88. Weisheitsperle: Freiheit von der Macht des Geldes

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Freiheit von der Macht des Geldes, der Habgier, des Hochmuts und des Mangels berichten.

Thomas Morus schreibt 1515 in seinem bekannten Buch „Utopia“ über die negativen Kräfte des Geldes und eine utopische, zukünftige Gesellschaft des göttlichen Zeitalters ohne Geld, deren Bewohner in göttlicher Gemeinschaft, Wir-Bewusstsein und Frieden miteinander leben:

Zweites Buch, 178-179:

„…Wer weiß nämlich nicht, dass Betrug, Diebstahl, Raub, Streit, Unruhe, Zank, Aufstand, Mord, Verrat und Giftmischerei, die jetzt durch tägliche Bestrafungen mehr geahndet als eingeschränkt werden, mit der Beseitigung des Geldes absterben müssen und dass außerdem Furcht, Unruhe, Sorgen, Anstrengungen und durchwachte Nächte in demselben Augenblick wie das Geld verschwinden werden?

Ja, die Armut selbst, deren einziges Übel doch im Geldmangel zu liegen scheint, würde augenblicklich abnehmen, wenn man das Geld überall völlig abschaffte. Wenn du dir das noch deutlicher machen willst, musst du dir einmal ein dürres und unfruchtbares Jahr vorstellen, in dem der Hunger viele Tausende von Menschen dahingerafft hat. Nun behaupte ich ganz bestimmt: hätte man am Ende dieser Hungersnot die Speicher der Reichen durchsucht, so wäre so viel Getreide zu finden gewesen, dass überhaupt niemand jene Ungunst des Wetters und jenen geringen Ertrag des Bodens hätte zu spüren brauchen, wenn man die Vorräte unter die verteilt hätte, die in der Tat Opfer der Abmagerung und Auszehrung geworden sind.

So leicht könnte man beschaffen, was man zum Leben braucht, wenn nicht jenes herrliche Geld, ganz offenbar dazu erfunden, den Zugang zum Lebensunterhalt zu erschließen, allein es wäre, das ihn uns verschließt. Das merken ohne Zweifel auch die Reichen, und sie wissen ganz genau, wieviel besser jener Zustand wäre, nichts Notwendiges zu entbehren als an vielerlei Überflüssigem Überfluss zu haben, und wieviel besser es wäre, von so zahlreichen Übeln befreit als von so großem Reichtum beschwert zu sein. Ich mag auch gar nicht daran zweifeln, dass die Sorge für das persönliche Wohl jedes einzelnen oder die Autorität Christi, unseres Heilands, der bei seiner so großen Weisheit wissen musste, was das Beste sei, und bei seiner so großen Güte nur zu dem raten konnte, was er als das Beste erkannt hatte, und was die ganze Welt ohne Mühe schon längst für die Gesetze des utopischen Staates gewonnen hätte, wenn nicht eine einzige Bestie, das Haupt und der Ursprung alles Unheils, die Hoffart [Hochmut des Egos], dagegen ankämpfte.“

Der Anti-Gott redet den Menschen in der Konsum-Gesellschaft von L’Egoland ein, dass sie Geld brauchen müssten, um ihre lebensnotwendigen Bedürfnisse zu befriedigen. Dabei wird aus den natürlichen, jederzeit erfüllbaren Bedürfnissen des Menschen ein künstlicher „Bedarf“, der die Bedürfnis-Befriedigung auf nur diejenigen Menschen beschränkt, die mit „Kaufkraft“ versehen sind, d.h. das nötige Geld haben. Wer kein Geld hat, kann in L’Egoland auch seine Bedürfnisse nicht befriedigen und muss folglich Mangel leiden und ist unglücklich, obwohl er eigentlich von Natur aus das Recht und auch die Möglichkeit hätte all seine Bedürfnisse zu befriedigen, vorausgesetzt er würde in einer Gesellschaft ohne Geld leben.

Thomas Morus schreibt über den Wert des Geldes in Utopia im Ersten Buch 98:

„Sie [Die Bewohner von Utopia] bedienen sich nämlich unter sich keines Geldes, das sie vielmehr für solche Fälle aufheben, wo es ihnen von Nutzen werden kann, wenn es auch möglich ist, dass solche niemals eintreten.

Mit dem Gold und Silber, woraus Geld hergestellt wird, hat es bei ihnen nämlich diese Bewandtnis, dass es kein Mensch höher schätzt, als ihm seinem natürlichen Werte nach zukommt […] während die Natur dem Gold und Silber keinen Gebrauch verliehen hat, dessen wir nicht leicht entarten könnten, und es nur die Torheit der Menschen ist, die der Seltenheit [von Gold und Silber] einen so hohen Wert beigelegt hat. Und als eine höchst liebevolle Mutter hat die Natur die nützlichsten Dinge uns ohne alle Schwierigkeiten zugänglich gemacht, wie Luft, Wasser und die Erde selbst, die nichtigen, eitlen, unnützen Dinge aber weit entrückt.“

Zur Zeit von Thomas Morus im 16. Jahrhundert lag Geld noch in der materiellen Form von Gold und Silber vor, so dass Thomas Morus seine Ablehnung des Geldes besonders im Umgang der Utopier mit Gold und Silber anschaulich zeigen konnte. In Utopia wurde der hohe Wert von Gold und Silber u.a. dadurch gebrochen, indem daraus niedere Produkte hergestellt wurden. Die Utopier verwendeten nämlich Gold und Silber zur Anfertigung von Nachttöpfen und zur Kennzeichnung von Sklaven bzw. ehrloser Menschen [in Utopia gab es keine direkte Sklaverei; Sklaven waren weder Kriegsgefangene noch von anderen Völkern gekaufte Sklaven, sondern vielmehr Mitbürger, die wegen eines Verbrechens und Verstoß gegen die Gesetze zu einem Sklaven wurden]. Er schreibt im Ersten Buch, 100:

„Die Utopier sehen ferner sehr wohl ein, dass, wenn sie aus Gold und Silber kostbare Schalen oder andere Gegenstände der Schmiedekunst verfertigen wollten, und diese dann bei vorkommender Gelegenheit wieder einschmelzen müssten, um den Soldaten den Sold auszuzahlen, die Leute sich nur sehr ungern von Dingen trennen würden, an denen sie erst einmal Wohlgefallen zu empfinden angefangen hätten.

Um allen diesem zu begegnen, haben sie ein Mittel erdacht, das zwar mit ihren übrigen Einrichtungen sehr wohl übereinstimmt, aber mit den unsrigen ganz und gar unvereinbar wäre, da bei uns das Gold so hoch gehalten und so sorgsam bewahrt wird, eine Maßregel, die daher nur jenen glaublich erscheint, die sich aus der Erfahrung von ihrem wirklichen Bestehen überzeugt haben.

Während sie nämlich zum Essen und Trinken nur Gefäße aus Ton und Glas benutzen, die zwar sehr hübsch aussehen, aber trotzdem billig sind, fertigen sie aus Gold und Silber nicht bloß für die Gemeinschaftshallen, sondern auch für die Privathäuser allenthalben Nachtgeschirre [Nachttöpfe] und sonstige zu ganz gewöhnlichem Gebrauch bestimmte Gefäße an. Außerdem stellen sie aus denselben Metallen Ketten und starke Fußfesseln zur Bestrafung der Sklaven her, und schließlich hängen von den Ohren derer, die durch irgendein Verbrechen ihre Ehre verloren haben, goldene Ringe herab; man steckt ihnen goldene Ringe an die Finger, hängt ihnen eine goldene Halskette um und legt einen goldenen Reif um ihren Kopf.

So sorgen die Utopier mit allen Mitteln dafür, dass Gold und Silber bei ihnen in Verruf kommt, und so erklärt es sich auch, dass in Utopien bei einer sich etwa nötig machenden Ablieferung alles Goldes und Silbers, dessen gewaltsame Wegnahme den anderen Völkern fast ebensolche Schmerzen bereitet, als wenn man ihnen die Eingeweide auseinanderrisse, niemand glauben würde, auch nur einen Heller einzubüßen.“

Auch kostbare Perlen haben in Utopia keinen Wert. Sie sind nichts anderes als Schmuck der Kinder, die mit ihrem Ego damit angeben, bis sie älter werden und erkennen, dass sie wertlos sind und sie wegwerfen:

„Außerdem sammeln die Utopier an den Küsten Perlen, in gewissen Felsen sogar Diamanten und Karfunkel. Doch suchen sie nicht danach, sondern nur, was sie zufällig finden, schleifen sie. Damit putzen sie ihre kleinen Kinder. In ihren ersten Lebensjahren prahlen diese gern mit solchem Schmuck und sind stolz darauf; sobald sie aber ein wenig älter werden und merken, dass sich nur Kinder mit derartigem Tand abgeben, legen sie diesen Schmuck ab, und zwar ohne besondere Ermahnung von Seiten ihrer Eltern, sondern einfach, weil sie sich seiner schämen, genau so wie bei uns die Kinder, wenn sie erst größer werden, von ihren Nüssen, Knöpfen und Puppen nichts mehr wissen wollen.“

Die Grundlage für diese Verachtung des Geldes in Utopia ist eine Wirtschaft, die nicht auf Mangel beruht, sondern auf Fülle und Überfluss. Obwohl die Menschen durchschnittlich nur 6 Stunden pro Tag arbeiten, reicht das aus, weil alle – selbst Besucher – mitarbeiten und auch die Tätigkeiten wegfallen, die sich nur ums Geld drehen. Thomas Morus schreibt im Ersten Buch, 82:

„Wenn die Utopier nämlich nur sechs Stunden arbeiten, könnte man vielleicht meinen, es müsse das einen Mangel an den notwendigen Gütern zur Folge haben. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Diese Arbeitszeit genügt nicht nur, sondern wird nicht einmal ganz gebraucht zur Produktion eines Vorrats an allem, was zu den Bedürfnissen oder Annehmlichkeiten des Lebens gehört.“

Thomas Morus erkennt die Problematik in der Konsum-Gesellschaft L’Egoland, wo zwar alle Menschen arbeiten, aber die meisten sehr viele unnütze Arbeiten ausführen, die allein der Aufrechterhaltung und Versorgung der Geldstruktur und nicht der Versorgung der Menschen dienen. Die Arbeiten von Landwirten haben in L’Egoland z.B. wenig Wert, so dass diese in Mangel leben müssen, obwohl sie zur Versorgung durch Nahrung beitragen und ihre Produkte somit den höchsten Wert haben sollten. Ein Banker oder Finanzberater verdient hingegen wesentlich mehr, obwohl er nichts Materielles und Essbares produziert, sondern allein mit seiner Arbeit die vorherrschende Geld-Struktur am Laufen hält. Thomas Morus schreibt:

„Und nun überlege dir, wie wenige von diesen [Menschen in der Konsum-Gesellschaft] selbst mit wirklich notwendigen Arbeiten beschäftigt sind! Da nämlich bei uns das Geld der Maßstab für alles ist, müssen wir viele völlig unnütze und überflüssige Gewerbe betreiben, die bloß der Verschwendung und der Genusssucht dienen. Würde man nämlich diese ganze Masse, die jetzt im Arbeitsprozess steht, nur auf die so wenigen Gewerbe verteilen, wie ein angemessener natürlicher Bedarf erfordert, so würde ein großer Überfluss an Waren entstehen, und die Preise würden notwendigerweise zu tief sinken, als dass die Handwerker ihren Lebensunterhalt davon bestreiten könnten. Aber wenn alle die, die jetzt ihre Kräfte in nutzloser Tätigkeit verzetteln, und wenn noch dazu der ganze Schwarm derer, die jetzt in Nichtstun und Trägheit erschlaffen und von denen jeder einzelne so viel von den Produkten verbraucht, die die Arbeitskraft anderer liefert, wie zwei der Arbeiter, wenn man also alle diese zu Arbeiten, und zwar zu nützlichen, verwendete, so würde, wie leicht einzusehen ist, ungemein wenig Zeit mehr als reichlich genügen, um alles zu beschaffen, was zum Leben notwendig oder nützlich ist; du kannst auch noch hinzusetzen, zum Vergnügen, soweit es echt und natürlich ist.

Und das bestätigen in Utopien die Tatsachen selber. Denn dort sind in einer ganzen Stadt einschließlich ihrer nächsten Umgebung aus der Gesamtzahl der nach Alter und Kräften zur Arbeit tauglichen Männer und Frauen kaum fünfhundert von ihr befreit. Unter ihnen sind die Syphogranten zwar nach dem Gesetz zur Arbeit nicht verpflichtet, sie machen aber von dieser Bestimmung keinen Gebrauch, um die anderen durch ihr Beispiel um so leichter zur Arbeit anzuspornen. Dieselbe Vergünstigung genießen diejenigen, denen das Volk auf Vorschlag der Priester und auf Grund geheimer Abstimmung der Syphogranten dauernde Arbeitsbefreiung zur Durchführung ihrer Studien bewilligt. Erfüllt einer von ihnen die auf ihn gesetzte Hoffnung nicht, so stößt man ihn wieder unter die Handarbeiter zurück. Nicht selten tritt aber auch das Gegenteil ein, dass nämlich ein Handwerker jene freien Stunden so eifrig auf das Studium verwendet und durch seinen Fleiß so große Fortschritte macht, dass man ihn von der Handarbeit befreit und in die Klasse der Gebildeten aufrücken lässt. Aus deren Stande nimmt man die Gesandten, Priester, Traniboren und schließlich den Bürgermeister selber, den die Utopier in ihrer alten Sprache Barzanes und in ihrer jüngeren Ademus nennen. Da nun fast die ganze übrige Masse des Volkes weder untätig noch mit unnützen Gewerben beschäftigt ist, kann man leicht ermessen, in wie wenigen Stunden viel nützliche Arbeit geleistet wird.“

In Utopia herrscht eine göttliche Ordnung und jeder arbeitet gerne mit. Dass er oder sie indirekt dazu gezwungen wird – denn ohne Arbeit gibt es kein Essen -, mag zwar als eine drastische Maßnahme erscheinen, ist aber eine logische Konsequenz, damit die Gemeinschaft funktionieren kann:

„Ihr seht schon, in Utopien gibt es nirgends eine Möglichkeit zum Müßiggang oder einen Vorwand zur Trägheit. Keine Weinschenken, keine Bierhäuser, nirgends ein Bordell, keine Gelegenheit zur Verführung, keine Schlupfwinkel, keine Stätten der Liederlichkeit; jeder ist vielmehr den Blicken der Allgemeinheit ausgesetzt, die ihn entweder zur gewohnten Arbeit zwingt oder ihm nur ein ehrbares Vergnügen gestattet. Diese Lebensführung des Volkes hat notwendig einen Überfluss an jeglichem Lebensbedarf zur Folge, und da alle gleichmäßig daran teilhaben, ist es ganz natürlich, dass es Arme oder gar Bettler überhaupt nicht geben kann.

Im Senat von Mentiranum, wo sich, wie erwähnt, alljährlich drei Abgeordnete aus jeder Stadt einfinden, stellt man zunächst fest, wovon es in den einzelnen Bezirken einen Überschuss gibt und worin irgendwo der Ertrag zu gering gewesen ist. Dann gleicht man alsbald den Mangel der einen Bezirke durch den Überfluss der anderen aus, und zwar geschieht das unentgeltlich, ohne dass die Geber von den Empfängern eine Entschädigung erhalten. Dafür aber, dass eine Stadt irgendeiner anderen aus ihren Beständen ohne Gegenforderung liefert, erhält sie auch wieder, was sie braucht, von einer Stadt, der sie nichts gegeben hat. So bildet die ganze Insel gleichsam eine einzige Familie.“

Da es von allem genügend gibt, erhält auch jeder Bewohner von Utopia alles, was er zum Leben braucht. Thomas Morus schreibt in Zeile 89-90:

„Jede Stadt zerfällt in vier gleiche Teile. In der Mitte eines jeden befindet sich ein Markt für alle Arten von Waren. Dorthin schafft man die Arbeitserzeugnisse einer jeden Familie in bestimmte Häuser, und die einzelnen Warengattungen sind gesondert auf Speicher verteilt. Jeder Familienvater verlangt dort, was er selbst und die Seinen brauchen, und nimmt alles, was er haben will, mit, und zwar ohne Bezahlung und überhaupt ohne jede Gegenleistung. Warum sollte man ihm nämlich auch etwas verweigern? Alles ist ja im Überfluss vorhanden, und man braucht nicht zu befürchten, dass jemand die Absicht hat, mehr zu verlangen, als er braucht. Denn warum sollte man annehmen, es werde jemand über seinen Bedarf hinaus fordern, wenn er sicher ist, dass es ihm niemals an etwas fehlen wird? Werden doch bei jedem Lebewesen Habsucht und Raubgier durch die Furcht vor Mangel hervorgerufen und beim Menschen allein außerdem noch durch Stolz, da er es sich zum Ruhm anrechnet, durch ein Prahlen mit überflüssigen Dingen die anderen zu übertreffen; für diese Art Fehler ist in den Einrichtungen der Utopier überhaupt kein Platz.“

Kritische Leser mögen erwidern, dass in diesem System eine Gefahr für Missbrauch liegt, so dass es am Ende scheitern muss, wie es im Kommunismus geschehen ist. Doch Thomas Morus versichert: Kein Bewohner kommt darauf zu viel zu verlangen, da er eine reine Seele hat, die frei von der Gier des Egos ist. Zudem stellt die dauerhafte Versorgung mit allem Notwendigen sicher, dass niemand im Mangel ist und folglich auch keiner Angst vor Armut hat, was die Grundlage von Horten und Habgier ist.

Die selbe Thematik spricht Eberhardt del Antonio im Jahre 1959 in seinem utopischen Roman „Titanus“ an:

„Wenn ich mir nun zwanzig Paar Schuhe hole, niemand kontrolliert das… Ich meine, das fehlt doch den anderen. Es ist doch ungerecht, wenn ich mir mehr Schuhe hole – als Sie! Sie sind doch höher qualifiziert, Ihnen steht mehr zu…“

Sandrino lachte: „Weshalb denn? Jedem steht das zu, was er braucht. Und weil genug vorhanden ist, wird keiner mehr nehmen, als er braucht – oder glauben Sie wirklich, ich würde mich unnötig belasten? Je weniger ich habe, desto einfacher die Pflege…“

Auch Plutarch geht auf die Problematik der Habgier der Bewohner und des Geldes in seiner Biographie von Sparta an: „Er [König Lykurg] ging nun auch daran [im Zuge seiner Reformen im Staat], auch den Hausrat [aller Bewohner] aufzuteilen, um jegliche Ungleichheit [der Bewohner] vollends auszurotten. Als er aber sah, dass die Leute es übel aufnahmen, wenn man ihnen die Sachen geradezu wegnahm, beschritt er einen anderen Weg, um die Habsucht auch auf diesem Gebiet zu bekämpfen. Zuerst setzte er alles Gold- und Silbergeld außer Kurs und ordnete den Gebrauch des eisernen Geldes an. Diesem gab er bei großem Gewicht und Volumen einen so geringen Wert, dass ein Tauschwert von zehn Minen einen großen Aufbewahrungsraum im Hause und zur Beförderung einen zweispännigen Wagen erforderte. Nachdem dies durchgeführt war, verschwanden viele Arten von Verbrechen aus Lakedaimon. Denn wer wollte wohl stehlen, sich bestechen lassen, betrügen oder einen Raub verüben um einer Sache willen, die er nicht verbergen konnte, deren Besitz nicht glücklich machte, die auch zu zerkleinern ohne Nutzen war. Denn Lykurg ließ, wie es heißt, das glühende Eisen in Essig ablöschen und benahm ihm so die Verwendbarkeit für andere Zwecke, da es spröde wurde und sich nicht mehr bearbeiten ließ.“ (Plut. Lykurg 9)

Die Idee des eisernen Geldes, das so schwer war, dass es niemand heben, stehlen oder mit sich herumtragen wollte, war eine gute Idee! Man stelle sich nur vor, 100 Euro würden 100kg wiegen. Wer würde sich mit diesem Geld belasten wollen? Man würde sich jeden Kauf genau überlegen und Diebe hätten keine Chance. Mehr Geld als nötig zu Hause zu horten, wäre auch keine gute Idee, da man ansonsten ein Zimmer allein zur Aufbewahrung des Geldes freihalten müsste.

Utopia ist ein göttlicher Staat, ähnlich dem einstigen Atlantis, wo alles perfekt und vollkommen ist. Die Menschen leben im Wir-Bewusstsein der göttlichen Einheit wie eine große Familie miteinander in Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit zusammen. Sie sind großzügig, weise, fleißig, großzügig, freundlich und gehorsam gegenüber den Gesetzen. Es gibt trotz fehlendem privaten Besitz keine Armut und keine unerfüllten Bedürfnisse. Die  Menschen sind glücklich. Es gibt keine Klassenunterschiede, wo die Menschen aufgrund ihres Geldes und Besitzes unterschiedlich wertgeschätzt werden. Der Staat von Utopia braucht kein Geld, um zu funktionieren, vielmehr funktioniert er gerade deswegen so gut weil es KEIN Geld gibt! Dadurch herrscht auch kein Ego-Bewusstsein in den Menschen vor. Sie sind frei von Habgier, Profitsucht und Selbst-Sucht dar und gehen selbstlos miteinander um.

Um all das zu erreichen, organisiert der utopische Staat jedes Details des Lebens seiner Bürger. Er modelliert bewusst ihr Ego und steuert sie auf dem Weg der göttlichen Tugenden, in dem er sie einer ständigen spirituellen Erziehung unterzieht, die nicht nur in Schulen, sondern auch in Ritualen und öffentlichen Veranstaltungen vermittelt wird. Dies mag für den Leser bevormundend erscheinen, dient aber einem guten Zweck. Denn der Mensch ist durch sein Ego fehlerhaft und unvollkommen. Sein Ego muss deshalb permanent im Zaum gehalten werden, damit sich sein göttliches Seele-Geist-Wesen ausdrücken und in den göttlichen Tugenden gestärkt werden kann.

Die Utopier lernen von Kindheit an jeden Tag ein moralisch einwandfreies tugendhaftes Verhalten, das für sie selbstverständlich ist. Sie sind sich bewusst, dass privater Reichtum und Luxus keine Vorteile sind, sondern eine Verblendung und Torheit des Egos, die an sich lächerlich ist. Die Hauptaufgabe in Utopia liegt in einem glücklichen Leben und der Entwicklung und Förderung der geistigen Eigenschaften jedes Menschen. Dafür ist Geld  hinderlich, denn es macht nur habgierig und nährt im Menschen die Angst vor zukünftigem Mangel. Zudem stärkt Geld im Menschen den Hochmut, wodurch er sich mit seinem Besitz und Geld vor anderen Menschen hervortun würde. Diese Schwäche des Egos hat in Utopia keinen Platz.

Stelle Dir vor: Um wieviel glücklicher, zufriedener und freier würden die Menschen in unserer heutigen Konsum-Gesellschaft leben, wenn es kein Geld geben würde? Jeder könnte seiner göttlichen Berufung nachgehen und müsste nicht eine Arbeit tun, die nur der Aufrechterhaltung der Geldstruktur von L’Egoland dient, nicht aber wahrer Sinnerfüllung.

Die Beseitigung des Geldes und der damit verbundenen gesellschaftlichen Übel, der Gier und der Armut, ist aber nicht einfach. Denn hinter dem Geld verbirgt sich ein noch größerer Dämon: der Hochmut und die Arroganz des Menschen, die sich tief in seine Seele hineingefressen haben. Wer also die Geldstruktur abschaffen möchte, muss auch den Hochmut in sich selbst und allen Menschen transformieren. Dies ist in Utopia geschehen, wo die Menschen ihre Todsünden in Tugenden gewandelt haben, wodurch sie  keine Gier und keinen Hochmut mehr haben. Folglich hat dort Geld auch keine Grundlage mehr im Bewusstsein der Menschen.

Erkenne also: Nicht das Geld allein ist das Übel, sondern die Gier und der Hochmut in Dir selbst nach diesem! Wenn Du diese überwindest, dann hat das Geld auch keine Macht mehr über Dich und Du kannst in einem utopischen Bewusstseins-Zustand leben, der sich mit dem Beginn des neuen göttlichen Zeitalters auch immer mehr in der Gesellschaft manifestieren wird. Es kann nicht zuerst das Geld abgeschafft werden und dann die Gier und der Hochmut der Menschen. Nein, zuerst müssen die Herzen der Menschen von Gier und Hochmut geläutert werden, wodurch das Geld seine Macht und Kraft verliert und automatisch wertlos wird. Dann erst erfährt der Mensch wirklichen Reichtum, der weit über irdischen Besitz hinausgeht, sondern die ganze Seele und den ganzen Geist erfüllt. Thomas Morus schreibt am Ende seines Buches dazu (Zweites Buch 174-176):

„Ich habe euch so wahrheitsgemäß wie möglich die Form dieses Staates [Utopia] beschrieben, den ich bestimmt nicht nur für den besten, sondern auch für den einzigen halte, der mit vollem Recht die Bezeichnung »Gemeinwesen« für sich beanspruchen darf. Wenn man nämlich anderswo von Gemeinwohl spricht, hat man überall nur sein persönliches Wohl im Auge; hier, in Utopien, dagegen, wo es kein Privateigentum gibt, kümmert man sich ernstlich nur um das Interesse der Allgemeinheit, und beide Male geschieht es mit Fug und Recht.

Denn wie wenige in anderen Ländern wissen nicht, dass sie trotz noch so großer Blüte ihres Staates Hungers sterben würden, wenn sie nicht auf einen Sondernutzen bedacht wären! Und deshalb zwingt sie die Not, eher an sich als an ihr Volk, das heißt an andere, zu denken. Dagegen hier, in Utopien, wo alles allen gehört, ist jeder ohne Zweifel fest davon überzeugt, dass niemand etwas für seinen Privatbedarf vermissen wird, wofern nur dafür gesorgt wird, dass die staatlichen Speicher gefüllt sind. Denn hier werden die Güter reichlich verteilt, und es gibt keine Armen und keine Bettler, und obgleich niemand etwas besitzt, sind doch alle reich [innerlich und äußerlich].

Könnte es nämlich einen größeren Reichtum geben, als völlig frei von jeder Sorge, heiteren Sinnes und ruhigen Herzens zu leben, nicht um seinen eigenen Lebensunterhalt ängstlich besorgt, nicht gequält von der Geldforderung der jammernden Gattin, ohne Furcht, der Sohn könne in Not geraten, ohne Angst und Bange um die Mitgift der Tochter, sondern unbesorgt um den eigenen Lebensunterhalt und um den der Seinen, der Gattin, der Söhne, der Enkel, Urenkel und Ururenkel und der ganzen Reihe von Nachkommen, so lang, wie sie ein Ehrenmann erwartet?“

So räume dem Geld keine Macht mehr über Dich ein, die Deinen Charakter und Deine Ethik bestimmt! Befreie Dich von Deiner Abhängigkeit an das Geld und lebe ein Leben in wahrer Fülle, Zufriedenheit und Freude!

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