38. Weisheitsperle: Die Ur-Polarität des Universums und die drei Gunas

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Ur-Polarität des Universums, und die drei Grundeigenschaften der Materie sowie ihre Wechselwirkung auf Seele, Geist und Körper des Menschen berichten.

1. Purusha und Praktri/Pradhana

Die Ur-Polarität des Universums heißen Purusha und Prakrti bzw. Pradhana.
Purusha ist die göttliche Seele-Geist-Wesen-Instanz in Dir, die Dir allein wirkliches Erkennen, wahres göttliches Bewusstsein und Sehen ermöglicht. Purusha ist auch Dein göttlicher Geist, der Teil des Ur-Geistes ist.

Prakrti dagegen umfasst alles Materielle, aber auch Dein KW, Dein Ego, seine Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. Praktri ist die geschöpfte Materie.

Alles Prakrti kann von Purusha gesehen und erkannt werden. Alles Purusha dagegen kann von Prakrti zumeist nicht gesehen und erkannt werden.

Purusha = göttlicher Geist, Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein, unveränderlich
Praktri = Materie, Ego, KW-Bewusstsein, stets im Wandel

Alle Dinge, die in den Bereich von Praktri fallen, haben eine gemeinsame Quelle, die Pradhana genannt wird, die Ur-Materie, auf der alles Leben und Werden im Universum beruht. Gott AMA hat das Universum auf der Grundlage von Pradhana geschaffen. Am Anfang existierte keine Verbindung zwischen Pradhana, der Ur-Materie, und Purusha, dem Ur-Geist. Dann aber kamen sie durch die Kraft Gottes zusammen und aus ihnen entstand Praktri, das irdische Objekt bzw. die irdische, geschöpfte Materie, welche die Rolle Pradhanas in der Schöpfung übernahm. Aus ihr entstanden die ersten Empfindungen des Egos in den Wesen, sowie die irdischen Sinne des Materiellen und die vier Elemente.

Das Seele-Geist-Wesen jedes Wesens ist Purusha, wohingegen sein KW, sein Körper und sein Ego Praktri sind. Jeder Mensch hat also sowohl Purusha als auch Praktri in sich. So bist auch Du ein Geschöpf aus Purusha und Praktri.

Der spirituelle Pfad hat als Ziel, Deinen Körper und Dein KW so zu reinigen und schwingungsmäßig anzuheben, dass es Purusha möglich wird, ungehindert durch Dich zu fließen, zu wirken und zu sehen und zu erkennen. Normalerweise ist nämlich der 3D-Mensch weit davon entfernt Ausdrucksmittel für Purusha zu sein. In ihm herrschen die Kleshas (= die Wurzeln des Übels) und besonders die Wurzel der Verblendung, Avidya, vor, die sich wie ein Schleier über Purusha legen. Gerade die Tatsache, dass der normale Mensch meint, nicht Purusha, d.h. sein göttliches See-Geist-Wesen, sondern Praktri, d.h. sein Ego und Körper zu sein, ist der Ursprung von Avidya überhaupt. Dies ist der Anfang aller Leidensgeschichten im Universum.

Purusha ist sowohl Zeuge als auch Quelle Deines Handelns. Purusha wirkt wie der Impulsgeber für ein elektrisches Tor. Was sich bewegt, ist das Tor, d.h. Praktri. Es braucht Purusha als Quelle für das Toröfnnen bzw. Handeln. Prusuha ist aber auch der Zeuge, der beständige Beobachter der Funktionen Deines Körperwesens, Egos und Körpers. In Purusha herrschen göttliche Klarheit und eine friedliche Stille des Verstehens vor. Wenn wirklich die Klarheit Deines göttlichen Geistes in Dir aktiv ist, dann bist Du dauerhaft ruhig, glücklich und in Frieden. Existiert jedoch nur intellektuelle 3D-Klarhehit Deines Egos, dann ist das Gefühl des Glücks nicht von Dauer und Du fällst bald wieder in den Unfrieden und die Unruhe ab.

Praktri, welche auch materielle Erscheinungswelt der Maya genannt wird, bezeichnet die sichtbare Welt in Raum und Zeit innerhalb der 7 Dimensionen und ihrer Unterebenen, d.h. die Welt der Veränderung, des Entstehens und Vergehens. Mit Praktri verbunden ist nicht nur die Materie im engeren Sinne, sondern auch die psychische Realität des Körperwesens und sein Denken, Wollen und Empfinden, die sich bis auf das Ego und Super-Ego ausdehnen. Körper, Körperwesen, Ego und Super-Ego gelten somit alle als materiell. Alle vier zählen zur Erscheinungswelt der Praktri. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass der Körper dem grobstofflichen Bereich der Prajtri (=Materie) und ihrer niederen Unterebenen zugeordnet ist (sthula-scharira = Grobkörper), das Körperwesen (=Psyche), Ego und Super-Ego dagegen als feinstofflich/astral gelten (suksma-scharira = Feinkörper bzw. Astralkörper).

2. Die drei Gunas

Die gesamte Praktri, sowohl die Materie wie auch Körper, Körperwesen, Ego und Super-Ego, werden von drei Prinzipien bestimmt, den drei Grundeigenschaften der Materie, welche Gunas genannt werden. Guna bedeutet auf Sanskrit „Faden, Qualität oder Grundeigenschaft.“ Die Praktri ist nämlich von den Gunas durchwebt wie ein Seil, das aus drei Strängen geflochten ist, wobei die Dicke eines jeweiligen Stranges, der Anteil einer Grundeigenschaft, bei jedem Wesen unterschiedlich ausfallen kann. Die drei Gunas und ihre zugeschriebenen Eigenschaften sind:

Tamas: Passivität, Trägheit, Lethargie, Dunkelheit, Schwere und Chaos, stumpf, finster, unbeweglich, fest
Rajas: Aktivität, Bewegung, Leidenschaft, Rastlosigkeit, Tatendrang, Dynamik, feurig, rot, bewegt, getrieben
Sattva: Weisheit, Tugendhaftigkeit, Harmonie, Klarheit, Licht, Frieden und Güte, weiß, hell, rein, klar, fein, leicht

Wisse: Der spirituelle Weg ist ein fortschreitender Prozess vom polaren Tamas- oder Rajas-orientiertem Sein hin zu einem sattvischem, neutralem, göttlichen Sein.

Tamas als erstes Guna ist das Prinzip der Finsternis, Verblendung und Unwissenheit. Damit ist sowohl die materielle Dunkelheit oder Trägheit eines Felsen als auch die geistige Stumpfheit oder Nachlässigkeit des KW-Geistes gemeint.

Das Gegenteil von Tamas ist Rajas. Wie der aufgewirbelte Staub auf einer Wüstenstraße bedeutet Rajas die Bewegung und Aktivität im Körperbereich und im psychischen Körperwesen-Sinne das Handeln aus Leidenschaft und Begierde. Rajas ist das aktive und beherrschende Element der 3D-Welt und findet sich besonders im Ego und Super-Ego wieder. Es ist jedoch nicht auf Freiheit begründet, sondern ist gebunden an das Ego und die Todsünden. Rajas ist dann aktiv, wenn die Gebundenheit durch die inneren Begierden dominieren oder es durch äußere Kräfte angetrieben wird. Es ist wie ein ausbrechender Vulkan, der nicht zu steuern ist.

Das dritte Prinzip der drei Gunas ist Sattva, das Gute, Reine, Vollkommene. Sattva ist weder dumpf-passiv wie Tamas noch getrieben-aktiv wie Rajas. Es ist frei von der 3D-Welt und göttlich neutral. Während ein fauler Apfel dem Wirken von Tamas entspricht, im reifenden Apfel Rajas vorherrscht, so zeigt der reife Apfel die Vollkommenheit von Sattva. Diese Vollkommenheit zeigt sich sowohl auf der Ebene des Körpers als auch des Körperwesens: die Schwingung ist aus den Minus-Dimensionen in die göttlichen Dimensionen angehoben worden und die Todsünden und Wurzeln des Übels wurden in die Tugenden und Wurzeln des Göttlichen gewandelt.

Ein spirituell entwickeltes göttliches Wesen zeigt sowohl materielle als auch geistige Merkmale von Sattva. Es ist auf der materiellen Ebene von Praktri klar und bewusst, sowie in seinem Körperwesen und seiner Psyche ruhig, ausgeglichen und neutral. Dies sind die Eigenschaften eines wirklich bewussten göttlichen Menschen. Sowohl sein Körper als auch sein Körperwesen wurden veredelt und zum Ausdruck seines göttlichen Seele-Geist-Wesens, d.h. Purusha. Sein Ego und Super-Ego wurden erlöst.

Letztendlich ist aber auch Sattva nicht die wirkliche Glückseligkeit und Endstufe, denn wie Tamas und Rajas ist es Teil von Prakrti, der geschaffenen polaren Welt, auch wenn es bereits sehr weit entwickelt ist. So kann Sattva durchaus auch mit dem spirituellen Ego verglichen werden, das sich zwar der spirituellen Welt und Tugenden bewusst ist, aber noch nicht wirkliche Befreiung erfahren hat, da es noch in der Maya ist. Dies wird an folgendem Beispiel deutlich:

Stelle Dir die drei Gunas als drei Räuber vor, die Dir im Wald auflauern. Tamas, der eine Räuber, will Dich töten und Dir Dein Geld stehlen. Rajas, der zweite Räuber, bindet Dich an Händen und Füßen an einen Baum und stiehlt Dir all Dein Geld und Deine Besitztümer. Nach einiger Zeit kommt Sattva, der dritte Räuber, bindet Dich los, bringt Dich aus dem Wald heraus und führt Dich bis zu einer belebten Straße. Dann verlässt Dich Sattva, denn auch er ist ein Räuber und kann Dich nicht weiter als bis in den Ort begleiten, da er Angst hat, gefangengenommen zu werden.

Diese Geschichte zeigt Dir: Tamas möchte Dich zerstören, Rajas bindet Dich an die irdische Welt und beraubt Dich Deiner göttlichen SGW-Schätze und Sattva bringt Dich auf den Weg zur göttlichen Befreiung. Tamas muss von Rajas überwunden werden und Rajas von Sattva. Aber letztendlich muss auch Sattva überwunden werden, wenn Du wirkliche vollständige Freiheit von der polaren Welt der Maya suchst. Denn die Wahrheit Gottes liegt jenseits der drei Gunas.

Inkarnierte Purushas, d.h. Seele-Geist-Wesen, werden auch als Jivas bezeichnet, wobei sich Jiva primär auf die Seele bezieht, die im Laufe ihrer Inkarnationen im Universum eine ganz individuelle Prägung und Seelen-DNS erhalten hat. Jiva, die individuelle Seele, ist durch sein Inkarnations-Ego an die Maya und die Inkarnationskette im Universum gebunden. Die Erfahrung von Jiva ist die Erfahrung von Geburt, Wachstum und Tod. Alle Wesen sind geboren worden, wachsen, verändern sich und werden eines Tages sterben und wiedergeboren werden. Geburt und Tod beziehen sich dabei auf den physischen Körper, nicht auf den feinstofflichen Seelenkörper. Nach dem Tod ist Jiva, die individuelle Seele, frei von ihrem gegenwärtigen physischen Körper und wird, ihrem Karma und ihrem göttlichen Auftrag entsprechend, einen neuen Körper von der göttlichen Führung erhalten und in der irdischen Welt der Maya wiedergeboren werden.

Dieser Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt wird Samsara genannt. Samsara ist das Rad von Leben und Tod. Samsara bedeutet auch, durch das Ego und seine Gebundenheit an die Maya zu leiden. Samsara hört nicht auf, bis Befreiung von der Maya und der Inkarnationskette erlangt wird. Diese Befreiung geschieht, wenn Jiva, die individuelle Seele bemerkt, dass sie in Wirklichkeit nicht individuell ist, sondern ein absoluter Teil Gottes war, ist und immer sein wird. Sie tritt wieder in ihr ganzheitliches Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein ein (=Purusha). Mit dem spirituellen Aufstieg löst sich die Individualität der Inkarnations-Seele und des Egos auf. Die erleuchtete Seele ist dann befreit von allen vergangenen Ego-Handlungen und alles Karma der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Raum und Zeit lösen sich auf und die Seele wird eins mit Gott.

Alle Jivas sind bis zu ihrem spirituellen Aufstieg eine Mischung aus den drei Gunas. Je nachdem überwiegt das eine oder andere Guna bei dem Menschen. Der hermetische Pfad ist ein Mittel, mit dem sich das Wesen (Jiva) von den Bindungen an die polare Welt und die Maya befreien kann. Entsprechend den Gunas gibt es drei Arten von Jivas:

Pravahi: Tamas: Grobstofflich, 3D-Bewusst, materiell, weltlich, nicht interessiert an spiritueller Transformation, Erleuchtung oder der Befreiung von der Maya und dem Ego; beschäftigt sich damit, die Maya weiter kennenzulernen und sich darin zu verstricken.

Maryada: Rajas: Interessiert an Befreiung von der Maya; fühlt, dass es einen Weg geben muss, um das Leid zu beenden; sucht mit seinem Ego nach 3D-Wissen, dem es folgen kann; irdische Aktivitäten führen nicht zur wirklichen Befriedigung; das Wesen möchte gerne hinter die Illusion blicken und die Wahrheit erkennen, ohne aber sein Ego wirklich aufzugeben.

Pushti: Sattva: Pushti bedeutet „göttliche Lichtfülle“. Dies sind göttliche, reine Wesen, die von der Gnade Gottes und Seiner drei Strahlen der Liebe, des Lichts und des Friedens, erfüllt werden. Sie suchen nicht mit ihrem Ego nach einem Weg, um Befreiung von der Maya zu erzwingen, sondern geben sich ganz der Gnade Gottes und Seinem Willen hin.

Zusammenfassend kann man sagen: Tamas ist ein Zustand bzw. eine Wesenheit der Trägheit oder Ignoranz. Rajas ist ein Zustand bzw. ein Wesen der Dynamik und Aktivität, in der das Ego voll einbezogen ist. Sattva drückt sich als ein Zustand bzw. ein Wesen in der einfachen und gleichmütigen Ausübung einer Handlung aus.

Im Handeln schlicht und einfach zu sein, ist die sattwische Energie, die jedes Wesen in sich verstärken sollte. Die Entwicklung der meisten Menschen in L’Egoland beginnt jedoch mit einer Bewusstseinshaltung, die von Tamas geprägt ist. Tamasische Handlungen sind von Natur aus täuschend. Sie werden zur Selbstbefriedigung des Egos ausgeführt und fügen anderen Wesen oft Schaden zu. Es sind Handlungen mit wenig Einsicht und einer begrenzten Sichtweise bzw. einem beschränkten Bewusstsein. Man bezeichnet sie als tamasisch, da sie starr und und verblendet sind. Solche Taten unterliegen der Wurzel der Unwissenheit/Avidya, welche eng mit der Guna Tamas verbunden ist.

Auf der nächsten Ebene folgt die Art der Handlung, die man als rajasisch bezeichnet. Diese Handlungen werden ausgeführt, um einen persönlichen Wunsch mit seinem Ego, Anstrengung, Antrieb, Motivation, Erwartung und den 5 Kleshas/Wurzeln des Leides zu einem für das Super-Ego befriedigenden Ergebnis zu führen. Die meisten Menschen von L’Egoland leben und arbeiten auf dieser rajasischen Ebene von Karma.

Jene Handlungen, die ohne jede Erwartung, ohne Hass, Gier oder Verblendung verrichtet werden, sind sattwischer Natur. Sie fließen von Harmonie zu Liebe, Hingabe und Mitgefühl und führen zu einem völlig bewussten, in Gott schwingenden Gesamtwesen. Es ist das Ziel jedes Wesens, nach diesem sattwischen Handeln zu streben und es in sich stark werden zu lassen, um über dieses eines Tages ganz aus der Maya aussteigen zu können. Sattvisch zu leben bedeutet auch, nicht zu versuchen, seinem Karma auszuweichen oder neues aufzubauen, sondern es neutral zu erlösen! Man fließt dann mit völliger Achtsamkeit und Losgelöstheit mit dem Karma in seinem Leben.

Bei den meisten Menschen geschieht jedoch das Gegenteil, d.h. statt Fließen herrschen Kampf und Widerstand vor. Wenn jemand in seinem Leben gegen sein Karma kämpft, dann sind seine Handlungen rajasisch und nicht sattvisch. Denn im Augenblick des Kampfes agiert man mit seinem Ego, das sich den göttlichen Ideen und Strukturen und damit auch den eigenen Handlungen entgegenstellt.

Für jedes Wesen ist es deshalb wichtig, dass es sich der drei Gunas in sich bewusst wird. Nur dann kann es wieder zu seinem göttlichen Seele-Geist-Wesen (Purusha) werden und aus dem Kreislauf von Samsara, seinem Ego und Körperwesen (=Praktri) und seinem Karma aussteigen.

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