Spirituelle Meisterschaft bedeutet soviel wie „Aufstieg und Heimkehr zu Gott“, d.h. das Wieder-Eingehen in das Bewusstsein seiner Quelle.

In der Praxis umfasst spirituelle Meisterschaft folgende drei mentalen Voraussetzungen in Bezug auf die physische Ebene:

1. Gedankenkontrolle
2. Gefühlskontrolle
3. Beherrschung und Aufgabe des Egos

Diese drei Punkte sind mit einem Kampf gegen sein eigenes „Menschssein“ verbunden, führen jedoch nach erfolgreicher Meisterung zu einem großen seelischem Gleichgewicht und der Befreiung vom Menschsein, das notwendig ist für den weiteren geistigen Weg.

Der wieder in das Seele-Geist-Wesen eingetretene Mensch durchschaut auf dem weiteren Weg die „Maya“ der materiellen Ebene der 3. Dimension und erkennt, dass alles Illusion ist. Durch hohe mystische Versenkung und intensive Meditation erhebt er sich aus dieser Maya, die ihn umgibt, und tritt ein in die einzige „Realität“ seiner Quelle, Gottes. Zwei Schritte sind damit verbunden:

1. Die Verlagerung des Bewusstseins vom Ego-Körper-Bewusstsein zum Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein
2. Die Verlagerung des Bewusstseins vom Seele-Geist-Wesen-Bewusstsein zum Gottes-Bewusstsein

Die spirituelle Meisterschaft, auch als spiritueller Aufstieg bezeichnet, ist somit kein physischer Weg, in dem es gilt, seinen Körper Stufe für Stufe eine Lichtleiter nach oben klettern zu lassen, sondern es bezieht sich in aller erster Linie auf das Bewusstsein der Person. Der Körper wird den Menschen am Ende seines Lebens verlassen, doch das Bewusstsein wird bleiben. So gilt es nicht, wie es fälschlicherweise in vielen unwissenden Lehren steht, den Körper zu erheben, um ihn für immer zu behalten, denn das würde dem Festklammern des kleinen ICH an seinem materiellen Fahrzeug gleichen. Vielmehr steht im Vordergrund, sein Bewusstsein aus der 3. Dimension zu erheben, durch die Dimensionen nach oben zu schwingen und schließlich wieder in seiner Quelle zu verankern, aus der man einst, am Beginn seines Inkarnationszyklus, hinaustrat.

In den alten indischen Lehren wird dieser Zustand des Bewusstseins-Eintrittes in seine Quelle, als vierter Zustand des Bewusstseins bezeichnet. Die übrigen drei Bewusstseins-Zustände sind:

1. der Wachzustand, in dem das Ego regiert: Ego-Bewusstsein, der niederste aller Bewusstseins-Zustände
2. der Traumzustand, in dem das Ego zu seinem feinstofflichen Seele-Geist-Wesen zurückkehrt; Halb-Ego-Bewusstsein
3. der Schlafzustand, in dem das Ego vollends eingeht in das Bewusstsein seines Geistes und seine Identität verliert; Auflösung des Ego-Bewusstseins

Paul Brunton schreibt über den mysteriösen 4. Zustand des Bewusstseins, den man im Gegensatz zu den übrigen drei Bewusstseins-Zustände nur durch geistige Disziplin und meditative Übungen erreichen kann:

„Der vierte Zustand hält, wenn er voll erreicht ist, im Gegensatz zu allen anderen Zuständen immer an. Der traditionelle Name ist „Der Yoga des Unwidersprechlichen“, denn die höchste Wirklichkeit kann in keiner Weise jemals verneint noch der Wahrheit widersprochen werden. Ohne seine Ohren zu schließen und ohne seine Beine zu kreuzen, wie die gewöhnlichen Yogis, hält er erfolgreich seine Wahrnehmung der immateriellen, formlosen, gegenstandlosen Wirklichkeit aufrecht. So ist der letzte Zustand, auf den die spirituelle Entwicklung abzielt und den ein Mensch erreicht, ein Zustand des bewussten Ruhens im Geist, aber nicht einer der bewussten Trägheit, einer, in dem die Sinnestätigkeit weiterlebt, aber nicht ihre Tyrannei, einer, wo das Wesen fortdauert, aber nicht die Herrschaft durch das persönliche Wesen, und einer, in dem die Räder des Denkens weiterschwirren, aber nicht mit dem Denker durchgehen.“

Jedes göttliche Seele-Geist-Wesen ist theoretisch dazu in der Lage, spirituelle Meisterschaft zu erlangen, wenn es genügend Disziplin, Ausdauer und Mut besitzt. Viele Wesen sind jedoch so im Streben nach materiellen Besitztümern und dem Ausgleich ihrer karmischen Vergehen gefangen, dass ihre Augen für diesen Weg nicht offen sind. Die wenigen, die sich auf diesen höchsten aller Pfade machen, werden die eine göttliche Gegenwart lebendig in ihrem Herzen fühlen und in Ergebenheit und Demut „Diener des EINEN“ werden. Das eigene Menschssein mit seinen Wünschen und Begierden wird gleichsam als Opfer auf dem erhabenen Altar dessen, was ist, dargebracht. Spirituelle Meisterschaft hat sehr viel mit Transformation des eigenen Wesens hin zum göttlichen Seele-Geist-Wesen zu tun.

Die spirituellen Meister werden in zwei Gruppen unterteilt:

1. Die spirituellen Meister, die aus dem höchsten Geist, dem All, stammen und im Laufe ihrer Inkarnationen die irdische Ebene gemeistert und sich in Gott erhoben haben.
2. Die spirituellen Meister, die als Engel aus dem Herzzentrum Gottes stammen, und durch besondere Begebenheiten, z.B. Sturz und Fall, die irdische Materie meistern mussten, um wieder zu Gott zurückzukehren.

Die spirituellen Meister werden zudem in drei Gruppen, je nach Rang und Art ihrer Meisterschaft unterschieden:

1. Einfache spirituelle Meister des Lichts sind die Seele-Geist-Wesen, die den Ausstieg aus der Maya und die Ebene des Lichts gemeistert und ihr Seele-Geist-Wesen einmal durch alle 7 Dimension wieder in Gott erhoben haben.
Hierzu zählen z.B.:
– Mikhael Omraam Aivanhov
– Kwan Yin
– Ramana Maharshi

2. Zweifache spirituelle Meister des Lichts und der Dunkelheit sind die Seele-Geist-Wesen, die den Ausstieg aus der Maya und die Polarität gemeistert und ihr Seele-Geist-Wesen zweimal durch alle 7 Dimensionen wieder in Gott erhoben haben.
Hierzu zählen z.B.:
Alle Lenker der 7 Strahlen:
1) El Morya
2) Konfuzius
3) Lady Rowena
4) Serapis Bey
5) Hilarion
6) Lady Nada
7) Saint Germain
– Zudem die ehemaligen Strahlenlenker Kuthumi, Sir Paul, etc., sofern nicht schon zu dreifachen spirituellen Meistern aufgestiegen.
– Djwal Khul

3. Dreifache spirituelle Meister des Lichts, der Dunkelheit und der Neutralität sind die Seele-Geist-Wesen, die den Ausstieg aus der Maya gemeistert haben, in die neutrale Dreifaltigkeit eingegangen sind und ihr Seele-Geist-Wesen dreimal durch alle 7 Dimensionen wieder in Gott erhoben haben.
Hierzu zählen z.B.:
– Hermes Trismegistos, auch Thot genannt
– Jesus Christus
– Buddha
– Maria (die als Engelsmeisterin eine Sonderstellung einnimmt)

Einfache spirituelle Meister gibt es an der Zahl der Seele-Geist-Wesen im göttlichen Universum gemessen, relativ viele; zweifache spirituelle Meister sind schon seltener vorhanden; dreifache spirituelle Meister gibt es im ganzen göttlichen Universum nur 9 an der Zahl.

Die spirituellen Meister haben sich aus der Maya erhoben und wirken in hohen, feinstofflichen Regionen für Gott und die göttliche Führung. Von Zeit zu Zeit, erscheinen sie auf Wunsch des EINEN als geistige Lehrer, religiöse Propheten oder göttliche Heiler auf den jeweiligen Planeten, um die dortigen Bewohner aus dem Nichtwissen zu erheben, ihren Charakter zu formen, ihr Leiden zu lindern, ihren Glauben zu kräftigen und sie in dem Bewusstsein der einen göttlichen Quelle zu unterweisen. Auf der Erde sind Jesus und Buddha sicherlich die bekanntesten spirituellen Meister, die unter den Menschen gewirkt haben, um diese zu transformieren.

Paul Brunton schreibt dazu in seinem Buch „Die geistige Krise des Menschen“:

„Aus dem göttlichen Schweigen fließt in gewissen Abständen DAS WORT. Es wird nicht vom Himmel direkt, sondern durch Menschenmund ausgesprochen. Es ist nicht nur ein von den Ohren aufgenommener Klang oder ein schriftliches Dokument, sondern auch eine schöpferische und umformende Macht. Derjenige, der es aufschreibt oder ausspricht, wird der Gründer einer neuen Religion, der Prophet einer neuen Erweckung. Seine Aufgabe ist es, wenn man so sagen darf, eine in übermenschlichen Ziffern überkommene Botschaft zu dechiffrieren und der menschlichen Sprache anzupassen. Der erhabene Geist, der die Menschheit in seinen Händen hält, lässt ihr Hilfe zuteil werden dadurch, dass er die Geburt eines solchen religiösen Führers dann und da zustandebringt, wo und wann sie notwendig ist. Oft kommt dieser, wie es bei Jesus der Fall war, von einem höher entwickelten Weltkörper. Ein solches Wesen ist einem General vergleichbar, der zum Kampfe gegen das Böse antritt und auf dessen Vernichtung hinwirkt. Sein Erscheinen ist von Zeit zu Zeit notwendig und wird von einer hohen Weisheit verfügt.“

Meist wird dieses hohe geistige Wesen, der spirituelle Meister, nur von wenigen, feinfühligen Wesen in seinem Umfeld als solcher erkannt. So hatte Jesus zu seinen Lebzeiten nur ein paar Hundert Anhänger um sich und Buddha nur ein paar Tausend, obgleich ihre Lehren in späteren Jahrhunderten Millionen speisten. Die bis heute auf uns gekommenen ursprünglichen Grundsätze der großen Religionen sind jedoch so verändert oder verfälscht, ihre göttliche Wirkung hat so sichtbar abgenommen, ihre Führer haben sich teilweise ganz anderen Gesetzen verschrieben, als denen des spirituellen Meisters ursprünglich gelehrten, dass zweifellos eine weitgehende innere Erneuerung innerhalb der ganzen Welt und ihrer Gesellschaftsschichten notwendig ist.

Der dreifache spirituelle Meister Hermes Trismegistos, Thot, möchte mit seinen hier offenbarten Lehren, die angepasst sind an die jetzige Situation und Entwicklung der Menschheit, eine neue, geistige Weisheit vermitteln, die den jeweiligen Leser zu spiritueller Erleuchtung und Erkenntnis der Einen Wahrheit führt.

Paul Brunton schreibt dazu in seinem Buch „Die Philosophie der Wahrheit- tiefster Grund des Yoga“:

„Während mindestens 7000 Jahren, entsprechend der Berechnung der modernen Historiker, kauerte die Sphinx am Rande der ägyptischen Wüste, legte sie ihr Rätsel den achtlosen Ohren der Menschheit vor, in einer Stille, so tief wie jene, mit der Christus in dem Hof vor Pilatus stand, mit dem Schatten des Kreuzes über sich.

„Was ist Wahrheit?“ fragte der römische Statthalter. Er sprach damit die immer wiederkehrende Frage der Menschheit aus. Wusste Christus die Antwort?“ – Er antwortete nicht. Seine Lippen blieben fest geschlossen. Aber seine Augen richteten sich auf die des Pilatus, während jener furchteinflößenden Stille.“