59. Weisheitsperle: Der altägyptische Mysterienweg des Amduat: Die Einweihung in das wahre Selbst und die Meisterschaft des Egos

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Einweihung der altägyptischen Mysterienschule des Amduat in das wahre göttliche Selbst, die Vereinigung von Himmels-Selbst und die Meisterschaft des Egos berichten.

Das Amduat, auch die „Schrift des Verborgenen Raumes“ oder das „Buch von dem, was in der Duat ist“ genannt, ist das älteste „Jenseitsbuch“ bzw. Einweihungsbuch aus dem alten Ägypten. Es besteht aus zwölf Kapiteln, die den zwölf Bewusstseinsstufen (=Dimensionen) zum spirituellen Aufstieg (fälschlicherweise von den Ägyptologen als „Nachtstunden“ bezeichnet) entsprechen. Die zehnte Bewusstseinsstufe wird nachfolgend näher erläutert.
Hinweis: Die Übersetzung (kursiv) sowie die Beschreibungen der einzelnen Szenen (rosa) stammen aus dem Buch „Das Amduat“ von Erik Hornung und sind die offizielle Lehrmeinung der Ägyptologen. Teilweise ist die Übersetzung nicht korrekt, was in der Erläuterung korrigiert wird.

(167) Verweilen durch die Majestät dieses großen Gottes in dieser Höhle.
Er erteilt Weisungen an die Gottheiten, die in ihr sind.
Der Name des Tores dieser Stätte, zu welchem dieser große Gott Zutritt hat,
ist «Mit großen Erscheinungsformen, Gestalten gebärend».
Der Name dieser Stätte ist «Mit tiefem Wasser und hohen Ufern».
Der Name der Nachtstunde, die diesen großen Gott geleitet
zu den geheimnisvollen Wegen dieser Stätte, ist «Wütende,
welche den Hinterhältigen schlachtet».

Dies ist die Einleitung zum eigentlichen Einweihungstext. Mit „Höhle“ ist das innerste Zentrum der Seele gemeint. Dadurch, dass sich das göttliche Bewusstsein Gottes im innersten Seelenkern des Wesens befindet und es seine Schwingung in die Plus 7. Dimension angehoben hat, kann es in diese Bewusstseinsebene eintreten. Es wird im nachfolgenden Text irrtümlich von den Ägyptologen als „Gott“ bezeichnet wird; passender wäre „Eingeweihter“ oder „In Gott Schwingender“. Die „Gottheiten“ sind die Energiestrahlen, die der Eingeweihte in jener Ebene lenken und befehligen kann. Um in diese Ebene zu gelangen, muss er seine Gestalt und Erscheinungsform verändern und in die Neutralität außerhalb der Polarität gelangen. Der Name der Ebene („Mit tiefem Wasser und hohen Ufern“) spielt auch auf die Polarität von SGW und Erden-Selbst, Licht und Dunkelheit, Göttlich und Anti-Göttlich an, die in dieser Ebene gemeistert werden muss. Der Name der dort vorherrschenden Energiequalität „Wütende, welche den Hinterhältigen schlachtet“, spielt auf die Transformationskraft Gottes und das göttlichen Lichts an, die das hinterhältige und falsche Ego im Eingeweihten und alles Anti-göttliche auflöst.

(168) Die geheimnisvolle Höhle des Westens,
bei welcher Chepri verweilt mit Re,
bei welcher Götter, Achu und Tote klagen über das geheimnisvolle Bild des Totenreiches.
Gemacht sind diese wie diese Vorlage,
die gemalt ist auf der Ostseite des Verborgenen Raumes der Dat.
Wer sie kennt bei ihren Namen,
der durchzieht die Dat bis an ihr Ende,
ohne dass er vertrieben wird von den «Lichtern des Himmels» bei Re.

Dies ist der zweite Teil der Einleitung. Die „geheimnisvolle Höhle des Westens“ ist das innerste Zentrum der Seele, wo sich der Gotteslichtfunken des Wesens befindet (Chepri), der über die Flamme der Gottesliebe/Re mit Gott verbunden ist und in IHM weilt. Nicht die Götter „klagen über das geheimnisvolle Bild des Totenreiches“, sondern die Götter, Geistwesen und Verstorbenen beklagen die Wesen, die ihren Gotteslichtfunken und die Flamme der Gottesliebe verloren haben. Gott hat alle Geschöpfe im Universum auf derselben Grundlage des Ur-Geistes geschaffen, doch die einen haben ihr göttliches Licht verloren und schwingen nicht mehr in seinem Bewusstsein der göttlichen Liebe. Das ist der Unterschied zwischen göttlich und anti-göttlich. Wer den Namen seiner göttlichen Grundlage (bestehend aus Gotteslichtfunken und Flamme der Gottesliebe) und ihr geheimes Anrufungsmantra kennt, der kann sich mit ihnen verbinden und wird in die nächst höhere Ebene eingelassen, ohne dass er von den Wächtern Gottes zurückgehalten und vertrieben wird.

Erste Szene:
So sind sie beschaffen in der Dat
als Gestalten und Formen des Chepri,
wenn er sein Oval zu dieser Stätte trägt,
um danach herauszugehen zum östlichen Horizont des Himmels.

Erste Szene. Ein Gott mit Lebenszeichen und Uto-Szepter (693, «Der mit klugem Tun»), gefolgt vom Skarabäus «Lebendiger Käfer» (694), der ein kleines, gepunktetes Oval vor sich herschiebt.

Hier beginnt der erste Teil des Textes. Die Dat (auch Duat genannt) ist eine feinstoflliche Bewusstseinsebene, die nicht wirklich jenseits der irdischen Welt liegt, sondern sich nur in einer höheren Dimension befindet. Der Eingeweihte (Gott) der klug und weise gehandelt hat und das Was-Zepter der Einweihung in der Hand trägt, erhält Einlass in diese Ebene. Er trägt sein göttliches, bereites Seelenherz (Oval) als Pfand vor sich, um es der göttlichen Wandlung und Prüfung durch die Götter zu unterziehen. So kann er später in die höheren Ebenen des göttlichen Lichts aufzusteigen bzw. als spirituell Erleuchteter neu geboren werden.

2. Zweite Szene:
(169) So sind diese Gottheiten beschaffen.
Das Linke (Auge) tritt heraus aus dem «Doppeltgewundenen»,
das Rechte (Auge) tritt heraus aus dem «Gefesselten» (?).
Es schreien zu ihnen die Ba-u in der Erde,
wenn sie die Ach-u der Bestraften (?) in der Dat gefesselt haben
wegen des geheimnisvollen Bildes, das in ihr (der Dat) ist.
Dann verschlingen sie ihre Gestalten (wieder),
nachdem dieser große Gott an ihnen vorbeigezogen ist.

Zweite Szene. Zwischen den halb erhobenen Göttinnen «Rote Krone» (695, mit der unterägyptischen Krone) und «Weiße Krone» (697, mit der oberägyptischen Krone) ist die «Doppeltgewundene» Schlange (696) dargestellt, über sich eine Sonnenscheibe. Eine zweite Sonnenscheibe ruht auf dem Gottes-Zeichen «Das Gefesselte (?)» (699), zwischen den Göttinnen «Die Fesselnde» (698) und «Die Klagende der Götter» (700). Die beiden Sonnenscheiben symbolisieren, wie der erläuternde Text zeigt, die beiden «Augen» des Sonnengottes.

Die beiden Göttinnen symbolisieren das gespaltene Wesen von Himmels-Selbst und Erden-Selbst des Eingeweihten. Die doppeltgewundene Schlange ist ein Symbol für die anstehende Vereinigung von Himmels-Selbst (weiße Krone; steht für die Verbindung zu den höheren Ebenen des Lichts) und Erden-Selbst und Körper (rote Krone; rot steht für die Farbe des Erdbodens und die Verbindung zur Materie). Die Sonnenscheibe ist das daraus entstehende Dreiheits-Wesen. Das Linke Auge symbolisiert diesen ersten Teil der Meisterschaft des Eingeweihten.

Das „Gefesselte“ ist das Ego, das Super-Ego und der anti-göttliche Teil der Wurzeln des Übels, die der Eingeweihte in sich überwunden und gemeistert hat. Die „Fesselnde“ ist das Körperwesen unter Führung des SGW und Erden-Selbst, die das Ego gefesselt hat. Die „Klagende der Götter“ ist das Super-Ego („Die Götter Anklagende!“), die durch das Körperwesen und Erden-Selbst ebenfalls gefesselt und gemeistert wurde. Das rechte Auge steht für diesen Teil der Meisterschaft. Beide Aspekte sind geringer als das unsterbliche göttliche Selbst, weswegen sie in kleinerer Größe abgebildet sind.

Beide Augen zusammen ergeben das vereinte göttliche Bewusstsein von Licht und Dunkelheit, Himmel und Erde, göttlichem Selbst und irdischem Selbst. Die anti-göttlichen Geister (Bau) toben darüber, dass das Ego und die anti-göttlichen Geister gefesselt wurden und sie den Eingeweihten aufgrund seiner hohen Lichtfrequenz und seines starken Gotteslichtfunkens nicht erreichen können. Wenn der Eingeweihte in die nächste Ebene weitergeht und seine göttliche Lichtpräsenz nicht mehr anwesend ist, werden sie erneut versuchen die Menschen anzugreifen und in die Minus-Dimensionen hinabzuziehen.

3. Szene:
(170) Die Göttinnen sind es, die das Auge des Horus für ihn überprüfen in der Dat.
Re sagt zu ihnen:
Macht sei euren Gestalten, ihr «Mächtigen»,
damit ihr das Auge des Horus für ihn überprüft,
damit ihr das Auge des Horus für ihn befestigt,
damit ihr Horus befriedigt mit seinem Abbild (Auge),
damit ihr Horus stark macht mit seinem Auge,
damit ihr ihm sein «Erstauge» befestigt,
das in den Händen von «Fleisch, das sein Auge trägt» ist!
Ihr seid es, die Horus huldigen,
die entstanden sind und Erscheinungsformen entstehen lassen!
Was sie in der Dat zu tun haben:
Das Auge des Horus für ihn zu schützen
und das Glanzauge täglich gesund sein zu lassen.

Dritte Szene. Acht Göttinnen, im Text als «Mächtige» bezeichnet und offenbar Erscheinungsformen der mächtigen Sachmet. Die ersten vier Göttinnen sind löwenköpfig und damit auch ikonographisch der Sachmet angeglichen, die hier als die Göttin, die das verletzte Horusauge heilt, auftritt. Die Namen der acht Göttinnen lauten: «Die Mächtige» (701), «MENKERET»(702), «Das Mädchen»(703), «Die vom Szepter» (‚704), «Die Reine (?) ihrer Götter» (705), «Die Tatenen geschaffen hat» (‚706}, «Die Stehende»(707)und «Die mit kraftvollem Arm»(‚708). Hinter ihnen folgt noch eine affenköpfige, thronende Mumie, die ein heiliges Auge hält; es ist «Das Fleisch, das sein Auge trägt» (‚709), eine Gestalt des Thot. Das «Auge», um das es auch im folgenden Text geht, ist das verletzte und wieder geheilte Auge des Horus; wenn es an seinen richtigen Platz gesetzt ist, ist bildhaft die Ordnung wiederhergestellt.(170)

Acht Göttinnen überprüfen und stärken das Auge bzw. die Augen des „Horus“, d.h. das gemeisterte Ego, vereinte Dreiheitswesen und reine Seelenherz des Eingeweihten, der im Text als „Horus“ bezeichnet wird. Das verletzte Auge des Horus steht für den verletzten Teil aller inkarnierten Seele-Geist-Wesen, die durch ihr Ego, Super-Ego und die anti-göttliche Seite in ihrer Seele verletzt bzw. verdunkelt worden sind, so dass sie blind für die göttliche Wahrheit geworden sind. Wer das Auge des Horus in sich heilt, heilt somit seine Seele und befreit sich von seinem Ego, so dass er die Verblendung überwinden und die göttlich Wahrheit wieder sehen kann. Durch sein neues, gesundes Auge wird er stark, sehend, bewusst und kann weiter auf seinem spirituellen Pfad voranschreiten.

Die Göttinnen sind zweigeteilt, vier stehen für die auflösende Kraft Gottes (Sachmet), vier für die schöpfende Kraft Gottes. Sie sind göttliche Lichtwesen. Unter der Aufsicht des spirituellen Meisters Thot, der das Auge der Wahrheit Gottes trägt, überprüfen sie die göttliche Wahrheit des Eingeweihten, bzw. ob er wirklich sein Ego gemeistert hat und mit beiden Augen vereint und „sehend“ geworden ist.

Vierte Szene:
(171) So sind sie beschaffen als Bild, welches Horus gemacht hat.
Wenn dieser große Gott sie bei ihren Namen ruft, sind sie zufrieden,
atmen ihre Kehlen durch den Hauch, der im Munde dieses großen Gottes ist,
und wandeln ihre Bau hinter ihm zum Horizont.
Sie sind es, welche die Leichname entblößen und die Mumienbinden der Feinde abreißen,
deren (der Feinde) Bestrafung befohlen ist in der Dat.

Vierte Szene. Acht Götter, die nach der Beischrift strafende Funktion haben. Der erste, «Doppelarm», hat zwei Stricke an Stelle des Kopfes (‚710); der zweite, «Herr des Eintretens», ist schakalköpfig(711); der dritte, «Der die Gestalten verbirgt», ist falkenköpfig (‚712); der vierte heißt «Der über dem Geheimnis ist» (‚713). Da mit «Geheimnis» sicher der Leichnam gemeint ist, könnten die vier Namen auf verschiedene Stadien der Bestattung anspielen, statt «Doppelarm» wäre dann besser «Der Träger (des Leichnams)» zu übersetzen, das «Verbergen» wäre der eigentliche Vorgang der Bestattung nach dem «Eintreten» in das Grab oder die Stätte der Einbalsamierung. Die letzten vier Götter haben alle die Gestalt des Osiris mit oberägyptischer Krone. Sie heißen: «Der große Säger» (‚714), «Der große Verborgene» (715), «Der an seinem Platz ist» (‚716) und «Der vor seinen Menit ist» (727). Der Text lautet:(171)

Der Eingeweihte trägt acht Geistwesen bzw. Aspekte in sich, die ihn zu einem Eingeweihten machen. Es sind die acht Mentalwesen der Ego-Meisterschaft, die er selbst im Laufe seines spirituellen Weges in sich verankert hat. Er ist in der Lage, seine acht Aspekte anzurufen und ihren Geist durch sich auszudrücken. Gleichzeitig kann er durch seine göttlichen acht Aspekte jegliche Ego-Energien und Angriffe der anti-göttlichen Seite sofort in sich transformieren bzw. ihre Mumienbinden (Schleier der Verblendung) von sich abreißen. Die göttliche Führung in Form von Thot ist damit zufrieden und bestätigt seine Ego-Meisterschaft.

5. Szene:
(172) Dieser große Gott fährt dahin in dieser Stätte, in dieser Weise,
in seiner Barke, indem seine Göttermannschaft ihn rudert.
Die Götter, die in dieser Stätte sind, verweilen im Wasser,
in welchem ihre (der Mannschaft) Ruder sind.
Sie atmen vom Klang des Ruderns dieser Göttermannschaft.

Fünfte Szene. Die Sonnenbarke bleibt [im Vergleich zur achten und neunten Stunde] unverändert. Sie hat in dieser Stunde eine Beischrift, die bereits auf die Ertrunkenen im unteren Register anspielt:(172)

Die Sonnenbarke steht für die Bewusstseinsreise des Eingeweihten durch die Dimensionen und ist sein göttliches Gesamtwesen-Selbst. Sie bleibt optisch im Vergleich zu den früheren Bewustsseinsstufen/Stunden unverändert, da das Bewusstsein für die achte und neunte Bewusstseinsebene (Stunde) dieselbe Struktur aufweist. Der Eingeweihte („Gott“) fährt mit dieser durch Raum und Zeit des Universums. Die Barke symbolisiert mit ihren Göttern das Gesamtwesen des Eingeweihten, der aus seinen verschiedenen Aspekten von Himmels-Selbst, Erden-Selbst, Körper, Geist, Mentalwesen, usw. besteht. Die Sonnenscheibe in der Mitte auf dem Gott Chnum symbolisiert sein innerstes Zentrum, d.h. seinen Gotteslichtfunken und seine Flamme der Gottesliebe. Horus zur Linken symbolisiert seine bewusste, eingeweihte Seele (Yang), die Göttin Hathor rechts seinen bewussten göttlichen Geist (Yin). Die vier Helfer stehen für die Meisterschaft des Körperlichen. Die zwei vorderen Pharaonen stehen für das Erden-Selbst und seinen Zwilling, den Körper. Das gesamte Wesen (körperlich, seelisch und geistig) des Eingeweihten ist von seinem hohen göttlichen Bewusstsein erfüllt und „atmet“ diese Schwingung.

6. Szene:
(173) So sind sie beschaffen als Träger dessen, «Der die Gesichter verbindet».
Das (der Falke) ist der Ba des Sokar, welcher der Dat vorsteht.
Dieses ganze Bild wandelt hinter diesem großen Gott zum Horizont,
und dann tritt es (wieder) ein in die Erde, Tag für Tag.

Sechste Szene. Zwischen den beiden Göttinnen «Die Bogenschützin» (728, mit unterägyptischer Krone) und «Die auf der (anderen) Seite ist» (731), mit oberägyptischer Krone) ist eine vierbeinige Schlange mit zwei Köpfen dargestellt. Auf der Schlange hockt «Der dem Himmel vorsteht» (729) als Falke es ist, wie die Beischrift zeigt, der im Himmel befindliche Ba des Sokar, der als Totengott selber «der Dat vorsteht», wie Osiris. Der Schlangengott trägt auf seinen beiden Köpfen ober- und unterägyptische Krone und heißt «Der die Gesichter verbindet» (730), womit wohl gemeint ist, daß der Schlangenleib die beiden Köpfe «verbindet».

Der Eingeweihte, der nun als Sokar/Osiris (Totengott) bezeichnet wird, da das Ego und Super-Ego in ihm gestorben sind, kommt in einem höheren Bereich dieser Bewusstseinsebene (Dat) an, wo sich seine „Gesichter“, d.h. Aspekte, komplett miteinander vereinen. Im göttlichen Eingeweihten-Selbst (der Horusfalke „Der dem Himmel vorsteht“) vereinen sich nun sein Seele-Geist-Wesen/Himmels-Selbst („Die auf der anderen Seite“) und sein Erden-Selbst („Bogenschützin“) in sich. Auf diese Weise kommt er später erneut zurück auf die Erde, um Tag für Tag als bewusster göttlicher Mitarbeiter zu leben, der mit seinem Ego gestorben ist.

7. Szene:
(174) So ist er beschaffen in seinem Boot.
Er steht auf gegen die Urfinsternis
beim Torweg des östlichen Horizontes,
und dann nimmt er seinen Platz (wieder) ein, Tag für Tag.
Es ist die Schutzschlange der Dat,
der unnahbare Ba des Chontamenti (Osiris).

Siebente Szene. Eine weitere Schlange, diesmal falkenköpfig und in einem Boot liegend. Es ist «Der Lebendige der Erde (Unterwelt)» (‚732), in der Beischrift als «Schutzschlange» und als Ba des Osiris bezeichnet:

Die Schlange der Vereinigung des Eingeweihten (Horus) befindet sich nun über seinem ganzen Wesen (Boot). Er widersetzt sich der Dunkelheit der anti-göttlichen Seite und ist unerreichbar für ihre Angriffe. Seine komplette Seele mit ihrem Gotteslichtfunken schwingt wieder in Gott. Auch wenn er inkarniert ist, ist er immer mit Gott verbunden. Der Eingeweihte lebt im Bewusstsein des göttlichen Lichts, durch das er durch Raum und Zeit reist. Sein göttliches Eingeweihten-Selbst (Schlange) beschützt auch seinen Körper und seine inkarnierte Seele. Er ist ein in Gott Lebendiger auf Erden.

8. Szene:
So sind sie beschaffen,
indem sie ihre Pfeile, ihre Speere und ihre Bogen tragen
vor diesem großen Gott.
Sie gehen mit ihm heraus zum östlichen Horizont des Himmels.
Dieser große Gott sagt zu ihnen:
(175) Flink seien eure Pfeile, spitz seien eure Speere,
und gespannt seien eure Bogen,
damit ihr mir meine Feinde bestraft,
die in der Finsternis sind, außerhalb des Horizontes!
Ihr gehört zu mir in meinem Gefolge, wenn ich im Gegenhimmel verweile,
und wenn mein «Fleisch» stark ist in der Tagesbarke.
Sie sind es, die den Widersacher «Den mit schrecklichem Gesicht» abwehren in der Urfinsternis,
damit dieser große Gott im östlichen Torweg des Horizontes wandeln kann.
Danach wandeln sie mit diesem Gott.

Achte Szene. Dargestellt ist die Leibwache des Sonnengottes, die ihn gegen seine Feinde, vor allem gegen Apophis, schützt. Die ersten vier Götter tragen eine runde Zielscheibe als Kopf, dazu einen Pfeil in der Hand. Sie heißen: «Scheibenkopf» (733) «Pfeilschießer» (734), «Der (Pfeile) bündelt» (735) und «Schleuderer» (736). Die nächsten vier Götter sind jeweils mit einem Speer bewaffnet und heißen: «Schießender» (737), «Werfender» (738), «Abwehrender» (739) und «Verletzender» (740). Die letzte Gruppe ist mit Bogen bewaffnet; auf zwei «Bogenschützen» (741 und 742) folgen «Der (die Bogensehne) knüpft» (743) und «Der mit erscheinendem Arm» (744). Die gemeinsame Beischrift erläutert die Funktion dieser Leibwache:

Hier werden die Schutzgötter bzw. Schutzengel gezeigt, die der Eingeweihte nach erfolgreicher Prüfung seines Wesens erhalten hat und die fortan mit ihm gehen. Sie werden von nun an den Eingeweihten gegen Angriffe der anti-göttlichen Seite und des Anti-Gottes beschützen und verteidigen, selbst wenn er sich im „Gegenhimmel“, d.h. in den Minus-Dimensionen und im Körper, d.h. „im Fleisch“, inkarniert ist. Die ersten vier Wächter (mit einer Zielscheibe als Kopf) wehren alle Angriffe ab, d.h. sind passive Wächter, die anderen vier Wächter (mit Speeren in der Hand) greifen die anti-göttliche Seite aus der Nähe an, d.h. sind aktive Wächter, die letzten vier Wächter (mit Bogen bewaffnet) sind ebenfalls aktive Wächter und greifen die anti-göttliche Seite aus der Ferne an. Sie stehen für die drei Arten von Schutzgottheiten, die für die drei Schichten der Seele und ihrer Aura zuständig sind (innere, mittlere, äußere).

9. Szene:
(176) Es spricht Horus zu den im Wasser Treibenden,
zu den Gekenterten und Ausgestreckten, die im Nun sind, den Unterweltlichen:
O im Wasser Treibende, die dunkel (dahintreiben) im Nun,
deren Arme bei ihren Gesichtern sind!
O ihr mit gekentertem Gesicht in der Dat,
deren Rückgrat der Wasseroberfläche gehört!
O ihr, die ihr den Nun durchrudert als Ausgestreckte,
deren Gesichter hinter ihren Bau sind!
Luft sei euren Bau, dass sie nicht beengt sind,
rudern mögen eure Arme, ohne zurückgehalten zu werden!
(177) Ihr bahnt euch den Weg (im) Nun mit euren Füßen,
ohne dass eure Knie gehindert werden.
Ihr kommt heraus zur Wasseroberfläche,
ihr nähert euch der Brandung.
Ihr treibt dahin zur Großen Überschwemmung,
und ihr landet an ihren Ufern.
Euer Leib ist nicht verfault, euer Fleisch ist nicht verwest,
ihr verfügt über euer Wasser,
ihr atmet, was ich euch zugewiesen habe.
Ihr seid diese, die im Nun sind,
die hinter (meinem) Vater dahintreiben !
Mögen auch eure Bau leben!

Neunte Szene. Die Darstellung der «Vergöttlichung durch Ertrinken». Am Anfang des Registers steht der falkenköpfige Horus (745), mit der Sonnenscheibe auf dem Haupt als unterweltliche Erscheinungsform des Sonnengottes gekennzeichnet. Das große, rechteckige Gewässer vor ihm ist durch die Beischrift als Nun identifiziert; es ist zugleich die Fahrbahn der Sonnenbarke, in das die Mannschaft ihre Ruder taucht. Die Ertrunkenen, die im nun dahintreiben, werden in drei verschiedenen Stellungen gezeigt und so in drei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe, auf dem Rücken liegend und eine Hand am Gesicht, sind «Die im Wasser Treibenden, die in der Dat sind» (746); die zweite Gruppe, «Gekenterte, die in der Dat sind» (747), schwimmt mit nach vorn gestreckten Händen auf dem Bauch; die dritte Gruppe, «Ausgestreckte, die in der Dat sind» (748), schwimmt wieder auf dem Rücken, mit herabhängenden Armen und erigiertem Glied. Der Text zu dieser Szene macht deutlich, daß auch die Ertrunkenen, die der rituellen Bestattung entzogen sind, ein seliges Dasein im Jenseits erwartet:(176)

Dies ist die Schlüsselszene des Kapitels und die Einweihungsprüfung für den Eingeweihten, die als „Vergöttlichung durch Ertrinken“ bezeichnet wird. Der Eingeweihte wird als falkenköpfiger Horus dargestellt. Das Gewässer (Nun) ist das Geist- und Bewusstseinsmeer der Maya, durch das der Eingeweihte als göttlicher Mitarbeiter mit seinem Schiff reist. Die Ertrunkenen symbolisieren die Seele-Geist-Wesen, die in der Maya und der Verblendung ertrunken, d.h. mit ihrem göttlichen Selbst gestorben, sind und Gott nicht mehr finden können. Die Aufgabe des Eingeweihten ist es, sie zu retten und zurück zu Gott zu führen, damit sie erlöst (vergöttlicht) werden können. Er stärkt ihre göttlichen Seelen mit dem Atem Gottes, so dass sie den Weg zurück zum Licht gehen können. Die Ertrunkenen können sowohl für lebendige als auch für tote Menschen stehen.

Die ertrunkenen Wesen, die auf dem Rücken liegend mit einer Hand am Gesicht im Wasser treiben, sehen die göttliche Wahrheit und die Bewusstseinsebene Gottes nicht, auch wenn sie dort sind, da sie blind sind. Die Ertrunkenen, die auf dem Bauch treiben, sind Wesen, die sich von Gott abgewandt und dem Anti-Gott und der Dunkelheit zugewandt haben. Die Wesen, die auf dem Rücken mit herabhängenden Armen treiben, werden von ihrem Körper und seinen Sinnen beherrscht und ihre Seele hat keine Kontrolle darüber.

Dies ist die Abschluss-Prüfung des Eingeweihten. Er muss alle verschiedenen Typen von Ertrunkenen zurück in das Licht Gottes führen. Wenn es ihm gelingt, erhält er nachfolgende Abschluss-Insignien.

10. Szene:
(178) Ihre lebendigen Bilder (der Schlangen) sind an ihrem Haupt.
Sie sind es, die den Weg Re´s in der Finsternis erleuchten,
damit er herausgehe (zum) östlichen Torweg.
Der «Stab des Nehes» (Seth) wandelt mit ihm.

Zehnte Szene. Vier Göttinnen, jede mit einer Schlange auf dem Haupt. Sie heißen «Die Vernichtende» (749), «Die Glühende» (750), «Die Stechende» (751) und die Uräus-Schlange (752). Am Ende des Registers folgt, von einem Sethkopf gekrönt, ein Hirtenstab, als «Stab des Nehes (Seth)» (753).
Die Inschrift über dieser Gruppe lautet:(178)

Das ist der Abschluss des Gangs durch die zehnte Einweihungsstufe: Der Eingeweihte hat den anti-göttlichen Gott Seth in sich in Form des Egos und um sich in Gestalt der anti-göttlichen Wesen gemeistert und beherrscht ihn über seinen Stab, den er als Zeichen seiner Einweihung erhalten hat. Er lenkt nun nach erfolgreichem Abschluss der Einweihung vier Energiestrahlen, nämlich der Vernichtung, der Glut, des Zerstechens und der schützenden Vereinigung, symbolisiert durch vier Göttinnen. So ausgerüstet geht er weiter auf seinem spirituellen Pfad voran, in die elfte und zwölfte Bewusstseins-Ebene.

Zusammenfassung:

Die zehnte Bewusstseinsstufe/Stunde auf dem Weg der göttlichen, altägyptischen Mysterien bzw. Erleuchtung führen den Eingeweihten zur Vereinigung seiner verschiedenen Aspekte von Himmels-Selbst, Erden-Selbst, Körper, Seele, Geist, usw. Er beherrscht und meistert sein Ego und Super-Ego, d.h. sein niederes Selbst, so dass er von der anti-göttlichen Seite nicht mehr erreicht werden kann. Nachdem ihn die Götter für würdig befunden haben, darf er in die nächst höhere Ebene jener Bewusstseinsstufe reisen, wo sein Himmels-Selbst und Erden-Selbst komplett vereint werden können, nachdem das Ego und Super-Ego aus ihm entfernt und aufgelöst wurden. Er wird nun zum wirklichen bewussten Dreiheitswesen und Eingeweihten. Nach dem Tod seines Egos kommt er so zu neuem göttlichen Leben. Als Zeichen seiner Einweihung erhält er 12 Wächter-Geister (Schutzengel), die ihn fortan vor der anti-göttlichen Seite beschützen und verteidigen. In einer Prüfung muss er mittels des neu erlangten göttlichen Bewusstseins, in der Maya verirrte Geistwesen und Ego-Wesen zurück in das Licht führen, ohne dabei selbst zurück in das Ego und die Verblendung zu fallen. Es gelingt ihm und er erhält als Belohnung den Stab des Seth, d.h. die Meisterschaft über den Anti-Gott, und die Fähigkeit vier göttliche Transformations-Strahlen zu lenken.

Der Einweihungsweg des Amduat durch die zwölf Bewusstseinsstufen wird im Jahre 2018 zum ersten Mal seit über 2000 Jahren wieder als Mysterium-Fernstudium angeboten werden. So hast Du die einzigartige Möglichkeit die hermetischen, altägyptischen Einweihungsstufen des Thot zu durchlaufen. Wenn Du daran interessiert bist, dann schreibe uns eine eMail und wir werden prüfen, ob Du dafür geeignet bist.
 

 

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