13. Weisheitsperle: Die Begierdelosigkeit

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die göttliche Tugend der Begierdelosigkeit (Asteya) berichten.

In den Yogasutren des Patanjali heißt es:

II.37: Asteya-pratiṣṭhāyāṁ sarvaratn-opasthānam
„Wenn ein Mensch nichts begehrt, was anderen gehört, so werden andere Menschen alles mit ihm teilen wollen, wie kostbar es auch immer sein mag.“
oder: „Ist der Geist im Nicht-Stehlen stabil verankert, wird alle Fülle/aller Reichtum da sein.“

Asteya bedeutet wörtlich „Nicht-Stehlen“. Scheinbar ist diese Tugend recht einfach, denn jeder weiß, dass Diebstahl falsch ist. Asteya bedeutet aber noch mehr, nämlich: nicht haben wollen, was andere Menschen haben, niemandem missgönnen, was er hat, kann oder ist, und was wir nicht haben, können oder sind. Denn das macht uns wirklich arm. Uns von anderen Lebewesen zu nehmen, was uns nicht gehört – körperlich, energetisch oder in der geistigen Vorstellung -, macht uns zu „Mangelwesen“. Denn wir verweigern uns unsere eigene göttliche Ganzheit und Vollkommenheit: Wir bestehlen uns selbst, so dass wir nicht in die göttliche Fülle und Liebe Gottes gelangen können.

Dies betrifft besonders die anti-göttlichen Wesen, die die göttlichen Menschen energetisch aussaugen und ihrer göttlichen Liebe und Lebensenergie berauben, da sie selbst in einem permanenten Energie- und Liebesmangelzustand leben und diesen dadurch kompensieren möchten. Das bezieht sich aber auch auf die Menschen, die Tiere und Pflanzen versklaven, ausbeuten und unterdrücken, um durch sie ihre Ego-Macht zu demonstrieren und angeblich „gesunde“ Nahrung zu erhalten, die sie am Ende aber nur vergiftet, da sie durch die darin enthaltene Gier unrein ist.

Der Gegenpol von Nicht-Stehlen/Asteya ist die Wurzel der Gier/Rag. Der Gierige ist nicht dankbar für das, was er hat, und teilt seinen Besitz nicht gerne. Er hortet mehr, als er gebrauchen kann und macht anderen Menschen nicht zugänglich, was er nicht benötigt und zu viel hat. Der Gierige lebt in der ständigen Angst/Abinivesha, dass seine Mitmenschen mehr haben oder sind als er, oder dass er verlieren könnte, was er hat. Der Gierige ist stolz, denn er hat mehr und ist mehr bzw. besser als andere. Er lebt in einem ständigen Wettbewerb innerhalb der 3D-Welt und er tut alles, um noch mehr zu bekommen oder zu werden, als der andere hat oder ist.

Ganz L’Egoland basiert auf der Wurzel der Gier/Raga und der Angst/Abinivesha. Das Ego des Menschen lebt nur danach, den anderen zu „überholen“, um als Erster im vermeintlichen Ziel von L’Egoland anzukommen. Dies ist die Grundlage des Kapitalismus des Anti-Gottes. Dabei wurde aber übersehen, dass die Angst vor Verlust von Reichtum, Macht und Status niemals zu wahrem göttlichen Glück führen kann. Die Angst ist das Problem, nicht die Lösung. Dieses verblendete Denken führt zur Zerstörung der Erde und ihrer Natur. Der Zustand der Erde in der heutigen Zeit ist der Spiegel der wahnsinnigen Ego-Verfassung der verblendeten Menschen. Wer nun erkennt, dass ein Mehr an irdischen, äußeren Dingen kein Mehr an Glück und Liebe bringt, beginnt, in sich Nicht-Stehlen/Asteya zu verankern. Er verlässt den Pfad des Egos und erfährt sein inneres Licht und seine darin liegende göttliche Fülle. Er erkennt, dass er bereits alles in seinem Herzen hat, so dass er nicht mehr von der Natur, seinen Mitmenschen oder den Tieren zu stehlen braucht, um sich reich und lebendig zu fühlen.

Solange man anderen Menschen und Tieren etwas wegnehmen möchte, ist man ein Bettler. In dem Moment, wo man nichts mehr stiehlt, und auch nicht mehr mit seinem Ego etwas haben will, bekommt man alles, was man braucht von Gott AMA. Das ist auch das Gesetz der göttlichen Entsagung. Je mehr man die eigenen Ego-Wünsche reduziert und je weniger Gier man hat und je mehr man entsagt, desto mehr kommt alles, was man braucht, zu einem. Und solange man Dinge, Gedanken, Energien und Gedanken wegnimmt, die einem nicht gehören, schafft man sich negatives Karma, so dass einem ebenfalls wieder Sachen weggenommen werden müssen – sei es auf der materiellen oder emotionalen Ebene. Dies bezieht sich auch auf die Ernährung durch tierische Produkte, die krank machen, da durch den Raub an den Tieren ein karmisches Ungleichgewicht entstanden ist, das den Dieb bzw. Menschen vergiftet. Die einzige Ernährung, die Gier- und Karmafrei ist, besteht in den Früchten der Natur, die von den Pflanzen freiwillig gegeben werden.

Wer fest in Asteya verankert ist, stiehlt nicht nur nicht, sondern teilt auch mit seinen Mitmenschen und Mitwesen. Asteya ist nämlich nicht nur passiv als Verneinung zu verstehen, sondern auch im aktiven Sinn als Teilen, Geben und Barmherzigkeit. Je mehr Du anderen Menschen gibst, desto mehr bekommst Du zurück. Das ist das göttliche Gesetz der göttlichen Fülle, das auch Lakshmi-Prinzip genannt wird. Lakshmi, die Göttin der göttlichen Fülle, hat zwei nach oben geöffnete Hände und zwei Hände nach unten. Die zwei Hände nach unten symbolisieren, dass sie gibt und gibt, ohne Ende. Und die zwei Hände nach oben symbolisieren, dass sie von Gott AMA empfängt und empfängt, ohne Ende. Je mehr Du gibst und für Deine Mitmenschen und Mitgeschöpfe tust, desto mehr bekommst Du Deine ausgegebenen Energien auch wieder karmisch zurück. Nichts geht verloren und Du hast alles, was Du zum Leben brauchst.

Asteya hat auch mit Ehrlichkeit gegenüber Dir selbst zu tun. Die meisten Menschen sind mit sich selbst nicht ehrlich – egal, ob sie spirituell sind oder nicht. Zu viele Fäden des Egos sind im menschlichen Bewusstsein verknotet und ziehen einen in unterschiedliche Richtungen, so dass es schwer ist, der göttlichen Wahrheit treu zu bleiben. Die Ehrlichkeit, Einfachheit und Zielstrebigkeit der göttlichen SGW-Natur werden durch die verschiedenen Vorstellungen, Eindrücke und Ambitionen der polaren 3D-Welt und des eigenen Egos verschleiert und unterdrückt. Ehrlichkeit hat in L’Egoland keinen Platz. Dabei ist Ehrlichkeit ein sehr wichtiger Aspekt auf dem spirituellen Pfad, weil diese ein wahrhaftiges göttliches Leben ohne Überlagerung von äußeren 3D-Energien und Ego-Wahnvorstellungen ermöglicht. Nur durch Asteya kann die wahre Natur der SGW-Persönlichkeit und die Wahrheit Gottes gesehen und bedingungslos erfahren werden.

Begierde verursacht Leid, denn sie führt zu Gefühlen wie Verlustangst, Misstrauen und Neid, und stärkt die Wurzel der Gier/Raga im Menschen. Asteya möchte Dich daran erinnern, immer wieder innezuhalten und Dich zu fragen, was Du wirklich zum Leben brauchst. Dies kann auch ganz simple Dinge wie den Kauf eines nächsten paar Schuhes betreffen, wodurch Du Dir bewusst machen sollst, dass bereits zehn Paar zu Hause auf Dich warten. Dies gilt für alle Einkäufe, denn wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, dann erkennst Du, dass zu Hause bereits alles im Überfluss vorhanden ist und es lediglich die Lust am Konsum ist, die Dich verführt. Durch diese Lust kommt es zu einer Blockade des göttliches Bewusstseins und Du bist unfrei, da Du Dich durch Deine Gier an die Materie und Maya gebunden hast.

Asteya heißt auch, dass Du in einem Bewusstsein lebst, dass Dir letztendlich nichts gehört und dass Du bei Deinem physischen Tod alles wieder zurücklassen musst. Alles ist bloß geborgen und irgendwann musst Du Dich davon wieder trennen. Jeder Mensch kommt mit nacktem Körper und nacktem Körperwesen-Datenspeicher in die Welt, und geht auch so wieder. Asteya ist also auch eine Geisteshaltung, die notwendig ist, um wahren, inneren, göttlichen Frieden zu finden. Asteya steht dabei eng mit Vairagya, dem Loslassen, in Verbindung. Denn nur die Wesen, die die Maya loslassen, können in das Herzzentrum Gottes eintreten, wo sie auf ewig in der Liebe und der Fülle Gottes schwingen werden.

Vairagya, das Loslassen, ist der Kern jedes spirituellen Pfades und führt zu göttlicher Weisheit. Als Arjuna seinen spirituellen Meister Lehrer Krishna fragte, was einen befreiten Yogi auszeichne, nannte Krishna als erstes und wichtiges Merkmal das Losgelöst-Sein: „Wer alle persönlichen Wünsche losgelassen hat und vollkommen zufrieden in der Wirklichkeit seines wahren göttlichen Selbst in Gott ruht, den nennt man einen vollkommenen Weisen.“

Dazu wollen wir Dir eine Geschichte erzählen: Ein spiritueller Eingeweihter lebte seit Jahren in einer kleinen Hütte im Wald. Er liebte die Einsamkeit, denn hier konnte er in Ruhe meditieren und seinen Weg der spirituellen Erleuchtung praktizieren. Weder Zivilisation noch Besitz sollten ihn von diesem Weg ablenken. Die Hütte war nur mit einem Schlafplatz, einer Feuerstelle und zwei Kochtöpfen ausgestattet, in denen der spirituelle Eingeweihte Wasser und Essen erhitzte.

Eines Tages kam er von seinem Meditationsplatz am Fluss zurück und stellte fest, dass einer seiner beiden Töpfe gestohlen worden war. Ohne zu zögern nahm der spirituelle Eingeweihte den zweiten Topf und machte sich auf den Weg, den Dieb zu verfolgen. Als er ihn schließlich eingeholt hatte, überreichte er ihm auch den zweiten Topf mit den Worten, dass dieser den Topf wohl nötiger brauchen würde als er selbst, weil er ja den ersten sicher nicht ohne Not gestohlen hätte. Während der Dieb beschämt mit zwei Töpfen weiterzog, kehrte der spirituelle Eingeweihte zu seiner Hütte zurück. Fortan kochte er sein Essen nicht mehr. Er trank sein Wasser aus dem Fluss und lebte von rohen Früchten und Gemüse, was seinen physischen Körper noch gesünder machte und eine bestehende Gelenksentzündung heilte, so dass er noch länger und gesünder lebte. Der Diebstahl des Topfes hatte ihm am Ende somit nur Reichtum und Gesundheit gebracht.

So sei Dir bewusst: Das einzige Verlangen, das ein spirituell Strebender kennen sollte, richtet sich darauf, sich geistig und seelisch immer mehr zu wandeln und zu vervollkommnen, um schließlich ganz in die höheren Dimensionen eintreten und eins mit Gott AMA werden zu können. Dieser Bewusstseinszustand ist die höchste, vollkommene und göttliche Freude.

Jeder Mensch sehnt sich heutzutage nach wahrer, dauerhafter Freude in seinem Leben. Leider setzen die meisten Menschen göttliche Freude mit materiellem Besitz gleich. Erkenne, dass wahre Freude nur in den geistigen Ebenen zu finden ist und nicht in materiellen Dingen. Dann bist Du frei von negativen Gefühlen wie Neid, Unsicherheit, Verlustangst, Sorgen, Leid, Misstrauen, Zweifel und Druck, die früher oder später immer im Zusammenhang mit Besitz und Materie auftreten. Je mehr Du Dich auf die ewige, unsterbliche göttliche Liebe in Dir selbst konzentrierst, umso besser bist Du in der Lage frei von der Wurzel der Gier in Dir zu sein.

Wisse: Menschen, die ihr Bewusstsein durch stetige Meditation und Reflexion in Klarheit bringen, werden weder Angst empfinden noch von der Gier nach äußeren Dingen und Personen getrieben.

Gier führt immer zu einem Zustand der Unfreiheit. Denn wer ständig seine Mitmenschen kritisch beäugt, ist unzufrieden, weil er sich immer mit anderen, angeblich Schöneren und Reicheren vergleicht, wodurch er neidisch wird. Stell Dir vor, Du müsstest nicht mehr neidisch auf das neue Auto Deines Nachbarn sein oder auf die exotische Reise Deiner Freunde – wie viel freier würdest Du Dich dann fühlen!

Das unstillbare Verlangen Deines Egos, so zu sein wie andere 3D-Menschen – ist eine typische 3D-Eigenschaft, die durch die anti-göttliche Seite in den Ego-Menschen kultiviert wurde und wird, die sie vom göttlichen Entwicklungs- und Transformationspfad abhält. Ein bewusster Mensch empfindet keinen Neid, genauso wie ein Baum nicht neidisch auf die Blätter eines anderen Baumes ist. Nur die Menschen machen sich durch ihre Ego-Gier förmlich zu Sklaven ihres Verlangens. So lerne, frei von Begehren und Neid Deines Egos zu werden und entscheide Dich bewusst für die göttliche Gierlosigkeit.

Ein wichtiges Hilfsmittel, um die Gier in Dir zu transformieren, ist es, die Dankbarkeit in Deinem Leben zu verstärken. Mache es Dir zur Gewohnheit morgens beim Aufwachen und abends vor dem Einschlafen Gott AMA für diesen Tag zu danken und Deine Dankbarkeit für all das Gute in Deinem Leben auszudrücken. Das kannst Du auch tagsüber tun, wann immer sich die Gelegenheit bietet.

Normalerweise richten die Menschen ihren Blick eher darauf, was sie nicht haben, und was sie mit ihrem gierigen Ego haben möchten und erbitten. Wenn es Dir jedoch gelingt, mit Deinem ganzen Wesen wahrhaft dankbar zu sein, dann bist Du frei von der Gier Deines Egos und Demut, Bescheidenheit und Zufriedenheit erfüllen Dich. Du möchtest nicht mehr haben, weil Du durch Dein Schwingen in Gottes Energiemeer bereits mehr hast, als Du Dir je wünschen könntest.

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