7. Weisheitsperle: Der Engel des Todes

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über den Sterbeprozess, den Engeln des Todes und die Weisheit Gottes berichten.

Es ist verwunderlich, dass ein Mensch, der in höchstem Genuss schwelgt und sich des lustvollsten Zeitvertreibs erfreut, immer die Angst hat, dass jemand ihn bestehlen oder verletzen könnte. Seine Schreckensvision ist, dass ein Bewaffneter in sein Haus eindringen, ihn mit einer Waffe niederschlagen und ihm allen Besitz rauben könnte. Dadurch wäre ihm sein ganzer Genuss verdorben und seine Lebensfreude zerstört. Dabei übersieht jener Mensch, dass er jeden Augenblick vom Engel des Todes „überfallen“ und seines Körpers und Lebens „beraubt“ werden kann. Seine Sichtweise hat keinen anderen Grund als Verblendung, Unwissenheit und Täuschung als Grundlage.

Wisse, dass kein Mensch den Tod wirklich kennt, außer dem, der ihn erfahren und gekostet hat, und sich in seiner nächsten Inkarnation daran erinnern kann. Wer ihn in diesem Leben nicht gekostet hat oder ihn vergessen hat, der kennt ihn nur, indem er ihn mit etwas vergleicht, was er bereits erfahren hat, oder was er bei anderen sterbenden Menschen beobachtet hat. Es beruht aber alles nur auf Vermutungen und äußeren Sichtweisen, die nur Teil der Wirklichkeit sind.

Für die Menschen, die sich Zeit ihres Lebens dem Anti-Gott und seinen 3D-Genüssen zugewandt haben, ist der Tod schmerzhaft und mit Pein und Qual verbunden. Ihr Tod gleicht dreihundert Schwerthieben. Wenn ein solcher Mensch den Todesengel erblickt, dann fürchtet er sich vor ihm, denn er weiß, dass ihm nun sein karmischer Ausgleich droht, der teilweise noch zu Lebzeiten im Sterben stattfindet. Nur wer dann reinen Herzen bereut und Gott um Erleichterung des Todes bittet, findet Vergebung und einen leichten Übergang in die feinstofflichen Ebenen.

Der Todesengel hat zwei Gesichter. Den Ego-Wesen zeigt er sich in Form seiner heimsuchenden, grauenhaften Gestalt, die Angst und Schrecken verbreitet. Das göttliche, tugendhafte Wesen erblickt ihn aber in seiner schönsten und angenehmen Gestalt. Dazu gibt es eine Legende:

„Vor langer Zeit lebte Ikrima, der ein gottesfürchtiger Mann war. Er hatte ein Haus, in dem er seine Gebete zu verrichten pflegte, und wenn er es verließ, dann verschloss er es hinter sich, damit niemand anders eintreten und es entweihen konnte. Eines Tages ging er wieder zu dem Haus und fand dort einen Mann darin. Da fragte er ihn: „Wer hat dich in mein Haus eingelassen?“

Dieser antwortete: „Der Herr dieses Hauses hat mich eintreten lassen.“

Ikrima sprach: „Aber ich bin doch der Herr dieses Hauses!“

Der fremde Mann aber entgegnete: „Mich hat der eingelassen, der darüber größere Herrschaft hat als du oder ich.“

Da erkannte Ikrima, dass der fremde Mann ein göttlicher Engel war, denn nur Gott hatte die oberste Herrschaft über alles inne. Er warf sich vor ihm in Demut nieder und rief: „Vergib mir mein hochmütiges Verhalten. Welcher von den Engeln bist du?“

Er antwortete: „Ich bin der Engel des Todes.“

Da fragte Ikrima: „Kannst du dich mir in der Gestalt zeigen, in der du die göttlichen Seelen abholst?“

„Ja,“ sagte daraufhin der Engel, „doch wende dich von mir ab.“

Da wandte sich Ikrima ab und als er sich wieder umdrehte, erblickte er ihn als einen wohlgestalteten, schön gekleideten und lieblich duftenden Jüngling. Da sagte Ikrima: „O Engel des Todes, würde jedes demütige Wesen bei seinem Tod lediglich deine Gestalt wahrnehmen, so wäre ihm das durchaus genug und er würde bereitwillig seinen physischen Körper zurücklassen, um in die jenseitigen Ebenen zu gehen.“

Zum Engel des Todes gehören auch die beiden aufzeichnenden Engel, welche die Seele Zeit ihres Lebens begleitet haben und all ihr Tun als sein Zeugnis aufgeschrieben haben. Kein Mensch stirbt und verlässt die physische Ebene, ehe ihm nicht die beiden aufzeichnenden Engel seine Werke aus jenem Leben gezeigt haben. Wenn er folgsam und tugendhaft gewesen ist, dann sprechen die beiden zu ihm: „Möge dir Gott deine guten Taten vergelten, denn du hast mit gerechtem Herzen gehandelt, hast uns in gute Gesellschaften geführt und wir waren bei so manchem guten Werk von dir zugegen. Schöne Worte aus reinem Herzen haben wir von dir gehört. Das Tor zu den Ebenen des Lichts ist dir offen.“

Wenn der Sterbende aber ein Übeltäter und Ego-Mensch gewesen ist, so sprechen sie zu ihm: „Möge Gott dir nichts Gutes vergelten, denn du hast mit üblem Herzen gehandelt, hast uns in finstere Kreise geführt und wir waren bei so manchem unrechten Werk von dir zugegen. Hässliche Worte hast du uns hören lassen. Gott wird dir dafür keinen guten Lohn bescheren.“ Dabei bleibt der Blick des Sterbenden starr auf die beiden Engel der Aufzeichnung gerichtet, ehe er seinen physischen Körper verlässt und in die jenseitigen Ebenen hinüberwechselt.

Die Heimsuchung beim Sterben besteht darin, dass die Ego-Wesen ihren Platz in den Minus-Dimensionen des Anti-Gottes erblicken, und in der Frucht, die sie empfinden, noch bevor diese Vision eintritt. Im Zustand des Sterbens versagen ihnen schon die Kräfte mit ihrem Willen, doch ihr Ego will sich noch nicht mit dem Verlassen des Körpers und dem Sterben seiner selbst abfinden. Es will das Seele-Geist-Wesen nicht gehen lassen und klammert weiter an seinem Leben. Das Seele-Geist-Wesen verlässt den Körper nicht eher, als dass es den Gesang des Todesengels gehört hat, der ihm eine von zwei Botschaften verkündet. Entweder verkündet er: „Freue dich, o Feind Gottes, auf die Finsternis der Minus-Dimensionen, wo Deine Seele so lange leiden muss, bis sie geläutert ist und neu inkarnieren kann!“

Oder er verkündet: „Freue dich, o Freund und Diener Gottes, auf das Licht der göttlichen Dimensionen, wo Deine Seele die Liebe und Freude Gottes erfahren und in den lichtvollen Welten neu inkarnieren darf!“

Daraus versteht sich die Todesfurcht der Menschen, deren Seelen nicht rein sind.

Wisse, kein Wesen verlässt die irdische Welt, bevor es sich nicht seinen Bestimmungsort in den feinstofflichen Dimensionen und sein Ziel im Herzzentrum Gottes oder in der Finsternis des Anti-Gottes erblickt hat. So weiß es, was ihn erwartet.

Wer ein Treffen mit Gott und seinem spirituellen Meister nach seinem Tod herbeisehnt, den begehrt auch Gott zu treffen. Wer dagegen einem Treffen mit Gott, seinen Engeln und spirituellen Meistern abgeneigt ist, dem zu begegnen ist auch Gott abgeneigt. Sein Bewusstsein bestimmt seinen Zielort.

In den alten Texten der Weisheit heißt es: „Wenn ein göttliches, demütiges Geschöpf Gottes Wohlgefallen erweckt hat, spricht Er: „O Engel des Todes! Geh hin zu jenem Diener und bring Mir seine Seele, auf dass Ich ihm ewigen Frieden in mir schenke. Seine Taten sind Mir genug: Ich habe ihn geprüft und fand ihn ebenso, wie Mir beliebt.“

Da steigt der Todesengel hinab in die irdischen Ebenen, von fünfhundert Lichtengeln begleitet, die Zweige von göttlichen Kräutern und Safran halten, und ein jeder von ihnen überbringt der Seele eine andere frohe Botschaft. In zwei Reihen stehen die Engeln mit ihren Zweigen, in Erwartung des Augenblicks, da das Seele-Geist-Wesen seinen physischen Körper verlasen wird. Wenn der Mensch den Todesengel erblickt, fasst er sich zuerst mit der Hand am Kopf und schreit auf. Die Engel fragen ihn: „Was ist mit dir, o Bruder?“

Da antwortet er: „Seht ihr denn nicht, welche Ehre mir bescheidenem Diener erwiesen wird? Warum sehe ich euch erst jetzt? Wo wart ihr die ganze Zeit?“

Da antworten die Engel: „Wir haben uns immer redlich um dich bemüht, doch Gott wollte dich erst noch deine guten Taten abschließen lasen, ehe wir dich holen durften.“

Wer in der Begegnung mit Gott, dem erhabenen Herrn des Universums, seine Rast und seinen Seelenfrieden findet, dessen Todestag ist für ihn ein Freudentag, ein Tag des Entzückens und der Sicherheit, von Glanz, Ehre und Liebe erfüllt.

Manche Menschen wünschen sich, für immer im Sterbeprozess verharren zu können, um nicht zu ihrem verdienten Lohn oder ihrer karmischen Strafe im nächsten Leben geschickt zu werden. Sie wollen ihren physischen Körper und ihr altes Leben nicht loslassen und aufgeben. Solche Menschen leiden lange, ehe sie sterben können. Die Furcht vor einem üblen Ausgang des Todes zerreißt fast ihre Herzen. Die gewaltigen Heimsuchungen während des Sterbens machen ihre Seele mürbe, doch sie sind nicht bereit sich dem Tod hinzugeben, weil sie sich aufgrund ihrer Taten unsicher sind, welches Schicksal sie in den jenseitigen Ebenen erwartet oder sie wissen genau, mit welch schlimmen Missetaten aus ihrem Leben sie dann konfrontiert werden.

Wer im Herzen den Tod annimmt und sich Gott demütig ergibt, hat beim Sterben nichts zu befürchten. Deshalb ist es wichtig, dass der Mensch beim Sterben nichts anderes im Herzen hat als Gott. Wenn ihm nämlich kein Begehren mehr bleibt außer nach Gott, dem Einzigen, dem Wahren, dann wird er auch nicht in der physischen Welt zurückgehalten werden und muss auch nicht wieder in der niederen Materie erneut inkarnieren. Für ein solches Seele-Geist-Wesen liegt die höchste Glückseligkeit darin, durch den Tod seinem Geliebten, nämlich Gott, nahezukommen. Jedes Seele-Geist-Wesen geht nämlich beim Sterben dorthin, wo ihn sein Herz hinzieht und wo es Liebe empfindet. Wer sein irdisches Haus liebt, bleibt als Geist in seinem Haus. Wer sein Geld liebt, bleibt als Geist bei seinem Geld. Wer das Licht liebt, der tritt in die Ebnen des Lichtes ein. Wer Gott liebt, der kommt zu Gott. Wer seinen spirituellen Meister liebt, kommt zu seinem spirituellen Meister.

Ist das Herz des Wesens aber von der irdischen Welt betört und ihr ganz zugewandt und bedauert es nur den Verlust der weltlichen, irdischen Freuden, dann fällt der Sterbeprozess in die Gefahrenzone der göttlichen Seele und ihres freien Willens, welcher entscheidet, wohin es nach dem Tod des Körpers geht. Selbst wenn es die Worte „Ich diene Gott“ auf den Lippen hat, sind sie wirkungslos, wenn sich in seinem Herzen keine Bekräftigung regt. Denn es ist nur ein Wackeln mit der Zunge und hat wenig Nutzen, es sei denn, Gott geruht in Seiner Gnade auch diese halbherzige Bekundung von ihm anzuerkennen.

Dazu wollen wir Dir ein Gleichnis erzählen: Der Weise Wathila ging einmal zu einem Kranken und fragte ihn: „Sag mir, wie ist deine Meinung von Gott?“

Dieser antwortete: „Ich ertrinke im Meer meiner Sünden und stehe kurz vor der Vernichtung, doch hoffe ich auf die Barmherzigkeit meines Herrn.“

Da riefen Wathila und die Familie des Mannes laut: „O Gott, Du bist der größte Herr, bitte erbarme Dich seiner!“

Da sprach Gott: „Ich bin so, wie Mein Diener von Mir denkt, dass Ich bin, darum soll er so von Mir denken, wie Er will.“ Die Seele des Sterbenden ging in Seine Ebenen des Lichts ein.

Und in einer weiteren Geschichte heißt es: „Es war einmal ein junger Mann, der sehr zu Jähzorn und Hass neigte und dessen Mutter ihn deswegen oft tadelte. Sie sprach zu ihm: „O mein Sohn, siehe der Tag wird für dich kommen, wo du für deine Taten geradestehen musst.“ Und als nun der junge Mann erkrankte und auf dem Sterbebett lag, beugte sie sich über ihn und sagte zu ihm: „O mein Sohn, ich habe dich stets vor deinem Verderben gewarnt und dir davon erzählt, dass dein Tag einst kommen würde.“

Darauf sagte er: „O meine Mutter! Ich bereue aus ganzem Herzen. Ich habe einen Herrn von großer Güte, und ich hoffe darauf, dass Er mich an diesem Tag mit Seiner Güte aufnehmen und mich nicht im Stich lassen wird.“ Und in der Tat, aufgrund seiner guten Meinung von seinem Herrn erbarmte Gott sich seiner. So kann schon die ehrliche Lobpreisung und Ehrung Gottes genügen, eine verlorene Seele wieder auf den Pfad des Lichts und der Gerechtigkeit zurückzuführen.

Wenn also der Tag kommen sollte, wo Du sterben wirst, dann nimm Dein Schicksal an und sage: „Ich gehe zu Gott. Es widersteht mir nicht, zu IHM zu gehen, denn von IHM allein kommt alles Gute. Ich gebe mich IHM ganz hin, mit meinem Körper, meiner Seele und meinem Geist.“

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