergehen. Von nun an will ich Dir mit um so größerer Liebe dienen. Mein Herz ist bereit, o Gott AMA, sich Dir ganz hinzugeben. Ich danke Dir.“

3. Gott ist Dein letztes Ziel und Ende

Werde Dir bewusst, dass Gott AMA nicht nur Dein Anfang ist, sondern auch Dein letztes Endziel. Dieses geistige Endziel ist so hoch und edel, dass Du es mit dem menschlichen Verstand nicht erfassen und mit irdischen Kräften nicht erreichen kannst. Gott AMA hat Dich nämlich erschaffen, damit Du IHN durch den Glauben erkennst, IHN durch die Hoffnung erstrebst, Dich IHM durch die göttliche Liebe hingibst und in Seinem Bewusstseinsmeer unendlich glücklich bist in Ewigkeit. Schon jetzt kann diese glückselige Ewigkeit beginnen, wenn Du Gott AMA treu dienst. Denn bereits in ihrem irdischen Leben belohnt Gott AMA hundertfach die Wesen, die sich IHM hingeben und gute Werke gemäß Seinem Willen tun. Ein Mensch, der nicht seine eigene Ehre, Bequemlichkeit und Wunscherfüllung seines Egos sucht, sondern nur Gott gefallen will und ein wahrhaft tugendhaftes Leben führt, erfährt den „Himmel“ schon hier auf „Erden“. Wer sich dagegen von Gott AMA abwendet und sein Ego und die Wurzeln des Übels auslebt, erlebt die „Hölle“ auf Erden.

Frage nur Deine eigene Erfahrung. Wann bist Du wirklich glücklich und zufrieden gewesen? War es nicht zu der Zeit, wo Gott allein als das Ziel Deines Strebens und Verlangens war? Was ist passiert, als Du IHN verlassen hast und Dich Deinem Ego, der 3D-Welt und den Versuchungen des Anti-Gottes zugewendet hast? Was ist geschehen, nachdem Du zu Gott AMA zurückgekehrt bist? Er ruft jeden Tag nach Dir. Wenn Du in Seinem Schwingungsfeld bist, dann wirst Du Anteil an Seinem Lohn und Seiner Fülle haben. Schwingst Du jedoch in den Minus-Dimensionen des Anti-Gottes, dann erwarten Dich Mangel und Leid.

Willst Du das höchste und einzige Ziel in Gott AMA erreichen, dann solltest Du folgende drei Eigenschaften erstreben und in Dir verankern:

1. Den göttlichen Glauben: Er ist das Fundament jeglicher Beziehung zu Gott AMA und er ist der Anfang aller spirituellen Entwicklung. Nur wenn Du stark im Glauben bist, kannst Du Dein Endziel in Gott AMA erreichen. Im Licht des Glaubens erkennst Du Gott AMA als den einzigen, guten Urheber alles Erschaffenen im Universum und als das Endziel von Allem. Aus diesem Glauben wird dann Wissen.

2. Die göttliche Hoffnung: Verlange mit ganzem Herzen nach Gott AMA und setze all Dein Vertrauen allein auf IHN. Schätze Gott AMA mehr als alles Geld und alle materiellen Schätze, alle Freuden und irdischen Genüsse, und alle 3D-Ehren und Auszeichnungen. Alles, was Dir die 3D-Welt bieten kann, sollte Dir verächtlich erscheinen im Vergleich zum höchsten Gut, Gott AMA. Nach IHM allein sollst Du verlangen. Alles andere soll Dir nur ein Hilfsmittel sein, in das Bewusstseinsmeer Gottes einzutreten oder Deinen göttlichen Auftrag leichter ausführen zu können.
All Dein Vertrauen und Deine Hoffnung soll sich allein auf Gott AMA stützen. Vertraue nicht auf Dich selbst, Dein Ego oder auf die Menschen, denn sie sind unbeständig und unvollkommen und daher nicht verlässlich. Gott AMA dagegen ist vollkommen und beständig. Er wird Dir immer helfen und wird Dir sowohl die ewige Glückseligkeit als auch alle feinstofflichen und irdischen Mittel geben, wenn Du IHN nur demütig darum bittest und Dich IHM ganz hingibst.

3. Die göttliche Liebe: Das Kraftfeld der Liebe Gottes sollte Dein Endziel sein. Liebe Gott AMA aus ganzem Herzen, Deine Mitmenschen und Mitgeschöpfe aber um Gottes willen, weil sie wie Du aus Gott entstanden sind. Wenn Du außer Gott ein Geschöpf liebst, so kann dieses Geschöpf leicht Dein Endziel werden, und Du verlierst dadurch Gott aus den Augen und machst Dich selbst unglücklich, denn jede menschliche Liebe endet irgendwann und zerbricht. Gott AMA allein ist alle Glückseligkeit und ewige Liebe. Je mehr Du Gott AMA liebst, desto größer wird der Zustand der Freude und Zufriedenheit Deines Herzens schon in diesem Leben sein. Am Ende Deines Inkarnationszyklus wirst Du eins mit Gott AMA und Seinem Meer der göttlichen Liebe werden. Dann wirst Du ganz erfahren, wie bitter und schlimm es ist, Gott verlassen zu haben, und wie wunderbar es ist IHN zu lieben und Du wirst jauchzend voll Freude in Seiner Ewigkeit sein.

So erforsche Dich selbst und bereue, was Du gegenüber Gott, Deinem Schöpfer durch Undankbarkeit und Ungehorsam, gegenüber Gott, Deinem letzten Endziel durch Gleichgültigkeit getan hast. Nimm Dir vor, fortan alles aus dem Bewusstsein reiner Gottesliebe zu machen.

Sprich zum Abschluss folgendes Gebet: „O Gott AMA, mein einziger Schöpfer, mein höchster Herr und mein letztes Endziel, ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Ich will Dir von nun an dienen mit all meinen Kräften meiner Seele, meines Geistes und meines Körpers. Alles ist Dein, was ich habe, und womit ich Dir diene. Große Ehre, großer Ruhm ist es, Dir zu dienen und um Deinetwillen mein Ego zu verschmähen. Denn die sich freiwillig Deinem göttlichen Dienst widmen, werden große Gnade empfangen und ewige Freude in Deiner Glückseligkeit erlangen. Ich danke Dir. Amen.“

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Ur-Polarität des Universums, und die drei Grundeigenschaften der Materie sowie ihre Wechselwirkung auf Seele, Geist und Körper des Menschen berichten.

1. Purusha und Praktri/Pradhana

Die Ur-Polarität des Universums heißen Purusha und Prakrti bzw. Pradhana.
Purusha ist die göttliche Seele-Geist-Wesen-Instanz in Dir, die Dir allein wirkliches Erkennen, wahres göttliches Bewusstsein und Sehen ermöglicht. Purusha ist auch Dein göttlicher Geist, der Teil des Ur-Geistes ist.

Prakrti dagegen umfasst alles Materielle, aber auch Dein KW, Dein Ego, seine Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. Praktri ist die geschöpfte Materie.

Alles Prakrti kann von Purusha gesehen und erkannt werden. Alles Purusha dagegen kann von Prakrti zumeist nicht gesehen und erkannt werden.

Purusha = göttlicher Geist, Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein, unveränderlich
Praktri = Materie, Ego, KW-Bewusstsein, stets im Wandel

Alle Dinge, die in den Bereich von Praktri fallen, haben eine gemeinsame Quelle, die Pradhana genannt wird, die Ur-Materie, auf der alles Leben und Werden im Universum beruht. Gott AMA hat das Universum auf der Grundlage von Pradhana geschaffen. Am Anfang existierte keine Verbindung zwischen Pradhana, der Ur-Materie, und Purusha, dem Ur-Geist. Dann aber kamen sie durch die Kraft Gottes zusammen und aus ihnen entstand Praktri, das irdische Objekt bzw. die irdische, geschöpfte Materie, welche die Rolle Pradhanas in der Schöpfung übernahm. Aus ihr entstanden die ersten Empfindungen des Egos in den Wesen, sowie die irdischen Sinne des Materiellen und die vier Elemente.

Das Seele-Geist-Wesen jedes Wesens ist Purusha, wohingegen sein KW, sein Körper und sein Ego Praktri sind. Jeder Mensch hat also sowohl Purusha als auch Praktri in sich. So bist auch Du ein Geschöpf aus Purusha und Praktri.

Der spirituelle Pfad hat als Ziel, Deinen Körper und Dein KW so zu reinigen und schwingungsmäßig anzuheben, dass es Purusha möglich wird, ungehindert durch Dich zu fließen, zu wirken und zu sehen und zu erkennen. Normalerweise ist nämlich der 3D-Mensch weit davon entfernt Ausdrucksmittel für Purusha zu sein. In ihm herrschen die Kleshas (= die Wurzeln des Übels) und besonders die Wurzel der Verblendung, Avidya, vor, die sich wie ein Schleier über Purusha legen. Gerade die Tatsache, dass der normale Mensch meint, nicht Purusha, d.h. sein göttliches See-Geist-Wesen, sondern Praktri, d.h. sein Ego und Körper zu sein, ist der Ursprung von Avidya überhaupt. Dies ist der Anfang aller Leidensgeschichten im Universum.

Purusha ist sowohl Zeuge als auch Quelle Deines Handelns. Purusha wirkt wie der Impulsgeber für ein elektrisches Tor. Was sich bewegt, ist das Tor, d.h. Praktri. Es braucht Purusha als Quelle für das Toröfnnen bzw. Handeln. Prusuha ist aber auch der Zeuge, der beständige Beobachter der Funktionen Deines Körperwesens, Egos und Körpers. In Purusha herrschen göttliche Klarheit und eine friedliche Stille des Verstehens vor. Wenn wirklich die Klarheit Deines göttlichen Geistes in Dir aktiv ist, dann bist Du dauerhaft ruhig, glücklich und in Frieden. Existiert jedoch nur intellektuelle 3D-Klarhehit Deines Egos, dann ist das Gefühl des Glücks nicht von Dauer und Du fällst bald wieder in den Unfrieden und die Unruhe ab.

Praktri, welche auch materielle Erscheinungswelt der Maya genannt wird, bezeichnet die sichtbare Welt in Raum und Zeit innerhalb der 7 Dimensionen und ihrer Unterebenen, d.h. die Welt der Veränderung, des Entstehens und Vergehens. Mit Praktri verbunden ist nicht nur die Materie im engeren Sinne, sondern auch die psychische Realität des Körperwesens und sein Denken, Wollen und Empfinden, die sich bis auf das Ego und Super-Ego ausdehnen. Körper, Körperwesen, Ego und Super-Ego gelten somit alle als materiell. Alle vier zählen zur Erscheinungswelt der Praktri. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass der Körper dem grobstofflichen Bereich der Prajtri (=Materie) und ihrer niederen Unterebenen zugeordnet ist (sthula-scharira = Grobkörper), das Körperwesen (=Psyche), Ego und Super-Ego dagegen als feinstofflich/astral gelten (suksma-scharira = Feinkörper bzw. Astralkörper).

2. Die drei Gunas

Die gesamte Praktri, sowohl die Materie wie auch Körper, Körperwesen, Ego und Super-Ego, werden von drei Prinzipien bestimmt, den drei Grundeigenschaften der Materie, welche Gunas genannt werden. Guna bedeutet auf Sanskrit „Faden, Qualität oder Grundeigenschaft.“ Die Praktri ist nämlich von den Gunas durchwebt wie ein Seil, das aus drei Strängen geflochten ist, wobei die Dicke eines jeweiligen Stranges, der Anteil einer Grundeigenschaft, bei jedem Wesen unterschiedlich ausfallen kann. Die drei Gunas und ihre zugeschriebenen Eigenschaften sind:

Tamas: Passivität, Trägheit, Lethargie, Dunkelheit, Schwere und Chaos, stumpf, finster, unbeweglich, fest
Rajas: Aktivität, Bewegung, Leidenschaft, Rastlosigkeit, Tatendrang, Dynamik, feurig, rot, bewegt, getrieben
Sattva: Weisheit, Tugendhaftigkeit, Harmonie, Klarheit, Licht, Frieden und Güte, weiß, hell, rein, klar, fein, leicht

Wisse: Der spirituelle Weg ist ein fortschreitender Prozess vom polaren Tamas- oder Rajas-orientiertem Sein hin zu einem sattvischem, neutralem, göttlichen Sein.

Tamas als erstes Guna ist das Prinzip der Finsternis, Verblendung und Unwissenheit. Damit ist sowohl die materielle Dunkelheit oder Trägheit eines Felsen als auch die geistige Stumpfheit oder Nachlässigkeit des KW-Geistes gemeint.

Das Gegenteil von Tamas ist Rajas. Wie der aufgewirbelte Staub auf einer Wüstenstraße bedeutet Rajas die Bewegung und Aktivität im Körperbereich und im psychischen Körperwesen-Sinne das Handeln aus Leidenschaft und Begierde. Rajas ist das aktive und beherrschende Element der 3D-Welt und findet sich besonders im Ego und Super-Ego wieder. Es ist jedoch nicht auf Freiheit begründet, sondern ist gebunden an das Ego und die Todsünden. Rajas ist dann aktiv, wenn die Gebundenheit durch die inneren Begierden dominieren oder es durch äußere Kräfte angetrieben wird. Es ist wie ein ausbrechender Vulkan, der nicht zu steuern ist.

Das dritte Prinzip der drei Gunas ist Sattva, das Gute, Reine, Vollkommene. Sattva ist weder dumpf-passiv wie Tamas noch getrieben-aktiv wie Rajas. Es ist frei von der 3D-Welt und göttlich neutral. Während ein fauler Apfel dem Wirken von Tamas entspricht, im reifenden Apfel Rajas vorherrscht, so zeigt der reife Apfel die Vollkommenheit von Sattva. Diese Vollkommenheit zeigt sich sowohl auf der Ebene des Körpers als auch des Körperwesens: die Schwingung ist aus den Minus-Dimensionen in die göttlichen Dimensionen angehoben worden und die Todsünden und Wurzeln des Übels wurden in die Tugenden und Wurzeln des Göttlichen gewandelt.

Ein spirituell entwickeltes göttliches Wesen zeigt sowohl materielle als auch geistige Merkmale von Sattva. Es ist auf der materiellen Ebene von Praktri klar und bewusst, sowie in seinem Körperwesen und seiner Psyche ruhig, ausgeglichen und neutral. Dies sind die Eigenschaften eines wirklich bewussten göttlichen Menschen. Sowohl sein Körper als auch sein Körperwesen wurden veredelt und zum Ausdruck seines göttlichen Seele-Geist-Wesens, d.h. Purusha. Sein Ego und Super-Ego wurden erlöst.

Letztendlich ist aber auch Sattva nicht die wirkliche Glückseligkeit und Endstufe, denn wie Tamas und Rajas ist es Teil von Prakrti, der geschaffenen polaren Welt, auch wenn es bereits sehr weit entwickelt ist. So kann Sattva durchaus auch mit dem spirituellen Ego verglichen werden, das sich zwar der spirituellen Welt und Tugenden bewusst ist, aber noch nicht wirkliche Befreiung erfahren hat, da es noch in der Maya ist. Dies wird an folgendem Beispiel deutlich:

Stelle Dir die drei Gunas als drei Räuber vor, die Dir im Wald auflauern. Tamas, der eine Räuber, will Dich töten und Dir Dein Geld stehlen. Rajas, der zweite Räuber, bindet Dich an Händen und Füßen an einen Baum und stiehlt Dir all Dein Geld und Deine Besitztümer. Nach einiger Zeit kommt Sattva, der dritte Räuber, bindet Dich los, bringt Dich aus dem Wald heraus und führt Dich bis zu einer belebten Straße. Dann verlässt Dich Sattva, denn auch er ist ein Räuber und kann Dich nicht weiter als bis in den Ort begleiten, da er Angst hat, gefangengenommen zu werden.

Diese Geschichte zeigt Dir: Tamas möchte Dich zerstören, Rajas bindet Dich an die irdische Welt und beraubt Dich Deiner göttlichen SGW-Schätze und Sattva bringt Dich auf den Weg zur göttlichen Befreiung. Tamas muss von Rajas überwunden werden und Rajas von Sattva. Aber letztendlich muss auch Sattva überwunden werden, wenn Du wirkliche vollständige Freiheit von der polaren Welt der Maya suchst. Denn die Wahrheit Gottes liegt jenseits der drei Gunas.

Inkarnierte Purushas, d.h. Seele-Geist-Wesen, werden auch als Jivas bezeichnet, wobei sich Jiva primär auf die Seele bezieht, die im Laufe ihrer Inkarnationen im Universum eine ganz individuelle Prägung und Seelen-DNS erhalten hat. Jiva, die individuelle Seele, ist durch sein Inkarnations-Ego an die Maya und die Inkarnationskette im Universum gebunden. Die Erfahrung von Jiva ist die Erfahrung von Geburt, Wachstum und Tod. Alle Wesen sind geboren worden, wachsen, verändern sich und werden eines Tages sterben und wiedergeboren werden. Geburt und Tod beziehen sich dabei auf den physischen Körper, nicht auf den feinstofflichen Seelenkörper. Nach dem Tod ist Jiva, die individuelle Seele, frei von ihrem gegenwärtigen physischen Körper und wird, ihrem Karma und ihrem göttlichen Auftrag entsprechend, einen neuen Körper von der göttlichen Führung erhalten und in der irdischen Welt der Maya wiedergeboren werden.

Dieser Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt wird Samsara genannt. Samsara ist das Rad von Leben und Tod. Samsara bedeutet auch, durch das Ego und seine Gebundenheit an die Maya zu leiden. Samsara hört nicht auf, bis Befreiung von der Maya und der Inkarnationskette erlangt wird. Diese Befreiung geschieht, wenn Jiva, die individuelle Seele bemerkt, dass sie in Wirklichkeit nicht individuell ist, sondern ein absoluter Teil Gottes war, ist und immer sein wird. Sie tritt wieder in ihr ganzheitliches Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein ein (=Purusha). Mit dem spirituellen Aufstieg löst sich die Individualität der Inkarnations-Seele und des Egos auf. Die erleuchtete Seele ist dann befreit von allen vergangenen Ego-Handlungen und alles Karma der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Raum und Zeit lösen sich auf und die Seele wird eins mit Gott.

Alle Jivas sind bis zu ihrem spirituellen Aufstieg eine Mischung aus den drei Gunas. Je nachdem überwiegt das eine oder andere Guna bei dem Menschen. Der hermetische Pfad ist ein Mittel, mit dem sich das Wesen (Jiva) von den Bindungen an die polare Welt und die Maya befreien kann. Entsprechend den Gunas gibt es drei Arten von Jivas:

Pravahi: Tamas: Grobstofflich, 3D-Bewusst, materiell, weltlich, nicht interessiert an spiritueller Transformation, Erleuchtung oder der Befreiung von der Maya und dem Ego; beschäftigt sich damit, die Maya weiter kennenzulernen und sich darin zu verstricken.

Maryada: Rajas: Interessiert an Befreiung von der Maya; fühlt, dass es einen Weg geben muss, um das Leid zu beenden; sucht mit seinem Ego nach 3D-Wissen, dem es folgen kann; irdische Aktivitäten führen nicht zur wirklichen Befriedigung; das Wesen möchte gerne hinter die Illusion blicken und die Wahrheit erkennen, ohne aber sein Ego wirklich aufzugeben.

Pushti: Sattva: Pushti bedeutet „göttliche Lichtfülle“. Dies sind göttliche, reine Wesen, die von der Gnade Gottes und Seiner drei Strahlen der Liebe, des Lichts und des Friedens, erfüllt werden. Sie suchen nicht mit ihrem Ego nach einem Weg, um Befreiung von der Maya zu erzwingen, sondern geben sich ganz der Gnade Gottes und Seinem Willen hin.

Zusammenfassend kann man sagen: Tamas ist ein Zustand bzw. eine Wesenheit der Trägheit oder Ignoranz. Rajas ist ein Zustand bzw. ein Wesen der Dynamik und Aktivität, in der das Ego voll einbezogen ist. Sattva drückt sich als ein Zustand bzw. ein Wesen in der einfachen und gleichmütigen Ausübung einer Handlung aus.

Im Handeln schlicht und einfach zu sein, ist die sattwische Energie, die jedes Wesen in sich verstärken sollte. Die Entwicklung der meisten Menschen in L’Egoland beginnt jedoch mit einer Bewusstseinshaltung, die von Tamas geprägt ist. Tamasische Handlungen sind von Natur aus täuschend. Sie werden zur Selbstbefriedigung des Egos ausgeführt und fügen anderen Wesen oft Schaden zu. Es sind Handlungen mit wenig Einsicht und einer begrenzten Sichtweise bzw. einem beschränkten Bewusstsein. Man bezeichnet sie als tamasisch, da sie starr und und verblendet sind. Solche Taten unterliegen der Wurzel der Unwissenheit/Avidya, welche eng mit der Guna Tamas verbunden ist.

Auf der nächsten Ebene folgt die Art der Handlung, die man als rajasisch bezeichnet. Diese Handlungen werden ausgeführt, um einen persönlichen Wunsch mit seinem Ego, Anstrengung, Antrieb, Motivation, Erwartung und den 5 Kleshas/Wurzeln des Leides zu einem für das Super-Ego befriedigenden Ergebnis zu führen. Die meisten Menschen von L’Egoland leben und arbeiten auf dieser rajasischen Ebene von Karma.

Jene Handlungen, die ohne jede Erwartung, ohne Hass, Gier oder Verblendung verrichtet werden, sind sattwischer Natur. Sie fließen von Harmonie zu Liebe, Hingabe und Mitgefühl und führen zu einem völlig bewussten, in Gott schwingenden Gesamtwesen. Es ist das Ziel jedes Wesens, nach diesem sattwischen Handeln zu streben und es in sich stark werden zu lassen, um über dieses eines Tages ganz aus der Maya aussteigen zu können. Sattvisch zu leben bedeutet auch, nicht zu versuchen, seinem Karma auszuweichen oder neues aufzubauen, sondern es neutral zu erlösen! Man fließt dann mit völliger Achtsamkeit und Losgelöstheit mit dem Karma in seinem Leben.

Bei den meisten Menschen geschieht jedoch das Gegenteil, d.h. statt Fließen herrschen Kampf und Widerstand vor. Wenn jemand in seinem Leben gegen sein Karma kämpft, dann sind seine Handlungen rajasisch und nicht sattvisch. Denn im Augenblick des Kampfes agiert man mit seinem Ego, das sich den göttlichen Ideen und Strukturen und damit auch den eigenen Handlungen entgegenstellt.

Für jedes Wesen ist es deshalb wichtig, dass es sich der drei Gunas in sich bewusst wird. Nur dann kann es wieder zu seinem göttlichen Seele-Geist-Wesen (Purusha) werden und aus dem Kreislauf von Samsara, seinem Ego und Körperwesen (=Praktri) und seinem Karma aussteigen.

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die transformierende Kraft und Weisheit des Yoga berichten.

Yoga ist eine sehr alte göttliche Philosophie, die bereits in Atlantis, Lemuria, dem alten Ägypten und anderen Hochkulturen gelehrt und praktiziert wurde. Yoga war damals mehr eine religiöse Handlung, die das Seele-Geist-Wesen im Körper verankerte und die göttlichen Energiebahnen im Wesen im Einklang mit den göttlichen Energieströmen im Kosmos brachte, als eine gymnastische Übung. Mittels Yoga wurden das Ego und das Körperwesen an das Seele-Geist-Wesen „angeschirrt“, um für dieses als gut funktionierendes Fahrzeug wirken zu können, wodurch beide zu einer untrennbaren, harmonischen Einheit werden. Deswegen bedeutet das Sanskrit-Wort Yoga auch „anjochen, zusammenbinden, vereinigen, anschirren“.

Die Yoga-Asanas (Übungen) sind die sichtbare, bekannteste Form des Yoga. In Wirklichkeit sind die Asanas aber nur ein Teil einer komplexen Yoga-Praxis, die aus 8 Bereichen bzw. Gliedern besteht:

Erkenntnis der anti-göttlichen Wurzeln des Übels, sowie Erkenntnis der göttlichen Wurzeln und Tugenden
Körperhaltungen, um den Körper für das Seele-Geist-Wesen vorzubereiten und mit diesem zu verbinden (Asana)
Atemregelung und Aufnahme von Prana (Pranayama)
Zurückziehen der Sinne
Konzentration
Meditation
Versenkung in Gott, Auflösung der Objekt-Subjekt-Beziehung, das letzte Ziel: der Geist kommt in Gott zur Ruhe

Die acht Bereiche greifen ineinander über, stehen jedoch untereinander nicht in einer bestimmten Hierarchie. Deshalb werden sie auch als acht Blütenblätter des spirituellen Pfads des Königs bezeichnet. Diese acht Glieder sind als Methoden gedacht, um das Zur-Ruhe-Kommen des Geistes bzw. des Egos und der 3D-Gedanken zu erzielen. Sie bauen auf den Yoga-Sutren des Patanjali auf, der diese aus noch älteren Quellen aus atlantischer Zeit hat.

Durch die acht Glieder des Yoga lernt der spirituelle Schüler sich selbst zu verstehen und Erleuchtung zu erfahren. Schritt für Schritt stößt er vom Bekannten – seinem Körper – zum Unbekannten – seinem Seele-Geist-Wesen – vor. Von der äußeren Hülle des Körpers – der Haut – schreitet er vor zum „Denken“. Vom „Denken“ geht es weiter zum „geistigen Wissen“, von dort zum „göttlichen Willen“, zum „unterscheidenden Bewusstsein“ und schließlich zum „göttlichen Selbst“.

Jede Asana-Übung ist erstens eine Transformations-Übung und zweitens eine Meditation, d.h. eine Verbindung zum göttlichen Energiemeer Gottes.

Zur Körper-Transformation werden diejenigen Asanas verwendet, die gezielt physische Bereiche des Körpers wie Muskeln oder Faszien bearbeiten und dort Spannungen lösen, auf bestimmte Meridiane, Chakren, Organe oder Drüsen einwirken, das Herzkreislaufsystem anfachen/beruhigen oder das Blut reinigen, etc.

Zur Meditation werden diejenigen Asanas verwendet, die eine Verbindung zwischen Körperwesen und Seele-Geist-Wesen herstellen. Die Transformations-Asanas lösen blockierte Bereiche im physischen Körper auf, während die gleichzeitig angewandten Meditations- und Atemtechniken emotionale und mentale Ego-Muster, Blockaden und Programme transformieren. Da SGW und KW eng miteinander verbunden sind, werden Transformations-Übungen und Meditationen bzw. Atemtechniken in der Regel zusammen in einem Asana verwendet. So kann die Yoga-Übung am besten sowohl auf der Ebene des Körpers als auch auf der Ebene der Seele wirken. Im westlichen „Gymnastik-Yoga“ wird zumeist der Meditations- und Atem-Aspekt der Asanas vernachlässigt, wodurch sie zu einer rein physischen Übung werden, die „nur“ Muskelverspannung und Blockaden im Körper bearbeiten.

Die verschiedenen Asanas sind sehr alt und es gibt sie schon seit vielen tausenden von Jahren, ja sogar noch vor der Zeit von Atlantis. Asana bedeutet wörtlich „Sitz“ und bezieht sich auf die Fläche, auf die der Yogi sitzt. Sie meint auch den Lotussitz, die vollkommene Meditationshaltung, was sich auf den geistigen und spirituellen Aspekt des Yoga bezieht, der den körperlichen Bereich bei weitem überragt.

Jede Asana öffnet Energiebahnen, Meridiane und Faszien und verbindet auf diese Weise den Praktizierenden mit dem göttlichen Energiemeer, so dass er neues Prana aufnehmen und altes Apana abgeben kann. Eine Asana kann auch ein Instrument zur Selbstdiagnose sein. So können bestimmte Yoga-Übungen in Dir Emotionen wie Freude, Unbehagen, Angst, Gier oder Schmerz auslösen, die auf den Zustand Deiner körperlichen Muskulatur, Faszien, etc. oder auch auf alte Ego-Programme, Karma und polare Emotionen hinweisen, die bearbeitet und erlöst werden sollten.

Wenn Du Dich auf eine Asana einlässt, wirst Du verschiedene Phasen durchlaufen. Zunächst fühlst Du Dich möglicherweise unbehaglich, weil Du durch diese eine schmerzhafte Blockade „triggerst“, die Dir bis dahin nicht bewusst war. Vielleicht fällst Du in alte Ego-Gewohnheiten des sportlichen Ehrgeizes zurück und schaust Dir die anderen Yoga-Teilnehmer an, ob diese die Übung besser als Du machen, so dass Du mit Deinem Fokus nicht bei Dir sondern im Außen bist. Oder Du möchtest mit aller Macht in die Dehnung gelangen, auch wenn sich Dein Körper dagegen sperrt, wodurch Du Dir mehr schaden als nützen und Dich sogar verletzen kannst.

Wenn Du eine Asana zum ersten Mal einnimmst, mache das sehr achtsam und bewusst, denn sie ist neu und sowohl Dein Körper als auch Deine Seele sind noch nicht daran gewöhnt. Du kannst durch die Asana „schlafende Hunde“ Deines Körpers aber auch Deines Egos wecken, die erst einmal laut „bellen“ und Dich vielleicht sogar in Angst versetzen. Sei Dir bewusst, dass sich Unbehagen nur deshalb einstellt, weil Du bewusst auf Dein Ego und Deine alten Ego-Programme triffst, die bis dahin im Untergrund schwelten und nun bearbeitet werden dürfen.

Wenn Du in der Asana bleibst und versucht in der Anspannung zu entspannen, fühlt es sich nach und nach besser an. Dein Körper nimmt die Haltung an und stellt sich darauf ein, so dass Du die Muskeln entspannen kannst, die Du jetzt nicht brauchst. Du richtest Deinen Geist auf Deine Transformation, Schwingungsanhebung und Verbindung mit Deinem Seele-Geist-Wesen und Gott AMA aus. Es entsteht eine bewusste Verbindung zwischen Deinem Körper, Deinem Körperwesen, Deinem Erden-Selbst und Deinem Seele-Geist-Wesen. Du bist Dir Deiner selbst bewusst und das fühlt sich gut und natürlich an. Die göttliche Energie in Dir kann frei fließen und neue Lebensenergie strömt in Dich ein. Dadurch werden alte Ego-Blockaden erlöst und die Wurzeln des Übels in Dir verkleinert. Das ist die Wirkung einer Asana im Yoga.

Wenn die Asana Dein Seele-Geist-Wesen (das Unbewusste) und Deinen Körper und Dein Körperwesen (das Bewusste) in Dir verbindet, entsteht ein göttlich bewusster Gesamtzustand in Dir. Du bist Dir in Deinem Körper Deines Seele-Geist-Wesens bewusst und Dein Ego hat seine Macht über Dich verloren. Dadurch bist Du fähig, göttlich und bewusst zu handeln. Die Yoga-Asana wird dadurch zu einer Kriya-Haltung.

Das Wort „Kriya“ bedeutet Handlung. Die Kriya ist die spontane Umsetzung von göttlichen Handlungen durch die Asana, welche Dein unendliches SGW mit diesem endlichen Moment in Deinem physischen Körper verbindet. Die Yoga-Übung ist dann ein schöpferischer Vorgang, nicht nur eine statische Körperübung. Jede Asana ist dabei eine eigene dynamische, formgebende göttliche Schöpfung und ein göttlicher Tanz, wodurch sie zur Kriya wird. Wenn Du die Yoga-Kriyas mit Deinem physischen Körper ausführst, verankerst Du in Dir gleichzeitig eine göttliche neutrale Haltung bezüglich polarer Emotionen und eine neutrale Einstellung zur 3D-Welt.

Jede Kriya steht dabei für sich als Ganzes, d.h. als ein vollkommenes göttliches Juwel, das ganz besonders wirkt und ein göttliches Fließen erzeugt. Eine Kriya braucht anders als das Gymnastik-Yoga nicht eine Abfolge von vielen Asanas, sondern nur eine einzige Asana oder sehr wenige Asanas, die bewusst ausgeführt werden. Jede Yoga-Kriya ist eine perfekt konzipierte göttliche Abfolge von Haltungen, Atmung und Klang, die eine Einheit miteinander bilden, um einen bestimmten Bewusstseinszustand und eine Transformation möglich zu machen.

Im Adma-Yoga, dem Yoga des neuen göttlichen Zeitalters, wird sehr viel mit besonderen Kriyas gearbeitet. Jede Kriya ist auch die Kraft des göttlichen Seele-Geist-Wesens, das sich selbst in den Ebenen der göttlichen Erfahrung bewusst wird. Dies geschieht zum einen im Reich des Geistes durch bewusstes Denken, im Reich des Körpers durch harmonische Bewegung, Form und Gestalt, und im Reich der Handlung durch die göttliche Willenskraft, Kreativität, Demut und die Bereitschaft Gott AMA bis in alle Ewigkeit zu dienen.

Wenn Du eine Adma-Kriya-Yoga-Übung machst, ist das Ergebnis ihrer Wiederholung der Zugang zu den höheren Schichten Deines göttlichen Seele-Geist-Wesens-Bewusstseins, sowie das Erreichen eines göttlichen, stabileren und höheren Schwingungszustandes. Die Adma-Kriya-Yogas sind speziell dafür gedacht, Dein Ego und die 5 Wurzeln des Übels (Kleshas) zu verringern und Dein göttliches Seele-Geist-Wesen und die Wurzeln des Göttlichen und der Tugenden zu stärken.

Die Adma-Yoga-Kriyas fördern das göttliche Handeln in Dir. Wenn Du lernst, mittels der Kriyas göttlich zu agieren, so richtet sich Dein Handeln am großen Plan von Gott AMA und Seinem Handeln aus. Du gibst Dich mit Deinem Willen ganz dem großen Willen von Gott AMA hin. Dadurch kommst Du in einen erhöhten Bewusstseinszustand und die Ego-Blockaden, Anhaftungen, Blindheit und Verblendung, die Dich bis dahin davon abgehalten haben, göttlich zu handeln, werden aufgelöst.

Durch das Ausführen der Adma-Kriya-Yoga-Übungen entsteht in Dir ein Gefühl von göttlicher Kraft, Stärke, Vertrauen, Anmut, Harmonie und die Fähigkeit, Dinge erfolgreich zu Ende bringen zu können. Du handelst sowohl zeitlos als auch rechtzeitig. So ist auch die Adma-Yoga-Kriya keine zufällige Sammlung von beliebigen Körperpositionen oder Handlungen. Sie ist vielmehr eine gut aufeinander abgestimmte Abfolge von Haltungen, Atem und Klang, um diesen höheren Bewusstseinszustand der Ego-Freiheit und des Seele-Geist-Wesen-Vertrauens möglich zu machen.

Die Stufen der Schwingungsanhebung und der Verbindung zwischen Deinem Körper, Körperwesen, Erden-Selbst und Seele-Geist-Wesen, die durch die Yoga-Asana-Kriyas entstehen, sind folgende:

1. Mit der Asana, die zu einer Kriya führt, beginnst Du Deinen Körper in die richtige Position für seine Transformnation und SGW-Verbindung zu bringen, sowie die göttliche Lebensenergie (Prana) in Dir anzuregen und verbrauchte Lebensenergie (Apana) abzuleiten. Dabei gibt Dir die Asana durch seine Haltung die Möglichkeit, Dein Ego loszulassen und zu transformieren.

2. Dann kommt das göttliche Bewusstseinsfeuer hinzu, so dass Dein Geist negative Ego-Muster und Programme durch positive ersetzt und Du Dich neu orientieren kannst. Du gehst vom Weg der Dunkelheit und des Egos zurück zum Weg des Lichts und der Wahrheit. Dein gesamtes Wesen verpflichtet sich wieder Gott AMA und dem göttlichen Ziel in IHM. Dein Ego lässt von alten Ego-Zielen ab.

3. Sobald Du Dich Gott AMA verpflichtest, wirst Du zu einem Ausdruck der göttlichen Wahrheit. Du beginnst in Seine göttlichen Bewusstseinsebenen aufzusteigen und Deine Seele leuchtet im göttlichen Licht.

4. Am Ende kommt es dann zur Einheit mit Gott AMA und Du kommunizierst mit IHM und Deinem göttlichen Seele-Geist-Wesen. Die Yoga-Asana-Kriya wird dann zu einer Haltung der absoluten göttlichen Fülle und Liebe. Du hast keine Wünsche mehr und fragst nicht mehr nach dem, was Dein Ego möchte. Du bist frei von der Maya und bist zurück zu Deiner göttlichen Quelle in Gott AMA gekehrt.

Das ist alles, worum es im Adma-Yoga, dem wirklichen Yoga, geht. Es geht nicht um Deine körperliche Leistungs- oder Dehnfähigkeit, sondern um die Transformation Deines Körperwesens, Deines Egos und Deiner alten Seelenblockaden, um eins mit Gott AMA zu werden, so dass dadurch die Basis gelegt werden kann, eines Tages ganz in IHN aufzusteigen. So praktiziere Yoga in diesem Sinne und Dein Bestreben wird göttliche Früchte tragen.

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Tugend der Höflichkeit berichten.

Die Höflichkeit ist eine wichtige Eigenschaft eines edlen, göttlichen Wesens. Eine „adlige“, ritterliche Seele besitzt Anstand und Höflichkeit. So sollte auch jedes Wesen, das in die höheren göttlichen Dimensionen strebt, eine Etikette der Höflichkeit entwickeln, die seinem göttlichen Seele-Geist-Wesen entspricht und seinen Körper veredelt. Dies ist umso wichtiger, wenn das Wesen ein göttlicher Mitarbeiter ist, denn eine edle, höfliche Gesinnung entspricht seinem göttlichen SGW-Status.

Sei Dir bewusst: In ihrer ausgeprägtesten Form gleicht die Höflichkeit fast der göttlichen Liebe. Denn auch die Höflichkeit ist langmütig und freundlich, sie hasst nicht, sie fürchtet sich nicht, sie begehrt nicht und sie bläht sich nicht auf. Sie ist Ausdruck Anteil nehmender Achtung vor den Gefühlen der Mitmenschen und ihren Seele-Geist-Wesen. Zudem bedeutet die Höflichkeit auch eine demütige Achtung vor der bestehenden göttlichen Ordnung der Natur, des Planeten und vor Gott AMA, sowie Respekt vor der jeweiligen Stellung eines Wesens, wobei nach echtem Seelenverdienst und nicht nach dem Ego-Verdienst unterschieden wird.

So hat die Höflichkeit eine herausragende Stellung auf dem spirituellen Pfad. Die Höflichkeit hat allerdings keinen Nutzen, wenn sie nur aus Angst vor Verletzung der bestehenden Gesellschaftsregeln oder aus Angst vor Ablehnung oder Verminderung des eigenen Ego-Ansehens eingesetzt wird.

Auch wenn die Höflichkeit keine alleinstehende Tugend ist, hat sie doch eine große Bedeutung. Sie verbindet nämlich alle anderen Tugenden miteinander und schafft im Menschen ein Bewusstseinsfeld des Edelmuts, der Reinheit und der Hingabe vor der göttlichen Ordnung. Die Höflichkeit wertet die anderen Tugenden auf und reinigt sie in ihrem Ausdruck. Damit ist aber keine oberflächliche Höflichkeit gemeint, wie man sie z.B. im gesellschaftlichen 3D-Leben, Vereinen, Schulen, usw. findet. Bereits der spirituelle Meister Konfuzius hat in seinen Schriften mehrfach darauf hingewiesen, dass äußeres höfliches Verhalten ebenso wenig zu echtem Anstand und wahrer, innerer Höflichkeit gehört wie das Geräusch zur Musik.

In Japan hat sich das Prinzip der Höflichkeit im Laufe der Jahrhunderte zu einer regelrechten geistigen Disziplin entwickelt. Nachdem der Anstand im Mittelalter zur obersten Bedingung des gesellschaftlichen 3D-Lebens erhoben wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein kompliziertes System von Etikette, das bereits den Kindern vermittelt wurde, so dass sie sich sozial korrekt verhalten konnten. Sie lernten, wie man jemanden grüßt oder anspricht, wie man sich verbeugen muss, wie man zu gehen oder zu sitzen hat, usw. Tischmanieren wurden zu einer Wissenschaft für sich. Man erwartete, dass gut erzogene Menschen alle Regeln des höflichen Umgangs beherrschten. Die Höflichkeit und der Anstand wurden nicht nur in Japan, sondern auch auch in Europa und anderen Ländern zum Kennzeichen gehobener, wohlhabender Lebensart. Erst in heutiger Zeit wurden nahezu alle gesellschaftlichen Regeln der Höflichkeit aufgegeben und durch das fessellose Ego ungültig gemacht.

Die äußere Höflichkeit ist zwar durchaus ehrenhaft und lobenswert, da sie in gewissen Teilen das Ego beherrscht, kann jedoch kein unreines, dunkles oder anti-göttliches Seele-Geist-Wesen verbergen oder verändern. Sie ist nicht mehr als eine Maske, die mit dem wahren inneren Kern des Wesens nichts oder nur kaum etwas zu tun hat. Die wirkliche göttliche Höflichkeit zieht sich dagegen sowohl durch den Körper, das Körperwesen als auch das Seele-Geist-Wesen, und wandelt den gesamten Menschen in ein edles Wesen.

In Japan wurde die gesellschaftliche Höflichkeit und Etikette bis in die kleinsten Finessen ausgearbeitet und verfeinert. Wir denken hier z.B. an die japanische Tee-Zeremonie, die äußerst komplex ist, aber auch an den Verhaltenskodex und die Philosophie des japanischen Militäradels (Bushido). Anders als die westliche Etikette, die oft mehr Schein als Sein war, hat die japanische Etikette aber auch immer die Meisterschaft der niederen Natur des Menschen, des Egos, mit einbezogen.

Es gab in Japan vor der Ankunft der Europäer verschiedene Schulen, die unterschiedliche Lehren der Höflichkeit vermittelten. In ihrem höchsten Ziel waren sich aber alle einig. So sollte das höchste Ziel darin bestehen, den Geist des Menschen so zu formen, dass es nicht einmal der übelste Mensch es wagte, einen anderen anzugreifen, selbst wenn dieser nur still da saß und sich nicht verteidigte. Das heißt: Durch die ständige Übung korrekter Manieren werden alle Bereiche und Fähigkeiten des physischen Körpers in vollendete Ordnung und Harmonie mit sich selbst und seiner Umgebung gebracht, so dass der Geist die Herrschaft über den Körper und das Fleisch hat und das Ego keine Macht mehr hat.

Höflichkeit ist Eleganz und das bedeutet eine Einsparung von Kraft, denn wer höflich ist, muss sich nicht mit seinem Ego aufregen oder in Rage steigern. Feine Manieren bedeuten Kraft und Ruhe. Wer höflich handelt, vergeudet keine Energie. Vielmehr wandelt die zurückgelegte Energie den Menschen nach und nach in ein edles, feines Wesen und trägt so zu seiner Wandlung von der niederen Natur zur höheren Natur des Menschen bei.

Höflichkeit wird somit zu einer seelischen Disziplin und großen Errungenschaft, wenn es ihr gelingt, dem inneren und äußeren Menschen Anmut, Edelmut, Eleganz, Reinheit und Feinheit zu verleihen. Doch ihre Funktion ist damit noch keineswegs erfüllt. Denn wahre Höflichkeit ist auch immer Ausdruck des göttlichen Mitgefühls, da es dem Gedanke der Milde und Bescheidenheit entspringt und damit direkt mit der Wurzel der göttlichen Liebe verbunden ist. Wahre Höflichkeit wird von einem feinen Gespür für die Empfindsamkeit seiner Mitmenschen getragen und wie man sich diesen gegenüber zu verhalten hat, um ihren göttlichen Wert zu würdigen und sie nicht zu verletzen.

Bereits Konfuzius betont in seinen Schriften, wie wichtig die Milde ist. Nur ein Herrscher, der über die Menschen in Milde regiert, ist ein guter Herrscher. Die Milde ist ein Zeichen eines göttlichen Herzens-Menschen. Milde gegenüber den Schwachen, den Unterdrückten und den Besiegten galt stets als besonders rühmlich für einen Adligen oder Samurai. Genauso verhält es sich auch bei den göttlichen Mitarbeitern, und bei allen normalen Seele-Geist-Wesen.

Die Erziehung zu sanfter Empfindsamkeit fördert zugleich die Aufmerksamkeit gegenüber dem Leiden seiner Mitwesen und Mitmenschen. Sie führt zu Bescheidenheit und Wohlwollen, die getragen sind vom Respekt vor den Gefühlen anderer Menschen. Das ist der Ursprung wahrer Höflichkeit.

Wie unterschiedlich die japanische Höflichkeit zur westlichen Höflichkeit ist, zeigt sich an diesem Beispiel: In Europa lobt man vor dem Beschenkten die Vorzüge eines Geschenks, das man überreicht. In Japan macht man es dagegen schlecht oder verleumdet es sogar. Dahinter steht in Europa die Idee: „Schau, was ich Dir schönes schenke! Wenn es nicht schön wäre, würde ich nicht wagen, es dir zu schenken. Denn es wäre eine Beleidigung, dir etwas zu schenken, was nicht schön ist.“

In Japan denkt man jedoch: „Ich mag dich und kein Geschenk ist für dich gut genug. Nichts, was ich dir geben kann, wirst du annehmen, außer als Zeichen meines guten Willens. Nimm dieses Geschenk somit als Zeichen an und nicht um seines Wertes willen. Es wäre eine Verletzung deiner göttlichen Seelenwürde, zu behaupten, es gäbe in der irdischen Welt ein Geschenk, das für dich gut genug ist.“

Wenn Du Dir beide Sichtweisen anschaust, dann stellst Du folgende Unterschiede fest: Der Europäer spricht von der Materie, aus dem das Geschenk besteht, und versucht sich mit seinem Ego zu rechtfertigen, warum es besser oder zumindest gleichwertig der Seele des Beschenkten ist. Zudem möchte er mit seinem Ego für sein Geschenk vom Beschenkten gelobt bzw. bestätigt werden.

Der Japaner dagegen spricht von der geistigen Energie des Schenkens an sich bzw. der geistigen Haltung und dem Bewusstsein der Milde, in dem das Geschenk überreicht wird. Er ist in einer demütigen Position, wo sich sein Ego vor der Seele des Beschenkten ehrfurchtsvoll verneigt. Er erwartet keine Anerkennung und kein Lob des Beschenkten. Die japanische Sichtweise steht damit über der europäischen Sichtweise, da sie das Ego klein hält und den wahren Wert der Seele in den Vordergrund stellt.

Sei Dir bewusst: Ohne Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit ist die Höflichkeit nur eine Farce und leerer Schein. Sie ist dann nichts als eine Maske des Egos, hinter der sich sein schlechter Charakter verbirgt. Nur wer in seinem Herzen nicht von der göttlichen Wahrheit abweicht und einen guten, tugendhaften Charakter hat, kann auch einen ehrlichen, höflichen Lebenswandel an den Tag legen. In seiner „Lehre von der Mitte“ schreibt der spirituelle Meister Konfuzius über die Wahrhaftigkeit: „Sie ist das Ende und der Beginn aller Dinge. Ohne Wahrhaftigkeit gäbe es nichts.“ Die Wahrhaftigkeit ist damit eine wichtige göttliche Eigenschaft, die für den spirituellen Aufstieg und die Einheit mit Gott AMA unabdingbar ist.

Lüge und Unwahrhaftigkeit dagegen zeugen von einem unedlen, feigen Charakter. Im Japanischen Militäradel waren Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit das oberste Gebot. Erst das machte einen Adligen zu einem Adligen. So galt das Wort eines Samurai bzw. sein Ritterwort mehr als das Wort eines Kaufmanns oder Bauern, denn der tiefe Hang der Samurai zur Wahrheit war allseits bekannt. Das Wort eines Samurai hatte ein solches Gewicht, dass Zusagen zumeist ohne ein schriftliches Zeugnis gegeben und auch erfüllt wurden. Alles andere stand unter der Würde des Samurai.

So sollte auch bei jedem spirituellen Wesen oder göttlichen Mitarbeiter die Hochachtung vor der Aufrichtigkeit so groß sein, dass sie sich immer an die göttliche Wahrheit und die göttlichen Gebote halten und diese nicht verletzen. Die Wahrheit steht über der Höflichkeit, denn wer die Wahrheit allein um der Höflichkeit willen opfert, macht sie zu leerer Form und einer Täuschung durch schmeichlerische Worte.

Ehrgefühl und damit ein ausgeprägtes Bewusstsein für die persönliche Würde und den Wert der eigenen Seele und die seiner Mitmenschen charakterisiert einen wahrhaft höflichen Menschen. In einem solchen Verhalten liegt etwas göttlich Vornehmes, das auf die göttlichen Tugenden des Menschen verweist. So wird der Mensch zum Ausdruck seiner höheren göttlichen Natur.

Die anti-göttliche Seite dagegen hat kein Ehrgefühl, weswegen sie auch keine wirkliche Höflichkeit an den Tag legen kann. Für sie wird Höflichkeit nur berechnend eingesetzt, um etwas zu erreichen. Sie liebt und respektiert das Gegenüber nicht wirklich – auch wenn sie scheinbar höflich agiert. Viele vermeintliche Freundschaften und sogar Beziehungen sind auf dieser falschen Höflichkeit aufgebaut, so dass es nicht verwunderlich ist, wenn es ihnen an Tiefe fehlt und sie bald wieder auseinanderbrechen. Die im dunklen Zeitalter gelebte Höflichkeit hat nämlich zumeist nichts mehr mit einer wirklichen Höflichkeit der Seele zu tun, sondern ist nichts anderes als eine weitere Maske des Egos, das damit etwas um seines eigenen Ego-Vorteils erreichen möchte. Wahre Höflichkeit dagegen ist frei von Ego-Begierden und Erwartungen und kommt aus einem reinen Herzen. Die Wertschätzung und Achtung vor dem Gegenüber sind ehrlich und nicht gespielt.

Wisse: Für die Meisterschaft Deines Egos ist wirkliche Höflichkeit notwendig, die sich durch Dein gesamtes Wesen – vom Geist, zur Seele bis zu Deinem Körper – zieht. So entwickle in Deinem ganzen Wesen und Verhalten eine wahrhaftige, aufrichtige, ehrliche und edle Höflichkeit, die Deinem göttlichen Seelenwert entspricht und beherrsche auf diese Weise das niedere Ego in Dir.

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch ein Märchen der Gebrüder Grimm als Gleichnis erzählen.

Wisse, dass die Märchen keine wirklichen „Phantasie-Geschichten“ sind, sondern Gleichnisse, Götter-Sagen, Mythen und Legenden der alten germanischen und keltischen Bewohner Europas in sich tragen. Nach der Christianisierung konnten diese ihre alte Naturreligion nicht mehr offen leben, sondern haben sie in Märchen verborgen und auf diese Weise bis in unsere Zeit bewahren können.

Die beiden Wanderer
Ein Märchen der Brüder Grimm (Quelle)

Berg und Tal begegnen sich nicht, wohl aber die Menschenkinder, zumal gute und böse. So kamen auch einmal ein Schuster und ein Schneider auf der Wanderschaft zusammen. Der Schneider war ein kleiner hübscher Kerl und war immer lustig und guter Dinge. Er sah den Schuster von der andern Seite herankommen, und da er an seinem Felleisen merkte, was er für ein Handwerk trieb, rief er ihm ein Spottliedchen zu:

„Nähe mir die Naht,
ziehe mir den Draht,
streich ihn rechts und links mit Pech,
schlag’schlag mir fest den Zweck.“

Der Schuster aber konnte keinen Spaß vertragen, er verzog das Gesicht, als wenn er Essig getrunken hätte, und machte Miene, das Schneiderlein am Kragen zu packen. Der kleine Kerl fing aber an zu lachen, reichte ihm seine Flasche und sprach: „Es ist nicht bös gemeint, trink einmal und schluck die Galle hinunter.“ Der Schuster tat einen gewaltigen Schluck, und das Gewitter auf seinem Gesicht fing an sich zu verziehen. Er gab dem Schneider die Flasche zurück und sprach: „Ich habe ihr ordentlich zugesprochen, man sagt wohl vom vielen Trinken, aber nicht vom großen Durst. Wollen wir zusammen wandern?“ – „Mir ist’s recht,“ antwortete der Schneider, „wenn du nur Lust hast, in eine große Stadt zu gehen, wo es nicht an Arbeit fehlt.“ – „Gerade dahin wollte ich auch,“ antwortete der Schuster, „in einem kleinen Nest ist nichts zu verdienen, und auf dem Lande gehen die Leute lieber barfuß.“ Sie wanderten also zusammen weiter und setzten immer einen Fuß vor den andern wie die Wiesel im Schnee.

Zeit genug hatten sie beide, aber wenig zu beißen und zu brechen. Wenn sie in eine Stadt kamen, so gingen sie umher und grüßten das Handwerk, und weil das Schneiderlein so frisch und munter aussah und so hübsche rote Backen hatte, so gab ihm jeder gerne, und wenn das Glück gut war, so gab ihm die Meistertochter unter der Haustüre auch noch einen Kuß auf den Weg. Wenn er mit dem Schuster wieder zusammentraf, so hatte er immer mehr in seinem Bündel. Der griesgrämige Schuster schnitt ein schiefes Gesicht und meinte: „Je größer der Schelm, desto größer das Glück.“ Aber der Schneider fing an zu lachen und zu singen und teilte alles, was er bekam, mit seinem Kameraden. Klingelten nun ein paar Groschen in seiner Tasche, so ließ er auftragen, schlug vor Freude auf den Tisch, daß die Gläser tanzten, und es hieß bei ihm „leicht verdient und leicht vertan.“

Als sie eine Zeitlang gewandert waren, kamen sie an einen großen Wald, durch welchen der Weg nach der Königsstadt ging. Es führten aber zwei Fußsteige hindurch, davon war der eine sieben Tage lang, der andere nur zwei Tage, aber niemand von ihnen wußte, welcher der kürzere Weg war. Die zwei Wanderer setzten sich unter einen Eichenbaum und ratschlagten, wie sie sich vorsehen und für wie viel Tage sie Brot mitnehmen sollten. Der Schuster sagte: „Man muß weiter denken, als man geht, ich will für sieben Tage Brot mitnehmen.“ – „Was,“ sagte der Schneider, „für sieben Tage Brot auf dem Rücken schleppen wie ein Lasttier und sich nicht umschauen? Ich halte mich an Gott und kehre mich an nichts. Das Geld, das ich in der Tasche habe, das ist im Sommer so gut als im Winter, aber das Brot wird in der heißen Zeit trocken und obendrein schimmelig. Mein Rock geht auch nicht länger als auf die Knöchel. Warum sollen wir den richtigen Weg nicht finden? Für zwei Tage Brot und damit gut.“ Es kaufte sich also ein jeder sein Brot, dann gingen sie auf gut Glück in den Wald hinein.

In dem Wald war es so still wie in einer Kirche. Kein Wind wehte, kein Bach rauschte, kein Vogel sang, und durch die dichtbelaubten Äste drang kein Sonnenstrahl. Der Schuster sprach kein Wort, ihn drückte das schwere Brot auf dem Rücken, daß ihm der Schweiß über sein verdrießliches und finsteres Gesicht herabfloß. Der Schneider aber war ganz munter, sprang daher, pfiff auf einem Blatt oder sang ein Liedchen und dachte: „Gott im Himmel muß sich freuen, daß ich so lustig bin.“ Zwei Tage ging das so fort, aber als am dritten Tag der Wald kein Ende nehmen wollte und der Schneider sein Brot aufgegessen hatte, so fiel ihm das Herz doch eine Elle tiefer herab; indessen verlor er nicht den Mut, sondern verließ sich auf Gott und auf sein Glück. Den dritten Tag legte er sich abends hungrig unter einen Baum und stand den andern Morgen hungrig wieder auf. So ging es auch den vierten Tag, und wenn der Schuster sich auf einen umgestürzten Baum setzte und seine Mahlzeit verzehrte, so blieb dem Schneider nichts als das Zusehen. Bat er um ein Stückchen Brot, so lachte der andere höhnisch und sagte: „Du bist immer so lustig gewesen, da kannst du auch einmal versuchen, wie’s tut, wenn man unlustig ist; die Vögel, die morgens zu früh singen, die stößt abends der Habicht,“ kurz, er war ohne Barmherzigkeit. Aber am fünften Morgen konnte der arme Schneider nicht mehr aufstehen und vor Mattigkeit kaum ein Wort herausbringen; die Backen waren ihm weiß und die Augen rot. Da sagte der Schuster zu ihm: „Ich will dir heute ein Stück Brot geben, aber dafür will ich dir dein rechtes Auge ausstechen.“ Der unglückliche Schneider, der doch gerne sein Leben erhalten wollte, konnte sich nicht anders helfen: er weinte noch einmal mit beiden Augen und hielt sie dann hin, und der Schuster, der ein Herz von Stein hatte, stach ihm mit einem scharfen Messer das rechte Auge aus. Dem Schneider kam in den Sinn, was ihm sonst seine Mutter gesagt hatte, wenn er in der Speisekammer genascht hatte: „Essen, soviel man mag, und leiden, was man muß.“ Als er sein teuer bezahltes Brot verzehrt hatte, machte er sich wieder auf die Beine, vergaß sein Unglück und tröstete sich damit, daß er mit einem Auge noch immer genug sehen könnte. Aber am sechsten Tag meldete sich der Hunger aufs neue und zehrte ihm fast das Herz auf. Er fiel abends bei einem Baum nieder, und am siebenten Morgen konnte er sich vor Mattigkeit nicht erheben, und der Tod saß ihm im Nacken. Da sagte der Schuster: „Ich will Barmherzigkeit ausüben und dir nochmals Brot geben; umsonst bekommst du es nicht, ich steche dir dafür das andere Auge noch aus.“ Da erkannte der Schneider sein leichtsinniges Leben, bat den lieben Gott um Verzeihung und sprach: „Tue, was du mußt, ich will leiden, was ich muß; aber bedenke, daß unser Herrgott nicht jeden Augenblick richtet, und daß eine andere Stunde kommt, wo die böse Tat vergolten wird, die du an mir verübst und die ich nicht an dir verdient habe. Ich habe in guten Tagen mit dir geteilt, was ich hatte. Mein Handwerk ist der Art, daß Stich muß Stich vertreiben. Wenn ich keine Augen mehr habe, und nicht mehr nähen kann, so muß ich betteln gehen. Laß mich nur, wenn ich blind bin, hier nicht allein liegen, sonst muß ich verschmachten.“ Der Schuster aber, der Gott aus seinem Herzen vertrieben hatte, nahm das Messer und stach ihm noch das linke Auge aus. Dann gab er ihm ein Stück Brot zu essen, reichte ihm einen Stock und führte ihn hinter sich her.

Als die Sonne unterging, kamen sie aus dem Wald, und vor dem Wald auf dem Feld stand ein Galgen. Dahin leitete der Schuster den blinden Schneider, ließ ihn dann liegen und ging seiner Wege. Vor Müdigkeit, Schmerz und Hunger schlief der Unglückliche ein und schlief die ganze Nacht. Als der Tag dämmerte, erwachte er, wußte aber nicht, wo er lag. An dem Galgen hingen zwei arme Sünder, und auf dem Kopfe eines jeden saß eine Krähe. Da fing der eine an zu sprechen: „Bruder, wachst du?“ – „Ja, ich wache,“ antwortete der zweite. „So will ich dir etwas sagen,“ fing der erste wieder an, „der Tau, der heute Nacht über uns vom Galgen herabgefallen ist, der gibt jedem, der sich damit wäscht, die Augen wieder. Wenn das die Blinden wüßten, wie mancher könnte sein Gesicht wiederhaben der nicht glaubt, daß das möglich sei.“ Als der Schneider das hörte, nahm er sein Taschentuch, drückte es auf das Gras, und als es mit dem Tau befeuchtet war, wusch er seine Augenhöhlen damit. Alsbald ging in Erfüllung, was der Gehenkte gesagt hatte, und ein Paar frische und gesunde Augen füllten die Höhlen. Es dauerte nicht lange, so sah der Schneider die Sonne hinter den Bergen aufsteigen, vor ihm in der Ebene lag die große Königsstadt mit ihren prächtigen Toren und hundert Türmen, und die goldenen Knöpfe und Kreuze, die auf den Spitzen standen, fingen an zu glühen. Er unterschied jedes Blatt an den Bäumen, erblickte die Vögel, die vorbeiflogen, und die Mücken, die in der Luft tanzten. Er holte eine Nähnadel aus der Tasche, und als er den Zwirn einfädeln konnte, so gut, als er es je gekonnt hatte, so sprang sein Herz vor Freude. Er warf sich auf seine Knie, dankte Gott für die erwiesene Gnade und sprach seinen Morgensegen, er vergaß auch nicht, für die armen Sünder zu bitten, die da hingen wie der Schwengel in der Glocke, und die der Wind aneinander schlug. Dann nahm er sein Bündel auf den Rücken, vergaß bald das ausgestandene Herzeleid und ging unter Singen und Pfeifen weiter.

Das erste, was ihm begegnete, war ein braunes Füllen, das frei im Felde herumsprang. Er packte es an der Mähne, wollte sich aufschwingen und in die Stadt reiten. Das Füllen aber bat um seine Freiheit: „Ich bin noch zu jung,“ sprach es, „auch ein leichter Schneider wie du bricht mir den Rücken entzwei, laß mich laufen, bis ich stark geworden bin. Es kommt vielleicht eine Zeit, wo ich dirs lohnen kann.“ – „Lauf hin,“ sagte der Schneider, „ich sehe, du bist auch so ein Springinsfeld.“ Er gab ihm noch einen Hieb mit der Gerte über den Rücken, daß es vor Freude mit den Hinterbeinen ausschlug, über Hecken und Gräben setzte und in das Feld hineinjagte.

Aber das Schneiderlein hatte seit gestern nichts gegessen. „Die Sonne,“ sprach er, „füllt mir zwar die Augen, aber das Brot nicht den Mund. Das erste, was mir begegnet und halbwegs genießbar ist, das muß herhalten.“ Indem schritt ein Storch ganz ernsthaft über die Wiese daher. „Halt, halt,“ rief der Schneider und packte ihn am Bein, „ich weiß nicht, ob du zu genießen bist, aber mein Hunger erlaubt mir keine lange Wahl, ich muß dir den Kopf abschneiden und dich braten.“ – „Tue das nicht,“ antwortete der Storch, „ich bin ein heiliger Vogel, dem niemand ein Leid zufügen darf, und der den Menschen großen Nutzen bringt. Läßt du mir mein Leben, so kann ich dirs ein andermal vergelten.“ – „So zieh ab, Vetter Langbein,“ sagte der Schneider. Der Storch erhob sich, ließ die langen Beine hängen und flog gemächlich fort.

„Was soll daraus werden?“ sagte der Schneider zu sich selbst, „mein Hunger wird immer größer und mein Magen immer leerer. Was mir jetzt in den Weg kommt, das ist verloren.“ Indem sah er auf einem Teich ein paar junge Enten daherschwimmen. „Ihr kommt ja wie gerufen,“ sagte er, packte eine davon, und wollte ihr den Hals umdrehen. Da fing eine alte Ente, die in dem Schilf steckte, laut an zu kreischen, schwamm mit aufgesperrtem Schnabel herbei und bat ihn flehentlich, sich ihrer lieben Kinder zu erbarmen. „Denkst du nicht,“ sagte sie, „wie deine Mutter jammern würde, wenn dich einer wegholen und dir den Garaus machen wollte?“ – „Sei nur still,“ sagte der gutmütige Schneider, „du sollst deine Kinder behalten,“ und setzte die Gefangenen wieder ins Wasser.

Als er sich umkehrte, stand er vor einem alten Baum, der halb hohl war, und sah die wilden Bienen aus- und einfliegen. „Da finde ich gleich den Lohn für meine gute Tat,“ sagte der Schneider, „der Honig wird mich laben.“ Aber der Weisel kam heraus, drohte und sprach: „Wenn du mein Volk anrührst und mein Nest zerstörst, so sollen dir unsere Stacheln wie zehntausend glühende Nadeln in die Haut fahren. Läßt du uns aber in Ruhe und gehst deiner Wege, so wollen wir dir ein andermal dafür einen Dienst leisten.“

Das Schneiderlein sah, daß auch hier nichts anzufangen war. „Drei Schüsseln leer,“ sagte er, „und auf der vierten nichts, das ist eine schlechte Mahlzeit.“ Er schleppte sich also mit seinem ausgehungerten Magen in die Stadt, und da es eben zu Mittag läutete, so war für ihn im Gasthaus schon gekocht, und er konnte sich gleich zu Tisch setzen. Als er satt war, sagte er: „Nun will ich auch arbeiten.“ Er ging in der Stadt umher, suchte einen Meister und fand auch bald ein gutes Unterkommen. Da er aber sein Handwerk von Grund aus gelernt hatte, so dauerte es nicht lange, er ward berühmt, und jeder wollte seinen neuen Rock von dem kleinen Schneider gemacht haben. Alle Tage nahm sein Ansehen zu. „Ich kann in meiner Kunst nicht weiterkommen,“ sprach er, „und doch gehts jeden Tag besser.“ Endlich bestellte ihn der König zu seinem Hofschneider.

Aber wie’s in der Welt geht: an demselben Tag war sein ehemaliger Kamerad, der Schuster, auch Hofschuster geworden. Als dieser den Schneider erblickte und sah, daß er wieder zwei gesunde Augen hatte, so peinigte ihn das Gewissen. „Ehe er Rache an mir nimmt,“ dachte er bei sich selbst, „muß ich ihm eine Grube graben.“ Wer aber andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Abends, als er Feierabend gemacht hatte und es dämmerig geworden war, schlich er sich zu dem König und sagte: „Herr König, der Schneider ist ein übermütiger Mensch und hat sich vermessen, er wollte die goldene Krone wieder herbeischaffen, die vor alten Zeiten ist verloren gegangen.“ – „Das sollte mir lieb sein,“ sprach der König, ließ den Schneider am andern Morgen vor sich fordern und befahl ihm, die Krone wieder herbeizuschaffen, oder für immer die Stadt zu verlassen. „Oho,“ dachte der Schneider, „ein Schelm gibt mehr, als er hat. Wenn der murrköpfige König von mir verlangt, was kein Mensch leisten kann, so will ich nicht warten bis morgen, sondern gleich heute wieder zur Stadt hinauswandern.“ Er schnürte also sein Bündel, als er aber aus dem Tor heraus war, so tat es ihm doch leid, daß er sein Glück aufgegeben und die Stadt, in der es ihm so wohl gegangen war, mit dem Rücken ansehen sollte. Er kam zu dem Teich, wo er mit den Enten Bekanntschaft gemacht hatte, da saß gerade die Alte, der er ihre Jungen gelassen hatte, am Ufer und putzte sich mit dem Schnabel. Sie erkannte ihn gleich und fragte, warum er den Kopf so hängen lasse. „Du wirst dich nicht wundern, wenn du hörst, was mir begegnet ist,“ antwortete der Schneider und erzählte ihr sein Schicksal. „Wenns weiter nichts ist,“ sagte die Ente, „da können wir Rat schaffen. Die Krone ist ins Wasser gefallen und liegt unten auf dem Grund, wie bald haben wir sie wieder heraufgeholt. Breite nur derweil dein Taschentuch ans Ufer aus.“ Sie tauchte mit ihren zwölf Jungen unter , und nach fünf Minuten war sie wieder oben und saß mitten in der Krone, die auf ihren Fittichen ruhte, und die zwölf Jungen schwammen rund herum, hatten ihre Schnäbel untergelegt und halfen tragen. Sie schwammen ans Land und legten die Krone auf das Tuch. Du glaubst nicht, wie prächtig die Krone war, wenn die Sonne darauf schien, so glänzte sie wie hunderttausend Karfunkelsteine. Der Schneider band sein Tuch mit den vier Zipfeln zusammen und trug sie zum König, der in einer Freude war und dem Schneider eine goldene Kette um den Hals hing.

Als der Schuster sah, daß der eine Streich mißlungen war, so besann er sich auf einen zweiten, trat vor den König und sprach: „Herr König, der Schneider ist wieder so übermütig geworden, er vermißt sich, das ganze königliche Schloß mit allem, was darin ist, los und fest, innen und außen, in Wachs abzubilden.“ Der König ließ den Schneider kommen und befahl ihm, das ganze königliche Schloß mit allem, was darin wäre, los und fest, innen und außen, in Wachs abzubilden, und wenn er es nicht zustande brächte, oder es fehlte nur ein Nagel an der Wand, so sollte er zeitlebens unter der Erde gefangen sitzen. Der Schneider dachte: „Es kommt immer ärger, das hält kein Mensch aus,“ warf sein Bündel auf den Rücken und wanderte fort. Als er an den hohlen Baum kam, setzte er sich nieder und ließ den Kopf hängen. Die Bienen kamen herausgeflogen, und der Weisel fragte ihn, ob er einen steifen Hals hätte, weil er den Kopf so schief hielt. „Ach nein,“ antwortete der Schneider, „mich drückt etwas anderes,“ und erzählte, was der König von ihm gefordert hatte. Die Bienen fingen an untereinander zu summen und zu brummen, und der Weisel sprach: „Geh nur wieder nach Haus, komm aber morgen um diese Zeit wieder und bring ein großes Tuch mit, so wird alles gut gehen.“ Da kehrte er wieder um, die Bienen aber flogen nach dem königlichen Schloß geradezu in die offenen Fenster hinein, krochen in allen Ecken herum und besahen alles aufs genaueste. Dann liefen sie zurück und bildeten das Schloß in Wachs nach mit einer solchen Geschwindigkeit, daß man meinte, es wüchse einem vor den Augen. Schon am Abend war alles fertig, und als der Schneider am folgenden Morgen kam, so stand das ganze prächtige Gebäude da, und es fehlte kein Nagel an der Wand und kein Ziegel auf dem Dach; dabei war es zart und schneeweiß, und roch süß wie Honig. Der Schneider packte es vorsichtig in sein Tuch und brachte es dem König, der aber konnte sich nicht genug verwundern, stellte es in seinem größten Saal auf und schenkte dem Schneider dafür ein großes steinernes Haus.

Der Schuster aber ließ nicht nach, ging zum drittenmal zu dem König und sprach: „Herr König, dem Schneider ist zu Ohren gekommen, daß auf dem Schloßhof kein Wasser springen will, da hat er sich vermessen, es solle mitten im Hof mannshoch aufsteigen und hell sein wie Kristall.“ Da ließ der König den Schneider herbeiholen und sagte: „Wenn nicht morgen ein Strahl von Wasser in meinem Hof springt, wie du versprochen hast, so soll dich der Scharfrichter auf demselben Hof um einen Kopf kürzer machen.“ Der arme Schneider besann sich nicht lange und eilte zum Tore hinaus, und weil es ihm diesmal ans Leben gehen sollte, so rollten ihm die Tränen über die Backen herab. Indem er so voll Trauer dahinging, kam das Füllen herangesprungen, dem er einmal die Freiheit geschenkt hatte, und aus dem ein hübscher Brauner geworden war. „Jetzt kommt die Stunde“ sprach er zu ihm, „wo ich dir deine Guttat vergelten kann. Ich weiß schon, was dir fehlt, aber es soll dir bald geholfen werden, sitz nur auf, mein Rücken kann deiner zwei tragen.“ Dem Schneider kam das Herz wieder, er sprang in einem Satz auf, und das Pferd rannte in vollem Lauf zur Stadt hinein und geradezu auf den Schloßhof. Da jagte es dreimal rund herum, schnell wie der Blitz, und beim drittenmal stürzte es nieder. In dem Augenblick aber krachte es furchtbar: ein Stück Erde sprang in der Mitte des Hofs wie eine Kugel in die Luft und über das Schloß hinaus, und gleich dahinterher erhob sich ein Strahl von Wasser so hoch wie Mann und Pferd, und das Wasser war so rein wie Kristall, und die Sonnenstrahlen fingen an darauf zu tanzen. Als der König das sah, stand er vor Verwunderung auf, ging und umarmte das Schneiderlein im Angesicht aller Menschen.

Aber das Glück dauerte nicht lange. Der König hatte Töchter genug, eine immer schöner als die andere, aber keinen Sohn. Da begab sich der boshafte Schuster zum viertenmal zu dem Könige und sprach: „Herr König, der Schneider läßt nicht ab von seinem Üermut. Jetzt hat er sich vermessen, wenn er wolle, so könne er dem Herrn König einen Sohn durch die Lüfte herbeitragen lassen.“ Der König ließ den Schneider rufen und sprach: „Wenn du mir binnen neun Tagen einen Sohn bringen läßt, so sollst du meine äIteste Tochter zur Frau haben.“ – „Der Lohn ist freilich groß,“ dachte das Schneiderlein, „da täte man wohl ein übriges, aber die Kirschen hängen mir zu hoch: wenn ich danach steige, so bricht unter mir der Ast, und ich falle herab.“ Er ging nach Haus, setzte sich mit unterschlagenen Beinen auf seinen Arbeitstisch und bedachte sich, was zu tun wäre. „Es geht nicht,“ rief er endlich aus, „ich will fort, hier kann ich doch nicht in Ruhe leben.“ Er schnürte sein Bündel und eilte zum Tore hinaus. Als er auf die Wiesen kam, erblickte er seinen alten Freund, den Storch, der da wie ein Weltweiser auf- und abging, zuweilen still stand, einen Frosch in nähere Betrachtung nahm und ihn endlich verschluckte. Der Storch kam heran und begrüßte ihn. „Ich sehe,“ hub er an, „du hast deinen Ranzen auf dem Rücken, warum willst du die Stadt verlassen?“ Der Schneider erzählte ihm, was der König von ihm verlangt hatte und er nicht erfüllen konnte, und jammerte über sein Mißgeschick. „Laß dir darüber keine grauen Haare wachsen,“ sagte der Storch, „ich will dir aus der Not helfen. Schon lange bringe ich die Wickelkinder in die Stadt, da kann ich auch einmal einen kleinen Prinzen aus dem Brunnen holen. Geh heim und verhalte dich ruhig. Heut über neun Tage begib dich in das königliche Schloß, da will ich kommen.“ Das Schneiderlein ging nach Haus und war zu rechter Zeit in dem Schloß. Nicht lange, so kam der Storch herangeflogen und klopfte ans Fenster. Der Schneider öffnete ihm, und Vetter Langbein stieg vorsichtig herein und ging mit gravitätischen Schritten über den glatten Marmorboden; er hatte aber ein Kind im Schnabel, das schön wie ein Engel war, und seine Händchen nach der Königin ausstreckte. Er legte es ihr auf den Schoß, und sie herzte und küßte es, und war vor Freude außer sich. Der Storch nahm, bevor er wieder wegflog, seine Reisetasche von der Schulter herab und überreichte sie der Königin. Es steckten Tüten darin mit bunten Zuckererbsen, sie wurden unter die kleinen Prinzessinnen verteilt, Die äIteste aber erhielt nichts, sondern bekam den lustigen Schneider zum Mann. „Es ist mir geradeso,“ sprach der Schneider, „als wenn ich das große Los gewonnen hätte. Meine Mutter hatte doch recht, die sagte immer, wer auf Gott vertraut und nur Glück hat, dem kann’s an nicht fehlen.“

Der Schuster mußte die Schuhe machen, in welchen das Schneiderlein auf dem Hochzeitfest tanzte, hernach ward ihm befohlen, die Stadt auf immer zu verlassen. Der Weg nach dem Wald führte ihn zu dem Galgen. Von Zorn, Wut und der Hitze des Tages ermüdet, warf er sich nieder. Als er die Augen zumachte und schlafen wollte, stürzten die beiden Krähen von den Köpfen der Gehenkten mit lautem Geschrei herab und hackten ihm die Augen aus. Unsinnig rannte er in den Wald und muß darin verschmachtet sein, denn es hat ihn niemand wieder gesehen oder etwas von ihm gehört.

Erläuterung des Märchens/Gleichnisses:

Das Schneiderlein symbolisiert den lichtvollen, göttlichen Menschen, der gemäß den Wurzeln des Göttlichen lebt. Am Anfang der Geschichte ist er naiv und lässt sich von dem anti-göttlichen Menschen, dem Schuster, ausnutzen und manipulieren. Aufgrund seiner Naivität, aber auch seines weißen Egos lebt er zu unbekümmert und gerät dadurch in Schwierigkeiten, da er zu wenig Proviant für die Reise mitnimmt.

Der Schuster, der den anti-göttlichen, dunklen Menschen symbolisiert, der gemäß den Wurzeln des Übels lebt, nutzt das Schneiderlein aus und lebt von dessen naiver Gutmütigkeit und Beliebtheit bei den Menschen. Denn der anti-göttliche Schuster ist aufgrund seines mürrischen Charakters nirgendwo beliebt. In Zeiten der Not teilt er aber sein Brot nicht mit dem Schneiderlein und gibt ihm seine guten Taten nicht zurück. Stattdessen sticht er ihm nach und nach für ein wenig Brot beide Augen aus und beraubt dadurch das Schneiderlein seiner göttlichen weißen Kraft. Auf diese Weise macht er ihn zu seinem Sklaven und zieht ihn hinter sich her. Sein anti-göttliches Ego triumphiert über die göttliche Seite. Schlussendlich lässt er aber das Schneiderlein am Galgen zurück, da er es nicht mehr brauchen kann und nun seine Ziele ohne ihn erreichen möchte.

Der Verlust der Augen ist der Kern des Gleichnisses. Es symbolisiert den Tod des alten, naiven, unbekümmerten Schneiderleins, der sich zu sehr auf Gott verlässt und selbst nichts für seine Versorgung tut, so dass er Hunger leidet und als Folge davon seine Naivität/Augen verliert. Der germanische Göttervater Odin hatte zwei Söhne: Baldur, der für die lichtvolle Seite seines Vaters steht, und Hödur, der für die dunkle Seite steht. Hödur war blind. Indem das Schneiderlein (Baldur) seine Augen verliert, wird er von Baldur zum blinden Hödur, der Dunkelheit. In seiner Blindheit erschießt Hödur von Loki, dem Anti-Gott angestiftet, seinen Bruder Baldur. In der Geschichte möchte das Schneiderlein unschuldige Lichtwesen bzw. Tiere erschießen bzw. töten, jedoch hält ihn das Flehen der Tiere und sein Mitgefühl schlussendlich davon ab, so dass er anders als Hödur diese Missetat nicht begeht.

Auch der Göttervater Odin hat nur ein Auge, da er ein Auge opferte, um aus dem Brunnen der Quelle Mimir zu trinken, welche allumfassendes Wissen enthält. Auf diese Weise bekam Odin seherische Fähigkeiten und konnte trotz seines fehlenden linken Auges mehr sehen als vorher mit seinem physischen Auge. Auch im alten Ägypten verliert der Gott Horus beim Kampf mit Seth sein linkes Auge bzw. beide Augen (nach anderer Überlieferung). Der Gott Thot heilte sein Auge bzw. gab ihm ein neues Auge, mit dem er besser sah als zuvor (das Horus-Auge) und das alles Anti-göttliche abwehrte. So verliert auch das Schneiderlein im Austausch für ein Stück Brot von der anti-göttlichen Seite bzw. dem Schuster, zuerst sein rechtes Auge und dann sein linkes Auge. Er sieht nun die physische Welt der Maya nicht mehr und ist blind mit seinem Ego-Seh-Sinn.

Das Brot steht für das bittere Wissen der Erkenntnis, welches das Schneiderlein von der anti-göttlichen Seite erhält, um sich zu wandeln und zu einem neuen Wesen zu werden. So ist ihm das Brot letztendlich nicht von der anti-göttlichen Seite, sondern von Odin bzw. Gott geschickt worden, um ihn zu prüfen und zu transformieren. Letztendlich ist die gesamte 7-tägige-Reise des Schneiderleins und Schusters ein Initiationsweg des Eingeweihten. Der Schumacher ist zwar besser physisch vorbereitet, da er genügend Proviant dabei hat, doch fehlt es ihm an geistiger Einstellung, Liebe und Großherzigjkeit. Dem Schneiderlein fehlt es an Proviant, aber er hat die rechte, positive Gesinnung. Am Ende absolviert nur das Schneiderlein den Initiationsweg erfolgreich, indem er durch den Verlust seiner Augen seine Sinne aus der Maya zurückzieht und die göttliche Wahrheit erkennt. So hat ihm die anti-göttliche Seite am Ende bei seinem Einweihungsweg geholfen. Er wollte ihn mit dem Brot zerstören, hat aber seine Erlösung bewirkt.

Bei den alten Germanen wurde der höchste Gott Odin durch zwei Raben bzw. Krähen symbolisiert, so dass es kein Zufall ist, dass diese am Galgen auf das blinde Schneiderlein warten. Der Galgen ist im übrigen ein Symbol des Weltenbaumes und steht für den Gott Odin, der an diesem umgedreht 9 Tage hängt, um die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen und die göttliche Weisheit zu erfahren. Ähnliches widerfährt auch dem Schneiderlein, der durch die Prüfung des Blindseins gehen muss, um dadurch zu einem neuen, bewussten Wesen zu werden.

Gott bzw. der Gott Odin in Gestalt seiner zwei Krähen schenkt dem Schneiderlein in seiner Gnade und Güte neue Augen, doch es sind andere Augen: sie sind geläutert, neutraler und tragen Licht UND Dunkelheit in sich. Das Schneiderlein sieht die Welt nicht mehr mit dem weißen Ego der Naivität. Er erhält seherische Fähigkeiten und nimmt die Welt schärfer und präsenter wahr. So möchte das neue Schneiderlein plötzlich verschiedene Tiere töten, um diese zu verspeisen, zu berauben oder als Reittier auszunutzen. Doch trotz seiner neuen Dunkelheit gelingt es ihm nicht, den Tieren ein Leid anzutun. Am Ende wird er dafür belohnt, indem ihm die Tiere helfen und ihn gegen die Angriffe des neidischen, anti-göttlichen Schusters verteidigen.

Der König steht für den unbewussten 3D-Herrscher, der sich von der anti-göttlichen Seite beeinflussen und manipulieren lässt, ohne dass ihm dies bewusst wird. Er glaubt die Zügel in der Hand zu haben und eigenständig zu entscheiden, jedoch ist er nur eine Marionette des Schusters. Im Grunde genommen ist er dem Schneiderlein zugeneigt, glaubt jedoch mit seinem argwöhnischen Ego blind dem Schuster, wodurch er dem Schneiderlein unwissend schadet.

Die verschiedenen Tiere, die dem Schneiderlein bei den Angriffen bzw. Prüfungen der anti-göttlichen Seite durch den Schuster und den König helfen, sind in Wirklichkeit Totemtiere:

Die Ente steht für die göttliche Liebe, Hoffnung und Wiedergeburt, die die Basis für die neue göttliche Herrschaft sind. Die Entenmutter und ihre Küken, die die göttliche Familie und Gemeinschaft symbolisieren, bringen dem Schneiderlein die Krone der Macht wieder, die der König verloren hatte, weswegen er von der anti-göttlichen Seite, d.h. dem Schuster, manipuliert werden konnte.

Die Bienen symbolisieren den göttlichen, wohlhabenden, vollkommenen Staat des Lichts und der Fülle. Indem sie den irdischen Palast des Königs in Wachs nachbauen, wird der niedere Königshof wieder zu einem höheren Königshof gewandelt, so dass ein neuer Staat des Lichts geboren werden kann.

Das Pferd symbolisiert die göttliche Kraft, die den Sonnenwagen, d.h. das Licht, durch die Welten zieht. Indem das Pferd die unterirdische Quelle unter dem Schloss wie eine Fontäne nach oben schnellen lässt, die einem Kristall gleicht, reaktiviert es den göttlichen Bewusstseinskristall des Schlosses und des Königs. Die göttliche Energie, die jahrelang unter dem Schloss verschlossen kann, kann aus den höheren, jenseitigen Ebenen wieder in das Schloss einfließen.

Der Storch, der auch Seelenträger genannt wird, da er die Seelen zwischen den Welten transportiert, symbolisiert die Vereinigung von Männlich und Weiblich und bringt dem König ein neues Kind bzw. eine neue Seele, d.h. ein neues, neutrales Bewusstsein und ein neues Zeitalter seiner Herrschaft.

So wird aus dem von der anti-göttlichen Seite manipulierten, unbewussten und unfreien Herrscher, ein neuer bewusster Herrscher, der sich von der anti-göttlichen Seite, dem Schuster, nichts mehr sagen lässt und diesen aus der Stadt jagt. Jede Prüfung, mit der der Schuster dem König und Schneiderlein schaden wollte, hat den König stärker gemacht und ihm nach und nach seine alten Königsinsignien zurückgebracht, wodurch er letztendlich seine Macht zurückerhält.

So hat der Schuster unbewusst dem Schneiderlein einen Gefallen getan, indem er ihm die alten Augen ausgestochen hat, wodurch dieser mit seinen neuen Augen und seinem neuen, gewandelten, verantwortungsbewussten, starken Charakter zu großem Erfolg, Reichtum und Ansehen gekommen ist und den König rehabilitieren und befreien konnte. Auf diese Weise wurde das Schneiderlein zu einem wahren, neutralen göttlichen Mitarbeiter und Diener des göttlichen Lichts. Der König belohnt ihn für seine guten Taten und gibt ihm seine Tochter zur Frau.

Der anti-göttliche Schuster verliert trotz seiner Intrigen am Ende und wird aus der Stadt verbannt. Doch vorher muss er sich demütigen, wie er einst das Schneiderlein, d.h. die göttliche Seite, erniedrigt hat, und dessen Hochzeitsschuhe anfertigen. Die Krähen, die Symbol des Gottes Odin sind, stechen dem Schuster dann am Galgen die Augen aus, wodurch er seine Kraft verliert und wahnsinnig wird. Er stirbt im Wald, d.h. In den Untiefen der dunklen Welten der Maya, ohne das Licht wiedergefunden zu haben.

So erkenne die Weisheit jenes Märchens bzw. Gleichnisses und werde Dir der polaren Kräfte im Universum bewusst. Du selbst kannst entscheiden, ob Du den Weg des Schneiderleins oder des Schusters gehen möchtest.

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch eine kurze, aber prägnante Weisheit des indischen Mystikers Kabir vermitteln:

Das wahre Leben in Gott

Welch eine ekstatische Verzückung
herrscht dort [im Herzzentrum Gottes] jede Stunde [die Ewigkeit];
der Anbeter presst sie gleich einer Traube aus
und trinkt das Wesen der Stunden:
Er lebt im Leben von Brahma [Gott].
Ich sage die Wahrheit,
denn ich habe im Leben
Wahrheit erfahren,
und ich bin jetzt der Wahrheit verbunden,
habe allen unechten Schmuck [des Egos] hinweggefegt.
Kabir sagt:
So ist der Anbeter frei von Furcht
so haben ihn alle Irrtümer
von Leben und Tod
verlassen.

Kabir, indischer Mystiker (1140-1518)