Das Merkmal der Selbstlosigkeit und der selbstlosen, altruistischen Menschen bzw. SGWs sind die göttlichen Tugenden (z.B. Demut, Friedfertigkeit, Bescheidenheit usw.). Altruismus ist Barmherzigkeit, Edelmut, Hingebung, Hochherzigkeit, Mildtätigkeit, Selbstlosigkeit, Uneigennützigkeit. Der Fokus ist auf den göttlichen Dienst an der Schöpfung Gottes gerichtet.

Im Gegensatz dazu stehen die Todsünden (z.B. Hochmut, Habgier, Neid usw.) das Merkmal des Egoismus, der Egozentriker und Egomanen. Egoismus ist Ichsucht und Selbstsucht. Der Fokus ist auf das eigene Ich und seine Befriedigung und Entfaltung gerichtet. In einer Art „Nabelschau“ dreht sich alles im täglichen Leben um das eigene Ich.

Selbstlosigkeit hat immer auch mit Liebe zu tun: Liebe zu Gott, Liebe zur Schöpfung Gottes, Liebe zu den Geschöpfen Gottes, dem bzw. denen man dient. Dabei werden die eigenen Interessen zum Wohle eines größeren Ganzen zurückgestellt bzw. bedeutungslos. Man begreift sich als große Universums-, Erden- oder Menschen-Familie, von der man ein Teil ist und an deren Wohl man Anteil hat. Geht es allen gut, geht es dem Einzelnen gut und umgekehrt.

Wer hingegen im Egoismus lebt, dem ist das Wohl der anderen egal. Er ist nur am eigenen Wohl interessiert: „Ich möchte glücklich sein; ich möchte ein neues Auto; ich möchte erfolgreich sein“, usw. Ein solches Wesen ist in der Selbstsucht.

Diese Wesen sind sich nicht darüber bewusst, dass sie mit ihrem Verhalten dazu beitragen, dass in der gesamten Gesellschaft ein selbstsüchtiges Verhalten an der Tagesordnung ist. Jeder Mensch ist mit seinem Verhalten ein Baustein des vorherrschenden gesellschaftlichen Klimas. Wer sich also über den Egoismus und die Gemeinheiten dieser Gesellschaft beschwert bzw. beklagt, der sollte als erstes damit beginnen, die eigene Selbstsucht abzulegen und in die Selbstlosigkeit zu wechseln. Je mehr Menschen diesen Weg gehen, um so mehr verändert sich auch das gesellschaftliche Klima dieser Welt in eine altruistische, selbstlose Gesellschaft, in der jeder wohlwollend auf den anderen schaut.

Das neue Zeitalter wird den Menschen nicht auf dem Roten Teppich präsentiert, auf dem sie mühelos in die neue Zeit schreiten können, sondern sie haben die Aufgabe, selbst kräftig daran mitzuarbeiten. Bei jedem geht es um die Bearbeitung der Selbstsucht und Ich-Bezogenheit, die in Selbstlosigkeit gewandelt werden muss. Je mehr Menschen in der Gesellschaft dies schaffen, um so mehr tragen sie dazu bei, dass das gesamte gesellschaftliche Selbstsucht-Klima transformiert wird und einem zunehmenden Klima von Selbstlosigkeit Platz macht.

Auf Sanskrit heißt Selbstlosigkeit „Nirahamkara“, d.h. ohne Egoismus, frei von ichbezogenen Zielen und Vorstellungen. Kurzum, wer im Zustand des Nirahamkara ist, ist frei vom Ego und Super-Ego, welches „Ahamkara“ heißt. „Nirahamkara“ verneint somit das Ego im Menschen und transformiert es in ein göttliches Wir-Bewusstsein, wo alle selbstlos miteinander verbunden und eins sind.

Was dabei überwunden werden muss, ist „Aham“: „Aham“ ist das begrenzte Ich, das Ego, das vom göttlichen, unsterblichen Selbst, dem SGW, verschieden ist. Manchmal kann „Aham“ auch die Individualität der Seele bezeichnen, jedoch immer ihre polare Form, die an die Inkarnationen gebunden ist. „Aham“ ist also ein begrenztes Ich-Bewusstsein, in welchem das SGW sich seines göttlichen Ursprung nicht mehr bewusst ist. Es ist wie, als ob man sich selbst im Spiegel anschaut und vergessen hat, wo sich das Original befindet, so dass man sich mit dem verzerrten Spiegelbild identifiziert. Die ursprüngliche göttliche Wahrheit „Ich bin ein Teil Gottes und werde zu IHM zurückkehren“ wird nicht mehr erkannt.

Schaue Dich selbst im Spiegel an und frage Dich: Was siehst Du? Siehst Du Dein Gesicht oder die Widerspiegelung Deines Gesichts? Dich selbst zu sehen, bedeutet, dass Du nur Dein eigenes Ego siehst. Wärest Du vom Ego frei, würdest Du sagen: „Ich sehe den Spiegel.“

Obwohl alle Menschen wissen, dass sie nur die Reflexion von sich im Spiegel sehen, erkennen sie doch nicht die Existenz des Spiegels. Was sehen sie? Sie sehen sich selbst – und das ist die Auswirkung des Ego-Bewusstseins, durch das sie gesteuert werden! Kaum jemand würde sagen, das er den Spiegel sieht, aber jeder wird behaupten, dass er sich selbst sieht. Diese Art der Sicht ist nichts anderes als eine Illusion.

Dein Ego reflektiert sich in einem einfachen Spiegelbild, aber was bedeutet das? Dein Ego kann z.B: Situationen erschaffen, in denen Du glaubst, sehr weit und sehr schnell voran zu kommen und bereits aus dem Ego-Bewusstsein der 3. Dimension ausgestiegen zu sein. Du überschätzt Dich maßlos und versuchst, noch höher zu kommen, fällst aber am Ende immer wieder zu Deinem Ausgangspunkt zurück. Denn ist Dein Ego im Spiel, bist Du an die Maya gebunden und kannst von ihr nicht frei werden. Sie zieht Dich wie ein Gummiband zu ihr zurück. Aus diesem Grund sagen alle alten Schriften der spirituellen Meister, dass die Wesen ihr Ego aufgeben und rein wie eine „Kinderseele“ werden müssen, damit sie wieder in die Einheit mit Gott eintreten können. Der kindliche, d.h. egofreie Geist, ist immer voller Lachen, Liebe, natürlich und spontan, er fließt mit dem Strom des göttlichen Lebens, ohne darüber nachzugrübeln, was morgen kommen könnte. Ein reines Kind ist voller Harmonie, unschuldig und im Einklang mit allem-was-ist – und genau das ist die Basis der Ego-Freiheit und Selbstlosigkeit.

Solange das Wesen keinen Zugang mehr zu seiner inneren „Kinderseele“ hat, ist es in der tristen, missmutigen, permanent unzufriedenen Erwachsenen-Seele seines Egos gefangen. Aus dieser entsteht dann „Ahamkara“, das Ego-Bewusstsein, dass man ein Teil der materiellen, sterblichen Welt ist und zu ihr gehört. Alles Materielle der 3 Dimension schwingt in dieser Ego-Illusion der Anhaftung und Verblendung. Ahamkara steuert das Denken im Menschen, so dass die Vorstellung in ihm entsteht, ein separates, von allen anderen Wesen – und auch von Gott – getrenntes Wesen zu sein. Aus dieser Polarität resultiert die Täuschung, die Maya als eigenständige, von Gott getrennte Realität, zu betrachten, wo man alleine von allem-was-ist ist.

„Ahamkara“, das Ego bzw. Ego-Bewussstsein, wird auch „Ich-Macher“ genannt, denn es macht die Illusion der eigenen Ich-Individualität erst möglich. Dies geschieht durch übermäßiges Selbstbewusstsein, Stolz, Eifersucht, übermäßige Ehre, Respekt und überdimensionalen Ego-Willen. „Ahamkara“ ist eng mit den fünf Sinnen, den fünf Handlungsorganen, den Empfindungen, Gefühlen, Emotionen und Wünschen verbunden. Alle diese zusammen ergeben die 7 Todsünden. Ahamkara steuert über diese den Willen und die Ziele des Menschen im dunklen Zeitalter, ohne dass er sich dessen bewusst ist. So lebt er gemäß der Eingebungen seines Egos, anstatt seines göttlichen SGWs, und wird über sein Ego von der anti-göttlichen Seite angegriffen und manipuliert.

Die Transformation von „Ahamkara“ bedeutet, dass der Mensch zurück in sein wirkliches göttliches Bewusstsein in Gott AMA eintritt. Im Sanskrit wird dieser Zustand „Aham brahmasmi“ genannt, d.h. „Ich bin ein Teil Brahmans/Gottes“. Dies meint die wesensmäßige Identität jeden Geschöpfes mit Gott AMA. „Aham“ bedeutet hier das göttliche Ich, d.h. die individuelle Seele, des Menschen und nicht sein Ego. Das bis dahin vorherrschende Bewusstsein „Aham Dehasmi“, d.h. „Ich bin materieller Körper!“ muss aufgegeben werden, denn nur wenn man die Identifikation mit dem physischen Fahrzeug aufgibt, kann man in sein unsterbliches feinstoffliches SGW-Bewusstsein eintreten.

Manche spirituellen Menschen glauben, dass sie bereits im SGW-Bewusstsein schwingen, erkennen jedoch nicht, dass sie sich noch nicht in ihrer freien, in Gott aufgegangenen Seele befinden, sondern nur in ihrer individuellen polaren Seele, die von allem anderen getrennt ist. Sie sind weiterhin in ihrem Ego gefangen, wenn auch in einem höheren Seelen-Ego-Zustand. Dieser Zustand wird „Aham jivasmi“ genannt, d.h. „Ich bin eine einzelne, begrenzte Seele.“ Wer sich mit diesem Bewusstseinszustand identifiziert, hat noch nicht erkannt, dass hinter jeder Einzelseele, die sich in einem Leben inkarniert, eine große, unsterbliche Gruppenseele steht, die von Gott geschaffen worden ist, so dass jede Einzelseele viele Brüder und Schwestern hat. Jede Seele ist Teil einer großen Seelengeschwister-Familie. Erst wenn man in dieses höhere Bewusstsein eintritt, kann man in die göttliche Realität des Wir-Bewusstseins gelangen und erkennt, dass man nie alleine ist.

Der Zustand von „Nirahamkara“, d.h. der Ego-Freiheit und Selbstlosigkeit, ist die Basis für die 7 Unterwurzeln der göttlichen Tugenden, dem „Sadacara“, d.h. dem richtigen, göttlichen Verhalten, gemäß der göttlichen Gesetze und Moralvorstellungen, und der „Satkritri“, der göttlichen Tugendhaftigkeit, der Freundschaft, Offenheit und dem demütigen Bereitsein im Sinne der göttlichen Wahrheit und des göttlichen Plans. Dadurch hebt sich der Bewusstseinszustand des Wesens an und es tritt in den besten, erstrebenswertesten Zustand der Liebe und Einheit ein. Die Tugenden werden zur Basis für spirituelle Früchte, Glück Freude, Wohlbefinden und Gnadengaben im Leben.

Die Selbstlosigkeit ist gleichzeitig die Grundlage für das Wachstum der Guna Sattva, die durch die Tugenden genährt wird. Denn wer tugendhaft lebt, denkt und handelt, der schwingt im Bewusstsein der Reinheit, der Güte, der Stabilität, des Muts, der Neutralität, der göttlichen Wahrheit und des göttlichen Seins. Die anderen zwei Gunas Rajas und Tamas haben automatisch abgenommen und die Guna Sattva hat sich ausgedehnt und erfüllt den selbstlosen Menschen mit seinem Licht der Reinheit, Demut und Wahrhaftigkeit.

Der Weg zu diesem Zustand der Selbstlosigkeit geht über drei Stufen. Zuerst folgt die Stufe der Leistungsfähigkeit, d.h. die Tüchtigkeit des Wesens auf dem spirituellen Pfad. Damit ist sowohl das einwandfreie Ausführen von körperlichen als auch von geistigen Übungen und Handlungen gemeint. Diese Tüchtigkeit setzt volle Konzentration und Bewusstsein des eigenen Selbst voraus. Sind Konzentration und Achtsamkeit nicht vorhanden, kann das Ego nie beherrscht werden. Um im göttlichen Sinne tüchtig und leistungsfähig zu sein, brauchst Du keine besonderen Fähigkeiten zu erlernen, sondern nur mutig und tatkräftig sein. Wichtig allein die SGW-Bewusstheit, die Konzentration und die Fokussierung, d.h. Du darfst Dich nicht mit Deinem Ego ablenken oder in die polare Welt hineinziehen lassen, sondern solltest mit Deinem neutralen Beobachter alles von außen betrachten.

Aus dieser göttlichen Leistungsfähigkeit ergeben sich die Gelassenheit und der göttliche Gleichmut. Innerlich gelassen zu sein bedeutet, dass Dich weder Erfolg noch Misserfolg aus der Ruhe bringen. Du schwingst nicht mehr im Sturm der polaren Kräfte hilflos vom positiven zum negativen Pol und zurück, sondern bist in Dir und Deiner inneren Mitte ruhend. Dazu ist es erforderlich, dass Du Dich von falschen Erwartungen löst, denn diese stärken Dein Ego und schwächen Dein göttliches SGW-Bewusstsein.

Dadurch kannst Du in die nächste Stufe der „Freiheit von Erwartungen“ eintreten. Auch wenn Du Dich als inkarniertes Wesen nicht vom Tun befreien kannst, ist es doch möglich, dass Du Dich von den Früchten der Handlungen löst. Du kannst Dich also jederzeit frei von den Erwartungen auf bestimmte Ergebnisse machen, die aus Deinen Handlungen entstehen. Auf diese Weise zähmst Du auch die Gier in Dir und reagierst neutraler und freier.

Dies ist die Grundlage für die Selbstlosigkeit. Wenn Du frei von egoistischen Gefühlen bist und von Deinen Gefühlen nicht auf dem polaren Meer hin- und hergetrieben wirst, befindest Du Dich auf dem Weg der Tugendhaftigkeit, der Rechtschaffenheit und der gerechten göttlichen Handlung. Die Selbstlosigkeit und das Freisein von jeglichen Fesseln des Egos führt Dich auf dem Weg der drei göttlichen Strahlen des Lichts, der Liebe und des Lichts zurück zu Gott AMA und Seinem Herzzentrum. Dieser Pfad ist frei von Todsünden und Disharmonien.

Todsünden und Disharmonie bedeutet letztendlich dasselbe. Beides ist ein unausgewogener Seinszustand in den Minus-Dimensionen, der Dich davon abhält, Deine wahre göttliche Natur und Deinen göttlichen Weg zu erkennen und Deine Achtsamkeit für das Göttliche zu bewahren. Nur durch Selbstlosigkeit kannst Du den sündhaften Pfad der Disharmonie und der Todsünden vermeiden. Selbstlosigkeit bedeutet auch, dass Du in Deinem ganzen Wesen einfach, bescheiden, ernsthaft, demütig und wunschlos bist. Du unterwirfst Dich dem Willen Gottes und des göttlichen Plans.

Drei wichtige Eigenschaften sind notwendig, damit die Selbstlosigkeit in Dir wachsen kann:

  1. Ziel, Richtung und die übernommene göttliche Verpflichtung ernsthaft und gewissenhaft ausführen.
  2. Einfachheit im Tun und Denken bewahren.
  3. Das Herz der Liebe, Barmherzigkeit und Güte Gottes zu allem-was-ist öffnen.

Auf diese Weise führt die Selbstlosigkeit zur Entsagung vom Ego, den Wurzeln des Übels und der Maya. Ein wahrhaft göttlich Entsagender hat sich selbst und sein Ego unter Kontrolle und ist von seinem Verlangen frei. Er erlangt wahre göttliche Erleuchtung in Gott AMA. Sich selbst und sein Ego unter Kontrolle zu haben, ist der erste wichtige Schritt. Frei von seinen Ego-Wünschen zu sein, ist der zweite Schritt.

„Ich möchte“ ist immer der Anfang eines Wunsches. Es gilt zu erkennen, welche Wünsche Dein göttliches Selbst auf seinem spirituellen Weg einschränken und zurückhalten und welche Wünsche Deinem göttlichen Selbst Auftrieb geben und Dich fördern. So werden aus Ego-Wünschen selbstlose, positive, göttliche Wünsche.

Der von seinen Wünschen getriebene, unreine Ego-Geist ist ein unwissender Geist, weil er nicht voll bewusst und erweckt ist. Er erkennt nicht, was wirklich und unwirklich, wahr und wahrhaftig ist. Er kann nicht mehr zwischen richtig und falsch, göttlich und anti-göttlich, lichtvoll und dunkel, recht und unrecht unterscheiden und ist nur von dem Verlangen getrieben, sich selbst und seine Sinne und Bedürfnisse zu befriedigen. Daraus entstehen die 7 Todsünden, die den Menschen beherrschen. Der Mensch ist durch diese verunreinigt, weil immer eine der Todsünden in ihm vorherrschend ist. Die 7 Tugenden dagegen sind nicht präsent, da das Wesen sie in seinem Irrtum nicht erkennen kann.

Trotzdem ist es paradoxerweise genau dieser Ego-Geist, der Dich zur göttlichen Transformation führen kann. Voraussetzung dafür ist, dass Du die Kraft Deines unreinen Ego-Geistes nutzt, um Deine Aufmerksamkeit auf das reine göttliche SGW-Bewussstsein in Dir zu lenken. Dadurch wird diese Kraft zu wahrem göttlichen Wissen. Das reine Bewusstsein ist frei vom Verlangen und den Ambitionen des Egos. Der reine göttliche Geist ist sich dann seiner Gesamtheit und Einheit in Gott AMA (in Form des Wir-Bewusstseins) wieder bewusst, und sieht sich nicht nur eines Teils einer einzelnen Erfahrung, wie im Ego-Bewusstsein der 3. Dimension.

Es ist das Ziel des spirituellen Pfades vom unreinen Bereich der Todsünden und des Ego-Geistes zum reinen Bereich der Tugenden und des göttlichen SGW-Geistes zu gelangen, d.h. sich vom Zustand der zerstreuten Ego-Wünsche zu einem Zustand der göttlichen Selbstlosigkeit zu erheben. Erst dann kann ein Wunsch wirklich positiv, konstruktiv und frei von Erwartungen des Egos werden, so dass er im göttlichen Sinne wirken kann. Er bezieht dann alles-was-ist mit ein. Wenn Du den unreinen Ego-Geist überwindest, Reinheit des Geistes erlangst und die Fähigkeiten Deines göttlichen SGW-Geistes erweckst, dann erlebst Du göttliches Wir-Bewusstsein, Einheit und göttliche Transzendenz in allem-was-ist.

Die Krone des Baums des Göttlichen mit den Wurzeln des Göttlichen ist die Unverblendung. Die Baumkrone ragt hinauf in den Himmel und wird von der göttlichen Sonne beschienen. Die Wurzeln hingegen sind in der Erde und werden von Mutter Erde versorgt. Sie geben dem Baum Halt und nährende Säfte.

Die Krönung aller Wurzeln des Göttlichen und Tugenden ist die Unverblendung. Indem das Wesen die Wurzeln des Göttlichen sowie die göttlichen Tugenden lebt und ihm diese in Fleisch und Blut übergegangen sind, erfährt es als Krönung die Unverblendung und es gelangt in den Zustand, in dem es nicht mehr eine der Mayas in diesem Universum als Realität sieht, sondern die einzige Wahrheit und Wahrhaftigkeit, die es gibt: die Omnipräsenz Gottes und SEINE Weisheit hinter allem-was-ist, die Millionen von Masken, hinter denen sich Gott verbirgt und mit denen ER Seinen Geschöpfen begegnet.

Es gibt nichts anderes als Gott AMA und jeder SEINER Engel ist Ausdruck von IHM, ist ER. Es gibt nichts anderes als die Welten von Gott AMA. So ist auch L’Egoland nichts anderes als eine Welt von Gott AMA. Wer eine Seiner Welten bevorzugt und eine andere ablehnt, anerkennt nicht die Omnipräsenz und Weisheit Gottes hinter allem. Gott AMA hat SEINE Welten, SEINE Maya, nicht dazu geschaffen, dass die Wesen sie bewerten, beurteilen oder verurteilen, sondern dass sie darin spielen und experimentieren. SEINE Welten sind SEINE Geschenke an SEINE Geschöpfe, sind SEINE Universitäten, in denen ER lehrt. Alles sind SEINE Lehr-Inszenierungen, SEINE Lehr-Stücke, SEINE Lehr-Stunden – die sogenannten „guten“ wie die „bösen“, die sogenannten „erfreulichen“ wie die „unerfreulichen“.

Wir alle sind die unzähligen Masken Gottes, durch ER in SEIN Universum schaut, durch die ER SEIN Universum erlebt. Es gibt in diesem Universum nichts anderes als Gott. Gott ist dieses Universum und alles-was-ist: ER ist die Sonne in unserem Sonnensystem, ER ist der Planet Erde, ER ist die Ozeane, ER ist die Gebirge, ER ist der Vogel, der am Himmel kreist, ER ist das Kind, das im Sandkasten spielt, ER ist der böse Krieger, ER ist der sanfte Poet, ER ist der Penner unter der Brücke, ER ist der reiche Milliardär, ER ist die Kuh auf der Weide, ER ist die Biene, die Honig sammelt usw.

Was die Wesen als getrennt voneinander sehen, ist im Zustand der Unverblendung eins. Durch alles-was-ist in diesem Universum zieht sich der Geist Gottes, zieht sich SEIN Atem, brennt SEIN Licht, was  SEIN Lebensfeuer ist. Gottes Universum atmet im ewiglichen Rhythmus SEINES Atems und schlägt im ewiglichen Rhythmus SEINES Herzens. SEIN Atem und SEIN Lebensfunken sind in allen SEINEN Schöpfungen. Es gibt nichts, das außerhalb davon ist. Denn alles ist ER.

SEIN Universum ist SEIN Kind, das als Kleinkind seinen Lebenszyklus begonnen hat und sich vom Kleinkind zum jungen Erwachsenen bis hin zum älteren Erwachsenen entwickelt hat. Jede Lebensphase SEINES Kindes entspricht einem Zeitalter in diesem Universum. So wie das Kind auf seinem Weg zum Erwachsenen verschiedene Phasen (Zeitalter) durchläuft, z.B. die Trotzphase, die pubertierende Phase, die Abnabelungsphase usw., durchlief bzw. durchläuft auch das Universum seine verschiedenen Phasen (Zeitalter). Jede Phase ist eine Etappe auf dem Reifungsprozess eines Wesens. Dies gilt auch für ein Universum.

Jedes Geschöpf in diesem Universum ist Ausdruck dessen, was im Universum geschieht. Wenn Menschen (und ihre SGWs) eine Ego-Phase (Ego-Zeitalter) durchlaufen, so befindet sich auch das Universum in dieser Phase. Oder besser umgekehrt: Wenn das Universum ein Ego-Zeitalter durchläuft, durchlaufen auch seine Wesen eine Ego-Phase. Denn: Wie im Großen so im Kleinen.

Gott AMA gibt die Zeitalter und ebenso nimmt er die Zeitalter wieder. Gott AMA gibt die Verblendung und ebenso nimmt er die Verblendung. Das ist SEINE Macht, die nur ER allein hat. Jedes Geschöpf im unendlichen Universumsgarten ist wie eine Blume, die als kleines Pflänzchen beginnt, zur großen Pflanze wird, Blüten trägt und am Ende Samen produziert. Wir alle sind Pflanzen in Gottes Universumsgarten und was von uns übrig bleibt sind die Samen, die Gott einsammelt und für Neues verwendet.

Alle Geschöpfe in diesem Universum werden vom ewigen Rhythmus der Wellen des Gottesmeeres hin und her geschaukelt, auf den Wellen dahin getragen, um irgendwann einmal ein bestimmtes Ziel zu erreichen. So ist der, der in Gott ist und in SEINER Unverblendung lebt, einer, der sich tragen lässt, in tiefer Ruhe, im Zustand des Friedens, in hingebungsvoller Liebe und im vollen Vertrauen in die Weisheit Gottes, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll.

In der Verblendung sieht sich das Wesen als Alleinkämpfer, der ganz auf sich gestellt ist. Es ist wie abgeschnitten vom Universum und von Gott AMA. Dadurch ist es in einem permanenten Zustand der Unsicherheit, Angst und Furcht. Jede Form von Angst und Furcht, wie sich Gedanken machen, sich Sorgen machen, ist ein Zeichen dafür, dass das Wesen weder im Universums- noch im Gottes-Bewusstsein ist. Es fühlt sich verlassen, allein gelassen, schwach, hilflos, den vermeintlichen, gefährlichen Tigern dieser Welt ausgeliefert. Es glaubt, kämpfen zu müssen. Es sucht nach Verbündeten, wie Dämonen und Ego-Götzen, um sich sicherer zu fühlen. Es stärkt sein Ego, um sich stärker zu fühlen. Doch alles nützt letztlich nichts, denn die Ängste und Sorgen sind weiter da.

Erst wenn das Wesen die Verbindung zum Universum und zu Gott wieder hergestellt hat, wenn die Verblendung abgefallen ist, wenn es sich wieder in das Gottesmeer hineinbegeben hat, erlebt es endlich wieder einen Zustand kontinuierlicher Sicherheit und tiefen Vertrauens in die höchste Macht und Kraft dieses Universums: Gott AMA.

Ein Wesen, das im Zustand der Unverblendung ist, befindet sich in den Armen Gottes, die es behüten und beschützen, die es aber auch führen, dorthin bzw. auf die Art und Weise, wohin und wie Gott es möchte. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, sich in die Arme Gottes fallen zu lassen in SEIN unendliches Meer der göttlichen Liebe und Weisheit. Wohin die Reise geht? Unwichtig, Gott wird mich führen! In welchen Welten ich lebe? Unwichtig, Gott ist in jeder Welt da! Was mich wohl erwartet? Unwichtig, mit Gott an meiner Seite bin ich allem gewachsen!

Gott AMA ist die Unverblendung. ER ist die göttliche Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Das Wesen, das sich IHM zuwendet und gemäß SEINEN göttlichen Prinzipien lebt, das in SEINER Schwingung schwingt, das in SEINEM Bewusstseinsfeld ist, das in SEINE Lichtfrequenz eingebunden ist, kann nichts anderes sein als frei von Verblendung, kann nicht anders sein als wahrhaftig.

Der Anti-Gott Luzifer hingegen ist pure Verblendung. Er ist die Verblendung, weil Gott AMA selbst ihn verblendet hat im Zusammenhang mit seinem Sturz aus dem Himmel in die Tiefen der Hölle bzw. Ego-Herz-Zentrum. Damit entstand die Trennung von Gott, die Luzifer durch nichts aufheben kann. Luzifer glaubt sich seitdem von Gott ungerecht behandelt und bestraft. Er ist zutiefst gekränkt und beleidigt. Der Entzug der Liebe Gottes peinigt ihn unablässig, macht ihn wütend und rachsüchtig.

Luzifer kann und will in seiner Verblendung nicht erkennen, dass er nur ein Werkzeug Gottes ist. Gott AMA hat ihn ausgewählt, die Rolle des Anti-Gottes in SEINEM Universumsspiel zu spielen. Dies war keine Strafe, sondern ein Akt der Liebe, die Gott AMA Luzifer erwiesen hat. ER, Gott AMA, hat ihn, einen seiner höchsten Engel, Luzifer, ausgewählt, dieses schwere Amt zu übernehmen. Luzifer hat sich, in seiner Liebe zu Gott, freiwillig in die Verblendung begeben, um IHM, Gott AMA, zu dienen. Doch das weiß Luzifer nicht mehr, denn er lebt seitdem im Zustand der Verblendung. Eines Tages, wenn dieses Universum seinen Zyklus vollendet hat, wird Gott AMA Luzifer aus seiner Verblendung zurück in die göttliche Wahrheit und Wahrhaftigkeit führen, und ihn wieder in SEINEM Himmel aufnehmen.

Mit dem Zyklus des Dunklen Zeitalters hat Gott AMA Luzifer die Möglichkeit gegeben, über diese Welt zu herrschen. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Schein-Herrschaft, denn der wahre Herrscher ist weiterhin Gott AMA. In seiner Verblendung erkennt Luzifer dies jedoch nicht. Er genießt seinen vermeintlichen Sieg über Gott AMA in vollen Zügen. Er hat sich auf den Sockel des Alleinherrschers gestellt und lässt sich seitdem verehren und anbeten. Für Gott AMA ist all dies ein riesiges Experiment, das IHM und SEINEM Universum eine große Vielfalt und Vielzahl an Daten einbringt. Wenn das Experiment zu Ende ist, wird ER Luzifer vom Thron stürzen und SEIN Reich zerstören. Dann wird wieder das Reich Gottes kommen und mit ihm zusammen die göttliche Schwingung und das göttliche Bewusstsein einziehen.

Die Unverblendung liegt darin zu erkennen und zu begreifen, dass es nur einen einzigen Herrscher in diesem Universum gibt, Gott AMA, und dass jedes Wesen, selbst die Mächtigsten, nichts als ein Staubkorn in den Händen Gottes sind. Niemand kann Gott AMA, die höchste göttliche Macht und Kraft, aus eigener Kraft ausblenden, sie leugnen oder durch andere Götter ersetzen. Dies ist nur möglich, weil Gott AMA selbst es möchte, weil es SEIN Wille und SEIN Plan ist. Es ist das Spiel des Universumslenker-Engels AMA, in dem alle SEINE Geschöpfe sind und in dem ER ihnen erlaubt, ihr Spiel zu spielen. Wie lange er jedoch die Erlaubnis dazu erteilt, hängt von IHM selbst ab.

Der Unverblendete erkennt und begreift die Omni-Macht von Gott AMA, vor der er in tiefer Ehrfurcht, Demut und Hingabe auf die Knie geht. Er unterwirft sich dieser Omni-Macht aus Liebe zu dieser Wesenheit, die dieses Wunderwerk Universum geschaffen hat und es mit SEINER Weisheit lenkt. Er ist zutiefst dankbar, dass er in diesem Universum sein darf, dass er ein Teil davon ist. Er ist sich bewusst, dass dieses Universum Gott AMA gehört, dass ER SEIN Universum liebt und ebenso alles, was darin lebt. Er begreift, dass in ihm das Lebenslicht Gottes brennt und der Atem Gottes in ihn ein- und ausgeht. Sein Leben ist somit nicht seines, sondern es ist das Leben Gottes, das ER ihm geschenkt hat und täglich neu schenkt.

Der Unverblendete blickt, wie aus einer Raumkapsel inmitten dieses Universums, hinaus in die unendliche Weite dieses Universums und sieht die vielen Spielwelten Gottes, sieht die göttliche Maya und kann nicht anders, als diese ehrfürchtig zu bestaunen. Welch eine einzigartige, göttliche, minutiöse Planung steckt hinter all dem! Welche eine unermessliche Weisheit und Kraft ist dazu notwendig, ein solches Mega-Universum zu lenken, zu verwalten, zu kontrollieren und zu koordinieren, damit der übergeordnete Plan auch eingehalten werden kann.

Und indem der Unverblendete seinen Blick auf das Wunderwerk Universum richtet und die Größe und Allmacht Gottes ehrfürchtig bestaunt, erhebt er sich selbst zum Universumswesen und tritt in das Universums-Bewusstsein ein. Er wird ein bewusster Teil dieses Universums AMA. Und da das Universum Gott AMA selbst ist, wird er ein bewusster Teil von AMA, wird er eine schimmernde Perle auf dem Universumskleid Gottes. IHN zu schmücken macht ihn zutiefst glücklich. Und nichts anderes will er mehr, als in dieser Glückseligkeit sein Dasein weiterzuführen.

Und fortan sieht er alles aus diesem Zustand heraus: sein Leben, seine Mitmenschen, die Ereignisse in seinem Leben, die Welt, in der er lebt, das, was in dieser Welt geschieht. Er weiß: er ist Teil des großen Planes und der Weisheit Gottes in diesem Universum. Er kann geschehen lassen und er darf geschehen lassen. Es ist, auch wenn es oft nicht so ausschaut, alles richtig und zum Besten und dient dem großen Universumsplan.

Die Wurzel der Unverblendung heißt auf Sanskrit „Vidya“, was Wissen, Weisheit und Erkenntnis bedeutet. Damit ist kein irdisches, intellektuelles 3D-Wissen gemeint, sondern ein göttliches, universelles Wissen, das auf spiritueller Erfahrung und Bewusstwerdung beruht. „Vidya“ beinhaltet das vereinte theoretische und praktische spirituelle Wissen, darunter die Technik der SGW-Verbindung, der Meditation, der Gottes- und spirituellen Meister-Verbindung, der göttlichen Alchemie und Magie, der Bewusstseinsverlagerung und der Schwingungsanhebung in andere Dimensionen, sowie der Neutralisierung.

Die Wurzel der Unverblendung ist auch eng mit „Jnana“ verbunden, der universellen Weisheit, dem universellen Wissen, der universellen Erkenntnis und der spirituellen Einsicht. „Jnana“ meint die Erkenntnis, die den Zugang zum Wissen über allem-was-ist erschließt, fern von der Maya und deshalb die Kenntnis von allem Übrigen und Irdischen letztlich überflüssig macht. Auch „Jnana“ ist kein intellektuelles 3D-Wissen, sondern entspricht der universellen Erfahrung, dass wir alle Teil der Schöpfung Gottes sind und jeder Augenblick von Seiner Kraft des Lebens durchdrungen und erhalten wird.

Die Wurzel der Unverblendung ist keine bloße Anhäufung von Fakten, sondern Ausdruck der absoluten göttlichen Wahrheit, die jenseits von Raum und Zeit liegt. Es ist das göttliche Wissen, das die drei Knoten des Anti-Gottes über dem Herzen löst und die Anbindung an äußere Dinge der Maya und der 3. Dimension transformiert. „Jnana“ beinhaltet die Entdeckung Gottes im Innen und im Außen. „Die Wurzel der Unverblendung in Form von „Jnana“ ermöglicht somit einen klaren Zugang zu den Dimensionen der göttlichen Wahrheit, so dass der Schleier der Maya fällt und sich die Herrlichkeit des Schöpfers dieses Universums zeigt.

In der Wurzel der Unverblendung brennt „Jnanagni“, das Feuer der göttlichen Weisheit. Sie ist neben der göttlichen Liebe die stärkste Kraft im Universum, denn sie führt das Wesen zur Erkenntnis der wahren göttlichen Wirklichkeit, die im Gegensatz zur rein intellektuellen 3D-Erkenntnis eine Transformation des gesamten Wesens aus KW, Ego und SGW bewirkt, so dass es wieder eins mit Gott werden kann. Auf diese Weise wird das Wesen zu einem „Jnanagnidagdhakarmanam“, d.h. zu jemanden, dessen Handlungen samt ihren Wirkungen durch das Feuer der Weisheit und Unverblendung verbrannt sind.

Die Wurzel der Unverblendung basiert auf der Yamas „Satya“, der göttlichen Wahrheit oder Wahrhaftigkeit. Aus ihr entsteht wirkliches göttliches Wissen und die Erkenntnis von allem-was-ist, wodurch das Wesen in die Unverblendung eintreten kann. Weitere wichtige Grundlagen der Wurzel der Unverblendung sind zudem: göttlicher Frieden (Shanti), göttliche Liebe (Prema) und göttliche Rechtschaffenheit (Dharma). Bei allem geht es darum aus der Bindung an die Polarität und aus der Täuschung der Maya auszusteigen und den Glauben an die Wurzeln des Göttlichen, Gott AMA und Seine Wahrheit zu entwickeln.

Der Weg der Unverblendung basiert auf zwei Aspekten:

  1. Vijnana, d.h. dem Verstehen und Analysieren der Schöpfung, sowie der Wissenschaft der göttlichen Logik.
  2. Prajnana, d.h. der höheren Erkenntnis und der Erforschung der eigentlichen göttlichen Natur des Seins und aller Geschöpfe, was zu Weisheit führt.

„Vijnana“ hat viel mit Intelligenz, Einsicht, Unterscheidungsfähigkeit und der Fähigkeit zur Analyse zu tun. „Vijnana „ist der erste Schritt auf dem Weg zur Unverblendung. Das logische Verknüpfen von Gedanken und das Entwickeln einer wissenschaftlichen Systematik ist notwendig für die spätere Gotteserkenntnis. Dann kann „Vijnana“ das Wesen in den Zustand des höchsten göttlichen Bewusstseins führen, indem es sich nicht mehr als gesondertes Wesen wahrnimmt, sondern sich mitten in der Schöpfung als Teil Gottes erkennt, da die Schöpfung für ihn nichts anderes als eine Manifestation Gottes ist. Diese höchste Erkenntnis wird auch als „Gott mit offenen Augen sehen“ bezeichnet und ist Voraussetzung für eine stabile Wurzel der Unverblendung. Ein solcher Mensch wird dann zu „Vijnanin“, einem Menschen, der göttliche Einsicht und Erkenntnis erlangt hat.

„Prajnana“ ist die göttliche Weisheit, Erkenntnis, Intuition und das bewusste Wissen und besteht aus den Wörtern „Prajna“ (Bewusstsein) und „Jnana“ (Wissen). Es ist die reine, ungetrübte Schau der göttlichen Eingeweihten und spirituellen Meister, die göttliche, absolute Erkenntnis erlangt haben. „Prajnana“ bedeutet, dass das Wesen die göttliche Weisheit komplett in sich und allem-was-ist verwirklicht hat, so dass es diese durch alle Dimensionen und Bewusstseinsebenen von sich selbst und der Schöpfung lenken kann. Das Wesen ist dann nicht mehr an die Dimensionen und Unterebenen der Maya gebunden, sondern steht über ihnen und kann sich nach Belieben frei in ihnen bewegen.

Ein solches unverblendetes, weises Wesen lebt im Zustand von „Prajnanam brahma“, d.h. Brahman ist Bewusstsein bzw. Gott AMA ist Bewusstsein. Die alles überschauende göttliche Weisheit im Universum ist Gott AMA. Er ist absolutes göttliches Bewusstsein und erfüllt alles-was-ist mit seinem Bewusstsein. Somit ist letztendlich jedes Bewusstsein im Universum mit IHM identisch, gleich in welcher Dimension sich das Wesen befindet, denn es gibt nur Sein Bewusstsein. Sein absolutes Bewusstsein ist in allen vier Bewusstseinszuständen (Wachen, Träumen, Tiefschlaf und Erleuchtung) vorhanden, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist. Es ist sogar in den Minus-Dimensionen präsent, wenn auch in verschleierter Form, denn es gibt nichts außer Seinem Bewusstsein, auch wenn dies die anti-göttlichen Wesen gerne leugnen möchten.

Jeder spirituelle Schüler strebt letztendlich nach göttlicher Unverblendung und Wissen, denn dies ist die einzige Möglichkeit die Maya zu durchbrechen und wieder eins mit Gott AMA zu werden. Ein solches Wesen, das nach der Wurzel der Unverblendung „Vidya“ und göttlicher Weisheit strebt, wird auch „Vidyarthin“, ein Wahrheitssuchender genannt. Es möchte nichts anderes als Zugang zum Ozean des göttlichen Wissens und der Unverblendung, „Vidyasagara“, erhalten, um mit der göttlichen Wahrheit zu verschmelzen und die Kraft der göttlichen Erkenntnis und Weisheit, „Vidyabala“, in sich aufzunehmen.

Der Weg dorthin ist kein einfacher Weg. Die Vorstufe ist „Jnanamarga“, der Weg des Wissens und der scharfen und bewussten Unterscheidung der polaren Kräfte von Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Illusion, Gut und Böse, Göttlich und Anti-göttlich. Göttliches Bewusstsein wird dabei durch ein immer tieferes Erkennen der göttlichen Wirklichkeit erlangt. Dieser Weg erfordert eine hohe geistige Klarheit und einen scharfen Verstand, andernfalls hat man nicht die Grundlage, um die Schleier der Maya zu erkennen und auflösen zu können. Das Wesen muss in seinem Geisteszustand vollständig leer werden und daf kein Verlangen mehr nach irdischen Genüssen und der Befriedigung seiner Ego- und Körpertriebe haben.

Das Ziel jeden Menschen ist es, wieder zur Verkörperung der göttlichen Weisheit seines SGWs zu werden, was seine wahre göttliche Natur ist. Ein solcher Mensch wird dann als „Jnanasvarupa“ bezeichnet, d.h. Ausdruck und Gestalt der göttlichen Weisheit. Die Essenz der göttlichen Weisheit Gottes in Seinem Herzen muss sich wieder ausdehnen und zur vollständigen Präsenz im Wesen kommen. Ein solches Wesen wird dann als „Jnanin“, als Befreiter, Weiser und edle Seele bezeichnet, der wahrhaft in die Erkenntnis von Gott AMA eingetaucht ist und Sein Bewusstsein in sich verankert hat. Ein „Jnanan“ bleibt völlig unbeeinflusst von den polaren Kräften und ist frei von den Versuchungen und Verlockungen der 3D-Sinne und des Egos. Nur die höchsten göttlichen Mitarbeiter, Erleuchteten und spirituellen Meister sind „Jnanin“. Sie sind dem polaren Ego-Bewusstsein entwachsen und haben die Einheit mit der göttlichen Wahrheit erfahren, die dem Universum und allem-was-ist zu Grunde liegt.

Wer die Wurzel der Unverblendung in sich verankert hat, lebt gleichzeitig in einem Zustand der Entsagung, der Enthaltsamkeit und des vollständigen Loslassens aller Bindungen an die irdische Welt. An die Stelle dieser 3D-Bindungen ist vollkommenes Gottvertrauen eingetreten, so dass man alle ichbezogenen Interessen und alle irdischen Dinge aufgegeben hat. Das ganze Streben ist auf das Einswerden und Einsseint mit Gott AMA ausgerichtet. Erst dadurch kann man wahre göttliche Einheit und Glückseligkeit in Gott AMA erlangen.

Es gibt zwei Arten von Wissen und Unverblendung:

  1. Apara-Vidya, d.h. niedere Erkenntnis, die durch das intellektuelle Studium von Schriften erlangt wird und auch weltliches Wissen genant wird.
  2. Para-Vidya, welches auch Brahma-Vidya genannt wird, d.h. höhere Erkenntnis, die die spirituelle, intuitive Erfahrung der höchsten Wirklichkeit von Gott AMA beinhaltet .

Im „Apara-Vidya“ ist der spirituelle Schüler Anfänger. Es trägt in sich die niedere Form des göttlichen Bewusstseins und Wissens. Er liest und analysiert spirituelle Texte und studiert das Wissen und die Weisheit der Bücher. Sein Bewusstsein ist noch nicht weit und häufig verwechselt er weltliches mit spirituellem Wissen. Oft sieht er auf nicht-wissende Menschen mit seinem stolzen Ego herab und hält sich für weiter und weiser als diese und als er selbst ist.

Im „Para-Vidya“ ist das spirituelle Wesen fortgeschritten und hat ein weites Bewusstsein. Es trägt göttliche Liebe und Weisheit in seinem Herzen. Die ganze Welt ist für ihn ein Ausdruck des Bewusstseins Gottes. Er braucht keine Texte und Bücher mehr, denn sein Verstand hat bereits absolutes göttliches Wissen und Erleuchtung in Gott AMA erfahren. Deshalb wird „Para-Vidya“ auch „Brahma-Vidya“ genannt, da es die Erfahrung der höchsten Wahrheit und Wirklichkeit von Gott AMA bedeutet. Das Wesen wird zu einem bewussten SEIN in IHM und Seinem Bewusstseinsmeer.

„Brahma-Vidya“ bzw. „AMA-Vidya“ ist letztendlich nichts anderes als „Bhakti“, in der Liebe Gottes sein. „AMA-Vidya“ und „Bhakti“ sind eins. Der einzige Unterschied ist, dass ein „Bhakta“, ein Wesen, das in der Liebe Gottes ist, mehr den Strahl der göttlichen Liebe gebraucht, wohingegen ein „Jnani“, ein Wesen, das im Bewusstseinsmeer Gottes schwingt, mehr sein göttliches Wissen und seinen göttlichen Geistes-Verstand gebraucht.

Meistens sind die HGMM, GEM und Hüter mehr der Bhakta-Seite Gottes zugetan, wohingegen die AGMM und AGM mehr Jnani-Wesen sind. Das ist auf ihren unterschiedlichen Geist zurückzuführen. Der All-Geist ist mehr mit Wissen und Weisheit verbunden, wohingegen der Gottes-Geist mehr mit Liebe und Herzlichkeit verknüpft ist. Beides ist gleich gut und gleich wichtig.

Der Weg des„Bhakta“ beginnt mit göttlicher Liebe und der Weg des „Jnani“ mit Denken und Selbstanalyse. Am Ende, in der absoluten Einheit des Weltengottes, werden Liebe und Weisheit wieder eins, denn beide streben nach nichts anderes als der Vereinigung mit Gott AMA, ihrer Quelle. Beide verringern ihr Ego und weiten ihr Herz, um durch die Selbstaufgabe in Gott AMA einzugehen.

Die Frucht von göttlicher Liebe ist Bewusstsein und Weisheit. Göttliches Bewusstsein und Wissen intensivieren wiederum die göttliche Liebe. Wer seine Liebe im Herzen entzündet, legt somit die Basis für das Bewusstsein der göttlichen Weisheit in sich und umgekehrt. Wer keine göttliche Liebe im Herzen empfindet, kann auch kein göttliches Bewusstsein erlangen. Und wer nicht bewusst und göttlich wissend ist, kann nicht wahrhaft göttlich lieben.

Ein Wesen, das auf dem Pfad von „AMA-Vidya“ und der Wurzel der Unverblendung geht, strebt nach der Weisheit von Gott AMA und um dem bewussten, erfahrenen Wissen um Gott AMA. Es möchte nichts anderes als sein Bewusstsein entfalten und die Wurzel der Illusion und Verblendung des Egos abzulegen, um in die wahre göttliche Wirklichkeit einzutreten und diese absolute Wahrheit in seinem ganzen Wesen zu erfahren und in sein Herz aufzunehmen, so dass es selbst zu einem Ausdruck und Teil der Wahrheit Gottes wird. Das Ego wird in diese Prozess vollständig aufgegeben, um göttliche Einheit zu erlangen. Erst wenn das Ego transformiert ist, kann wahres göttliches Bewusstsein eintreten und das Wesen eins mit der Liebe und Wahrheit Gottes werden.