24. Weisheitsperle: Die göttliche Enthaltsamkeit

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Enthaltsamkeit und die Keuschheit auf dem spirituellen Pfad berichten, die notwendig sind für den Eintritt in die reine Liebe und Glückseligkeit Gottes.

In den Yogasutren des Patanjali heißt es:

II.38: Brahma-carya pratiṣṭhāyāṁ vīrya-lābhaḥ
„Ist Enthaltsamkeit/Bramacarya fest begründet, erlangt man große Lebenskraft.“
oder: „Ist Wahrhaftigkeit beständig, wird jede Aussage die Basis für ein entsprechendes Resultat sein.“

Brahmacarya bedeutet wörtlich „der Weg zu Brahma“. „Brahma“ ist der große Schöpfergott-Aspekt von Gott AMA. Brahmacharya ist die Basis, durch die Du die Einheit mit Gott AMA erreichst. Es ist das Streben nach dem Absoluten und ist eine permanente Bewegung zu Gott AMA und Seinem Herzzentrum hin. So bringt Bramacarya eine Lebensführung zum Ausdruck, die dem Ziel der großen Erleuchtung in Gott AMA dient. Damit verbunden sind ein rechtes Maß und eine Selbstmeisterschaft, was den Umgang mit der eigenen Sexualität betrifft.

Brahmacarya meint nicht nur ein Leben im Zölibat, sondern bezieht sich auch auf die Meisterschaft der Ego-Gier und die Reinheit in Gedanken, Worten und Taten. Es geht darum, dass sich der spirituelle Schüler nicht vom Wollen bzw. der Gier/Raga seiner sexuellen, körperlichen Sinne überwältigen und steuern lässt. Eine Unterdrückung der Wollust ist hierbei oft noch schädlicher als Übertreibung, denn eine angestaute, nicht gelebte Sexualenergie hat eine besonders negative Kraft und kann leicht zu Hass/Dvesha werden. Manche Menschen sind dann sogar bereit, für die Auslebung ihrer Sexualität Verbrechen zu begehen, nur um ihr Ego zu befriedigen.

Die sexuelle Energie in sich selbst achtlos zu behandeln, ist eine große Verblendung. Deshalb wurden schon in früheren Zeiten spirituelle Techniken und Yoga-Asanas entwickelt, um sie zu kontrollieren und im Sinne des spirituellen Wachstums zu nutzen. Als besondere Energie des Körpers verlangt sie einen verantwortungsvollen Umgang. Maßlosigkeit ist hierbei besonders schädlich und schwächt bzw. verletzt sowohl den eigenen Körper als auch die Seele. Sie verstößt damit letztendlich gegen Ahimsa, die göttliche Friedfertigkeit sich selbst aber auch anderen Menschen gegenüber. Nur wer in Frieden ist, kann die Sexualität leicht loslassen, ohne dafür Kraft aufwenden zu müssen. Wer sich mit Gewalt zu Keuschheit zwingt, obwohl er eigentlich mit seinem Ego sexuell aktiv sein möchte, hat die Wollust nicht wirklich überwunden, sondern lebt wie auf einem gefährlichen Vulkan, der jederzeit ausbrechen und schlimme Zerstörung verursachen kann.

Bramacarya bedeutet zusammenfassend die Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten. Sie bedeutet in verschiedenen Kulturen und Gesellschaftsschichten für jeden etwas anderes. Für einen spirituellen Eingeweihten, der der 3D-Welt entsagt, heißt Bramacarya vollständige sexuelle Enthaltsamkeit. Wer in einer festen Partnerschaft lebt, definiert Brahmacarya hauptsächlich als Treue und gemäßigte sexuelle Kontakte, die allein dem Zeugen von Kindern dient. Es gibt auch Zeiten, wo man ohne Partner lebt, gerade eine Trennung hinter sich hat oder der Partner ohne Sexualität leben muss bzw. möchte. Dann kann man lernen, die eigene sexuelle Energie in eine feinstoffliche, geistige Energie umzuwandeln und sie für die persönliche ganzheitlich-spirituelle Entwicklung zu nutzen. Jede sexuelle Mäßigung oder Enthaltsamkeit führt nämlich zur Stärkung der göttlichen Lebensenergie/Virya im Menschen, was wiederum der eigenen Gesundheit und Langlebigkeit zu Gute kommt.

Brahmacarya bedeutet eigentlich, „jemand, der sich im höheren Bewusstsein von Gott AMA“ befindet. Das kennzeichnet jemanden, der den göttlichen oder spirituellen Pfad geht. Ein solcher Bewusstseinszustand ist viel mehr als nur ein Zölibat; er ist vielmehr eine komplette Einheit mit dem Schöpfer, in der die polare Ego-Liebe zu einem einzelnen Menschen keinen Platz mehr hat. Bramacarya ist deshalb auch ein göttlicher Lebenswandel, der ganz auf Gott AMA ausgerichtet ist und allem irdischen Sein entsagt. Erst das Wesen, das Brahmacarya ganz in sich verinnerlicht hat, ist vom Schmutz seines Egos gelöst und wird zum Ausdruck des reinen Göttlichen des neuen göttlichen Zeitalters.

Im dunklen Zeitalter haben die Menschen Mühe mit dem Gebot von Brahmacarya. Sie schwächen es entweder ab oder sprechen nur noch von der Notwendigkeit einer Mäßigung beim Sex, ohne auf ein zölibatäres Leben, einen reinen Geist oder die Ausrichtung des Bewusstseins auf Gott AMA einzugehen. Von dieser Verblendung sind auch viele spirituelle Menschen betroffen. Sie diskutieren sogar darüber, ob man noch Brahmacarya übt, wenn man mit mehreren Partnerinnen/Partnern gleichzeitig Sexualität praktiziert und folgen dem Grundsatz, Sexualität nur nach und nie vor der Meditation zu haben. Dies hat jedoch mit dem wirklichen Brahmacarya nichts zu tun und entspricht nur der laschen Handhabung des Egos, welches das Gebot von Brahmacarya aufgeweicht und unterwandert hat. Die sexuelle Überaktivität eines solchen falsch gelebten Bramacaryas führt auf Dauer zur Zersplitterung und Schwächung des eigenen SGW-Bewusstseins und der göttlichen Lebensenergie, so dass es mehr schadet als nutzt.

Dabei würde durch das Befolgen von Bramacarya eine große innere Kraft im Wesen entstehen. Denn durch sexuelle Enthaltsamkeit wird die eigene Körperenergie und Schwingung verfeinert und in feinstoffliche, reine Prana-Energie umgewandelt. Die Folge davon ist, dass der Körper mehr Lebensenergie und Vitalität erhält, gesünder ist und länger lebt. Diese große Kraft entsteht jedoch nicht primär durch äußere Entsagung, sondern durch das Auflösen der inneren, sexuellen Gier und Wollust. Wer keinen Sex hat, praktiziert somit noch lange nicht Brahmacarya im Geiste. Erst wer die Praxis auf die Auflösung der Wollust und sexuellen Gier in seinem ganzen Wesen und Denken ausrichtet, hat ihren Sinn verstanden und sie gemeistert, so dass er die darin enthaltene göttliche Kraft für göttliche Ziele nutzen kann. Dann ist die Tugend der Enthaltsamkeit wirklich im Wesen präsent.

Brahmacarya dient dazu, die eigenen Sinne so kontrollieren zu lernen, dass höhere Dimensionen des göttlichen SGW-Bewussstseins erreicht werden können. Im äußeren 3D-Leben bedeutet das, nur solche Handlungen zu wählen und auszuführen, die dem Erreichen des göttlichen Ziels in Gott AMA und der Freiheit vom Ego, dem Anti-Gott und der Maya dienen. Damit verbunden ist auch die Meisterschaft des sexuellen Grundbedürfnisses, das besonders im dunklen Zeitalter von L’Egoland übertrieben ausgelebt und kultiviert wird.

Die Menschen verlieren sich oft in der Täuschung der intensiven polaren Gefühle, die sie aufgrund von Sexualität und Verliebtheit gegenüber anderen Menschen empfinden und die meist von kurzer Dauer sind. Polare Zuneigung verändert sich jedoch immer, je länger eine Beziehung andauert und je mehr man den Menschen mit seinen Schattenseiten kennenlernt und feststellt, dass dieser doch nicht so „göttlich perfekt“ ist, wofür man ihn hält. Mit den körperlichen Veränderungen im Alterungsprozess verliert der Partner zudem seine körperliche Attraktivität. Anstatt die inneren Werte zu erkennen, wird oft nur das einstige Objekt der Begierde gesehen, dessen Anziehungskraft immer mehr erlischt, so dass man sich auf die Suche nach einem neuen Lustobjekt macht, das für kurze Zeit als neuer „Götze“ angebetet wird, ehe es zum nächsten Objekt weitergeht.

Schönheit und Hässlichkeit sind dabei Vorstellungen des betrachtenden Ego-Geistes, die abhängig sind von der Kultur, der Gesellschaft und den Mitmenschen, an denen man sich orientiert. Dies ändert sich von Zeitalter zu Zeitalter. Was vor 500 oder mehr Jahren modern war, mag heute unvorstellbar hässlich und unmodern erscheinen. Individuelle Meinungen über gutes Aussehen und Attraktivität gehen also weit auseinander und sagen nichts über den wahren Wert der beurteilten Person aus, sondern etwas über die eigenen Ego-Konzepte von Attraktivität, Ablehnung und sexueller Gier. Daraus kann keine wahre, dauerhafte göttliche Liebe wachsen, sondern nur eine kurzzeitige, polare Ego-Liebe, die genauso schnell wieder verlischt.

Sei Dir bewusst, dass der physische Körper unter seiner Haut gemäß der 3D-Schönheitsprinzipien keinen attraktiven Anblick bietet. Hier befindet sich ein Sammelsurium von Knochen, Fleisch, Blut, Lymphen, Muskeln, Bindegewebe, Faszien, usw. Der Körper bildet nur die äußere Hülle des SGWs, zusammengesetzt aus den fünf Elementen der Erde. Das wechselnde Mischungsverhältnis dieser Elemente bestimmt das momentane Aussehen des Menschen. Während das SGW jung und zeitlos bleibt, unterliegt der Körper einem fortschreitenden Verfall bis zum Tod. Menschen sterben ständig um Dich herum. Das ist der Prozess von Werden und Vergehen.

Obwohl mitten im Leben vom Tode umgeben, will der Mensch nicht wahrhaben, dass ihm ebenfalls dieser finale Zeitpunkt bevorsteht. Er hält sich selbst für unsterblich, so dass er meint seine Gier so ausleben zu können wie er will, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Eine solche Sichtweise ist trügerisch und gehört zu den Verblendungen, Verdrängungen und Täuschungen des Egos und Super-Egos, denen der 3D-Mensch permanent unterliegt. Solche Illusionen und die damit verbundene Unwissenheit werden durch die Praxis von Brahmacarya transformiert.

Es ist nicht immer leicht hinter der menschlichen Verkleidung „Mann“ oder „Frau“ ein individuelles, geschlechtsloses Seele-Geist-Wesen zu erkennen. Die meisten Menschen stufen ihren Gegenüber nach der Skala ein, ob er ein möglicher Sexualpartner ist oder nicht. Der neutrale Kontakt mit anderen Menschen ist eine schwierige spirituelle Übungspraxis im Bramacarya. Für ein bewusstes göttliches Wesen mit fester Verankerung in Gott AMA gibt es keinen geschlechtlichen Unterschied. In allem und jedem erblickt es nur die unter allem liegende unsterbliche Natur des göttlichen Seele-Geist-Wesens, das von Gott AMA erschaffen wurde und hinter dem physischen Körper steht.

Die Enthaltsamkeit gilt immer für beide Geschlechter, Männer wie Frauen. Große Erleuchtete und spirituelle Meister waren alle Brahmacharins. Buddha unterschied zwischen Laien und Mönchen. Unter Laien versteht man verheiratete Ehepaare. Ihnen empfahl er eine beherrschte Sexualität, die also nicht von sexueller Ausschweifung geprägt ist. Den Mönchen dagegen empfahl er Enthaltsamkeit. Er sagte, dass die Laien zwar auch bestimmte Stufen der Erleuchtung erreichen können, dass sie selbst aber sehr bald erkennen würden, dass sexuelle Aktivität unausweichlich Probleme für den spirituellen Fortschritt mit sich bringen würde. Enthaltsamkeit sollte darum nur von demjenigen praktiziert werden, der sich diesen Schritt reichlich überlegt hat. Sonst wird die Enthaltsamkeit zur Qual und wird über kurz oder lang zum Abbruch der Enthaltsamkeit führen. In den Klöstern ist die Enthaltsamkeit normalerweise in einer zweijährigen Probezeit eingebettet, in der der Novize, für sich die Möglichkeit hat, herauszufinden, ob er ihr gewachsen ist.

Bedenke, dass die Natur den Menschen die Sexualität ausschließlich zur Zeugung unseres Nachwuchses geschenkt hat und zu keinem anderen Zweck. Sie hat uns die Sexualität nicht geschenkt, damit die Menschen sie permanent für ihre kurzfristige sinnliche Befriedigung nutzen. Da die Menschen aber genau dies machen, findet in ihrem Leben keine wirkliche Ekstase, Liebe und Erfüllung mehr statt. Gleichzeitig verlieren die Menschen aber auch ihre sexuelle Energie, die ihnen dauerhafte Glückseligkeit bescheren könnte, würden sie diese nicht permanent so unüberlegt vergeuden. Suchen die Menschen aber nicht mehr das kurzfristige sexuelle Vergnügen und bewahren ihre sexuelle Energie, indem sie enthaltsam leben, so können sie die göttliche Liebe und Glückseligkeit wieder in ihr Leben integrieren. Sei Dir bewusst, dass ein spirituell Erleuchteter die Glückseligkeit, die die normalen Menschen für einige Sekunden im sexuellen Orgasmus finden, in jeder Sekunde seines Lebens erfährt. Der Sinn Deines Lebens sollte also nicht darin bestehen, Dich immer und immer wieder für Sekunden der sexuellen Lust hinzugeben, sondern die wirkliche göttliche Glückseligkeit permanent in Dir zu leben, da sie Deiner eigentlichen göttlichen Natur entspricht und sie in derselben Fülle und Freude genießen, wie die Weisen und Erleuchteten es tun.

Viele weltliche Menschen, die im Ego sind und von den Todsünden beherrscht werden, wollen nicht glauben, was für die göttlichen, spirituell erleuchteten Wesen selbstverständlich ist, nämlich: dass, je reiner und heiligmäßiger unser Lebenswandel in dieser Inkarnation ist, umso glücklicher wir uns fühlen werden.

Wenn ein spirituell entwickeltes und Gott liebendes Wesen die Heiligkeit und Glückseligkeit eines keuschen Lebens näher betrachtet und sich zu ihm hingezogen fühlt, kann es leicht sein, dass es selbst auch den Entschluss dazu fasst, keusch zu leben. Jedoch wird ein solcher Entschluss nicht ohne Kämpfe mit dem eigenen Ego von sich gehen. Man muss sich darauf gefasst machen, dass der Vorsatz gegen starke und mannigfache Angriffe des eigenen Egos und des Egos anderer Menschen zu verteidigen sein wird. Die größte Schwierigkeit wird dabei die Überwindung jener Versuchungen sein, welche von den heftigen und gefährlichen Leidenschaften des eigenen Egos herrühren, nämlich der eigenen Gier nach Wollust und Befriedigung der körperlichen Sinne und Triebe sowie menschlicher Nähe.

Der enthaltsam lebende Mensch genießt eine göttliche Freude, die die Basis seines Lebens geworden ist. Diese Freude ist der Friede des Herzens, eine Ruhe des Geistes, der Gedanken und Emotionen des Egos und Körperwesens, die das Herz höher erhebt, als es sonst möglich wäre. In diesem Zustand fühlt man sich von all dem, was sonst unvermeidliche Verwirrung bereitet, befreitet. Gleichzeitig fühlt man sich unendlich geliebt, geborgen und getragen. Dies ist das göttliche Geschenk Gottes an Seine keusch lebenden Diener. Sie werde von der Last und Ruhelosigkeit ihres Egos befreit, um in die göttliche Seelenruhe und Liebe Seines Herzzentrums eintreten zu können. So gehe auch Du diesen Weg, um absolute, wahrhaftige göttliche Liebe und Reinheit zu erfahren.

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