54. Weisheitsperle: Das jüngste Gericht: Himmel und Hölle

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über das Jenseits, Himmel und Hölle sowie das jüngste Gericht am Ende des Universum berichten:

Abu Hamid Muhammad al-Ghazali, lateinisch Algazel, (geb. 1058 in Tus bei Maschhad, heute Iran; gest. 1111 ebenda) war ein persischer islamischer Theologe, Philosoph und Sufi-Mystiker. Er lehnte eine starre Dogmatik ab und lehrte den Weg zu einem Gottesbewusstsein, das aus dem Herzen entspringt. Viele seiner Werke wurden im Mittelalter ins Lateinische übersetzt und wurden unter dem Autorennamen „Algazel“ zu Standardwerken der damaligen europäischen Wissenschaftler und Philosophen. In seinem Buch „Die kostbare Perle im Wissen des Jenseits“ schreibt er:

Die Erschaffung von Göttlich und Anti-göttlich:

„Als Gott, der Erhabene, die zukünftigen Menschen in zwei Händen zusammenfasste, indem Er über den Rücken Adams strich, sammelte Er das erste Mal das, was Er zusammennahm, immer nur von der rechten Hälfte, und das andere Mal immer nur von der linken Hälfte. Dann zeigte Er ihm seine beiden geöffneten Hände. Da schaute Adam zu ihnen hin und erkannte in den edlen Handflächen Wesen gleichwie kleine Ameisen.
Darauf sprach Gott: „Die da [die Rechten] gehen zum Paradies, und ich kümmere mich nicht um sie, denn sie werden das tun, was die Leute des Paradieses zu tun haben; und die da [die Linken] gehen zum Höllenfeuer, und ich kümmere mich nicht um sie, denn sie werden das tun, was die Leute des Feuers tun werden.“
Da sagte Adam: „O Herr, und was haben die Leute des Paradieses zu tun?“
Gott sprach: „Drei Sachen: an mich zu glauben, meine Gesandten und Propheten [die spirituellen Meister: z.B. Jesus Christus, Moses, Mohammed, Buddha, Krishna, etc.] zu bewahrheiten und meine Bücher [heilige Schriften, Bibel, Koran, Thora, Baghavadgita etcl.] zu befolgen nach Gebot und Verbot.“
Und Adam sagte: „Und was tun die Leute des Feuers?“
Gott sprach: „Drei Sachen: mir anderes beigesellen, meine Gesandten und Propheten Lügen strafen und sich meinen Büchern widersetzen im Gebot und Verbot.“
[Der Seelenweg jedes Seele-Geist-Wesens ist somit schon vom Anfang seiner Erschaffung an vorherbestimmt. Entweder gehört er der rechten oder der linken Gruppe an.]

Die Sünden am Jüngsten Tag:
[…] Während dieser Zeit wird der Platz für die Menschen immer enger, ihr Zustand immer schlechter, der Schlamm immer größer, und einer ihrer Schrecken folgt dem anderen. Ein jeder von ihnen hat wie eine Kette um den Hals gelegt für das, womit er auf Erden gegeizt hat: wer die Abgabe von Kamelen verweigert hat, trägt ein Kamel auf seinem Nacken, das schreit und so schwer ist wie ein mächtiger Berg; wer die Abgabe von Kleinvieh verweigert hat, trägt ein Schaf auf seinem Nacken, das blökt und so schwer ist wie ein mächtiger Berg; und wer die Abgabe von Ziegen verweigert hat, trägt auf seinem Nacken einen Ziegenbock, der blökt und meckert und so schwer ist wie ein mächtiger Berg. Das Schreien, Brüllen, Blöken und Meckern aber ist wie der rollende Donner.
Und wer die Abgabe von Saatkorn verweigert hat, trägt auf seinem Nacken Ballen, die gefüllt sind mit der Gattung, mit der er geizte, ob Weizen nun oder Gerste, das schwerste, was es gibt; und sie rufen unter weh und ach! Wer aber die Abgabe von Vermögen verweigert hat, trägt eine nackte Schlange mit einem schwarzen Fleck über den Augen, deren Schwanz in seinem Nasenloch steckt, die sich um seinen Hals schlingt und auf seinem Nacken lastet, als ob er eine Halskette von allen Mühlsteinen auf der Erde trüge.
Ein jeder ruft aus: „Was ist das?“ Doch die Engel antworten ihnen: „Das ist, womit ihr gegeizt habt auf der Erde aus Begehren nach ihm und Gier darauf.“
Und das sind Seine, Gottes, Worte: „Als Halskette sollen sie tragen, womit sie geizig waren, am Tage der Auferstehung!“
Bei anderen sind die Schamteile ganz groß geworden und lassen einen wässrigen Eiter fließen, so dass ihre Nachbarn von ihrem Gestank belästigt werden; andere sind gekreuzigt auf Jochbalken; und anderen hängt die Zunge auf die scheußlichste Art auf die Brust. Das sind die Hurer, die Sodomiten und die Lügner. Und bei anderen sind die Bäuche so groß geworden wie ungeheure Berge; das sind die, die den Wucher gefressen haben. Bei jedem, der eine Sünde hat, ist das Hässliche seiner Sünde nun äußerlich sichtbar gemacht. […]

Das Paradies am Jüngsten Tag:
[…] Und Gott, der Erhabene, befiehlt das Paradies. Da schmückt es sich und macht sich glänzend; und man bringt es herbei. Es hat einen köstlichen Duft und den stärksten Wohlgeruch, den es gibt; man empfindet seinen Geruch schon auf eine Entfernung von fünfhundert Jahren. Die Seelen werden wieder frisch, und die Herzen beleben sich; nur nicht, wessen Taten auf der Erde schimpflich waren, denn denen ist verwehrt, es zu riechen. Dann wird das Paradies zur Rechten des Thrones hingestellt. […]

Die Hölle am Jüngsten Tag:
[…] Darauf befiehlt Gott, der Erhabene, dass man die Hölle bringe. Da gerät sie [die Hölle] in Furcht und Schrecken und spricht zu den Engeln, die zu ihr gesandt worden sind:
„Wisst ihr, dass Gott, der Erhabene, eine Schöpfung erschaffen hat, um mich damit zu bestrafen?“ Sie antworten ihr: „Nein, bei seiner Macht, Er hat uns auch nur zu dir gesandt, damit du dich an dem rächst, der sich Ihm widersetzt hat von Seiner Schöpfung; und wegen dieses heutigen Tages bist du erschaffen worden.
Dann bringt man sie herbei. Sie geht auf vier Füßen und wird an siebzigtausend Zügeln geführt. An jedem Zügel sind siebzigtausend Ringe; wenn man alles Eisen der Erde zusammennähte, es würde noch nicht dem Gewichte eines einzigen Ringes gleichkommen. Bei jedem Ringe sind siebzigtausend Höllenwächter; wenn man einem dieser Höllenwächter befehlen würde, dass er die Berge zermalmen soll, er würde sie zermalmen, oder dass er die Erde zerbrechen solle, er würde sie zerbrechen.
Nun hat sie ein Röcheln, Brüllen, Knistern, Summen, Funken und einen Rauch, der so aufwallt, dass die Himmelsstriche mit Dunkelheit verschlossen sind. […]
[…] Und Gott sagt: „Fast berstet sie [die Hölle] vor Wut“, d.h. es fehlt nicht viel, und sie spaltet sich in zwei Hälften, so heftig ist ihre Wut.
Darauf wird die Hölle weggezogen und an die linke Seite des Thrones getan.

Die Waagschale des Jüngsten Gerichts:
[…] Dann stellt man dort die Waage auf, und zwar sind es zwei Schalen: eine Schale zur Rechten des Thrones aus Licht und eine Schale zur Linken des Thrones der Finsternis. Darauf enthüllt Gott Seine Macht; da werfen sich alle Menschen nieder aus Ehrfurcht vor Ihm und in Demut vor seiner Größe. Ausgenommen die Ungläubigen [=anti-göttlichen Wesen], die in den Tagen ihres Lebens Ihm etwas beigesellt und Holz und Steine verehrt haben und das, was keine Herrschaft bekommen hat. Denn die Wirbel ihres Rückgrats haben sich zu Eisen verwandelt, so dass sie nicht imstande sind, sich niederzuwerfen, auch wenn sie es wollten.

Die Zeugenschaft der Taten:
[…] In der Überlieferung heißt es auch, dass vier gegen vier zur Zeugenschaft aufgefordert werden: man ruft die Reichen auf, die im Wohlstand lebten und fragt sie: Was hat euch abgezogen davon, Gott, dem Erhabenen, zu dienen?“ Sie antworten: „Er hat uns Besitz gegeben und Wohlstand, die uns davon abgezogen haben, vor seiner Wahrheit zu stehen auf der Erdenstätte.“ Da spricht man zu ihnen: „Wer hatte größeren Besitz, ihr oder Salomo?“ Sie antworten: „Sicherlich Salomo.“ Da spricht man zu ihnen: „Das hat ihn aber nicht abgehalten davon, vor der Wahrheit Gottes, des Erhabenen, zu stehen und eifrigst Seiner zu gedenken.“
Darauf spricht man: „Wo sind die Heimgesuchten?“ Man bringt sie herbei nach Arten und spricht zu ihnen. „Welche Sache hat euch abgehalten davon, Gott, dem Erhabenen, zu dienen?“ Sie antworten: „Gott hat uns heimgesucht auf der Erdenstätte mit mancherlei Arten von Unglück und Schaden, die uns davon abhielten, Seiner zu gedenken und uns Seiner Wahrheit zu stellen.“ Man spricht zu ihnen: „Wer war mehr heimgesucht, ihr oder Hiob?“ Sie antworten: „Sicherlich war Hiob es mehr.“ Da spricht man zu ihnen: „Das hat ihn aber nicht abgehalten davon, sich der Wahrheit Gottes, des Erhabenen, zu stellen und sich ganz Seinem Gedenken zu widmen.“
Darauf ruft man: „Wo sind die Blüten, die Jünglinge, und die Haussklaven?“ Man bringt sie herbei und spricht zu ihnen: „Welche Sache hat euch abgezogen davon, Gott, dem Erhabenen, zu dienen auf der Erdenstätte?“ Die Jünglinge antworten: „Er gab uns Anmut und Schönheit, durch die wir in Versuchung gerieten und abgezogen wurden davon, uns Seiner Wahrheit zu stellen.“ Und die Haussklaven antworten: „Das Sklaventum der Knechtschaft hat uns abgehalten.“ Man spricht zu den Jünglingen: „Wart ihr schöner oder Joseph?“ Sie antworten: „Sicherlich Joseph.“ Da spricht man zu ihnen: „Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, obwohl er sich auch noch im Sklaventum der Knechtschaft befand, sich der Wahrheit Gottes, des Erhabenen, zu stellen und eifrigst Seiner zu gedenken.“
Darauf ruft man: „Wo sind die Armen?“ Man bringt sie herbei nach Arten und spricht zu ihnen: „Was hat euch davon abgehalten, euch der Wahrheit Gottes, des Erhabenen, zu stellen?“ Sie antworten: „Er hat uns heimgesucht auf der Erdenwelt mit erniedrigender Armut; die hat uns davon abgehalten, uns Seiner Wahrheit zu stellen.“ Man spricht zu ihnen: „Wer war ärmer, ihr oder Jesus.“ Sie antworten: „Sicherlich Jesus.“ Da spricht man zu ihnen: „Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, sich der Wahrheit Gottes, des Erhabenen, zu stellen und eifrigst Seiner zu gedenken.“

Die Barmherzigkeit Gottes
Am Tage der Auferstehung bringt man auch einen Mann, bei dem man keine gute Tat mehr findet, wodurch seine Waage ein negatives Übergewicht bekommt. Da spricht Gott, der Erhabene, aus Erbarmen zu ihm: „Gehe hin unter die Menschen und bitte jemand, er möge dir eine gute Tat schenken, durch die du in das Paradies kämest.“ Er geht nun suchend durch die Zwischenräume der Welten, findet aber niemand, der deswegen mit sich reden ließe. Ein jeder, den er fragt, antwortet: „Ich fürchte, dass meine Waage zu leicht ist; ich bedarf ihrer mehr als du.“ So gibt er schon die Hoffnung auf, da fragt ihn ein Mann: „Was suchst du?“ Er antwortet ihm: „Eine einzige gute Tat; ich bin schon an Leuten vorüber gekommen, die tausende davon hatten, aber zu mir geizig waren.“ Da spricht der Mann zu ihm: „Ich bin schon Gott, dem Erhabenen, gegenüber gewesen, aber auf meinem Blatt befand sich nur eine einzige gute Tat, und ich glaube nicht, dass sie mir helfen wird; nimm sie deshalb von mir als Geschenk an Dich!“ Da geht der Beschenkte voller Freude von dannen, und Gott spricht zu ihm: „Was ist dir?“ Dabei weiß Er es doch am besten. Der Beschenkte erzählt IHM seine Geschichte. Darauf ruft man seinen Freund, der ihm die gute Tat geschenkt hat, und Gott, der Erhabene, spricht zu diesem: „Mein Edelmut geht weiter als dein Edelmut; nimm die Hand deines Bruders und geht beide hin zum Paradies.“

In den Händen Gottes

[…] Wenn die Seele am jüngsten Tag zwischen den edlen Händen Gottes steht, macht Er sie erst durch einige Tadel und Vorwürfe bestürzt, so dass sie sich der Vernichtung anheim gefallen glaubt; doch darauf lässt Er ihr Verzeihung erweisen. So berichtet Mansur ibn ’Ammar, wie er sich in einem Traum vor dem Gerichte Gottes gesehen hat:
„Der Erhabene ließ mich zwischen Seinen edlen Hände stehen und sprach zu mir: „Was bringst du mir, o Mansur?“
Ich sagte: „Sechsunddreißig Pilgerfahrten.“ – Er sprach: „Davon nehme ich nicht eine an.“
Darauf sprach Er nochmals zu mir: „Was bringst du mir, o Mansur?“
Da sagte ich: „Dreihundertundsechzig mal das Schlusswort nach dem Lesen deines heiligen Buches.“ – Er sprach: „Davon nehme ich nicht eines an.“
Darauf sprach Er zu mir zum dritten Mal: „Was bringst du mir, o Mansur?“
Ich sagte: „Das Fasten von sechzig Jahren.“ – Er sprach: „Davon nehme ich nicht eines an.“
Drauf sprach Er zu mir zum vierten Mal: „Was bringst du mir, o Mansur?“
Ich sagte: „Ich bringe Dir Dich [die göttliche Seele, die einst von Gott erschaffen wurde und nun zu IHM zurückkehrt]!“ – Da sprach der Gepriesene zu mir: „Jetzt kommst du zu mir; gehe hin, ich habe dir verziehen.“

Die Prüfung Gottes

[…] Da spricht Gott, der Erhabene, nachdem er die Gläubigen [=Göttlichen] von den Ungläubigen [Anti-göttlichen] getrennt hat, zu den übrig gebliebenen lichten Seelen: „O Leute des Richtplatzes, wer ist euer Herr?“ Sie antworten: „Gott.“ Er spricht zu ihnen: „Kennt ihr mich?“ Sie antworten: „Ja.“
Da offenbart sich ihnen ein Engel von der linken Seite des Thrones her – wenn man die sieben Meere in die Höhlung seines Daumens täte, würden sie nicht zu sehen sein – und spricht zu ihnen auf das Geheiß Gottes hin: „Ich bin euer Herr.“ Doch sie erwidern: „Wir nehmen Zuflucht zu Gott vor dir.“
Dann offenbart sich ihnen ein Engel von der rechten Seite des Thrones her – wenn man die vierzehn Meere in die Höhlung seines Daumens täte, sie würden nicht zu sehen sein – und spricht auf das Geheiß Gottes hin: „Ich bin euer Herr.“ Doch sie antworten wieder: „Wir nehmen Zuflucht zu Gott vor dir.“
Da offenbart sich ihnen der Herr in einer anderen Gestalt, als sie sie von Ihm kennen, und spricht zu ihnen: „Ich bin euer Herr.“ Doch auch da nehmen sie ihre Zuflucht vor ihm zu Gott, der mächtig und herrlich ist.
Darauf offenbart sich ihnen der Herr, herrlich ist seine Herrlichkeit, in der Gestalt, in der sie Ihn kennen; und sie hören ihm zu, während er lächelt und sie sich alle zusammen vor Ihm niederwerfen. Darauf spricht Er: „Ihr kommt als Würdige.“ Darauf begibt Er, der Gepriesene und Erhabene, sich mit ihnen zum Paradies; sie folgen Ihm und Er lässt sie über den Steg hinüber schreiten. […]

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