10. Weisheitsperle: Göttliche Ergebenheit und die Freiheit vom Leid

Botschaft von Hermes Trismegistos/Thot

 
Meine Seelengeschwister, ich grüße Euch im Namen des EINEN Gottes und Herrn dieses Universums. In dieser Botschaft möchte ich Euch über die Ergebung unter den göttlichen Willen, Karma, Leid und göttliches Handeln berichten.

Wisse: Die spirituellen Meister hätscheln die Nöte des Menschen nicht, denn sie wissen um die dahinter stehende Lernlektion für die jeweilige Person.

Das bedeutet nicht, dass die spirituellen Meister in ihrem Inneren gefühllos und hart sind. Sie leiden nur nicht polar mit ihren Schülern, denn sie wissen um deren Ursache. Genauso ist auch Gott nicht grausam, wenn er Seinen Geschöpfen Leid und Krankheit schickt, um sie zu prüfen und zur Transformation zu führen, denn in Seinem Inneren ist Er voller Mitgefühl und Liebe und meint es gut mit seinen Geschöpfen. Manchmal ist aber Leid notwendig, um ein Wesen zur Umkehr zu führen.

Der Fokus der spirituellen Meister liegt nicht auf dem Körper des Menschen, sondern auf dessen Seele-Geist-Wesen und Herz. Ihr Mitgefühl gebührt deshalb nicht in erster Linie dem körperlichen Leiden des Menschen, sondern der geistigen Verblendung und Torheit, weswegen der Mensch überhaupt erst leidet und sich in der Illusion der Krankheit und des Unglücks verstrickt hat. Ihr Mitgefühl gilt den nicht erkannten Ursachen des Leidens, weniger den Folgen, und sie streben danach dies dem Menschen bewusst zu machen.

Sei Dir bewusst: Wahres Glück ist ein innerer Zustand, der durchaus auch mit äußeren Umständen verbunden ist. Ein Glück, das aber nur auf dem Willen des Egos und seinem Materialismus aufgebaut ist, ist ebenso einseitig wie der Idealismus, der nur auf feinstofflichen Umständen beruht. Sowohl die Innenwelt als auch die Außenwelt sollten Leidfrei, gesund und harmonisch sein, damit das Gesamtwesen wahres Glück erlangen kann.

Es ist im göttlichen Sinne nicht richtig, im Elend zu leben und dies als Gottgegeben und unveränderbar zu sehen. Ebenso wenig ist es angebracht, hilflos in seinen Schwierigkeiten sitzen zu bleiben und darauf zu warten, dass Gott die Erlösung bringt. Es gibt manche religiösen Führer, die als höchste Tugend lehren, dass man es allein Gott überlassen soll, alles zu lenken und dass man nicht versuchen sollte, in Sein Wirken einzugreifen. Es ist zwar durchaus richtig, dass die größte Weisheit in dem Glauben an Gottes Allmacht besteht, der alle Dinge und Situationen besser als alle Menschen zum Guten führen wird. Doch das ist nur eine Seite der Wahrheit, denn viele Menschen werden durch diese Sichtweise passiv und teilnahmslos und ergeben sich willenlos in alle Geschehnisse. Sie glauben, dass sie nichts tun müssten, um sich selbst und ihr Leben zu ändern, da doch alles ein Ausdruck von Gottes Willen sei. Sie fügen sich allem, was ihnen begegnet. Gleichzeitig kümmern sie sich auch nicht um das Schicksal und die Not ihrer Mitmenschen, da sie in absoluter Passivität verharren, die letztendlich ihre eigene Entwicklung blockiert.

Der Rat, sich uneingeschränkt und ohne weiteres allen Prüfungen und Umständen zu unterwerfen, da sie so von Gott gewollt sind, ist manchmal durchaus sinnvoll, birgt aber auch große Gefahren in sich. Dies zeigt die Vergangenheit der Völker, wenn selbstsüchtige Herrschergruppen oder religiöse Führer die leidenden und gequälten Untertanen beschworen haben, nichts an den bedrückenden Umständen zu ändern, sondern sie ohne Widerstand hinzunehmen, da sie Gottgewollt seien. Wie viel Energie und Kraft, die zur Verbesserung der Situation hätte eingesetzt werden können, blieben brach liegen, in der nutzlosen Hoffnung Gott damit wohlgefällig zu sein und die eigene Seele zu retten!

Diese schwache Einstellung wurde z.B. in Indien lange Zeit durch die Herrscher ausgenutzt, indem die Kasten als eine Gottverordnete, unwandelbare Institution gelehrt und von allen Menschen akzeptiert wurden. Dabei waren die Kasten ursprünglich eine sinnvolle und praktische und keineswegs starre und dogmatische Struktur. Doch als starre Struktur diente sie am Ende einzig der Unterwerfung bestimmter Menschen, um sie zu tyrannisieren und auszubeuten.

Es ist durchaus so, dass manche Schicksalsschläge oder Situationen – ob erfreulicher oder schmerzlicher Art – von Gott sind und man sich ihnen am besten fügt, anstatt sich mit seinem Ego dagegen aufzulehnen. Aber es gibt auch Ereignisse, die anti-göttlichen Ursprungs sind und als Hindernisse auf dem göttlichen Pfad angesehen werden müssen. Sie sollten abgewehrt oder bekämpft werden, wenn man mit seinem Seele-Geist-Wesen nicht in die Minus-Dimensionen abfallen oder seinen Mitmenschen und der Erde schaden möchte.

Zudem ist es so, dass die meisten Schicksalsschläge und Ereignisse karmisch bedingt sind. Die einen sind die süßen Früchte Deines guten Handelns aus früheren Leben und sollten dankbar als gute Gelegenheit und Belohnung erkannt werden. Die anderen jedoch sind die bitteren Früchte Deines schlechten Handelns aus früheren Leben und stellen Fallen, Schlingen und Mühsal dar, vor denen Du Dich hüten und die Du vermeiden solltest. Die richtige Haltung ist also keineswegs so starr, wie manche Menschen glauben. Sie ist weder die pessimistische Bereitwilligkeit, kampflos die passive Beute der Ereignisse zu werden, noch der rücksichtslose Entschluss, diesen jederzeit mit dem Herrschaftswillen des eigenen Egos gegenüberzutreten.

Niemand hat sein Leben vollkommen in der Hand. Vielmehr sind es die Hände Gottes, die jeden Menschen halten. Aber das bedeutet nicht, dass man alle Geschehnisse ohne weiteres hinnehmen muss ohne darüber nachzudenken. Natürlich gibt es Situationen, in denen die einzige Zuflucht die demütige Unterwerfung unter Gottes Willen ist, in dem Glauben an IHN und Seine göttliche Weisheit. Was auch immer geschieht, sei Dir bewusst: Alle Situationen und Ereignisse dienen letztendlich dem großen göttlichen Plan des Universums sowie Deiner eigenen Heilung, Transformation und Lichtwerdung.

Aber das bedeutet nicht, dass Du alles und jedes blind hinnehmen musst als unveränderbaren Willen Gottes. Denn es kann durchaus sein, dass manche Sache nicht Gottes Willen, sondern Deinem eigenen Willen oder des Anti-Gottes entsprungen ist. Wer sich ohne wenn und aber allen traurigen und schlimmen Ereignissen kritiklos, ohne Überlegung und ohne Verständnis fügt, übersieht, dass Gott diese Lernlektionen, ihr Leid und ihre Krankheit immer wieder und wieder schickt, weil man es versäumt hat, nach deren wahrer Bedeutung und Sinn zu suchen und die Prüfung, die darin liegt, zu erkennen und zu meistern.

Werde Dir bewusst, dass Deine Tragödien und Nöte nicht zufällig über Dich kommen. In Wahrheit ist es Gottes Gesetz der gerechten karmischen Vergeltung, die Dir alle Ereignisse in Deinem Leben schickt. Karma entsteht meist als Reaktion auf Deine unwürdigen Gedanken, als Wirkung Deiner unreinen Ego-Begierden und törichten Taten oder als Folge Deiner persönlichen seelischen Disharmonie. Es ist aber nicht so, dass das Gesetz des Karmas eine Eisenkette um Dich legen würde, sondern es führt Dich in eine Situation, die sich in eine bestimmte Richtung entwickeln wird – begründet auf Deinem früheren Denken und Tun, wenn Du nichts unternimmst, Dich in eine andere Weise zu entwickeln und zu verändern.

Bloßes Hinnehmen der schmerzlichen Folgen negativen Karmas genügt nicht und ist sogar fahrlässig. Passive Resignation vor der unbeugsamen Gerechtigkeit Gottes ist schwach und unvollständig und ein Kennzeichen eines trägen Egos. Der bewusste Mensch sollte Verstehen zu seiner Unterwerfung und Einsicht hinzufügen. Tut er das nicht, so leidet er blind weiter und beraubt sich selbst des göttlichen Gewinns, der sich hinter dem Karma und seiner Not verbirgt. Das träge Hinnehmen aller karmischen Situationen stärkt zudem die Todsünde der Trägheit und lässt das Wesen nur noch tiefer in seinem Leid und Ego-Bewusstseins erstarren. Die Folge ist ein seelischer und schwingungsmäßiger Niedergang, der das Wesen immer tiefer hinab in die Minus-Dimensionen führt. Die Aufgabe des Geschöpfes ist es nicht, stillzusitzen, nichts zu tun und zu warten, dass ihm alles von Gott in den Schoß fällt. Eine solche passive Haltung birgt ebenso große Gefahren, wie das Einsetzen des Ego-Willens, der sich allem und jedem widersetzt.

Die Lehrer der kompletten Unterwerfung und Passivität unter das göttliche Schicksal übersehen, dass für die Entwicklung des Seele-Geist-Wesens auch der Einsatz seines Willens und seiner geistigen Fähigkeiten notwendig ist. Die Art und Weise, wie Du äußeren Situationen und Geschehnissen der 3D-Welt begegnest, zeigt den Grad Deiner seelischen Entwicklung und den Zustand Deiner Wurzeln des Göttlichen und des Übels an. Ein restloses Hinnehmen jeder Situation und eine passive Ergebung in jedes Ereignis, weil Du in ihnen nur Gottes Willen siehst, beraubt Dich der Chance, Dich selbst und Dein Bewusstsein zu entwickeln und Dich mit Deinem Willen bewusst für Gott und das Göttliche zu entscheiden.

Die Betätigung Deines eigenen Willens ist notwendig, um Dich selbst gemäß dem göttlichen Plan entwickeln zu können. Blinde Annahme jedes Ereignisses, apathische Unterwerfung unter jede Situation und „frommes“ Nachgeben jedem Anti-göttlichen gegenüber, das doch bekämpft und erlöst werden könnte, bedeutet eine Behinderung Deiner Mitarbeit am großen göttlichen Plan, also genau das Gegenteil von dem, was die eigentliche Aufgabe Deines Seele-Geist-Wesens ist. Auf diese Weise vergeudest Du das göttliche Geschenk Deines Lebens und Deiner persönlichen Entwicklung.

Eine rein automatische Ergebung in den Willen Gottes ist oft nur eine Selbsttäuschung, um der Faulheit und Trägheit des Egos Macht zu geben und eigenen Egoismus zu entschuldigen, während weise Resignation die Dinge richtig beurteilt, überlegt und nicht an der Oberfläche einer Sache haften bleibt. Wenn Du die richtige Art von Demut und Ergebung hast, die eigenes Selbstbemühen und Selbstverständnis nicht ausschließt, so kannst Du jeder schwierigen Situation in richtiger und bewusster Weise begegnen und die darin liegende Lernlektion erkennen und meistern. Du analysierst jede neue Erfahrung in Deinem Leben verständnisvoll und packst sie in richtiger Weise an, um sie zu einem Gewinn für Deine Seele und zu einem Mittel zu machen, um dein Bewusstsein zu erweitern und der göttlichen Weisheit Gottes und Seinen Dimensionen des Lichts, der Liebe und des Friedens immer näher zu kommen.

Deine Ergebung ist dann nicht mehr blind, sondern sie ist voller Wahrnehmung. Du betrachtest Gottes Willen nicht als willkürliches Machtmittel. Du bejahst vielmehr das, was bereits die alten Weisen sagten: „Sei überzeugt, dass alle Strafe, die Gott dem Menschen auferlegt, nicht Tyrannei ist, sondern zu seiner Besserung und Belehrung dient.“

Du gebrauchst Deinen Geist und Dein Bewusstsein, um herauszufinden, worin Du Dich mit Deinem Charakter ändern musst und was Du an Schulung benötigst, um die Wurzeln des Übels in Dir in die Wurzeln des Göttlichen zu wandeln. Du lässt Dich nicht passiv von den Ereignissen treiben, sondern veränderst diese bewusst, weil Du weißt, dass das genau das ist, was Gott von Dir möchte: Ein aktives Mitarbeiten an dem Schicksal, das Er Dir aufgrund Deiner Taten geschickt hat, damit Du Dich selbst und damit auch Dein zukünftiges Schicksal durch Deine jetzigen Taten zum Guten wandeln kannst.

Im dunklen Zeitalter glauben die Menschen, dass das menschliche Ego ohne die Hilfe irgendeiner höheren Macht oder göttlichen Erleuchtung klug genug sei, eine göttliche, ideale Utopia-Gesellschaft auf Erden zu errichten. Das ist jedoch genauso eine Illusion wie das starre Festhalten der Religion, dass man alles Gott überlassen soll, da der Mensch ohnehin unfähig und hilflos sei und hier auf der Erde in einem Fegefeuer sei. Die richtige Haltung ist die Vereinigung dieser beiden Überzeugungen in ihrer goldenen Mitte.

Die Bejahung des Vorhandenseins der unendlichen göttlichen Weisheit Gottes, die sowohl kosmische Geschehnisse wie auch das einzelne Menschenleben durchdringt und regiert, führt Dich zu einem Zustand des Friedens und der Zufriedenheit. Dieser Zustand kann aber auch missverstanden werden, wenn Du ihn mit Trägheit, Gleichgültigkeit, Feigheit, Schwäche, Faulheit und Desinteresse gleichsetzt. Letztere Eigenschaften aber gehören nicht zur wahren göttlichen Lehre, die besagt, dass jedes Wesen Verantwortung für seine Taten übernehmen und persönlichen Einsatz zeigen muss. Die göttliche Lehre setzt Deiner Ego-Gier Grenzen und lehrt, wie unweise jedes Übertreiben ist, da es Dich nur zu Scheitern und Enttäuschungen führen wird. Wer nicht im göttlichen Strom, sondern gegen diesen schwimmt, wird am Ende immer Leid erfahren und scheitern. Wer dagegen mit dem göttlichen Strom seines göttlichen Schicksals fließt, der kann durch diesen wachsen und leicht zu neuen Ufern getragen werden.

Es ist wichtig in allem eine sorgfältige Synthese zwischen Ergebung und Handeln zu schaffen, in einer solchen Weise, die beide Seiten miteinander versöhnt und in Frieden bringt: KW und SGW, Materie und Geist. Der tiefste Grund des Übels sind nicht die irdischen Dinge an sich, sondern das Verhaftet-sein des Menschen mit seinem Ego an ihnen. Wisse: So wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er auch.

Selbst Besitz und Reichtum laufen nicht notwendigerweise allem Göttlichen zuwider, auch wenn sie es oft tun. Zwar möge sich der spirituelle Schüler vor den Gefahren des Reichtums hüten, aber das heißt nicht, dass er dessen Wert und Nutzen nicht anerkennen darf. Im Siva Samhita, einem alten und angesehenen indischen Palmblatttext, heißt es dazu: „Möge auch ein Reicher sich in Yoga üben. Sein Reichtum und seine vorteilhaften Lebensbedingungen bilden kein Hindernis. Wenn er nur nicht an sie verhaftet ist, wird ihm der Erfolg zuteil werden.“ Das Streben nach dem Angenehmen und der Wunsch, sich Besitztümer im Leben zu erwerben, sind natürliche menschliche Bedürfnisse und nicht böse an sich. Sie werden erst zu Bösem, wenn ihnen der Mensch Macht über sein Herz eingeräumt hat und ihnen das Recht gegeben hat, seine Zeit mehr als über Maßen in Anspruch zu nehmen. Dann wird durch die Kraft des Karmas nach einer gewissen Zeit eine zwangsweise Wiederherstellung des verlorenen Gleichgewichts herbeigeführt werden.

Den irdischen Dingen an sich wohnt kein Übel inne. Sie sind neutral. Erst der Mensch macht sie durch seine Gier oder seinen Hass zu etwas Gutem oder Schlechten. Das Ideal ist immer eine umfassende, ausgewogene und neutrale Einstellung. Die Materie zeigt dem Menschen durchaus, dass das Leben noch feinere, wichtigere und dauerhaftere Dinge enthält. Diese entgehen ihm aber, wenn seine irdischen Besitztümer zu einer fixen Idee werden, von der er besessen ist. Erlaubt der Mensch diesen, seinen Geist zu betäuben und dem inneren, spirituellen Zweck seiner Inkarnation auf dem Planeten Erde im Wege zu stehen, so nimmt das Übel seinen Lauf. So sollte man immer versuchen sein Leben zu vereinfachen und dem größeren göttlichen Plan unterzuordnen. Nur so kann man wirklichen Frieden finden und erkennen, dass das endlose, einseitige und herzlose Streben nach Besitztümern wertlos ist.

Wisse: All das Leid und all die Nöte, die ihren wertvollen Beitrag geleistet haben zu Deiner Bewusstwerdung und der Zunahme Deines göttlichen Geistes, werden schließlich bei Deinem spirituellen Aufstieg zu dauerhaftem göttlichen SEIN aufgelöst werden. Dein entfremdetes Ego zerbricht, gibt seine Trennung von Gott auf und Du kehrst als gewandeltes Seele-Geist-Wesen zu seinem heiligen Ursprung im inneren Herzzentrum von Gott AMA zurück, dessen Zugang sich im Inneren Deines Herzens befindet. Dort erkennst Du, dass Glückseligkeit und Frieden Dich fortan das lehren werden, was Du bisher durch Leiden hattest lernen müssen.

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