Um den Baum der Wurzeln des Leides/Kleshas und die daraus resultierende Karma-Kette komplett aufzulösen, müssen 10 Transformationskräfte im Wesen verankert und regelmäßig gestärkt werden. Diese werden in zwei Gruppen unterteilt, nämlich in die Yamas und Niyamas. Die Yamas beziehen sich auf das Verhalten des Gesamtwesens in Bezug auf die Welt, seine Mitmenschen und die soziale und natürliche Umwelt (Außenwelt). Die Niyamas dagegen befassen sich mit der persönlichen Disziplin und Selbstmeisterschaft des Wesens sowie der Einstellung zu sich selbst, seinem SGW, KW, Ego und Erden-Selbst (Innenwelt).

Die 5 Yamas lauten:
1. Ahimsa: Gewaltlosigkeit, Rücksichtnahme, Behutsamkeit, Mitgefühl, Frieden, Aufrichtigkeit
2. Satya: Wahrhaftigkeit, göttlich authentisch in Wort, Geste und Tat
3. Asteya: Neidlosigkeit, Nicht-Stehlen, nichts nehmen, was einem nicht zusteht, kein Verlangen nach dem Status, Besitz oder Eigenschaften eines anderen
4. Bramacharya: Nicht-Begehrlichkeit, Keuschheit, reiner Lebenswandel, Mäßigung
5. Aparigraha: Nicht-Besitzergreifen, Schlichtheit, nur auf das beschränken, was man wirklich braucht, und nur annehmen, was einem zusteht

Die 5 Niyamas lauten:
1. Sauca: Reinheit von Körper, Seele, Geist, Erden-Selbst, Reinheit im Leben, Ordnung, Klarheit
2. Santosha: Zufriedenheit, innere Ruhe, Gelassenheit
3. Tapas: Selbstdisziplin, Selbstmeisterschaft, göttliche Askese, göttliche Willenskraft, Zielstrebigkeit
4. Svadhyaya: Bewusstsein, Gewahrsein, spirituelle Entwicklung, Erkenntnis, Annahme
5. Ishvara Pranidhana: Hingabe an Gott, Dienen für Gott und das göttliche System, „Gottes Wille geschehe, nicht mein Wille!“

Die Yamas und Niyamas sind auch die Regeln des spirituellen Schülers auf seinem Weg von den Wurzeln des Leides/Kleshas hin zu den Wurzeln des Göttlichen. Sie sind sein Wegweiser, seine ethischen Gesetze, an die er sich zu halten hat, und die Basis für seine spirituelle Entwicklung. Sie werden im späteren Verlauf Deiner Ausbildung noch ausführlich erläutert und erklärt werden. Die Yamas und Niyamas werden in bestimmten Yoga-Asanas gestärkt und im Gesamtwesen verankert, ebenso wie die Wurzeln des Leides durch spezielle Yoga-Asanas transformiert und in das göttliche Gegenteil gewandelt werden. Deswegen wird das Adma-Yoga auch „Wurzel-Yoga“ genannt, da es direkt an den Wurzeln des Leides und des Göttlichen ansetzt und diese bearbeitet.