Das Dunkle Zeitalter, auch Kali-Yuga genannt, zeichnete sich dadurch aus, dass das Ego und Super-Ego mit seinen Wurzeln des Übels und Todsünden sowie ein ethisch geringwertiger bis hin zu einem ethisch verkommenen Lebensstil vorherrschte.

Die Auswirkungen dieses Lebensstils lassen sich in der heutigen Welt und Gesellschaft in allen Bereichen des Lebens erkennen. Auch wenn dieser Lebensstil scheinbar viele Möglichkeiten für ein ausschweifendes und luxuriöses Leben bietet, so trägt er letztlich nicht dazu bei, dass die Menschen wirklich zufrieden und glücklich sind. Die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Richtung Burnout gehen, d.h. erschöpft, ausgebrannt, depressiv, krank und schlichtweg fertig sind, zeugt davon, wie destruktiv sich der vorhandene Lebensstil des Dunklen Zeitalters auf die Menschen und ihr Befinden auswirkt.

Es ist eine zwischenzeitlich bekannte Tatsache, dass sich die Welt im Wandel befindet und ein neues Zeitalter heranzieht, das unter dem Sammelbegriff „göttliches Zeitalter“ steht. In diesem werden sich die Werte verändern in ethisch hochwertige Werte; ebenso werden sich die Wurzeln des Übels in die Wurzeln des Göttlichen wandeln; weiterhin werden sich die Todsünden in Tugenden verwandeln.

Statt Ellbogenverhalten, Rivalen- und Feindessicht werden wieder Gemeinsamkeit, Brüderlichkeit, Verständnis und ein rücksichtsvolles Miteinander in der Gesellschaft bzw. in der großen Menschenfamilie einziehen und dort vorherrschen. Statt blutigen Streitigkeiten und heftigen Kriegen werden wieder Frieden, Toleranz und Akzeptanz einziehen bzw. vorherrschen. Vorherrschender Egoismus und Selbstsucht werden sich in Altruismus und Selbstlosigkeit verwandeln.

Um von einem Zeitalter in ein anderes zu wechseln, ist ein Transformationsprozess notwendig, damit die Menschen ihre alten, destruktiven Gewohnheiten und Muster ablegen und sich neue Eigenschaften und Prinzipien aneignen können. Neid muss sich beispielsweise in Neidlosigkeit und weiter in Großzügigkeit wandeln; Hass muss sich in Mitgefühl und weiter in Herzensliebe wandeln; Streitsucht muss sich in Friedfertigkeit und weiter in Frieden wandeln; Lüge muss sich in Ehrlichkeit und weiter in Wahrhaftigkeit wandeln.

Dieser Adma-Tugendkatalog, wurde im Jahr 2015 von der göttlichen Führung als Regelwek für das neue, göttliche Zeitalter geschaffen, um den Menschen (und ihren SGWs) einen Leitfaden in die Hand zu geben, sich vom Menschen des Dunklen Zeitalters hin zum Menschen eines neuen, göttlichen Zeitalters zu wandeln. Der Adma-Tugendkatalos ist allen zugänglich, die bereit sind, das Dunkle Zeitalter in sich selbst zu beenden und in ein neues, göttliches, ethisch-hochwertiges und tugendhaftes Zeitalter, zu gehen, das seinen Anfang im Menschen selbst nimmt: in seinem eigenen Transformations- und Neuorientierungs-Prozess.

Im Transformationsprozess vom anti-göttlich-orientierten Lebensstil hin zu einem ethisch hochwertigen und göttlich-orientierten Lebensstil spielt die Wandlung von Ängsten hin zum Mut eine zentrale Rolle.

Voraussetzung für diese Wandlung ist die „Genug-Grenze“, d.h. man hat genug von einer Lebenssituation und zwar so sehr genug, dass man beschließt, das bisherige nicht mehr weiter zu leben, sondern in einen anderen Lebensstil zu wechseln.

Im Falle von Ängsten bedeutet dies, dass man in diesem und in früheren Leben so viele Ängste verschiedenster Art experimentiert und erlebt hat, z.B. die Angst vor Krankheit, die Angst vor Existenzverlust, die Angst vor Verlust eines geliebten Menschen usw., und dadurch so viel Kummer und Leid erlebt hat, dass man davon genug hat. Man will und kann so nicht mehr weiterleben.

An diesem Punkt wird sich der Mensch seines freien Willens bewusst und beschließt, aus seinen Ängsten auszusteigen und in das Gegenteil zu wechseln – in den Mut. Er wird sich des Mutpotenzials, das wie ein Samenkorn in ihm vorhanden ist, bewusst und bringt es zum Keimen. Im weiteren Verlauf seines Transformationsprozesses bringt er das kleine Pflänzchen zum Wachsen, damit es groß und stark wird.

Am Anfang des Transformationsprozesses steht ein Dual-Bewusstsein, d.h. der Mensch ist sich immer noch seiner Angst bewusst und nimmt sie wahr, jedoch handelt er nicht mehr danach. Vielmehr richtet sich sein Bewusstsein darauf aus, dass er in seiner Angstwahrnehmung einen Schalter umlegt, der ihm ein Mutbewusstsein ermöglicht. „Da ist meine Angst vor Kritik, die ich kenne, die ich jedoch nicht mehr leben möchte. Ich nehme die Kritik mutig, ruhig und gelassen an, und sehe sie nicht als einen Feind. Ich fürchte mich nicht mehr vor der Kritik, sondern ich sehe ihr mutig in die Augen. Die Kritik wird nicht als Gefahr betrachtet, sondern als Chance, sie wird aber auch nicht überbewertet. Es ist nur eine persönliche Kritik eines Menschen, die subjektiv abgegeben wird, es handelt sich nicht um einen Richterspruch. Man kann die Kritik annehmen oder sie sogar nutzen. Man zuckt nicht ängstlich unter der Kritik zusammen, sondern sieht sie als das, was sie ist: eine persönliche, subjektive Äußerung, dass jemand das, was wir tun, nicht für gut heißt.

Ist ein Mensch bisher bei jeder Form von Kritik ängstlich zusammengezuckt, hat sich in sein Schneckenhaus zurückgezogen oder ist ärgerlich aufgebraust, nimmt er nun mutig und ruhig die Kritik an, nach dem Motto: „Okay, du bist mir willkommen. Ich schau dich an, was du von mir willst, ob ich es für gut finde oder ob ich mich dagegen entscheide.“ Die Kritik verliert dadurch ihre Macht und wird zu einem bloßen Objekt, das man sich anschaut, so wie man eine Skulptur betrachtet und begutachtet.

Die bisherige Angst, die dazu geführt hat, dass ängstliche, unsichere und minderwertige Gefühle und Zustände aufgekommen sind, verliert dadurch ihre Destruktivität und weicht dem Gefühl von Mut. „Ich habe den Mut, mich der Kritik zu stellen, mich nicht vor ihr zu fürchten, sondern ihr mutig in die Augen zu schauen, mich der Lernlektion, die damit verbunden ist, zu stellen, mich zu wandeln und zu transformieren.“

Mut bezieht sich auch auf den Umgang mit der anti-göttlichen Seite und zwar in der Form, dass man keine Angst mehr vor ihr, vor möglichen Dämonen und Fremdbesetzungen hat, sondern mutig mit seinem SGW und seinem Gotteslichtfunken gegenüber tritt und sagt: „Ich stehe zu Gott; ich stehe zu meinem göttlichen Auftrag! Ich habe den Mut, auch in L’Egoland gemäß der göttlichen Gebote und Tugenden zu leben und mich von der anti-göttlichen Seite nicht einschüchtern zu lassen.

Mut zu haben bedeutet auch, sich seinem eigenen Ego und dem Super-Ego gegenüber zu stellen und zu sagen: „Ich habe den Mut, Dich zu überwinden und zu meistern und nicht mehr gemäß den bisherigen Ego-Programmen zu leben anstatt mich Dir zu unterwerfen.“

Mut zu haben bedeutet weiterhin, den spirituellen Pfad zu gehen und sein SGW auszudrücken, auch wenn man die gewohnte Sicherheit seines 3-D-Lebens aufgibt und nicht weiß, was einem auf dem Pfad bevorsteht.

Die Angst senkt den Blick und möchte am liebsten nicht sehen, was vor ihr steht, der Mut dagegen erhebt den Blick und schaut ruhig und gelassen auf das, was vor ihm steht. Mut ist eine starke Kraft, die sich in den Augen und in der Haltung des Menschen ausdrückt: Ein Mensch, der mutig ist, zeigt Rückgrat, ist wie ein Krieger, der in Heldenhaltung steht, ist umgeben von einer Aura der Kraft, wie ein David, der keine Angst vor dem Riesen Goliath hatte.

Ist der Mut einmal im Menschen gekeimt, beginnt er sich immer mehr in allen Lebenssituationen zu entfalten: Mut zu haben, ehrlich zu sein und ehrlich zu sagen, was man möchte oder nicht möchte, ohne den anderen anzugreifen oder ihn zu bedrängen. Mut zu haben, zu seinen Gefühlen zu stehen, auch wenn sie scheinbar nicht passen oder gesellschaftlichen Normen entgegenstehen. Mut zu haben, Grenzen zu sprengen und Dinge zu tun, die man bisher noch nicht getan hat, auch wenn damit Nachteile oder Verluste verbunden sind. Mut zu haben, eigene Ansichten zu vertreten und sich nicht den Ansichten der lieben Mitmenschen zu beugen, nur um sich mit ihnen gut zu stellen. Mut zu haben, das eigene Leben so zu führen, wie man es gerne führen möchte, anstatt sich anderen unterzuordnen, nur um des lieben Friedens willen.

Mut zu haben und Mut zu zeigen bedeutet zu dem zu stehen, was man ist, was man fühlt, was man denkt, was man möchte, womit man nicht einverstanden ist. Mut ist, ebenso wie Angst, eine persönliche, subjektive Sache. Mut ist primär die Haltung, sich nicht dem Geschmack und der Meinung der Masse oder der Gesellschaft zu beugen und darin mit zu schwimmen, sondern dem zu folgen, was man selbst für richtig und gut hält. Mut ist die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, dem, wie man ist und wie man gerne leben möchte, zu folgen.

Mut zu haben, sich selbst und eine Lebenssituation zu verändern, weil man genug davon hat und die negativen Konsequenzen nicht mehr länger erleben möchte, ist der Beginn eines Transformationsprozesses. Der Mut ist quasi der Schalter, den man umlegt oder besser gesagt:

Mut ist die Antriebskraft, die dazu führt, dass man den Schalter umlegen kann. Ist kein Mut vorhanden, hat der Mensch auch nicht die Antriebskraft, den Schalter umzulegen.

Für die Durchführung eines Transformationsprozesses genügt es nicht, nur den Mut zu haben, den Schalter umzulegen, sondern man braucht auch im Verlauf immer wieder den Mut, den einmal eingeschlagenen Weg auch konsequent weiter zu gehen.

Hierbei ist es essentiell, den festen Glauben zu entwickeln, dass man das angestrebte Ziel auch erreichen wird. Nur dieser feste Glaube bedingt, dass der Transformationsprozess durchgehalten werden und das angestrebte Ziel auch erreicht werden kann.

Wenn der Mensch beschließt, in Sachen Kritik einen anderen Lebensstil zu pflegen und diesbezüglich den Schalter umlegt, so bedingt dies nicht automatisch, dass damit der neue Lebensstil auch in allen Lebenssituationen greift. Die alten Lebensmuster müssen erst Stück für Stück verändert werden und die neuen Lebensmuster müssen erst nach und nach integriert werden. In dieser Transformationszeit werden die alten Ängste immer wieder an die Oberfläche kommen und versuchen, den Menschen zu steuern. Dann braucht es immer wieder den Mut, den einmal eingeschlagenen, neuen Weg weiter zu gehen.

Hierbei ist der feste Glaube, dass man die Transformation schaffen und das angestrebte Ziel erreichen wird, unerlässlich:

Zuerst benötigt der Mensch Mut, eine Situation oder ein Verhalten zu verändern; danach braucht er den festen Glauben, dass er es schaffen wird, sein angestrebtes Ziel zu erreichen.

Hat man also den Mut, auf Kritik nicht mehr in der gewohnten negativen Weise zu reagieren, sondern sich ihr mutig, ruhig und gelassen zu stellen, dann braucht es im weiteren Verlauf den festen Glauben daran, dass man es schaffen wird, das angestrebte Ziel zu erreichen: niemals mehr Angst vor Kritik zu haben mit all den damit verbundenen negativen Gefühlen und Verhaltensweisen.

Nachfolgend einige Beispiele zum Vorgenannten:

Zuerst hat man den Mut, dem belastenden Angestelltenverhältnis ade zu sagen und sich selbständig zu machen. Dann folgt der feste Glaube daran, dass man mit dem neuen selbständigen Beruf glücklich wird und sich zudem eine gute, neue Existenzgrundlage aufbaut. Man sagt sich: „Ja, ich glaube daran, ich sehe es vor meinem geistigen Auge, ich kann es spüren, wie es sich gut anfühlt.“ Diesen Vorgang nennt man auch Visionieren.

Mut hat mit dem Herzen zu tun, nicht mit dem Verstand. Die Kraft für ein mutiges Verhalten kommt aus dem Herzen. Das Herz will nicht leiden, es will glücklich sein. Das Herz will nicht streiten, es will in Frieden sein; es will in Liebe und Freundschaft mit anderen leben. Daher rührt auch das Sprichwort: „Liebhaben statt Recht haben“, was heißt, dass das Herz „liebhaben“ will, der Verstand und das Ego hingegen „Recht haben“ wollen.

Der Verstand ist das Instrument des Egos. Das warme Herz und das kühle Ego passen nicht gut zusammen, außer jemand hat ein kaltes Herz bzw. ein Herz aus Stein. Wer jedoch ein warmes, mitfühlendes und gutes Herz hat, hat auch immer den Samen des Mutes in sich, denn dieser befindet sich im Herzen.

Wenn ein Mensch an die „Genug-Grenze“ in einer Lebenssituation kommt, die sein Leben negativ beeinflusst, kann
er sich dafür entscheiden, fortan so nicht mehr weiter zu leben, sondern eine massive Veränderung in seinem Leben zu bewirken. Dies kann z.B. sein, dass eine Ehefrau und Mutter viele Jahre lang ständig bemüht war, es ihrer Familie recht zu machen. In diesem Zusammenhang hat sie ihre Bedürfnisse stets zugunsten ihrer Familie zurückgestellt. Das hat jedoch dazu geführt, dass sie immer mehr das Gefühl empfand, nicht mehr zu leben. Sie wurde ein Schatten ihrer selbst, ein angepasstes Mauerblümchen, ohne Eigenleben, ohne Freude und ohne Entwicklung im Leben. Sie litt zunehmend darunter, physisch und psychisch. Eines Tages kam sie an die „Genug-Grenze“ und sie erkannte: „Entweder ich beginne jetzt neu zu leben oder ich gehe vor die Hunde. Mit letzterem ist niemandem gedient, schon gar nicht meiner Familie.“ Und sie fasste den Mut, den Schalter in ihrem Leben umzulegen: sie entschloss sich, wieder mehr an sich zu denken und ihre Bedürfnisse zu leben. Es war für sie anfangs nicht leicht, den alten Lebensstil zu brechen und sich einem neuen Lebensstil zuzuwenden, aber sie sah in ihrer Vision, wie sie wieder glücklich wurde und sich am Leben freute. Dies war eine starke Motivation für sie weiter zu machen. Nach und nach erlebte sie neue, angenehme Entwicklungen und wurde zunehmend wieder ein lebensfroher Mensch. Ihre Ängste, dass ihre Familie gegen den neuen Lebensstil sein würde, erwiesen sich als unrichtig. Die Familie akzeptierte ihren veränderten Lebensstil und freute sich an ihrem neuen Lebensglück. Dadurch erkannte sie: nicht ihre Familie hatte sie eingeengt und über sie bestimmt, sondern sie selbst hatte diesen Lebensstil gewählt und zugelassen. Und nur sie selbst konnte sich mit ihrem freien Willen dafür entscheiden, diesen Lebensstil wieder abzuschaffen und sich einem neuen Lebensstil zuzuwenden, der sie wieder zu einem lebensfrohen Menschen machte. Ihr Fazit daraus:

Wer in seinem Leben nicht froh ist, wer unter bestimmten Situationen und Gewohnheiten massiv leidet, der hat sich dies selbst geschaffen. Nicht das Leben oder Menschen im Außen sind daran schuld. Mit dem freien Willen kann man jederzeit eine Veränderung und Verbesserung herbeiführen. Dies erfordert jedoch den Mut, das Ruder herumzudrehen, und es erfordert den festen Glauben, dass man es schaffen wird.

Mutig zu leben ist Teil eines mut-orientierten Lebensstils. Dieser Lebensstil steht einem angst-orientierten oder feige-orientierten Lebensstil entgegen. Wer mutig-orientiert lebt, stärkt die Tugend des Mutes in sich und wird ein „Mut-Mensch“, der in allen Lebenssituationen mutig ans Werk geht.

Dazu gehört primär der Mut zu sich selbst, zu dem, wer man ist und wie man ist, ebenso der Mut, den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen zu folgen und sie zu leben, damit man ein zufriedener und lebensfroher Mensch ist. Das erfordert eine innere Haltung der Wahrhaftigkeit und des Mutes. Man muss dahin gelangen, dass man sich selbst nicht mehr verleugnet oder verbiegt, nur um sich anzupassen und überall gut durchzukommen. Man muss den Mut entwickeln „ja“ zu sagen, wenn man eine Sache für gut befindet, und „nein“ zu sagen, wenn man mit etwas nicht einverstanden ist. Das erfordert Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber.

Wenn man nicht mehr weiß, was man wirklich will oder nicht will, weil man sich schon so lange Zeit verbogen hat, muss man lernen, in sein Herz hinein zu horchen, was es möchte, wo es sich wohl fühlt und wo es unangenehm ist oder sogar weh tut. Das Herz ist ein göttlicher Indikator für „richtig“ oder „falsch“. Denn dann, wenn sich das Herz wohlfühlt, wenn es glücklich ist, ist man auf dem richtigen Weg. Dann braucht es nur den Mut, seinem Herzen zu folgen, auch wenn es für den Verstand ziemlich „falsch“ erscheint: „Was machst du da? Das wird dich noch in Teufels Küche bringen!“ Die Stimme des Verstandes ist mahnend und er verbindet dies oft mit entsprechenden Schreckensbildern. Da braucht es schon sehr viel Mut, auf seinem Weg zu bleiben. Und es braucht eine starke Vision, aus der man die Kraft zieht, das angestrebte Ziel zu erreichen.

Mut zu sich selbst zu haben, zu dem wie man ist, was man ist, welche Bedürfnisse man hat, ist der größte Mut, den es für einen mut-orientierten Lebensstil braucht. Um sich selbst wertzuschätzen, braucht man Mut. Um sich selbst zu lieben, braucht es Mut. Um zur eigenen inneren Größe zu stehen, braucht es Mut. Um zu den Dingen, die man gerne tut, zu stehen, sei es tanzen, malen oder musizieren, braucht es Mut. Um der anti-göttlichen Seite gegenüber zu treten braucht es Mut. Um seinen göttlichen Auftrag und seinen Lebensplan auszuführen, braucht es Mut. Um vom Ego und KW ins SGW zu wechseln, braucht es Mut. Um den Pfad des spirituellen Aufstiegs zu gehen, braucht es Mut. Um aus L’Egoland auszusteigen und in Admaland einzutreten, braucht es Mut. Um seine alten Karmas und Wurzeln des Übels zu transformieren, braucht es Mut. Um zu Gott zu stehen und dem Anti-Gott zu widerstehen, braucht es Mut.

Unser Mut ist stets unsere ganz persönliche Sache und hat nichts mit anderen Menschen zu tun. Wenn uns jemand sagt: „Sei mutig!“ und wir verhalten uns mutig, so ist es nur deswegen, weil uns dieser jemand motiviert hat. Mut muss aber aus uns selbst kommen, nur dann ist es wahrhafter Mut. „Ja, ich stehe zu meiner Liebe zum Malen und ich werde sie fortan wertschätzen und leben, anstatt sie zu unterdrücken, nur weil meine Familie es nicht will!“ oder: „Ja, ich stehe zu meinem Naturell, das die lebende Kommunikation mit anderen Menschen braucht, und werde mich nicht weiter isolieren, sondern den Kontakt mit anderen zulassen und genießen.“ Man wird als Folge erleben, wie sehr sich die Qualität des Lebens verbessert, wie man lebendiger und freudiger wird. Wie bei einem Wasserfall, der durch große Steine blockiert ist, so dass nur ein kleines Rinnsal fließt, werden dadurch die inneren Steine beseitigt und die Lebensenergie kann wieder frei fließen.

Wenn die Mut-Natur im Menschen erwacht und all die Bereiche mutig verändern möchte, die das Leben beständig negativ beeinflussen, dann dehnt sich das Mutverhalten im ganzen Denken, Fühlen und Handeln des Menschen aus. Sind anfangs nur einer oder zwei Bereiche vom Mut betroffen, so werden es mit der Zeit immer mehr bis schließlich alle Bereiche dem Mutverhalten unterworfen sind. Dann wird der Mensch durch und durch ein wahrhaftiger Mensch und er tritt nach und nach in ein neues Leben ein, nämlich ein wahrhaftiges Leben, das sich nach dem Erbgut richtet, das der Mensch in diesem Leben mitbekommen hat: seine göttlichen Talente, seine göttlichen Stärken, seinen göttlichen Auftrag, seinen übergeordneten Lebensplan. Der Mensch tritt in ein sinnhaftes Leben ein, von dem er spürt, dass er dem Sinn seines Lebens folgt und sein Leben nicht sinnlos vergeudet. Dann steht am Ende seines Lebens nicht der Ausspruch: „Und wofür habe ich nun eigentlich gelebt? Soll das etwa alles gewesen sein?“, sondern er wird das wohltuende Gefühl haben, sein Leben sinnerfüllt gelebt und seinen Lebensplan erfüllt zu haben.

Es gibt 4 Arten von Vertrauen:

1. Das Vertrauen in sich selbst, auch Selbstvertrauen genannt

2. Das Vertrauen in andere Menschen

3. Das Vertrauen in die Weisheit des Lebens

4. Das Vertrauen in Gott bzw. die spirituellen Meister, auch „Gottvertrauen“ genannt

Der Gegenpart von Vertrauen ist Misstrauen: man misstraut sich selbst, man misstraut anderen Menschen, man misstraut dem Leben und man misstraut Gott und den spirituellen Meistern.

Wenn ein Mensch sich selbst misstraut, hat er kein Vertrauen in seine Fähigkeiten, in seine Kräfte, in seine Entscheidungen und Handlungen. Wo Vertrauen fehlt, besteht Angst, Unsicherheit und Furcht vor Enttäuschungen, Fehlschlägen und Verlusten, die durch das eigene, ungünstige oder „falsche“ Verhalten produziert werden.

Dem Ego-Programm „Ich misstraue mir selbst“, das skeptisch und misstrauisch auf das Selbst bzw. das göttliche SGW schaut und bereits mit dem Misslingen einer Sache rechnet, steht das „Ich vertraue mir selbst“ gegenüber, das vertrauensvoll, wohlwollend und gelassen auf das eigene Selbst schaut, dem es vertraut, dass es seine Sache gut macht.

Das Selbst bzw. göttliche SGW traut sich etwas zu, beispielsweise, dass es die Idee eines neuen Projektes realisiert. Es weiß, dass es das Knowhow, die Fähigkeiten und dass es die Kraft dazu hat. Das Selbst vertraut sich, dass der Prozess des Realisierens gelingen und sich ein Erfolg in der Sache einstellen wird. Es vertraut sich, weil es an sich und seine Fähigkeiten glaubt. In der Regel verfügt es auch über entsprechende positive Erfahrungen aus der Vergangenheit, durch die sein Selbstvertrauen ein solides Fundament gebildet hat. Das Selbst bzw. SGW kennt seine Zuverlässigkeit und kann darauf vertrauen, dass diese auch bei der Projektrealisierung eine wichtige Säule sein wird.

Selbstvertrauen ist die Basis für eine fruchtbare Lebensentwicklung, in der man sich positiv entfalten, etwas aufbauen oder etwas Neues schöpfen kann. Man vertraut den eigenen Talenten, z.B. Komponieren, Malen, Schreiben, Gestalten usw.; man vertraut den eigenen Stärken, z.B. mentalen Stärken, Schöpfungskräften, Organisationskräften usw.; man vertraut den göttlichen Eingebungen und Ideen, die sich einstellen und die realisiert werden wollen, z.B. der Idee, eine Umweltschutzorganisation zu gründen, der Idee, ein Friedenskonzert auf die Beine zu stellen oder der Idee, ein Buch zu schreiben; man vertraut den eigenen Fähigkeiten, Ideen auch erfolgreich zu realisieren, z.B. Führungsfähigkeiten, kommunikativen Fähigkeiten, organisatorischen oder künstlerischen Fähigkeiten; man vertraut auf die Visionierungskraft des Selbst, die stets zentriert und stark auf das Ziel ausgerichtet ist; man vertraut auf die eigene Kraft, die Dinge durchzuhalten, auch wenn es zu Schwierigkeiten oder großen Herausforderungen kommen sollte.

Die Haltung des göttlichen Programms „Ich vertraue mir selbst“, verbunden mit dem Wissen und dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten, ermöglicht einen selbstvertrauenden Lebensstil auf allen Ebenen. Anstatt ständig seine eigenen Fähigkeiten und Handlungen in Frage zu stellen und voller Selbstskepsis zu sein, schaut man ruhig und sicher aus seiner inneren Bastion, die einem Felsen gleicht, aus sich heraus mit einem tiefen Gefühl der Selbstsicherheit. Wer mit einem solchen Gefühl der Selbstsicherheit und des Selbstvertrauens in den Tag und durch den Tag geht, wird niemals seine innere Ruhe und Stabilität verlieren, sondern ruhig und gelassen den Dingen entgegen schauen, die auf ihn zukommen. Er weiß und glaubt fest daran, dass er alles gut bewältigen wird. So fürchtet er sich auch nicht vor Entscheidungen, die es zu treffen gilt, sondern er trifft Entscheidungen aus seiner Selbstsicherheit heraus, ganz im Vertrauen, dass diese richtig sind. Er zieht nicht in Erwägung, dass seine Entscheidungen falsch sein könnten, denn solche Gedanken kämen ihm gar nicht in den Sinn. In seinem Denkraster gibt es nur Selbstsicherheit und Selbstvertrauen und aus diesen heraus gibt es für ihn nur eines: die Entscheidungen, die er trifft, sind richtig und bewirken Gutes für ihn und für die an der Sache Beteiligten.

So, wie sich der Mensch selbst vertraut, vertraut er in der Regel auch seinen Mitmenschen, mit denen er zu tun hat. Das Vertrauen in andere Menschen basiert auf dem, was man Menschenkenntnis nennt. Wer die Gabe hat, ins Herz und in die Seele der anderen Menschen zu schauen, wer darin Gutes oder Schlechtes sieht, kann daraus die notwendigen Erkenntnisse gewinnen, welchen Menschen er vertrauen kann und welchen nicht.

Vertrauen in andere Menschen setzt immer Menschenkenntnis voraus, d.h. die Fähigkeit, in diesen göttliche Eigenschaften und Tugenden zu erkennen, die vertrauenswürdig sind, wie z.B. Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität, Umsicht, Standhaftigkeit usw. Neben der Menschenkenntnis baut sich Vertrauen zu anderen Menschen auch dadurch auf, dass man deren gute Eigenschaften im Zusammenleben oder Zusammenarbeiten kennenlernt. Dadurch entwickelt sich eine Vertrauensbasis.

Eine Vertrauensbasis ist eine elementare Grundlage für einen vertrauensvollen Umgang – sowohl mit sich selbst als auch mit anderen Menschen. Menschen, die sich selbst nicht oder nur bedingt vertrauen, müssen erst eine Vertrauensbasis zu sich selbst, seinem SGW und seinem Erdenselbst aufbauen. Bevor nicht eine Selbstvertrauensbasis besteht, kann auch keine Vertrauensbasis zu anderen Menschen entwickelt werden.

Wer beispielsweise in wirtschaftlichen Dingen immer wieder erlebt hat, dass er aufgrund ungünstiger Handlungen Geld verloren hat, wird kein Vertrauen in seine Fähigkeit, seine Existenz zu sichern, haben. Er wird sich selbst immer wieder mit Misstrauen begegnen. Der erste Schritt zu einem selbstvertrauenden Lebensstil besteht darin, Vertrauen zu sich selbst aufzubauen und die Eigenschaften an sich zu entwickeln, die Selbstvertrauen aufbauen. Jeder Mensch hat positive und negative Eigenschaften, jedoch sehen viele Menschen primär ihre negativen Eigenschaften und beurteilen sich selbst häufig negativ. Diese negative Fokussierung verursacht Selbstmisstrauen. Deshalb ist es wichtig, diese negative Selbstfokussierung zu brechen und den Schalter umzulegen auf eine positive Selbstfokussierung. Dazu braucht es Mut, denn wer kein Selbstvertrauen hat, hat auch in der Regel keinen oder einen geringen Mut.

„Ja, ich stehe zu mir und meinen Eigenschaften, z.B. zu meiner Friedensnatur oder zu meiner kreativen Natur. Ja, ich habe den Mut, meine Friedensnatur bzw. meine kreative Natur zu entfalten – auch gegen den Widerstand von Mitmenschen. Ja, ich glaube daran, dass ich mein Ziel, meine Friedensnatur bzw. meine kreative Natur und mein göttliches SGW zu leben, erreichen kann. Ja, ich vertraue mir, dass ich es schaffe, den Transformationsweg zu gehen und an mein Ziel, aus der Maya auszusteigen und in Gott aufzusteigen, zu gelangen.“

Eine solche Einstellung drückt Sicherheit aus, innere Stärke, innere Ruhe und Gelassenheit. Kein Funken Angst ist darin enthalten, vielmehr herrscht völlige Angstlosigkeit. Was könnte passieren? Nichts, denn man vertraut sich völlig, dass alles gut kommen und alles gut gelingen wird.

Wo eine solche selbstvertrauende Lebensbasis besteht, kann auch Vertrauen in Mitmenschen entstehen, insbesondere in die eigene Fähigkeit, seine Mitmenschen richtig einschätzen zu können. Wird ein Mitmensch entsprechend vertrauenswürdig eingeschätzt, und vertraut man der eigenen Vertrauenshaltung, kann damit begonnen werden, eine Vertrauensbasis zu diesem Menschen aufzubauen.

Besteht zu einem Mitmenschen eine solide Vertrauensbasis, ermöglicht dies ein vertrauensvolles gemeinsames Leben oder Miteinander Arbeiten. Hat man mehrere vertrauensvolle Mitmenschen in seinem Leben, fühlt man sich stärker, kann man sich gegenseitig motivieren und inspirieren, kann man die Fähigkeiten und Kräfte zusammenlegen und gemeinsam Gutes bewirken. Ein einzelner Mensch hat ein bestimmtes Volumen an Kräften und Fähigkeiten, mehrere Menschen zusammen haben ein wesentlich größeres Volumen an Kräften und Fähigkeiten. Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit jedoch ist es, dass man sich gegenseitig vertraut und eine solide Vertrauensbasis, insbesondere zwischen den SGWs, besteht. Eine wirkliche Vertrauensbasis kann nur zwischen göttlichen SGWs bestehen, weil Vertrauen eine göttliche Tugend ist. Anti-göttliche SGWs können nur im Zustand des Misstrauens leben und sie sind wie einzelne Hyänen, die sich gegenseitig die Beute streitig machen wollen.

Selbstvertrauen ist ebenfalls die Grundlage für das Vertrauen eines Menschen in sein Leben, einen übergeordneten Lebensplan und eine damit verbundene höhere Weisheit, die sein Leben steuert und über sein Leben wacht (Gott und die spirituellen Meister). Viele Menschen wissen weder, dass es einen solchen Lebensplan und eine solche Weisheit gibt, noch glauben sie daran. So können sie auch den übergeordneten Kräften, die dabei am Werk sind, nicht vertrauen. Wissen und Glauben sind die Voraussetzung für Vertrauen.

Es ist elementar wichtig für die Menschen zu wissen, dass es in ihrem Leben einen übergeordneter Lebensplan gibt, der ihr Leben bestimmt und den es in diesem Leben zu erfüllen gilt. Dieser große Lebensplan hält viele Lernaufgaben für sie bereit und diese sind nicht immer angenehm und einfach. Werden die Lernaufgaben jedoch vom Menschen angenommen, verbunden mit dem Vertrauen, dass alles seinen höheren Sinn hat, sind die Lernaufgaben keine Qual, sondern eine große Chance auf Veränderung und Entwicklung, Erlösung von altem Karma und Schwingungsanhebung aus der Maya – sowohl des Menschen als auch seines SGWs und des damit verbundenen Lebens.

Wer Vertrauen in seinen großen Lebensplan und die höhere Weisheit hat, die sein Leben leitet und darüber wacht, der schaut vertrauensvoll auf sein Leben, auf das, was sich tut und auf das, was bevorsteht. Er ist nicht wie das Kaninchen, das ängstlich und erstarrt vor der Schlange sitzt, sondern er ist offen für das, was kommt. Jede Lernaufgabe, mag sie noch so schwierig sein, ist ihm herzlich willkommen und wird von ihm als Chance gesehen. Er ist dankbar für alles, was ihm das Leben bringt. Er fühlt sich behütet von einer höheren, göttlichen Macht, die es – auch wenn es oft auf den ersten Blick nicht so scheinen mag – gut mit ihm meint. Diese weise Macht (Gott) fängt ihn auf, wenn es mal ganz dick kommt, denn sie möchte, dass er auf seinem Lebensweg vorankommt und seinen Lebensplan sowie seinen göttlichen Auftrag erfüllt, damit es am Ende seines Lebens heißt: „Plan bzw. Auftrag erfüllt, Ziel erreicht!“

Vertrauen in sein Leben zu haben, in eine höhere göttliche Weisheit und Führung (Gott und die spirituellen Meister), ermöglicht ein sorgenfreies und leidfreies Leben. Man muss sich nicht ständig Sorgen darüber machen, ob das, was man tut richtig oder falsch ist. Es gibt kein richtig oder falsch, denn es gibt nur die eine göttliche Führung und diese ist zielgerichtet. Wenn man vom Zielweg abweicht, schickt die göttliche Führung klare Hinweise, dass man sich auf einem Irrweg befindet und dass es notwendig ist, wieder auf den Zielweg zurück zu kehren. Solche Hinweise können ungute Gefühle im Bauch oder Herzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Angstzustände, Leid oder auch ein Misserfolg in einer Sache sein. Wenn man sich dagegen auf dem Zielweg befindet, fühlt man sich wohl, energetisch kräftig, fließend, voll Freude, Hingabe, Vertrauen und Liebe zum Leben und zu dem, was man tut. Das Herz pulsiert und schickt Signale, dass es zufrieden und glücklich ist, weil man in Harmonie ist mit dem übergeordneten Lebensplan, mit dem göttlichen Auftrag und der Weisheit des Lebens.

So ist es ein Segen für den Menschen und sein SGW, sich voller Vertrauen diesen Faktoren hinzugeben, sich ruhig und gelassen „zurückzulehnen“ und dem entgegen zu schauen, was die Weisheit des Lebens als nächstes bringt, um es zu bearbeiten und auszuführen. Das Leben, das wir haben und das sich uns auf unserem Lebensweg nach und nach offenbart, ist nicht unser Feind, vor dem wir Angst haben müssen, sondern ist unser Freund, der es gut mit uns meint. Dieses Leben haben wir als Chance bekommen, aber auch als Auftrag, den wir auszuführen und zu erledigen haben. So ist das Leben Geschenk und Auftrag höherer göttlicher Wesenheiten zugleich.

Wenn wir unser Leben aus dieser Perspektive sehen, fühlen wir uns dem täglichen Leben nicht hilflos und ohnmächtig ausgeliefert, sondern fühlen wir uns unter dem Schutz und der Führung einer höheren göttlichen Macht und Kraft – sei dies Gott, die aufgestiegenen, spirituellen Meister oder Engelswesen. Der Führung dieser machtvollen und kraftvollen Wesen können wir uns vertrauensvoll hingeben und unterordnen, denn sie sind die höchsten Weisheiten und Führungswesen in diesem Universum, die dem höchsten Plan folgen. Es gibt keine höhere Macht und Kraft als sie und wir als Menschen bzw. SGWs sind Winzlinge gegen ihre unermessliche Größe und Präsenz.

Eine Vertrauensbasis sollte auch zwischen einem göttlichen Lehrer und seinem Schüler bestehen sowie zwischen einem göttlichen Mitarbeiter einer untergeordneten Hierarchie und einer höherstehenden Hierarchie, z.B. einem einfachen Mitarbeiter der spirituellen Meister und einem Engel.

Die Botschaften und Impulse dieser göttlichen Führung erhält der Mensch stets über das Herz, denn im Herzen befindet sich die Flamme bzw. der Funke der göttlichen Liebe und des göttlichen Lichts. Nur über diese Schnittstelle ist die Verbindung und lebendige Kommunikation mit Gott, den aufgestiegenen spirituellen Meistern oder hohen Engelswesen möglich. Wer also im Herzen den starken Impuls verspürt, eine Sache zu tun, z.B. ein Lied für Mutter Erde zu komponieren oder sich für die Erhaltung der Umwelt einzusetzen, der kann vertrauensvoll diesem Impuls folgen und ihn in der materiellen Welt ausführen. Solange sich die Sache im Herzen stimmig und wohlig anfühlt, ist man bei der Ausführung auf dem richtigen Weg. Kommt es im Herzen jedoch zu Enge, Verkrampfung, Unwohlsein, Kälte, ist man bei der Ausführung auf dem falschen Weg und sollte eine Kurskorrektur vornehmen, bis sich Wohlbefinden, Wärme, Weite und Liebe im Herzen einstellt. So ist das Herzbefinden der wichtigste Indikator dafür, ob jemand dem göttlichen Plan folgt oder auf den Ego-Weg abgewichen ist.

Wer den Weg eines göttlich vertrauens-orientierten Lebensstils geht und den Pfad des Aufstiegs in die höheren Dimensionen gehen möchte, muss lernen, seinem Herzen zu vertrauen, die „Sprache“ und die Impulse des Herzens zu verstehen, um diesen folgen und den richtigen Weg gehen zu können. Voraussetzung hierfür ist, dass im Herzen des Menschen bzw. seines SGWs die Flamme der Gottesliebe brennt und das Herz rein ist. Wer hingegen ein kaltes und verschmutztes Herz hat, in dem die Flamme der Gottesliebe erloschen ist, kann nur noch über den Verstand und das Ego Impulse erhalten und diese kommen in der Regel vom Super-Ego und dem Anti-Gott.

Wenn ein Wesen sich Gott, den aufgestiegenen, spirituellen Meistern und höchsten Engeln unterordnet und deren Führung vertrauensvoll folgt, fühlt es sich auf wunderbare Weise behütet und beschützt. Es gibt keine Unsicherheiten und Ängste, sondern nur Sicherheit und Zuversicht, dass alles richtig und gut kommen wird. Man kann sich völlig entspannen und gelassen dem entgegensehen, was das Leben für einen bereit hält, im absoluten Wissen, dass man unter der Obhut der höchsten Mächte und Kräfte in diesem Universum steht. Man hat sich diesen Mächten und Kräften unterworfen, ist mit ihnen eins geworden und lässt sich von ihnen durch das Leben führen. Die Vertrauensbasis, die dadurch geschaffen worden ist, ist die höchste und stärkste, die es gibt. Das ist besonders für göttliche Mitarbeiter wichtig, damit sie ihren göttlichen Auftrag ausführen können und ihre Schwingung stabil in den höheren göttlichen Dimensionen halten können. Und diese Vertrauensbasis schützt sie auch vor Angriffen der anti-göttlichen Seite.

Dieses Vertrauen nennt man auch „Gottvertrauen“, welches die Basis für den spirituellen Aufstieg ist. Man vertraut Gott, dass alles, was im Leben kommt, sei dies eine schwere Krankheit, der Verlust der Existenz oder sonst ein schlimmer Schicksalsschlag, mit Gottes Hilfe bearbeitet und gelöst werden kann. Man glaubt fest daran, dass man Gott eine schwere Lebenssituation übergeben und IHN um Hilfe bitten darf und dass einem dann auch geholfen wird.

Hat man dies einige Male erlebt, wird man erkennen, dass es sich nicht um ein Zufallsprinzip handelt, sondern das Wirken Gottes, der aufgestiegenen, spirituellen Meister oder hoher Engelswesen ist. Dadurch entwickelt sich eine solide, starke Vertrauensbasis des Menschen und seines SGW zu Gott. Die bis dahin bestehenden Ängste sowie das hilflos ausgeliefert sein dem Leben und bestimmten Lebenssituationen gegenüber, weicht einem tiefen Vertrauen Gott gegenüber sowie dem Gefühl, absolut sicher, geführt und beschützt zu sein in allem. Man weiß und glaubt fest daran, dass, was immer auch im Leben geschehen wird, es richtig ist und die Sache gemäß dem eigenen Wohle und dem Wohle der anderen gelöst wird. Man ist in einem Zustand der Neutralität und ist nicht mehr von den polaren Ängsten beherrscht. Man vertraut Gott und dem Leben voll und ganz, in dem absoluten Bewusstsein, dass man eingebunden ist in einen höheren Lebensplan, der in sich völlig stimmig ist und auf ein Ziel ausgerichtet ist, dem man zugeführt wird.

Auch scheinbar „Schlimmes“ ist in Wirklichkeit nicht wirklich Schlimmes, sondern etwas, was uns dabei hilft, unseren Zielweg zu gehen und unser Ziel zu erreichen. Alles dient dazu, uns unserem Ziel entgegen zu bringen, sei dies der Eintritt in unsere wahre göttliche SGW-Natur, der Aufstieg in höhere göttliche Dimensionen oder die Ausführung unseres göttlichen Auftrags. Je mehr wir uns vertrauensvoll diesem Weg hingeben, um so besser; je mehr wir uns diesem Weg widersetzen, um so heftiger werden die Fingerzeige der göttlichen Führung, die uns ermahnen möchte.

Gottvertrauen in allem und zu jeder Zeit zu haben bedeutet, dass man unerschütterlich an die höchste Macht und Kraft Gottes glaubt und sich ihr unterworfen hat. Es ist nicht nur ein Unterordnen, sondern eine demütige Unterwerfung, was bedeutet, dass man die eigene Führung aufgegeben hat, um sich fortan von Gott führen zu lassen. Man hat die eigene Führung aufgegeben, weil man erkannt hat, dass mit der Selbstführung, die in der Regel sehr stark vom eigenen Ego und Super-Ego geleitet wird, sehr viele Probleme und ungute Entscheidungen bzw. Handlungen verbunden sind, die wiederum Probleme und Leid verursachen. Die eigene Lebensführung abzugeben und sich der Führung Gottes zu unterwerfen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Demut, Hingabe, Weisheit und Stärke.

Man hat erkannt und die Weisheit erlangt, dass wir gut daran tun, uns der höchsten Macht und Kraft Gottes zu unterwerfen und uns damit zu vereinigen, um uns aus dem „Ameisendasein“ in ein „Gottesdasein“ zu erheben. Damit werden wir Teil des großen Gottesreiches und der großen Gotteskraft und verlassen die Ebenen des allein kämpfenden Wolfes, dessen Kräfte sehr begrenzt und leicht erschöpft sind.

Durch die vertrauensvolle Hingabe und Unterwerfung an Gott, treten wir in ein gigantisches Kraftfeld ein, das uns Kräfte ermöglicht, die uns sonst niemals zur Verfügung stünden. Wir verbünden uns nicht nur mit diesen Kräften, sondern auch mit den Wesenheiten dieser göttlichen Dimension bzw. Ebene und kämpfen fortan mit gemeinsamen Kräften und den göttlichen Dienern des Lichts, wodurch wir viel Größeres bewirken können. Wir verbinden uns zudem mit der Weisheit Gottes, die uns stets zielgerichtet leitet und uns klar signalisiert, wie wir uns zu verhalten haben und was wir zu tun haben, um dem großen Ganzen, dem Reich Gottes, zu dienen. Wir fühlen uns nicht mehr als schwache und hilflose Ameise, sondern als Teil eines großen Ganzen, des Reiches Gottes, indem wir eingebunden sind und in dem wir unseren Platz haben, der uns zugewiesen ist, entsprechend unserem SGW, unserem Erdenselbst, unserer Lebensaufgabe und unserem göttlichen Auftrag. So entfalten wir unsere wahre göttliche Natur und unsere göttlichen Stärken und führen ein Leben, das geprägt ist vom absoluten Gottvertrauen und Gottesbewusstsein.

Ehrlichkeit ist die Schwester von Wahrhaftigkeit. Bevor ein Wesen wahrhaftig werden und sein kann, muss es in die Ehrlichkeit eingetreten sein.

Im Dunklen Zeitalter der L’Egoland-Welt herrscht ein unehrlicher Lebensstil. Dieser reicht vom simplen Schwindeln bis hin zur Lüge und zum Betrug. Die Wesen konnten so experimentieren, wie sich „Leben“ gemäß diesem Lebensstil anfühlt, wie es funktioniert, was es mit ihnen macht und was es ihnen bringt.

Wenn die Wesen erkennen, dass Schwindeln, Lug und Trug ihnen weder Zufriedenheit noch Glück bringen, sondern dass sie darunter viele Probleme haben oder sogar leiden, können sie sich, nachdem sie an die „Schmerzgrenze“ oder „Genuggrenze“ kommen, dazu entscheiden, den alten, unehrlichen Lebensstil aufzugeben und (wieder) in die Ehrlichkeit zu kommen.

Es gibt 3 Arten von Ehrlichkeit:

1. Die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber
2. Die Ehrlichkeit anderen gegenüber
3. Die Ehrlichkeit Gott gegenüber

Der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber steht die Selbsttäuschung, der Selbstbetrug und die Selbstlüge. Man möchte einer Sache oder Situation, die mit einem selbst zu tun hat, nicht in die Augen schauen, man möchte sie nicht sehen, sich nicht eingestehen, etwas nicht zugeben, man möchte nach außen etwas darstellen, das man nicht ist.

Ein simples Beispiel: eine Frau geht ganz auf in der Rolle als fürsorgliche Ehefrau und Mutter von zwei Kindern. Alles dreht sich für sie um das Wohl ihrer Lieben, die für sie an erster Stelle stehen. Ihre eigenen Bedürfnisse hat sie zurückgestellt. Obwohl sie eigentlich eine energische Frau ist, gibt sie sich in der Familie als anpassungsfähig und ordnet sich den Wünschen ihrer Lieben unter. In Wirklichkeit jedoch ist sie oft frustriert über ihr großes Arbeitspensum als Hausfrau und Mutter und wünscht sich, sie hätte mehr freie Zeit für sich und ihre Bedürfnisse. Sie ärgert sich über ihre Lieben, die alles auf ihr abladen und selbst kaum Hand anlegen. Sie fühlt sich oft ausgenutzt, was sie insgeheim ärgert. Sie macht sich vor, unentbehrlich zu sein und nur dann von ihrer Familie geliebt zu werden, wenn sie sich aufopfert. Anstatt zu ihren eigenen Bedürfnissen zu stehen, leugnet sie sie. Nach außen, gegenüber Freunden und Bekannten, hat sie sich ein Image als hingebungsvolle und glückliche Frau und Mutter aufgebaut, so dass andere sie beneiden.

Diese Frau führt ein Leben in Selbsttäuschung, Selbstlüge und Selbstbetrug. Sie ist unehrlich sich selbst, ihren Wünschen und ihren Bedürfnissen gegenüber. Wäre sie ehrlich, müsste sie ihr Leben, ihre Gewohnheiten und Muster vollkommen ändern. Diese Frau hat zwei Möglichkeiten: entweder ihr Leben gemäß dem alten Muster weiterzuführen und innerlich zu leiden oder ihr Leben und sich selbst zu ändern, um aus der Leidspirale auszusteigen und ihrem Leben eine neue Qualität zu geben.

Selbstbetrug und Selbstlüge führen auf Dauer dazu, dass der Graben zwischen wahrem Ich und unehrlichem, betrügerischem Ich immer größer wird. Das wahre Ich leidet unter der Vorherrschaft des unehrlichen, betrügerischen Ich. Dieses Ungleichgewicht fordert mit den Jahren seinen Tribut: viele Menschen werden krank, psychisch wie körperlich oder brechen ganz zusammen.

Wenn man der Wahrheit in die Augen schaut und erkennt, dass man sich selbst viele Jahre seines Lebens in vielen Dingen getäuscht, belogen und betrogen hat, so kann das ein Schock sein. Es ist so, als stürze man selbst bzw. das innere Lügen-Kartenhaus in sich zusammen. Fragen tauchen dabei auf wie: „Wer bin ich wirklich? Was will ich wirklich? Wenn ich ehrlich bin, was würde ich in dieser Situation am liebsten tun?“ Man macht sich auf den Weg, sich ehrlich anzuschauen und zu beobachten. „Bin ich wirklich das, was ich vorgebe zu sein? Verleugne ich nicht womöglich Eigenschaften oder Bedürfnisse an mir, die mir nicht gefallen oder die mir nicht passen? Spiele ich
nicht oft irgendeine Rolle, nur weil ich anderen zu Gefallen sein will?“

Wenn der Wunsch und die Bereitschaft bestehen, vom unehrlichen in einen ehrlichen Lebensstil zu wechseln, muss man lernen, sich selbst gegenüber vollkommene Ehrlichkeit walten zu lassen. Man muss sich immer wieder fragen: „Bin ich wirklich mit dem Leben zufrieden, das ich jetzt habe? Wenn nein, was ist es genau, warum ich unzufrieden bin? Was will ich wirklich? Was würde sich jetzt ehrlich, wahrhaftig und gut für mich anfühlen?“ Man muss sich immer wieder dazu ermahnen, in jeder Lebenssituation ehrlich zu sein: „Sei ehrlich: was möchtest du jetzt wirklich?“ So kommt man dem eigenen, wahren Ich bzw. Selbst immer näher und kann im nächsten Schritt dann dazu übergehen, mutig das, was man ehrlich möchte, auch wirklich auszuführen.

Hat man beispielsweise bisher immer zugestimmt, mit dem Partner oder der Partnerin in die Berge zu fahren, obwohl man viel lieber ans Meer gefahren wäre, kann man nun ehrlich sein und seine Meinung artikulieren. Das mag für den Partner bzw. die Partnerin anfangs ungewohnt und daher womöglich unangenehm sein, jedoch wird man sich selbst dabei viel besser fühlen: man wird mehr Selbstrespekt haben, weil man sich nicht ständig klein macht, sondern den Mut und die Kraft hat, ehrlich zu sagen, was man möchte und was nicht.

Ehrlichkeit, zu sich selbst zu stehen, zu dem was man ist und was man möchte, fördert den Selbstrespekt und die Selbstachtung. Ein unehrliches Leben führt dazu, dass man sein wahres Naturell und seine wahren Bedürfnisse verleugnet, nur weil man beispielsweise Angst davor hat, von anderen kritisiert, bewertet oder abgelehnt zu werden. So wird man zum angepassten Mitläufer, zum Duckmäuser, der kein Rückgrat hat und sich klein macht, zum Angsthasen, der sich nicht traut, seine Meinung zu sagen und zu dem zu stehen, was er für richtig hält. All das führt dazu, dass man vor sich selbst den Respekt und die Achtung verliert.

Ehrlichkeit hat mit Ehre und Ehrerbietung zu tun. Diese kann man nur einem Wesen entgegenbringen, das sich entsprechend verhält und eine entsprechende Ausstrahlung hat. Wer ehrlich und wahrhaftig sein wahres Ich bzw. Selbst lebt, bringt sich selbst Ehre und Ehrerbietung entgegen. So gesehen fördert also Ehrlichkeit eine Haltung der Ehre und Ehrerbietung, die wir für uns selbst entwickeln und leben.

Ehrlichkeit hat primär immer mit uns selbst zu tun. Solange wir in Unehrlichkeit leben, sind wir eingebunden in ein Lügengeflecht, das zwischen uns und anderen besteht. Wenn einer falsch spielt, spielen auch die anderen falsch, das ist das Gesetz der Resonanz. Indem wir anfangen ehrlich und wahrhaftig zu sein, durchbrechen wir das Lügengeflecht, das uns mit anderen verbindet. Wenn wir ehrlich sind und ehrlich agieren, ohne den anderen zu brüskieren oder zu attackieren, wird dies beim anderen die entsprechende Resonanz erzeugen. Die Menschen erkennen und spüren in der Regel, wann und ob jemand unehrlich oder falsch spielt und wann genau das Gegenteil der Fall ist.

Indem wir selbst ehrlich sind und ehrlich handeln, erweisen wir nicht nur uns Ehre und Ehrerbietung, sondern auch unseren Mitmenschen. Wir speisen sie nicht mit Täuschung, Lug und Betrug ab, sondern wir erweisen ihnen Respekt mit unserer Ehrlichkeit. Wir zeigen ihnen, dass sie es uns wert sind, dass wir ehrlich und wahrhaftig mit ihnen umgehen. Wir erzeugen ein ehrliches Miteinander, einen ehrlichen Lebensstil, indem sich keiner mehr verstellt und den anderen belügt und betrügt.

Manche Menschen denken, Ehrlichkeit würde andere Menschen vor den Kopf stoßen und es gäbe doch auch Menschen, die Ehrlichkeit nicht vertragen können. Dies geschieht nur dadurch, dass manche Menschen Ehrlichkeit mit „den anderen brüskieren, ihm knallhart die sogenannte ehrliche Meinung sagen“ verwechseln. Hier handelt es sich um eine angreifende, verletzende Ehrlichkeit. Dies ist eine Pseudo-Ehrlichkeit wie sie häufig in L’Egoland gelebt wird, die aber nichts mit der wahrhaften Ehrlichkeit eines friedensorientierten Lebensstils zu tun hat.

Wahre Ehrlichkeit ist sachlich, wertfrei und neutral, d.h. weder „weiß“ noch „schwarz“, also weder schmeichelnd noch angreifend. Sie kommt aus der Urtiefe des Herzens, aus einem hohen Bewusstsein und aus der höheren Natur des Menschen. Sie sieht die Dinge so wie sie sind – vollkommen klar und bewusst, frei von Emotionen, frei vom Ego.

Ein solcher Mensch ist sich seines Selbstwertes bewusst und handelt aus Selbstachtung und Selbstrespekt sowie aus der Achtung und Respekt anderen Menschen gegenüber. Wenn er in sich ein „ja“ verspürt, sagt er ehrlich „ja“ und nicht „nein“; wenn er in sich ein „nein“ verspürt, sagt er ehrlich „nein“ und nicht ja; wenn er in sich eine Schwäche spürt, spielt er nicht den Starken, sondern steht ehrlich zu seiner Schwäche; wenn er in sich Mitgefühl spürt, spielt er nicht den Coolen, sondern steht zu seinen Gefühlen.

So ist dieser Mensch in jeder Situation ehrlich mit sich selbst und ebenso anderen gegenüber. Das macht ihn zu einer authentischen Persönlichkeit, die eine glaubwürdige Ausstrahlung hat und glaubwürdig handelt.

Wenn wir ehrliche Menschen werden, fallen alle unsere Rollenkostüme und unsere Panzer, die wir um uns aufgebaut haben – zu unserem sogenannten Schutz – ab bzw. werden gesprengt. Wir werden frei von Rollenmustern und Rollenverhalten. Wir spielen nicht mehr irgendwelche Rollen, sondern wir werden wir selbst.

Das kann dazu führen, dass wir anfangs oft gar nicht wissen, wer oder was wir eigentlich selbst sind und was wir in bestimmten Situationen wollen oder nicht. Dies liegt daran, dass wir mit unserem unehrlichen Lebensstil so intensiv verhaftet sind und ein dementsprechendes Bewusstsein haben. In diesem Bewusstseinsraster ist keine Ehrlichkeit vorhanden, dafür aber Taktik, Schmeicheln, Tricksen, sich verstellen, Lügen usw.

Wer also den Weg der Ehrlichkeit gehen möchte, muss sein Bewusstsein verändern und damit all die Faktoren, die unser Bewusstsein ausmachen. Man muss sich ein Ehrlichkeitsbewusstsein aufbauen und parallel dazu das Unehrlichkeitsbewusstsein abbauen. Durch ein Ehrlichkeitsbewusstsein wird uns bewusst, wann wir ehrlich sind und ehrlich handeln, wie es sich anfühlt, was es bewirkt – bei uns selbst und bei anderen, usw.

So wie wir mit uns ehrlich sein müssen und im weiteren mit anderen Menschen, müssen wir auch mit Gott ehrlich sein. Wie oft schwindeln, lügen oder betrügen Menschen und denken, dass die höchste Macht und Kraft in diesem Universum, Gott, dies nicht sieht. Täuschung, Lug und Trug mögen oft vor den Augen der anderen verborgen bleiben, aber vor den Augen der Allmacht dieses Universums sind sie immer sichtbar. Menschen können sich in das Fell eines Schafes kleiden und so tun, als seien sie Unschuldslämmer, aber vor Gott können sie niemals verbergen, dass sie ein Wolf im Schafspelz sind. Die „Augen“ Gottes sehen alles in diesem Universum. Lug und Trug sind keine Kavaliersdelikte, sondern eine Verletzung der Selbstehre und der Ehre anderer Wesen. Dies zieht stets Konsequenzen auf das Leben und das Wesen des Menschen nach sich. Solche Konsequenzen können Karma oder starkes Leid sein, die den Menschen und sein Leben belasten.

Ehrlichkeit muss sich durch alle Bereiche des Lebens ziehen. Sie betrifft die täglichen Lebensabläufe und Gewohnheiten ebenso wie unsere persönlichen Lebensbedürfnisse. Überall dort, wo bisher Unehrlichkeit geherrscht hat, wo wir uns selbst und unsere Bedürfnisse verleugnet oder unterdrückt haben, müssen wir in die Ehrlichkeit zurückkommen oder in diese eintreten.

Wenn wir ehrlich erkennen, dass wir von Gier durchs Leben geleitet werden und gierig nach allem lechzen, uns dafür verstellen, dafür lügen und betrügen, und darunter leiden, müssen und können wir diese Wurzel des Übels bearbeiten und sie aus unserem Inneren entfernen.

Wir müssen uns selbst und unser Leben wertschätzen und in Ehrlichkeit das tun, was unser Leben lebenswert macht und das, was wir als Geburtsgut mitbekommen haben, also unsere Eigenschaften, Anlagen und Talente, zur Entfaltung und zum Leben bringen. Nur so werden wir wahrhaft zufriedene und glückliche Menschen. Das ist unsere göttliche Aufgabe und unsere Bestimmung.

Stärke ist gleichbedeutend mit Kraft. Dabei kann es sich um eine physische, eine psychische oder eine geistige Kraft handeln. Stärke hat auch sehr viel mit Standhaftigkeit, Stabilität, Ausdauer, Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit zu tun.

Man kann stark sein im Glauben, stark sein im Nehmen, stark sein im Vertrauen, stark sein im Herzen, stark sein in schweren Lebenssituationen, stark sein in der Verwirklichung eigener Ziele, stark sein gegenüber Angriffen und Verlockungen und diesen nicht erliegen, stark sein im Umgang mit anderen, stark sein im Angesicht von Leid usw.

Stärke ist das Gegenteil von Schwäche. Jemand kann stark sein im Vertrauen auf eine höhere Macht und Kraft, die ihn führt, oder er kann schwach sein. Wenn er stark ist, geht er seinen Weg weiter, ohne zu zaudern und zu zögern; wenn er schwach ist, kommt er auf seinem Weg nicht recht weiter, weil er immer wieder zaudert und zögert, ob er auch das Richtige tut.

Bei einem schwachen Menschen ist die Entscheidungskraft, die Spannkraft, die Durchsetzungskraft, die Konsequenz und die Sicherheit schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. Der eine ist wie ein starker Baum in der Natur, der andere wie ein Grashalm.

Wenn man von einem Menschen als „Schwächling“ spricht, so ist eindeutig, dass dieser Mensch keine oder nur eine geringe Stärke besitzt, um Lebenssituationen erfolgreich zu bewältigen. Man sagt auch, ihm fehlt Rückgrat, Durchhaltevermögen oder Stehvermögen.

Es gibt drei Arten von Stärke:

1. die Ego-Stärke: des weißen oder des schwarzen Egos.

2. die hohes Selbst-Stärke (SGW-Stärke) in Verbindung mit der göttlichen Quelle, auch göttliche Stärke genannt.

3. Die Erdenselbst-Stärke.

Das weiße Ego bezieht seine Stärke aus der polaren weißen Seite und das schwarze Ego bezieht seine Stärke aus der polaren schwarzen Seite. Dies kann sich verstärken in einer Weiß-Magie oder in einer Schwarz-Magie, bei der die Magier, die jeweilige polare Seite im Extrem übersteigert und verzerrt haben, so dass sie keinen polaren Gegenpart mehr hat. Es gibt viele Menschen in dieser Welt, die unwissentlich Weiß-Magie oder Schwarz-Magie praktizieren, wodurch sie immer polarer werden und von ihrer göttlichen SGW-Stärke abgeschnitten sind.

Bei der Ego-Stärke handelt es sich um eine Pseudo-Stärke. Sie ist eine künstlich aufgeblähte Stärke, die einem Luftballon gleicht. Sie ist nicht wirklich stabil. Sie bricht in dem Moment zusammen, wenn das Ego einen Einbruch erleidet, z.B. durch einen Misserfolg, ein Hindernis oder eine herben Verlust.

Bei der Stärke des hohen Selbst (SGW) in Verbindung mit der göttlichen Quelle (Gott und/oder die Spirituellen Meister) ist stets die göttliche Stärke im Spiel. Dies ist die wahrhafte Stärke. Wenn ein Mensch in der göttlichen Stärke ist, kann ihm nichts etwas anhaben. Dann ist er fest im Vertrauen, fest im Glauben, fest im Wissen, dass er das, was er sich vorgenommen hat (und was seinem göttlichen Auftrag entspricht) auch bewältigen kann – und zwar gemäß dem göttlichen Plan und Willen.

Wer in der göttlichen Stärke ist und aus dieser heraus agiert, geht seinen Weg fest, beharrlich und konsequent; er lässt sich nicht durch Bemerkungen oder Kritiken seiner Mitmenschen von seinem Weg abbringen. Auch hegt er keine Zweifel, ob sein Weg richtig ist, sondern er ist absolut standhaft und im Vertrauen, dass alles so richtig ist wie es ist. Die „Seitenhiebe“ seiner Mitmenschen wehrt er mit der göttlichen Stärke ab. Er ist wie ein Fels in der Brandung, den die rauen Wellen umspülen, ohne ihn auch nur einen Zentimeter bewegen zu können.

Die göttliche Stärke baut auf der Niyama Tapas auf, welche Selbstdisziplin, Selbstbeschränkung, Askese, aber auch innere Stärke bedeutet. Tapas ist also die Grundvoraussetzung, dass man in die göttliche Stärke gelangen kann. Tapas lehnt sich von seiner Energie her an den Typ des göttlichen Kriegers und Helden an. Göttliche Stärke erfordert auch eine Herzenskraft, denn ohne Liebe kann man nicht stark sein. Wer sich selbst nicht liebt, kann nicht stark sein, da er keinen Zugang zu seinen Stärken, Talenten und Fähigkeiten hat. Wer stark ist und sich selbst liebt, sieht sich nicht als Opfer, denn er kann jederzeit ändern, was ihn daran hindert ein erfülltes, göttliches Leben zu führen.

Die göttliche Stärke spielt sich nicht nur auf physischen Ebene ab, sondern auch auf der Ebene der mentalen Ebene, d.h. der Ebene der Gedanken. Durch positive Gedanken setzt man die göttliche Stärke in sich um und realisiert seine göttlichen Ziele. Durch negative Gedanken schneidet man sich von seiner göttlichen Stärke ab und blockiert seinen gesamten Weg.

Es gibt einen weisen Spruch zur Stärke, der lautet: „Lass mich nicht bitten um Schutz vor Gefahren, sondern um den MUT, ihnen die Stirn zu bieten. Lass mich nicht bitten um Stillung meines Schmerzes, sondern um die Herzenskraft, ihn zu bezwingen. Lass mich nicht ausschauen nach Verbündeten auf dem menschlichen Schlachtfeld des Lebens, sondern nach meiner eigenen göttlichen Stärke. Lass mich nicht in zitternder Furcht nach Erlösung lechzen, sondern hoffen, durch Geduld und Selbstdisziplin meine Freiheit zu gewinnen.“

Ein Wesen, das in göttlicher Stärke ist, besitzt Entscheidungsfreude und Entscheidungsfähigkeit. Es hat eine große innere Ausdauer und gibt nicht bei jeder möglichen Ablenkung oder einem Angriff der anti-göttlichen Seite leichtherzig auf. Es lenkt seine schöpferische Energie auf die göttlichen Ziele und Aufgaben. Es erkennt seine eigenen schädigenden Ego-Muster und wandelt diese in göttliche, förderliche und stärkende Strukturen. Es setzt mit Mut und Konsequenz das um, was die göttliche Führung von ihm verlangt und für sein Leben vorgesehen hat.

Im Sanskrit wird die göttliche Stärke auch Bala genannt. Sie bedeutet nicht nur Stärke, sondern auch göttliche Macht, Ausdauer und seelische und geistige Gesundheit. Sie ist die Ausrichtung auf die göttlichen Tugenden und Wurzeln des Göttlichen, durch die man deren göttliche Kraft und positiven Qualitäten im Leben erlangt. Dies ist der wichtige Schlüssel, um ein bewusstes, reines SGW zu entwickeln, das voll göttlicher Freundlichkeit und Mitgefühl ist. Gleichzeitig ist der Geist neutral und frei von den polaren Energien. Er ist stark in seiner göttlichen Quelle schwingend und die unendliche göttliche Energie steht ihm zur Verfügung.

In den Yoga-Sutren des Patanjalis, 3, 25, steht geschrieben: „Richtet man sich auf die Stärke eines Elefanten oder auf die Kräfte einer Gottheit oder eines Spirituellen Meisters aus, so erwirbt man deren Fähigkeiten und man wird göttlich stark.“ Man wird dann eins mit Shakti, der göttlichen Ur-Energie des Universums bzw. der göttlichen, weiblichen Urkraft, die auch „göttliche Stärke“ heißt.

Wie viele Menschen sind ängstlich, unsicher und schwach anstatt stark, sicher und stabil! Sie zweifeln an ihren Gedanken, an ihren Ideen, an ihren Entscheidungen und ihren Vorhaben. Sie haben Angst, dass sie etwas falsch machen und sich Ärger oder Probleme einhandeln. Diese Menschen haben weder eine Ego-Stärke noch eine Hohes-Selbst-Stärke. Sie stecken am liebsten den Kopf in den Sand und hoffen, dass ihnen ein anderer sagt, was sie tun sollen, oder ihnen womöglich sogar die Entscheidung abnimmt. Sie sind wie Grashalme im Wind, die hin und her bewegt werden und sich am liebsten auf die Seite beugen, wo sie glauben Hilfe zu finden.

In jedem Menschen ist sowohl Stärke wie auch Schwäche vorhanden – je nach Typ mehr Stärke und weniger Schwäche oder mehr Schwäche und weniger Stärke. So fühlen sich auch alle Menschen hin und her gerissen zwischen stark sein und schwach sein. Mal herrscht das eine vor, mal das andere.

Die polare Stärke hat nichts mit der göttlichen Stärke zu tun. Die göttliche Stärke steht über der polaren Stärke und Schwäche, d.h. der Mensch hat sich über beide erhoben und ist in die göttliche = neutrale Stärke eingetreten. Wer in der neutralen, göttlichen Stärke ist, muss weder sich selbst noch anderen beweisen, wie stark er ist. Er muss auch nicht seine Schwäche verstecken bzw. überspielen, indem er Stärke vortäuscht. Er ist wahrhaftig stark.

Es verhält sich wie bei einem Fels in der Brandung. Ist ein Mensch zu einem Fels in der Brandung geworden, können ihm selbst die stärksten und höchsten Wellen nichts anhaben. Ist der Mensch hingegen ein Stein, so ist er ein Spielball der Wellen, die ihn hin und her werfen.

Wer in der göttlichen Stärke ist, fühlt sich nicht nur stark und sicher, sondern ist frei von Furcht vor den hohen Wellen der wilden Brandung. Wer in der göttlichen Stärke ist, fühlt in sich eine tiefe Liebe zu Gott, zu seinem spirituellen Meister, zu seinem Auftrag, zu seinem Leben, zu allem-was-ist. Diese Liebe ist verbunden mit einer beständigen Freude, der Freude am Dienen, der Freude am Tun, der Freude am Sein. Zu Liebe und Freude gesellt sich Vertrauen. Vertrauen darin, dass die Impulse oder Visionen, die man erhält, auch von der göttlichen Führung stammen und damit dem göttlichen Plan und Willen entsprechen. So bilden Liebe, Freude und Vertrauen eine innere Kraft, eine Stärke, die sich verwirklichen und materialisieren möchte.

Wer so mit der göttlichen Stärke lebt und wirkt, fühlt sich geführt, fühlt sich auf dem richtigen Weg, fühlt eine feurige Dynamik im Herzen, fühlt sich als Werkzeug der göttlichen Mächte und Kräfte, die sich durch ihn ausdrücken möchten. Er ist nicht mehr der schwache Mensch, der zögert und zaudert, sondern er ist ein Diener Gottes bzw. der Spirituellen Meister. Sie geben ihm die göttliche Stärke, damit er seinen göttlichen Dienst ausführen kann.

Ein Mensch, der nur die menschliche, polare bzw. Ego-Stärke kennt, hat keine Ahnung davon, wie stark die göttliche Stärke ist: Sie ist wie ein brodelnder Vulkan, wie ein gigantischer Tsunami, wie ein Mega-Turbo. Wenn die göttliche Stärke in einen Menschen einfährt, hat er das Gefühl, von glühender, brodelnder Lava erfüllt zu werden. Sein Lebensmotor wird von einem Mega-Turbo angeturnt und erzeugt ihn ihm eine übermenschliche Kraft, Dynamik und Geschwindigkeit. Es kann eine so große Stärke in ihm entstehen, dass er glaubt, die Erde aus den Angeln heben zu können.

Wenn ein Mensch in der göttlichen Stärke lebt, wirkt er auf seine Mitmenschen manchmal unmenschlich, hart und gefühllos. Dies ist jedoch nicht richtig, denn es handelt sich dabei nicht um eine Ego-Unmenschlichkeit, Ego-Härte und Ego-Gefühllosigkeit, wie sie mit der Ego-Stärke einhergehen. Im Herzen eines Menschen, der in der göttlichen Stärke lebt, ist keine Bosheit, Gemeinheit oder Berechnung, sondern eine gute, friedfertige und gerechte Gesinnung.

Wo göttliche Stärke am Werke ist, wird das, was mit ihr verbunden ist, zu einer großen, allumfassenden Kraft. Aus einer simplen Liebe wird eine starke Liebe, die fest zu einer Sache oder einem Menschen steht. Aus einer einfachen Idee wird ein starkes Projekt, das andere überzeugt und motiviert. Aus einem kleinen Vorhaben wird eine große Sache, die gleich einer Tsunami-Welle alles mitreißt.

Göttliche Stärke verleiht die Kraft, bei einer Sache zu bleiben, zu jemandem zu stehen, etwas durchzuziehen – auch gegen den Widerstand von Mitmenschen oder der Gesellschaft; sie verleiht die Kraft, eine Entscheidung zu treffen und diese nicht über den Haufen zu werfen, auch wenn Zweifel aufkommen oder gesät werden; sie verleiht die Kraft, sich gegen den Mainstream zu stellen und einen anderen Weg zu gehen, auch wenn damit Unannehmlichkeiten verbunden sind.

Stärke und Mut sind Geschwister. Wer in der göttlichen Stärke lebt, wird auch immer Mut haben. Beides sind große Kräfte, die ihre Quelle in den himmlischen Sphären haben und nicht in den Dimensionen der Ego-Welten.

Wer im Bewusstsein der göttlichen Stärke lebt, weiß, dass alles in den Händen der höchsten Macht und Kraft dieses Universums liegt, die manche auch „Gott“ nennen. Er weiß es nicht nur, sondern er vertraut auch darauf. Und er dient dieser höchsten Macht und Kraft, mehr noch, er unterwirft sich dieser höchsten Macht und Kraft und wird ein Gefäß oder ein Werkzeug dieser höchsten Macht und Kraft. Dadurch öffnet er sich der göttlichen, neutralen Stärke, die in ihn einfließt und durch ihn in diese Welt fließt.

Solange ein Mensch polar ist, solange er im polaren Bewusstsein von „Gut“ und „Böse“ lebt, im polaren Zustand von „Liebe“ und „Nichtliebe/Hass“, von „Fülle“ und „Mangel“, von „Gesundheit“ und „Krankheit“, kann er nicht in der göttlichen, neutralen Stärke sein. Statt dessen lebt er im polaren Bewusstsein von „Stärke“ und „Schwäche“ und wird er immer zwischen beiden Polaritäten hin und her schwanken. Im einen Moment wird er sich stark fühlen, im nächsten Moment schwach. So lebt er im ständigen Wechselbad zwischen Stärke und Schwäche. Es ist so, als trete er einmal aufs Gaspedal, um im nächsten Moment auf die Bremse zu treten. So kommt der Mensch nicht wirklich voran, sondern bremst er sich immer wieder aus.

Erst wenn er sich über beide Polaritäten erhebt und in die Dimension der göttlichen, neutralen Stärke eintritt, wird er das Wunder erleben, in einen immerwährenden Zustand von Stärke einzutreten, der jenseits aller Schwäche liegt. In dieser Dimension herrscht immer Kraft, Dynamik und Fluss, denn nichts anderes ist dieses Universum als ewige Energie, Dynamik, Fluss, Bewegung, Schwingung.

Stärke kann man sich nicht „anziehen“ wie ein Kostüm. Das wäre der Fall, wenn ein Mensch in der Ego-Stärke lebt. Wahre Stärke kann nur dann in einem Menschen sein, wenn er das entsprechende Bewusstsein hat. Unser Bewusstsein entscheidet, in welcher Dimension wir leben. Wer in der 3. Dimension bzw. in der Minus-3. Dimension lebt, also im Ego-Bewusstsein bzw. Egoismus-Bewusstsein ist, kann nur mit der Ego-Stärke operieren. Nur wer fähig ist, in höheren Dimensionen, primär in der 6. und 7. Dimension, zu leben, kann in die göttliche, neutrale Stärke eintreten und mit dieser agieren. Da in diesen Dimensionen das Ego und damit das Ego-Bewusstsein nicht aktiv bzw. vorhanden sind, sieht man die Welt und das Leben aus einer übergeordneten, zeit- und raumlosen, allumfassenden, neutralen Sicht. Zudem ist man mit „Gott“ und den Spirituellen Meistern und ihren Kräften sowie ihrer Weisheit verbunden, für die man in der Welt lebt und agiert, in der man inkarniert ist.

Neben der polaren Ego-Stärke gibt es noch die anti-göttliche Stärke, die besonders von den anti-göttlichen Mitarbeitern und schwarzen Engeln, zur Perfektion aufgebläht wurde. Sie basiert nicht auf den Wurzeln des Göttlichen, sondern auf den Wurzeln des Leides und produziert Hass, Schmerz und Unfrieden. Wer in den Minus-Dimensionen schwingt, hat automatisch Zugang zu dieser anti-göttlichen Stärke und kann sie in seiner Verblendung leicht für die göttliche Stärke halten. Dies ist jedoch ein Irrtum, denn die göttliche Stärke basiert auf der Liebe und kommt aus dem Herzen. Sie ist weich und warm und doch voll göttlichem Feuer, wohingegen die anti-göttliche Stärke gnadenlos, kalt, unbarmherzig und narzistisch ist.

Göttliche, neutrale Stärke ist ein Attribut eines in der 6. oder 7. Dimension lebenden bzw. verankerten SGW-Menschen, der eine gute und starke Verbindung zu seiner göttlichen Quelle und Führung hat. An dem Wechselspiel zwischen Stärke und Schwäche erkennt man, in welcher Dimension ein SGW-Mensch lebt bzw. verankert ist. Wer immer wieder Schwäche empfindet und zeigt, ist noch nicht in die 6. und 7. Dimension eingetreten. Jedoch kann es sein, dass er sich schon temporär dort aufhält und dann auch temporäre Zustände von göttlicher, neutraler Stärke hat. Diese sind allerdings nicht beständig, so dass der Mensch immer wieder zurück in die Schwäche fällt.

Göttliche Stärke bedeutet auch, in der Balance zu sein. Man ist in der inneren Mitte und schwankt weder zur einen polaren noch zur anderen polaren Seite.

Neben der göttlichen, neutralen Stärke gibt es noch die Stärke eines bewussten Erdenselbst-Menschen. Ein bewusster Erdenselbst-Mensch ist mit Mutter Erde, den Erdgöttern, den Naturgeistern und seiner Erd-Ahnenstruktur verbunden, und damit mit der Gottheit, aus der seine Erd-Ahnenstruktur stammt. Durch einen solch bewussten Erdenselbst-Menschen kann sich die Gottheit der Erd-Ahnenstruktur ausdrücken und mit ihren Kräften wirken. Sie verleiht ihrem Nachfahren besondere Kräfte. Mit diesen Kräften kann der Erdenselbst-Mensch seine Aufgaben, die er für die Gottheit und seine Ahnenstruktur ausführt, wesentlich gezielter und kraftvoller ausführen.

Die Stärke des Erdenselbst-Menschen ist eine Unterstruktur der göttlichen, neutralen Stärke. Sie ist nicht polar, sondern ebenso neutral wie die göttliche Stärke. Auch hat sie mit der Ego-Stärke nichts zu tun. Die Ego-Stärke ist Teil der Ego-Welt. In der Ego-Welt gibt es keine andere Stärke als die Ego-Stärke. Somit ist weder die göttliche Stärke noch die Erdenselbst-Stärke in der Ego-Welt vorherrschend bzw. vorhanden. In dieser Ego-Welt ist ausschließlich die Ego-Stärke vorherrschend bzw. vorhanden.

Die göttliche Stärke und die Erdenselbst-Stärke stehen weit über der Ego-Stärke. Die Stärke des Egos, mag sie noch so aufgebläht sein und imposant wirken, ist gegenüber der göttlichen Stärke und der Erdenselbst-Stärke ein Zwerg.

Wenn ein Mensch/SGW im Bewusstsein und im Zustand der göttlichen Stärke bzw. der Erdenselbst-Stärke lebt und agiert, wird er jedes Ego-Wesen, das nichts anderes kann als mit seiner Ego-Stärke zu agieren, in die Knie zwingen. Denn von allen Stärken ist die Ego-Stärke die schwächste Stärke, während hingegen die göttliche, neutrale Stärke die höchste Stärke ist. Wo sie wirkt, bezwingt sie alles.

Stabilität ist gleichbedeutend mit Standhaftigkeit, Festigkeit, Beständigkeit. Das Gegenteil von Stabilität ist Instabilität, d.h. eine Sache oder ein Mensch ist schwankend, unsicher, unbeständig und bricht im schlimmsten Fall in sich zusammen, wie ein Turm aus Bauklötzen, der kein solides Fundament hat.

Ein stabiler Mensch, der sowohl geistig, psychisch wie auch emotional stabil ist, ruht in sich selbst. Nichts kann ihn aus der inneren Mitte bringen. Er ist wie ein Fels in der Brandung. Die Brandung ist nichts anderes als das raue Leben verbunden mit entsprechenden Einflüssen, Ereignissen oder auch Störungen, z.B. ein Verkehrsunfall, Mobbing im Beruf, betrogen werden in einer Beziehung, Misserfolg oder Verlust einer größeren Summe Geld usw.

Ein stabiler Mensch kann seine innere Ruhe auch in den schwierigsten Situationen bewahren bzw., wenn sie kurzzeitig beeinträchtigt ist, wieder herstellen, indem er die entsprechenden Gegenkräfte oder Gegenmaßnahmen einsetzt und so wieder in einen ausgeglichenen Zustand gelangt.

Stabilität hat nicht nur mit dem Menschen zu tun, sondern auch mit dem SGW. So gibt es stabile SGWs und instabile, die wiederum ihre KWs entsprechend beeinflussen und deren Stabilität bzw. Instabilität stärken.

Stabilität hat nichts mit Starre bzw. Erstarrung zu tun. Wenn wir ein Sonnensystem nehmen, dann sehen wir, dass sich die Planeten kontinuierlich um die Sonne drehen und zwar in festgelegten Bahnen und Rhythmen. Ein bewegliches System, das völlig stabil ist. Das System würde jedoch instabil werden, wenn ein großer Komet käme und die Planeten aus ihrer Bahn katapultieren würde. Die Frage wäre dann, ob sich das Sonnensystem wieder selbst in eine Stabilität bringen könnte, indem es sich quasi selbst repariert und wieder in einen ausgewogenen, stabilen Zustand gelangt und wieder rotiert.

So sind auch wir Menschen (inklusive unserer SGWs) keine starren oder erstarrten Wesen, sondern wir befinden uns in einem kontinuierlichen Entwicklungs- und Evolutionsprozess. Dennoch können wir in diesem Prozess völlig stabil sein. Erleben wir beispielsweise einen Schicksalsschlag, z.B. den Tod eines lieben Angehörigen, so wird uns das, wenn wir stabile Menschen sind, nicht aus der Bahn werfen, sondern wir werden diesen Schicksalsschlag mit entsprechenden Gegenmaßnahmen und Gegenkräften in den Griff bekommen und ausgleichen.

Über der menschlichen oder SGW-Stabilität steht die göttliche Stabilität unseres Universums. Sie ist die Ur-Stabilität. Alles im Universum hat seinen Platz, seine Ordnung und seine Stabilität. Die göttliche Liebe wird immer die göttliche Liebe sein; der göttliche Frieden wird immer der göttliche Frieden sein; das göttliche Licht wird immer das göttliche Licht sein. Galaxiensysteme werden immer Galaxiensysteme sein; Sonnensystem werden immer Sonnensysteme sein; Planentensysteme werden immer Planetensysteme sein; Aufstiegsplaneten werden immer Aufstiegsplaneten sein. Sie sind stabile Systeme, auch wenn sie zeitweise scheinbar in instabilen Zuständen sind. Dies ist jedoch nur der äußere Anschein. In Wirklichkeit jedoch sind sie stabile Systeme. So ist es auch mit der Erde: mögen die Menschen die Natur noch so zerstören, die Erde wird dennoch ein stabiles System bleiben. Wäre sie das nicht, wäre sie schon längst nicht mehr vorhanden. Da sie aber seit mehreren Milliarden von Jahren existiert, zeugt dies davon, dass sie ein stabiles System ist.

So gibt es auch seit Milliarden von Jahren das System „göttliche Liebe“ und es ist seitdem ein stabiles System mit vielen festen Elementen, wie z.B. Vertrauen, Hingabe, Treue, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Respekt, Herzensgleichklang usw. Auch wenn die Menschen in unserer Welt die Liebe oft als instabil erleben, so ist die Liebe an sich ein stabiles System, das auf stabilen Säulen ruht. Das, was die Liebe oft so instabil macht, ist das Ego, indem es die Liebe zu einer Ego-Sache macht. Die Ego-Liebe ruht nicht mehr auf den stabilen Säulen der göttlichen Liebe, sondern ist wie ein Turm aus Bausteinen, der kein Fundament hat und bei der nächsten Erschütterung in sich zusammenfällt.

Die Ur-Stabilität in diesem Universum ist nichts anderes als die Stabilität des Weltenlenker-Engels AMA, auch „Gott“ genannt, der dieses Universum geschöpft hat und seitdem steuert. ER oder ES ist der Fels in der Brandung – in der Brandung dieses Universums bzw. Universumsmeeres. Die Wogen der Evolution können SEINE Festigkeit und Standhaftigkeit nicht erschüttern. SEINE Stabilität beruht in SEINER Souveränität als Weltenlenker.

SEINE Stabilität ist SEINE Präsenz oder umgekehrt: SEINE Präsenz ist SEINE Stabilität.

SEINE „Augen“ sind geschlossen, sein Sehen ist nach innen gerichtet. SEIN Zustand ist der einer Meditation. ER bzw. ES ruht in sich selbst. ER bzw. ES befindet sich im Seinszustand: in Frieden sein, in Liebe sein, Energie sein, Licht sein, Bewusstsein sein, Schöpfer sein, Zerstörer sein. ER bzw. ES wird nicht von den polaren Kräften hin und her geworfen, wie dies sonst im Universum der Fall ist, sondern ER/ES befindet sich in der Neutralität bzw. Göttlichkeit, in der ausgewogenen Ruhe und Gelassenheit.

Dass dieses Universum existiert, dass unsere Planet Erde existiert, dass wir Menschen existieren, geht auf dieses Wesen AMA zurück. ES ist unser aller „Fels in der Brandung“, auf den wir uns begeben können, wenn das wilde Meer der Polaritäten uns hin und her wirft und wir alle darum kämpfen, von den tosenden Wellen nicht in die Tiefe gerissen zu werden. Wie gut ist es zu wissen, dass es diesen „Fels in der Brandung“ gibt.

So kann sich jeder Mensch in seinem Leben jederzeit auf den „Fels in der Brandung“ begeben, wenn er im Lebenskampf nicht mehr kann, wenn er Hilfe braucht und zwar Hilfe von einer höheren Macht und Kraft. „Bitte, Gott, hilf mir! Bitte errette mich aus dieser Lebenssituation! Ich mit meinen begrenzten menschlichen Kräften kann mir nicht mehr helfen, aber Du, mit Deinen himmlischen Kräften, kannst es!“, so bitten die Menschen und erleben dann oft das Wunder, dass ihnen geholfen wird.

Es ist ein ganz tiefes, verborgenes Wissen im Menschen, dass der Weltenlenker-Engel AMA, Gott, die höchste Stabilität ist. Auch SEINE Engel sind höchste Stabilität, denn sie sind SEIN Ausdruck in diesem Universum.

Stabilität hat mit dem Wissen und Bewusstsein eines Wesens zu tun, dass es an die höchste Stabilität im Universum angebunden ist, dass es Teil davon ist. Ein Engel lebt in diesem Wissen und Bewusstsein. Ein Mensch hingegen, der nur ein Menschen-Bewusstsein hat, lebt nicht in diesem Wissen und Bewusstsein. Ein solch unbewusster Mensch kann sich nur eine menschliche Stabilität aneignen, indem er beispielsweise aus Büchern lernt, wie er eine emotionale oder mentale Stabilität aufbaut, sie erlernt und im Leben einsetzt.

In unserer heutigen Welt, auch L’Egoland genannt, wird eine solche menschliche Stabilität immer auf dem Ego begründet sein, das „stabil sein“ mit „sich cool oder tough geben“ verwechselt und sich durch letzteres eine Schein-Stabilität aufbaut. Diese Schein-Stabilität ist mit einem wackeligen Turm aus Bauklötzen vergleichbar. Damit der Turm nicht einstürzt, ist der Mensch ständig gefordert, wie ein Jongleur, mit den Bällen, die ihm das Leben zuwirft, zu jonglieren. Das ist auf Dauer sehr anstrengend. Wenn die Kräfte nachlassen, kommt es meistens zum Zusammenbruch der Schein-Stabilität und der wackelige Turm fällt in sich zusammen.

Anders dagegen die höchste, göttliche Stabilität, an die ein Wesen angebunden ist und in der es lebt: dieses Wesen ist von innen her in sich ruhend. Es muss nicht ständig jonglieren, denn es befindet sich in einem Seins-Zustand der Sicherheit, der Ruhe und Ausgeglichenheit. In ihm herrschen die Kräfte der Ur-Stabilität dieses Universums. Da es nicht permanent jonglieren muss, verbraucht es auch keine Kräfte, sondern bewahrt diese und kann sie für andere Dinge verwenden. Auch wenn im Äußeren einmal seine Welt erschüttert wird, bricht seine Säule der Stabilität nicht zusammen, sondern fängt das Erdbeben ab und gleicht die Schwankungen aus.

Jedes Wesen, das nach Stabilität strebt, muss sich bewusst sein, dass diese nur wirklich erreicht werden kann, wenn man sich mit der Ur-Stabilität des Universums und damit des Weltenlenker-Engels AMA, Gott, verbindet und in diese eintritt. Jede andere Form von Stabilität, wie sie sonst angeboten wird, ist immer nur ein begrenztes Hilfsmittel. Letzteres gleicht einer Maus, von der wir uns Stabilität erhoffen. Wie aber soll uns eine Maus Stabilität geben? Die höchste, göttliche Stabilität dagegen gleicht einem mächtigen Elefanten, der mit seinen starken Beinen fest und sicher auf dem Boden steht.

Der Weltenlenker-Engel AMA, Gott, lenkt dieses Universum aus seiner Ur-Stabilität heraus. Wenn ER bzw. ES das Kommando gibt: Zeitalterwechsel, dann vollzieht sich auch ein Zeitalterwechsel – ganz gleich, ob es Seinen Repräsentanten, göttlichen Mitarbeitern oder sonstigen Wesen passt oder nicht. Jeder hat die Möglichkeit, mit der Zeitalterwechsel-Strömung mitzufließen oder sich dagegen zu stellen. Sie aufhalten jedoch kann keiner. Gottes Entscheidung und Wort ist absolut in diesem Universum.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, so ist dennoch ein Zeitalterwechsel eine stabile Angelegenheit, die feste Faktoren beinhaltet, z.B. Zerstörung bestehender Strukturen, Aufbau neuer Strukturen, Wandlung von Licht in Dunkel bzw. von Dunkel in Licht, Transformation von Materie in Nichtmaterie und umgekehrt, Bewusstseinswandel, Veränderung der Schwingung, Schwingungsanhebung bzw. Schwingungsabsenkung, Frequenzveränderungen usw. Die Instabilität, die ein Zeitalterwechsel auslöst, ist dennoch höchste, göttliche Stabilität, denn der Prozess des Zeitalterwechsels ist ein stabiler.

So ist auch das Leben des Menschen bzw. seines SGWs ein stabiler Prozess. Ebenso ist der Entwicklungsprozess eines Menschen bzw. seines SGWs ein stabiler Prozess. Dem Menschen mag es so erscheinen, als sei sein Leben und seine Entwicklung instabil. Dies ist jedoch ein Irrtum. In der scheinbaren Wankelmütigkeit des Lebens und der Entwicklung des Menschen besteht sehr wohl eine Stabilität und ein göttlicher Plan.

Voraussetzung, um diese Stabilität zu erkennen ist jedoch, dass man sein Leben und seine Entwicklung aus einer höheren, übergeordneten Perspektive sehen kann. Wer hingegen sein Leben nur aus einer niederen, begrenzten Perspektive betrachtet, sieht nur die ständigen Schwankungen und damit die Instabilität. Es ist wie bei einem Menschen, der am Strand sitzt: er sieht die Wellen des Meeres, wie sie unablässig an den Strand rollen. Jede Welle ist wie eine Schwankung seines Lebens. Sitzt ein Mensch hingegen in einem Flugzeug und fliegt über das Meer, so sieht er nur die glatte Oberfläche des großen Meeres. Er sieht nicht mehr die einzelnen Wellen bzw. die einzelnen Schwankungen, die nicht viel mehr sind als ein leichtes Kräuseln auf der Oberfläche.

So ist es auch bei einem Menschen: er sieht nur den Moment in seinem Leben, sieht die ständigen Schwankungen. Heute fühlt er sich stark, morgen fühlt er sich schwach; heute fühlt er sich zufrieden, morgen fühlt er sich unzufrieden; heute freut er sich über das Leben, morgen sieht er das Leben ohne Freude usw. Erhebt sich ein Mensch in die Lüfte wie mit einem Flugzeug und betrachtet er sein gesamtes Leben im Überblick, so sieht er sein Leben wie ein großes Meer. Das Meer war immer und wird immer sein. Es ist. So ist es auch mit seinem Leben, das nur Teil des „Inkarnations-Ozeans“ ist, so wie das Meer unter ihm nur Teil des großen Ozeans ist.

In unserem jetzigen Leben, wie in unserem gesamten Inkarnationszyklus ist Stabilität – die Stabilität der Evolution dieses Universums und von allem was ist. Wir sind wie Planeten, die in diesem Universum kreisen und unsere Bahnen ziehen. Wir drehen uns um die unzähligen Sonnen, die in diesem Universum das Licht sind, an dem sich alles orientiert und die alles, wie Magneten, in einer göttlichen Ordnung festhalten.

Ein stabiles System, in das wir alle eingebunden sind, in dem wir unseren Platz haben, in dem wir in der großen Evolution unsere eigene Evolution durchlaufen. Darin liegt unsere große und übergeordnete Stabilität, die sich Entwicklung nennt, Veränderung nennt, Wandlung nennt. Wir sind wie Blumen, die im Zeitraffer austreiben, zur Blüte gelangen, blühen und verblühen. Die Stabilität liegt in der Wurzel: sie bleibt und treibt jedes Frühjahr neu aus. Somit ist auch der Austreibungs- und Entwicklungsprozess eine stabile Sache, denn er findet im jährlichen Rhythmus statt. Dies bezieht sich auch auf das SGW, das immer wieder geboren wird, also im Rhythmus der Inkarnationen lebt.

Auch hinter dem Austreibungs- und Entwicklungsprozess liegt Stabilität, denn während des Prozesses findet all das statt, was diesen Prozess ermöglicht: es wird Sonne geben, es wird Regen geben – beides braucht die Pflanze, um wachsen und gedeihen zu können. Ob es viel Sonne geben wird und wenig Regen oder umgekehrt, das ist unerheblich. Es kann allenfalls den Prozess verlangsamen oder beschleunigen: die Pflanze kann lange blühen oder schnell verblühen. Die Stabilität aber liegt darin, dass sie blühen und verblühen wird.

Die höchste, göttliche Stabilität liegt also darin, dass wir immer den Gesamtprozess einer Sache sehen müssen und nicht den Moment. Der Moment mag uns instabil machen, beispielsweise indem wir sehen, wie ein Mensch im Laufe von 10 oder 20 Jahren gealtert ist, was uns womöglich traurig macht. Was wir in diesem Moment nicht sehen, ist der Gesamtprozess der Entwicklung des Menschen bzw. seines SGWs, das in diesem Gesamtprozess immer schöner, reifer und weiser wird. So sind Wurzeln von alten Pflanzen sehr kraftvoll, weitverzweigt und tiefgehend. Alte Wurzelstöcke sind ein Wunderwerk der Natur und der Schöpfung.

Beklagen wir also nicht die Instabilität unseres Wesens, unseres Lebens oder dieser Welt, sondern erkennen wir die höchste, göttliche Stabilität dahinter. Sehen wir nicht nur die momentane Situation unseres Lebens oder dieser Welt – sehen wir nicht nur die Wellen des Meeres, sondern betrachten wir alles aus der Position des Flugzeuges, das über allem kreist und alles aus einer übergeordneten Position sieht. Der Ozean war immer und wird immer sein, jedoch werden die Schiffe, die auf ihm fahren, immer wieder andere sein. Wie haben sich die Schiffe im Laufe der Jahrtausende verändert! Früher waren es Segelschiffe oder Ruderschiffe, heute sind es die Megaliner, die die Größe einer ganzen Stadt haben. Die Stabilität liegt darin, dass Schiffe auf dem Meer fahren bzw. fahren können, weil das Meer sie trägt. So können auch wir mit unseren Lebensschiffen auf dem Meer fahren und von Punkt A nach Punkt B kommen bzw. von der irdischen 3-D-Welt in die höheren göttlichen Dimensionen aufsteigen.

Darin liegt unser aller Stabilität: wir bewegen uns in einem Zyklus, in einem Evolutionsprozess des Universums. Wir erfüllen unsere Aufgabe und unsere Bestimmung, indem wir in diesem Prozess mit fließen bzw. mit schwimmen. Zu Problemen kommt es immer dann, wenn wir nicht mit fließen oder nicht mit schwimmen wollen, wenn wir festhalten wollen, wenn wir stehen bleiben und erstarren. Dann fallen wir aus der höchsten, göttlichen Stabilität in die Instabilität. Denn Nichtstun bringt uns nicht Stabilität, sondern Instabilität. Wohingegen Entwicklung und Veränderung uns in einen Zustand der Stabilität führen.

Für Stabilität ist es besonders wichtig, dass man ein entwickeltes SGW-Bewusstsein hat und sich seiner göttlichen Fähigkeiten, seiner Herkunft und seiner Lebensaufgabe bewusst ist. Denn Bewusstsein schafft Vertrauen, Wissen, Sicherheit und Klarheit. Wer nicht weiß, wer er ist, wo er herkommt, und was seine Aufgabe ist, ist wie blind, kann nicht vertrauen und ist folglich völlig instabil in seinem Leben.
Stabilität bedeutet beharrlich und standhaft auf seinem spirituellen Weg zu sein. Damit verbunden ist eine Anstrengung und Bemühung, sein Ego immer wieder aufs neue zu beherrschen und zu meistern und sein Bewusstsein und seine Schwingung von der 3-D-Welt und seinem Ego in das SGW und die höheren göttlichen Dimensionen anzuheben.

Stabilität ist die ständige Bemühung, die Bewegungen des polaren Geistes wieder in Frieden zu bringen. Denn ist man in sich selbst nicht in Frieden, kann man auch nicht stabil sein. In den Yoga-Sutren des Patanjali 1.13-14 steht geschrieben: Spirituelle Praxis bedeutet, sich darin zu üben, einen stabilen Zustand geistiger Stille zu erreichen. Wird eine solche Praxis lange Zeit ohne Unterbrechung und mit Hingabe verfolgt, dann wird sie zur stabilen Grundlage.

Erkennen wir:

1. Entwicklung, Veränderung, Wandlung, Evolution, Vertrauen und SGW-Bewusstsein sind die Faktoren der höchsten, göttlichen Stabilität.

2. Stagnation, Starre, Nichtveränderung, Festhalten, Klammern an der 3-D-Welt und am Leben, Angst und Misstrauen sind die Faktoren von Instabilität.