Kapitel 11: Neues Leben = neues Spiel

Jede Inkarnation ist der Beginn eines neuen Spiels. Mit dem Augen des unsterblichen Seele-Geist-Wesens jedoch ist es kein gänzlich neues Spiel, sondern nur eine Etappe in seinem großen Inkarnationsspiel:

In dem einen Inkarnationsabschnitt spielt das SGW eine Frau, in dem anderen einen Mann, in dem einen spielt es einen Soldaten, im nächsten einen Wirt, im übernächsten eine heilkundige Kräuterfrau. In jedem Leben aber dreht sich alles um Liebe und Hass, um Beziehung und Partnerschaft, um Frieden und Krieg, um Macht und Besitz. Mal spielt das Ganze auf dem Planeten Venus, mal auf dem Planeten Sirius, mal auf einem Planeten im Orion-System. Mal hat das SGW ein erfolgreiches Leben, mal ist es ein Versager, mal ist es ganz oben im Gesellschaftsgefüge, mal ist man ganz unten, mal ist ist ein Glückspilz, mal ist es ein Pechvogel. Kein Leben ist wie das andere.

War das SGW beispielsweise in einer Inkarnation zuvor ein Erfinder, der mit seiner Erfindung viel Geld gemacht hat und zum Milliardär aufstieg, jedoch ein sehr einsames Leben führte, weil er weder Zeit für Familie noch für Freunde hatte, so wird es in der nächsten Inkarnation ein gänzlich anderes Leben führen. In dieser neuen Inkarnation wird es z.B. viel mehr Wert auf ein glückliches Familienleben legen, mehr Freundschaften pflegen und statt dessen wenig Interesse am Geld und Geldverdienen haben. Es hat im vorigen Leben ausgiebig erfahren, dass viel Geld nicht glücklich macht und sich so am Ende des Lebens in der Stunde des Todes vorgenommen, im nächsten Leben keinen Wert mehr auf viel Geld zu legen, sondern eher bescheiden und durchschnittlich zu leben und deshalb andere Prioritäten zu setzen.

Im Spiel des neuen Lebens kann dann das SGW des früheren Milliardärs zwar versuchen, eine große Karriere und ein damit verbundenes Vermögen zu erreichen. Es wird ihm jedoch nicht oder nur bedingt gelingen. Die Erfahrung der Karriere und des Reichtums hat das SGW bereits im vorherigen Leben gemacht. In diesem Leben soll und will es neue Erfahrungen machen. Sein Lebensinhalt ist es, Familienglück, Liebesglück und Freundschaftsglück zu erfahren und nicht mehr Geldglück. So werden alle Versuche, Karriere in der 3-D-Welt zu machen und reich zu werden, letztlich scheitern.

Hat das SGW in seiner vorherigen Inkarnation als Frau in Indien 10 Kinder zur Welt gebracht und seine ganze Kraft für die Versorgung und Erziehung der Kinder verwendet, und ist es daran womöglich entkräftet gestorben, wird es sich für das nächste Leben vornehmen, keine Kinder mehr oder höchstens nur noch eines zu haben. So kann es sein, dass sich das SGW in seiner neuen Inkarnation als Frau in Europa zwar Kinder und eine große Familie wünscht, jedoch keine Kinder bzw. nur ein Kind bekommt. Statt dessen folgt es dem Plan für dieses Leben, der vielleicht darin besteht, ein Umweltschutzprojekt aufzubauen, es zu leiten und für die Gemeinschaft Gutes zu tun.

In jedem Leben oder – aus der Perspektive des SGW gesehen – in jedem Inkarnationsabschnitt spielt es unterschiedliche Spiele. Dennoch können manche Spiele einander gleichen: so kann ein SGW z.B. immer wieder spielen, dass ihm sein Ehepartner davon läuft und es am Ende einsam und verlassen stirbt. Dies kann sich in vielen Leben wiederholen, jedoch mit veränderten Rahmenbedingungen: mal ist das SGW in einem weiblichen, mal in einem männlichen Körper inkarniert, mal ist es eine Bauersfrau, mal ein Apotheker, mal ein Heerführer.

Wiederholungen mit denselben Lebens- bzw. Inkarnationsthemen sind stets ein Zeichen dafür, dass die gestellten Lernaufgaben für eine Inkarnation nicht gelernt bzw. absolviert wurden bzw. dass sich der Mensch bzw. das SGW in einem Leben Karma (negatives wie positives) mit einem anderen Menschen bzw. dessen SGW aufgeladen hat. Dann befindet sich der Mensch bzw. sein SGW wie in einer Endlos-Wiederholungsschleife, die erst dann zum Ende kommt, wenn die karmische Verstrickung erlöst wird oder die gestellte Lernaufgabe gelernt wird. Erst dann kann der Mensch bzw. sein SGW in die „nächsthöhere Klasse“ aufsteigen und seine „schulische Ausbildung“ fortführen.

Manche Menschen halten ihr Leben für so unerträglich und schlimm, dass sie sich selbst umbringen. Sie fliehen quasi aus dem Leben, weil sie glauben, dass es im nächsten Leben besser würde. Durch Selbstmord jedoch bricht man seine derzeitige Inkarnation eigenmächtig ab und muss dadurch im nächsten Leben bzw. in der nächsten Inkarnation wieder dort beginnen, wo man seine vorige Inkarnation abgebrochen hat.

Es ist ein kosmisches Gesetz, dass kein Wesen sein Leben bzw. seine Inkarnation eigenmächtig abbrechen darf, da es seinen übergeordneten Lebensplan erfüllen und vollziehen sowie seine Aufgabe für diese Inkarnation erledigen und abschließen muss.

Ein Leben bzw. eine Inkarnation ist wie ein Puzzleteil eines großen Lebenspuzzles. Jedes Wesen hat die Aufgabe, in seinem jeweiligen Leben bzw. seiner jeweiligen Inkarnation ein Puzzleteil zu bilden, das es dann am Ende seines Lebens in sein großes Gesamtinkarnations-Puzzle einfügt. Wenn das große Puzzlebild fertig ist, ist auch der Inkarnationszyklus fertig und das Wesen kann seinen Zyklus abschließen und in Gott aufsteigen bzw. in seine ursprüngliche Quelle zurückkehren.

Die wichtigste Aufgabe, die ein Mensch bzw. sein SGW hat, besteht darin, das Leben, in das es inkarniert, anzunehmen, wertzuschätzen und nach besten Kräften und bestem Gewissen zu leben. Dabei muss alles angenommen werden, was ins Leben kommt – das Angenehme wie das Unangenehme, das Schöne, wie das Schlechte. Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Mensch am besten aus den Situationen lernt, die schwierig sind und ihn besonders herausfordern. Herausforderungen, die den Menschen an seine Grenzen bringen, sind die besten „Trainingseinheiten“ für die Entwicklung und das Wachstum eines Menschen und sein SGW.

Jeder Mensch kann sein Leben als beschwerliche Last und andere Menschen als Quälgeister sehen, die ihm sein Leben vermiesen wollen. Er kann mit einer trübsinnigen, freudlosen und verärgerten Haltung durchs Leben gehen, die ausdrückt, wie sehr ihm das Leben und diese Welt zuwider ist. Es kann sein, dass dieser Mensch glaubt, keine andere Möglichkeit zu haben. Er sagt vielleicht: „Mein Leben ist die Hölle“ und „diese Welt ist so furchtbar“ und es käme ihm nie in den Sinn, dass dies nur seine subjektive Sicht des Lebens und der Welt ist. Er sieht „das Glas halbleer“. Ein anderer dagegen sieht „das Glas halbvoll“ und geht mit Zuversicht und Freude durch sein Leben. Schwierigkeiten drücken ihn nicht nieder, sondern werden von ihm mit einer positiven Gesinnung bewältigt. Er nimmt das Gute wie das Schlechte und macht aus allem das Beste. Ein gesunder Humor führt ihn durch die Tiefen des Lebens und er sieht trotz Gewitterwolken die Sonne am Himmel.

Menschen, die sich nicht darüber bewusst sind, dass das Leben ein Spiel ist und sie im großen Spiel des Universum sind, wo sie Teil des großen universellen Spiels sind, betrachten ihr Leben und diese Welt als bitteren Ernst. Sie gehen mit ernster, freudloser Miene durchs Leben und jedes Problem macht ihr Leben noch ernster, bedrückender und hoffnungsloser.

Menschen hingegen, die sich über das Spiel des Lebens wie auch über das Spiel des Universums bewusst sind, nehmen alles leichter und können, selbst in schwierigen Situationen, mit Humor und einer positiven Lebenseinstellung den Dingen begegnen und mit ihnen umgehen.

Die Lebensaufgabe der missmutigen Menschen, die ihr Leben als Last betrachten, kann darin bestehen, den Wert des Lebens schätzen zu lernen und zu erkennen, dass sie in allem die Chance haben, das Glas halbvoll oder halbleer zu sehen. Es ist ihre persönliche Einstellung, die ihnen Freude am Leben gibt oder ihnen die Freude am Leben vermiest. Wenn sie eines Tages genug haben von ihrer missmutigen Lebenseinstellung, die ihnen die Freude am Leben raubt, dann können sie den Schalter umlegen und lernen, das Glas halbvoll zu sehen.

Alles im Leben hat zwei Seiten – eine lichtvolle und eine dunkle – selbst die scheinbar schlimmsten Situationen. Der Mensch mit seiner persönlichen Einstellung entscheidet selbst darüber, was er sieht. So kann z.B. der Tod eines geliebten Menschen eine große Katastrophe sein oder er kann auch eine große Chance sein – eine Chance auf ein neues Leben, neue Ideen, neue Menschen und neue Projekte. Und ebenso kann der Verlust eines Arbeitsplatzes für einen Menschen eine schwere Niederlage oder eine große Chance sein – eine Chance auf einen neuen Beruf, der wieder mehr Freude macht und bessere Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Nicht nur jedes Leben ist ein neues Spiel, sondern an jedem Tag beginnt ein neues Spiel. Der Mensch steht am Morgen auf und begibt sich in ein neues Tagesspiel, von dem er noch nicht weiß, was es bringen und wie es sein wird. Am Abend, wenn er zu Bett geht und in den Schlaf hinübergleitet, findet das Tagesspiel sein Ende. Am nächsten Morgen beginnt es aufs neue. So hat jeder Mensch täglich die Chance, ein neues Tagesspiel zu spielen. Je nach dem Zustand seines Bewusstseins kann dieses Spiel unbewusst oder bewusst ablaufen, kann er Spielball dessen sein, was man Leben nennt, oder kann er Regisseur sein und sein Leben selbst steuern.

Anstatt über eine schwierige Lebenssituation zu jammern oder verärgert zu sein, sollte sich der Mensch besser fragen: „Mit welchem Spiel habe ich es gerade zu tun? Welches Spiel spiele ich in diesem Spiel? Wer sind meine Mitspieler? Und um was geht es in diesem Spiel?“

Denn alles ist ein Spiel, indem wir mitspielen!
Wir haben die Wahl, ob wir in einem Spiel mitspielen, wie wir mitspielen oder ob wir nicht mitspielen.

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